Er ist wieder da!

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    • Lieber Bernd,
      auf allen Maisfeldern habe ich nach dem Maisbeulenbrand Ausschau gehalten. Der scheint in Niedersachsen besser verbreitet zu sein. Ich finde ihn jedenfalls immer wieder total schick.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Hallo Wiltrud und Markus,

      es stimmt zwar dass die jungen, noch reinweißen, süßlichen Brandgallen bei einigen Naturvölkern sehr begehrt sind und gegessenen werden. Ich rate aber dringend von solchen Experimenten ab da die verfärbten Brandgallen mit den heranreifenden schwarzen Sporen schwere Vergiftungen hervorrufen, die denen der Mutterkorn - Vergiftungen ähneln, eines gefährlichen Getreidebefalls, der im Mittelalter zu unzähligen Todesfällen führte. Also bitte keine Experimente. Man muss sich nicht unnötig solchen Risiken aussetzen.

      Gruß
      Harry
      pilzfotopage.de
      meine Naturfotos

      Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.
    • HarryR. schrieb:

      Hallo Wiltrud und Markus,

      es stimmt zwar dass die jungen, noch reinweißen, süßlichen Brandgallen bei einigen Naturvölkern sehr begehrt sind und gegessenen werden. Ich rate aber dringend von solchen Experimenten ab da die verfärbten Brandgallen mit den heranreifenden schwarzen Sporen schwere Vergiftungen hervorrufen, die denen der Mutterkorn - Vergiftungen ähneln...

      Hallo Harry,

      hast du Belege für den Alkaloidgehalt des Maiskeulenbrands? Er scheint ja nicht nur bei einigen Naturvölkern, sondern generell in Mexiko gerne gegessen zu werden, und wird auch hier inzwischen als "Mexikanische Trüffel" angeboten. In der Schweiz ist er sogar als marktfähiger Speisepilz zugelassen. Nach neueren Untersuchungen, z. B. von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, ist der Pilz ungiftig. Nach Informationen der AgroMais Saatzucht GmbH und des Industrieverband Agrar e.V. (IVA) 2007 ist Maisbeulenbrand ein Pilz, der keine Toxine bildet. In mehreren Fütterungsversuchen konnten keine negativen Beeinflussungen der Tiergesundheit festgestellt werden.

      Und reinweiß sind die hier z.B. auch nicht mehr... youtube.com/watch?v=IlsT9IUrtOQ

      Falls ich wieder welchen finde, mache ich mal spaßeshalber im nächsten Notdienst einen Standard-Alkaloidnachweis - irgendwo im Labor müsste noch etwas Dragendorff-Reagenz rumstehen, und Ergotalkaloide lassen sich ja relativ einfach nachweisen...

      Viele Grüße

      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni

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    • Hallo Markus,

      im Buch Giftpilze Pilzgifte ist Folgendes zu lesen:

      Hauptwirkstoffe


      Über die Inhaltsstoffe finden sich in der Literatur widersprüchliche Angaben. Es sollen mutterkornalkoloidähnliche Stoffe wie Histidin, acetylcholinähnliche Cholinester, Trimethylamin, Carnin enthalten sein. Ein Autor nennt noch Sklerotinsäure und das Alkaloid Ustilagin.

      Wirkung


      Über die Wirkung schreibt Gessner:

      Vergiftungen durch Maisbrand sind bei Mensch und Tier beobachtet worden. beim erwachsenen Menschen treten Diarrhöen ( Durchfälle ) und Erregung des Uterus, bei Kindern gelegentlich Akrodynie*, Cyanose ( blaurote Verfärbungen der Haut ) der Extremitäten und Krämpfe auf.

      Die Autoren des Buche stufen den Maisbeulenbrand als giftig+ ein.

      * Akrodynie - Zitat von Spektum.de


      Akrodynie w [von griech. akroterion = äußerster Teil, odyne = Schmerz], Feer-Krankheit, Polyneuropathia infantum, E pink disease, schmerzhafte Empfindungen an Händen und Füßen bei Kindern aufgrund von Ernährungsstörungen der Haut, z.B. bei Vergiftung mit Mutterkornalkaloiden (Ergotismus), Pellagra (Mangel an Nicotinsäure und Nicotinamid) und Ustilaginismus (Vergiftung nach Genuß von mit Maisbranderregern verunreinigtem Mais)


      Wenn ich nun lese das so ein Pilz als mexikanische Trüffel bezeichnet wird stellen sich mir sämtliche Nackenhaare.


      Gruß
      Harry
      pilzfotopage.de
      meine Naturfotos

      Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.
    • HarryR. schrieb:

      Über die Inhaltsstoffe finden sich in der literatur widersprüchliche Angaben. Es sollen mutterkornalkoloidähnliche Stoffe wie Histidin, acetylcholinähnliche Cholinester, Trimethylamin, Carnin enthalten sein. Ein Autor nennt noch Sklerotinsäure und das Alkaloid Ustilagin.

      Wenn ich nun lese das so ein Pilz als mexikanische Trüffel bezeichnet wird stellen sich mir sämtliche Nackenhaare.

      Hallo Harry,

      Histidin ist eine semiessentielle Aminosäure, Carnin ein Purinderivat. Trimethylamin kommt z.B. in Bucheckern vor. Und nichts aus dem ersten Satz ist ansatzweise mutterkornalkaloidähnlich. Mit der Chemie der Mutterkornalkaloide kenne ich mich allerdings beruflich ziemlich gut aus - bei solchem unwissenschaftlichen Unfug stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Sklerotinsäure und Ustilagin wären interessant, allerdings scheinen sich alle Quellen da auf "Chemie der höheren Pilze" von Julius Zellner von 1907 (!) zu beziehen.

      Ergotalkaloide kommen z.B. auch in Penicillium- und Aspergillusarten vor. Es ist also auch nicht auszuschließen, dass die seltenen, in der Literatur beschriebenen Vergiftungen (eigentlich finde ich da nur die immer wieder erwähnten kroatischen Kinder) daher rühren.

      ich forsche da beizeiten mal weiter, Alkaloide sind immer interessant. Und ich würde das wirklich gerne probieren, möchte mich aber auch nicht unbedingt damit umbringen...

      Viele Grüße

      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni

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