Von der crassen Unio, dem falschen Frühling und dem Bi-Ba-Buddelmann

  • (Kurz vorweg in anderer Sache: Werner , auch mit Bärenhunger: vor dem Mikroskopieren soll man wa(r)ten, guckst Du hier :) )

    Um für das letztwöchige Thema "Muscheln" einen Ersatz für den eilig zusammengestellten

    abzulichten, ging es für mich vorbei an gut gewässerten Äckern, auf denen Stockenten nach Winterweizen gründelten, zu dem Abschnitt des Kaltbrunner Bachs, der unmittelbar oberhalb der Einmündung des Öhmdwiesenbachs noch gerade so durch den Wald verläuft. Die Fotoobjekte waren zwar schnell ausgemacht, aber dank der (unterschätzten) Trübung und der mauen Lichtverhältnisse (Sonnenschein war angesagt, doch zogen viele Wolken, teils mit Regen) war es ein ganz schönes Gefrickel, bis Bilder (teils mit Blitzlicht, das aber bei Makroaufnahmen nicht im Angebot ist ...) durch eine transparente Kunststoffwanne gelangen. Es ist schon ein Balanceakt, gegrätscht auf beiden Bachufern stehend mit einer Hand die Wanne in den Bach zu drücken und mit der anderen die Kamera so lange sanft auf den Wannenboden zu halten, bis der Autofokus sich endlich bequemt hat. Und dann schwankt man ja doch leicht mit der Wanne auf und ab, und bloß nicht so tief reindrücken, dass die Wanne vollläuft. Möchte man den Blitz einsetzten, muss man den Abstand wieder vergrößern und rumzoomen, während das Objektiv ja dem Wannenboden aufliegt und sich somit die Kamera hebt. Aber letztlich gab es Bilder von Unio crassus, jeweils mit und ohne Blitzlicht, dafür dann aber mit kleiner Nachbearbeitung:

    Die Neugierde trieb mich danach etwas bachabwärts, der Frühling kündigte sich an. h sieh, der erste Huflattich blüht schon:

    Aber so ganz ohne Röhrenblüten in der Mitte? War dann doch nur die ausgehende Löwenzahnblüte, die bei und fließend in die Haselblüte im Dezember übergeht:

    Tja, und dann das:

    Nein, nicht die Wanne und der Stock, nein, das:

    Wer macht denn so etwas?

    - Fortsetzung folgt -

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • Also Stockenten, die sich auf dem Grün verköstigen, waren das nicht (mein Schuh am unteren Bildrand tut nichts zur Sache):

    Und wo kommt der her, wo will der hin, der Bachböschungs-Behausungsbauer?

    Dank des regen Zuflusses über die Öhmdwiesen ist der Bach hier etwas breiter (mit Grätsche ist's hier Essig), aber nicht weniger muschelbesetzt.

    Fleissig war er, hat schon einen Unterschlupf in die Böschung gegraben, Rutschen angelegt, ein bisschen von den Buchen (und ein Stück weiter von einer Traubenkirsche) genascht:

    Aber die Asthaufen hier dürfte noch nicht auf sein Konto gehen, das ist eher von Menschenhand:

    Liegt natürlich da wie gerufen und zur Selbstbedienung für den Dammbaumeister, doch ich hoffe (auch für die Muscheln), der lässt das hier sein, selbst wenn die angrenzenden Äcker gutes Futter versprechen. Auch an anderer Stelle ist das Wirken des Bi-Bären (Bi, weil an Land und zu Wasser unterwegs) kontraproduktiv, da überstaut er die Flächen, die die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge bewohn(t)en. Aber dazu ein anderes Mal.

    Viele Grüße

    Ziegelstein

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • Cool, eine lebendige Muschel! Danke für deinen Einsatz :98., wenn auch ein bisschen spät.
    Überhaupt ist mir erst im Verlauf dieser Woche so richtig bewusst geworden, dass "Teichmuscheln" ja eine ganze Familie sind. Da muss ich mich noch genauer mit beschäftigen.

    In Córdoba habe ich Unio delphinus gefunden.

    Liebe Grüße
    Susanne

    "Ach, die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt!" (Wilhelm Busch)

    Tierartenliste 2024 gesamt: 187, neu: 11, Vögel: 69, Nachtfalter: 32, Disteltiere: 14

  • Hach, die südlicheren Arten, schön! Ich hatte ja mal geglaubt, in der Unisammlung wäre auch eine Art aus Brasilien, aber dann wurde aus der vermeintlichen Unio manaus - ein handgeschriebenes Etikett hat eben seine Tücken - eine Unio mancus und somit aus dem Exot ein Exkursionsmitbringsel aus dem Tessin...

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • vorbei an gut gewässerten Äckern, auf denen Stockenten nach Winterweizen gründelten

    :19: Das muß man sich mal vorstellen ! Wie da der Bauer glotzt .

    Aber letztlich gab es Bilder von Unio crassus

    Das finde ich Klasse !

    Hab bislang nur Schalen gefunden .

    das Wirken des Bi-Bären

    :19:

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

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