Mikroskop-Kamera

  • Danke Uwe, für die anschauliche Erklärung. So wird es mir schon klarer, wirft aber zwei weitere Fragen auf...

    - momentan sind die Pilze i. d . R. feucht bis nass. Ich werde sie vorher schon ein paar Tage trocknen lassen, oder?

    - unter "sporenreif" habe ich dann ein wenig nachgeschlagen. Viele Infos habe ich nicht gefunden (oder es war noch zu früh... :57: ). Viele Pilze sind wohl im Herbst sporenreif.

    So meine Frage, ist es jetzt überhaupt möglich, etwas in dieser Hinsicht zu finden?


    Viele Grüße

    Addi

  • Auch halte ich Mikroskope nicht für draußen geeignet. Mitnehmen von Proben und toten Tierchen um diese genauer zu untersuchen ist da wohl die bessere Lösung.

    Da wirst Du Recht haben, Nübby. Die Erfahrung habe ich leider auch gemacht. Allerdings fand ich es draußen insofern interessant, da ich gestern z. B. an einem Baum, wo die Rinde schon ein Stück abstand, mit dem Teil dahinter gegangen bin und sehen konnte, was da vor sich ging. Das fand ich absolut spannend. Denn diese Einblicke bekommt man sonst nicht. Und das war für mich mit einer der Gründe, in eine Welt einzutauchen, die mir sonst verschlossen bleibt oder nur reine Theorie. Die Live-Wiedergabe auf dem Handy ist bei mir oft richtig gut und scharf, die Fotos an sich dagegen nicht.


    Viele Grüße

    Addi

  • - momentan sind die Pilze i. d . R. feucht bis nass. Ich werde sie vorher schon ein paar Tage trocknen lassen, oder?

    Hallo Addi

    Auf keinen Fall. Allerdings bekommt man auch bei Frost kaum noch Sporenpulver.

    Die Sporen wären auch viel zu klein für deine Lupe.

    Aber schon die Sporenfarbe kann bei der Pilzbestimmung gut weiter helfen. Samtfußrüblinge haben weißes und Gifthäublinge braunes Sporenpulver.


    unter "sporenreif" habe ich dann ein wenig nachgeschlagen. Viele Infos habe ich nicht gefunden (oder es war noch zu früh... :57: ). Viele Pilze sind wohl im Herbst sporenreif.

    Ganz falsch. Winterpilze sind im Winter sporenreif. Herbstpilze dann im Herbst. Aber Herbstpilze können auch mal, wenn alles günstig ist, im Frühjahr erscheinen und sporenreif werden. Ähnlich kann es allen Pilzen ergehen.

    Sporenreife kann man am besten an "Puffpilzen" erklären. Z.B. der Hasenbovist ist jung, innen weiß und saftig. Nicht sporenreif. Aber bald verändert sich die Farbe. Die Sporenreife beginnt. Bald ist es dann innen braun und staubig und die reifen Sporen können "verpuffen"!

    https://ruegenpilze.de/Nichtblatterpilze/Kugelahnlich/Staublinge-_Bovisten/staublinge-_bovisten.html

  • Vielen Dank, Uwe, für die ausführlichen Erklärungen. Nun, von Frost kann man momentan ja so überhaupt nicht sprechen... kurz vor halb sechs in der Früh haben wir 13° C... Es scheint mir also eine gute Zeit zu sein, geeignete Pilze zu finden.

    Ganz falsch. Winterpilze sind im Winter sporenreif. Herbstpilze dann im Herbst.

    Das ist mir auch neu! So habe ich eine ganze Menge gelernt!

    Wenn ich mir die Pilze auf Deinem Link anschaue, habe ich den ein oder anderen schon gesehen - ohne natürlich zu wissen, was das war...

    Um die Sporenreife unterwegs festzustellen hieße es für mich, mit einem Messer den Pilz an- oder durchzuschneiden, ist er hell und saftig, dann war es zu früh, ist die Farbe dunkler und erscheint nicht mehr saftig, dann habe ich einen Treffer? Denn mir fehlt das Wissen, um zum einen zu erkennen, welchen Pilz ich da vor mir habe und schon gar nicht, zu wissen, in welchem Alter er sich befindet...


    Viele Grüße

    Addi

  • Inzwischen habe ich mit der Mikroskop-Kamera ein wenig geübt und meine Erfahrungen gemacht.

    Die Bilder sind natürlich weiterhin bescheiden, aber es gibt Pflanzen und Tiere, die sich "besser" eignen, andere weniger.

    Ganz schwierig wird, wenn das Objekt weiß oder sonstwie hell ist. Pilze sind ganz schwierig, in der Regel auch Flechten und Moose. Da ist alles zu sehr verpixelt bzw. "kriselig".

    Bei der Flechte war es etwas besser...



    Dann habe ich ein Insekt, welches ich mit dem Auge gerade mal als "bräunlich, irgendwo baumelnd" wahr genommen habe, mit dem Teil näher angeschaut. Natürlich ist auch hier die Qualität mäßig, aber ich konnte Dinge sehen, die ich sonst nicht hätte sehen und schon gar nicht fotografieren können.

    Was es allerdings ist... Für einen Ohrenkneifer war es viel zu klein...





    Als ich den Baumstamm mit der Kamera weiter absuchte, sah ich den Kopf einer Ameise... Sie scheint einige Parasiten an sich zu haben.



    Hier ist die Qualität leider wieder schlecht, aber für mich war es trotzdem eine interessante Entdeckung, weil ich, dem Kreislauf des Lebens folgend, eine tote Wanze gesehen habe, die schon vom Pilz befallen war. Aber da weiß und auf Flechten = keine Chance auf ein gutes Bild. Oben das ist eine Larve der Lindenwanze, ich denke mal L5, die darunter..., wahrscheinlich auch noch eine Larve.



    Auch diesen Häutungsrest hätte ich ohne die Kamera nicht entdeckt.



    Kugelspringer sind leider immer schnell unterwegs und Licht mögen sie gar nicht...



    Ein schöner Rücken kann auch entzücken, oder so...



    Mein Fazit bis jetzt: Die Qualität ist und bleibt begrenzt. Objekte ab einer bestimmten Größe ("Kleine"), sowie bestimmte Farben, Struktur und Bewegung = geht nicht. Aber um das verborgene Leben ein wenig miterleben zu dürfen, dazu reicht es auf jeden Fall (für mich).

    Ich habe mich nach Geräten mit besseren Ergebnissen umgeschaut, bin bis jetzt aber noch nicht wirklich fündig geworden. Es gibt Mikroskop-Kameras, die man aber auf den Tubus eines Standmikroskops aufsetzt und unbezahlbar sind und ich möchte ja eines haben, welches ich mitnehmen kann und ans Handy angeschlossen wird.


    Viele Grüße

    Addi

  • Kann es sein, daß die Bilder einfach nur überbelichtet sind?

    Das ist gut möglich. Nun, eine Belichtung wie von einer Kamera gewohnt, geht damit nicht. Da sind acht Dioden um die Kameraöffnung herum und nur die Helligkeit von denen kann ich abschwächen. Aber ich denke, da kann ich mit Erfahrung und Übung noch ein wenig verbessern. Wie ich sehe, muss ich da mal ein wenig sauber machen...



    Und dann gibt es ja noch die Bildbearbeitung, stimmt...! :)


    Viele Grüße

    Addi

  • Liebe Adelheid,

    Um die Sporenreife unterwegs festzustellen hieße es für mich, mit einem Messer den Pilz an- oder durchzuschneiden, ist er hell und saftig, dann war es zu früh, ist die Farbe dunkler und erscheint nicht mehr saftig, dann habe ich einen Treffer?

    Da gibt es Klarstellungsbedarf. Lamellenpilze haben nicht automatisch oder per se weiße Lamellen, und allein an der Lamellenfarbe kann die Sporenreife nicht abgeleitet werden.

    Beispiel 1: Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus)

    Der hat jung weiße Lamellen, die Sporenfarbe ist rosa (wie bei allen Dachpilzen). Sobald der Fruchtkörper Sporen bildet, haften diese auch an den Lamellen an und färben diese rosa. Je intensiver die Farbe, desto mehr Sporen haben sich bereits gebildet.


    Beispiel 2: Hallimasch (Armillaria ostoyae)

    Die Lamellen sind mittelbraun, das Sporenpulver ist weiß. Die Fruchtkörper wachsen büschelig, so dass Hüte sich überlagern. Bei Sporenreife fällt dann weißes Sporenpulver auf darunter befindliche Hüte herab. Hier sieht man, dass die obersten Hüte auf der Oberfläche braun sind und die darunter befindlichen schon viel weißes Sporenpulver auf ihren Hüten ansammeln konnten.


    Beispiel 3: Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum)

    Das Sporenpulver ist zimtfarbig und hat sich schon auf dem darunter befindlichen Fruchtkörper auf der Hutoberfläche ausgebreitet.


    Auch anhand solcher Beobachtungen kann die Sporenreife abgelesen werden.

    Die Sporen wären auch viel zu klein für deine Lupe.

    Da kann man Uwe nur uneingeschränkt recht geben. Schon Mehl wäre wesentlich grobkörniger als Sporen von Pilzen. Und außerdem vermute ich auch, dass der Werner dich ein klein wenig auf den Arm nehmen möchte.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Natürlich ist auch hier die Qualität mäßig, aber ich konnte Dinge sehen, die ich sonst nicht hätte sehen und schon gar nicht fotografieren können.

    Mach einfach mal weiter und zeig deine Aufnahmen . Der Ameise ins Genick geschaut - isch doch gar nedd übl !

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Vielen Dank,Sabine, für die ausführlichen Erklärungen und Ergänzungen! Das erklärt mir manche Sichtungen, die ich schon hatte in den letzten Monaten, besonders beim Rehbraunen Dachpilz und dem Flachen Lackporling.

    Nichts desto trotz werde ich weiter auf diese Zeichen achten (schließlich habe ich nun dazugelernt!) und einfach mal Uwes Darstellung, wie man Sporen sichtbar machen kann, nachvollziehen.


    Viele Grüße

    Addi

  • Der hat jung weiße Lamellen, die Sporenfarbe ist rosa (wie bei allen Dachpilzen)

    Hallo Sabine

    Die Sporenfarbe kann auch richtig braun sein. Wurde mir von einer vertrauenswürdigen Person mikroskopisch bestätigt. Leider findet man oft in der Literatur und im Internet Fehler, Halbwahrheiten und ............!

  • Lieber Uwe,

    wenn mikroskopisch abgesichert, ist das vermutlich eher die Ausnahme. Habe in zwei Büchern nachgesehen, da steht nur etwas von Rosa.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,

    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.

    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Vielen Dank, Ziegelstein, Du hast Recht! Beim Körper war ich relativ sicher, der Kopf kam mir so "Ameisenähnlich" vor. Ich habe mir gerade auf W ein Foto genauer angeschaut und es muss der Ohrenkneifer sein.


    Viele Grüße

    Addi

  • Ja, das sind sie. Hier geht es mir ja nicht darum, schöne Fotos zu machen, sondern mir die Details sozusagen "live" anzuschauen, mehr nicht. Und es macht mir einfach Spaß.

    Hallo Addi,

    beim genannten Anschaffungspreis für das Gerät sollte man keine Wunder erwarten.

    Ich bin trotzdem über die bereits entstandenen Aufnahmen positiv überrascht.Gerade diese winzigen Springschwänze zu fotografieren ist alles andere als einfach.Da kommt man auch mit hochwertiger (und teurer) Kameratechnik sehr schnell in den noch machbaren Grenzbereich.

    Insofern halte ich das Teil für die von dir angestrebten Verwendungszwecke für durchaus brauchbar und wünsche dir noch viele schöne Entdeckungen und Beobachtungen damit.

    Viele Grüße
    Uwe


    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Insofern halte ich das Teil für die von dir angestrebten Verwendungszwecke für durchaus brauchbar und wünsche dir noch viele schöne Entdeckungen und Beobachtungen damit.

    Vielen Dank, Uwe! :)

    Mit ein wenig Übung kommt man nach einer Weile recht gut klar, was den Abstand zum Objekt angeht, die Helligkeit und überhaupt. Mir macht es auf jeden Fall jede Menge Spaß und ich habe schon vieles entdeckt, was ich so sonst weder gesehen, noch wahrgenommen hätte.

    Die Springschwänze sind wirklich eine Sache für sich, denn die bewegen sich dann ja auch noch...


    Viele Grüße

    Addi

  • Nicht, dass ich an die Fotos auf den beiden Links auch nur ansatzweise herankäme... :79: , ich bin zufällig auf sie gestoßen und fand sie sehr beeindruckend und genau das, was mich interessiert.

    Hier sind Aufnahmen von Schlupfwespen, Schmetterlingen und ihren Raupen usw. in Vergrößerungen von teilweise 30 - 40x.

    Dies ist die Homepage der beiden Fotokünstler, Wissenschaftsfotografen. Sie fotografieren nicht nur Tierchen, sondern auch andere Strukturen.


    Viele Grüße

    Addi

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