Posts by Klaas Reißmann

    Waldschaben (Gattung Ectobius) sehen der Küchenschabe (Blatta orientalis) tatsächlich sehr ähnlich. Die Abgrenzung der adulten Tiere Tiere und der Larven kann über den doppelten, dunkelbraunen Streifen auf dem Halsschild erfolgen. Außerdem gibt es zumindest bei erwachsenen Tieren einen klaren unterschied im Habitus.

    LG

    Klaas

    Ok, von der Färbung her kann es passen. Aber das ist auch das einzige Merkmal, dass man erkennen kann. Und dieses Merkmal ist leider kein Alleinstellungsmerkmal von Bombus terrestris. Bombus terrestris gehört zum lucorum-Komplex. Der besteht aus vier Arten. Bombus terrestris, B. lucorum, B. cryptarum und B. magnus. Vom Grundprinzip sehen die alle gleich aus. Es gibt Merkmale, wie die gelbe Färbung (bei den einen sonnengelb, bei den anderen goldgelb) und die Länge der gelben Halsbinde, also ob diese bei der Flügelwurzel endet, oder über die Wurzel drüber hinaus geht. ABER: alle vier Arten weisen eine gewisse Variabilität auf, die eine sichere Bestimmung, besonders am Foto, sehr erschwert. Hummelexperten nehmen üblicherweise keine Artbestimmung aus diesem Komplex am Foto vor.

    Also, die Bestimmung kann stimmen, sie kann aber auch falsch sein. Leider ist es nicht ganz so einfach. :(

    LG

    Klaas

    Und hier ein Trägrüssler, eventuell Liparus germanus?

    Aus der Perspektive schwer zu sagen, aber ich denke, dass das passt.

    Wisst Ihr, was mir neulich aufgefallen ist? Ich hab von dieser Brache bisher keine einzige Zecke mit heim gebracht.....

    Möglicherweise einfach zu begründen: wenn durch die Wiese keine oder selten Wirbeltiere durchlaufen, also Reh, Wildschwein, Fuchs, Dachs, Marderarten etc., der nächste Wald nicht gleich 50 m vis-à vis ist, entsprechend auch Freigänger unter den Katzen keine mitbringen, dann kann das schon die Erklärung sein. :)

    LG

    Klaas

    Naja, ich finde die Fühler ehrlich gesagt nichts aussagend. Es bleibt dennoch dabei, dass man nicht über das agg. herauskommt. Es wird leider immer und überall im Zweifel terrestris genommen, das mag oft stimmen aber fast jeder hat schon die silbrigens lucorum-Drohnen gesehen.

    Wie gesagt: man kann groß und breit drüber diskutieren, ob man die einzelnen Arten aus dem lucorum-Komplex am Foto auseinander dividiert bekommt. Und ich gebe Dir vollkommen Recht, dass ich persönlich mich sehr hüten würde, eine derartige Bestimmung vorzunehmen. Aber ich kenne die Expertise der Person nicht. Ich könnte mich jetzt groß und breit über den NABU auslassen, so wie ich ihn bis heute kennen gelernt und erlebt habe. Ich lasse es lieber, denn soviel Platz hat das Forum nicht... :rolleyes:

    LG

    Klaas

    NABU, typisch...

    Die Binde geht klar über den Flügelansatz. Definitiv keine terrestris, sondern magnus/cryptarum.

    Stopp, stopp, stopp, stopp, stopp..., die Fühler weisen das Tier durchaus als Männchen aus. Mich verwirrt hier zwar auch die Thoraxbehaarung, weil dieses üblicherweise bei Männchen deutlich struppiger, länger ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob das hier nicht bedingt durch den Aufnahmewinkel so erscheint. Die Fühlerlänge spricht für ein Männchen. Und bei denen gelten wieder völlig andere Gesetze.

    Die Binde geht klar über den Flügelansatz hinaus. Richtig. Sollte er bei Bombus terrestris nicht, sondern auf Höhe der Flügelwurzel enden. ABER, das Merkmal gilt für Arbeiterinnen und Königinnen, nicht jedoch für die Männchen.

    Man kann darüber diskutieren, ob es vermessen ist zu versuchen eine Art aus dem Bombus-lucorum-Komplex am Foto auf Artniveau zu bestimmen, aber ich kann dem Bestimmer auch nicht gegenteiliges beweisen.

    Liebe Grüße

    Klaas

    Es ist immer schwer zu sagen, wo die Eier gelegt wurden. Es ist aber durchaus denkbar, da es sich um Räuber handelt, dass die Eier nicht in einem Komplettpaket gelegt werden, sondern einzeln oder in kleinen Gruppen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Mama tatsächlich bei Dir drin war (oder noch ist), da Reduvius immer sehr versteckt lebt. Ich finde Larven und adulte Tiere z.B., wenn ich Rinde von stehenden, toten Bäumen puhle. Da sitzen sie drunter, wenn es furztrocken ist. Das wiederum erklärt dann, warum sie im Haus auftauchen. Und meist finde ich sie in Verbindung mit Buche, die dann von anderen Käferlarven bearbeitet wird und das staubfeine Mehl zwischen Rinde und Stamm rieselt. Und die Larven sind dann genau von dem Mehl bedeckt. So gesehen kommen Deine Larven dann sehr nahe an den natürlichen Zustand ran. ;)

    Die in der Luft schwebende Larve finde ich sehr geil. :thumbup::79:

    LG

    Klaas

    Reduvius personatus ist durchaus auch als Kulturfolger zu betrachten. Die tauchen immer wieder in Häusern auf und "Werkstatt" ist ein recht typischer Fundort, neben "Dachboden". Die Larven von R. personatus sind mit einem klebrigen Sekret bedeckt. so dass der Staub der Umgebung an ihnen haften bleibt, wodurch sie ausgesprochen gut getarnt sind, solange sie sich im Milieu ihrer Bedeckung bewegen.

    LG

    Klaas

    Klaas Reißmann , da hast du ja was angefangen ... auf Englisch würde ich sagen: "you sent me down a rabbit-hole" :99:
    Ich habe jetzt zwar keine Zeit, intensiver in diesem Kaninchenbau rumzuwühlen, aber einen Artikel habe ich immerhin gefunden. https://journals.biologists.com/jeb/article/22…emical-basis-of

    Kurz gesagt entwickeln Ithomiini "normale" Schuppen am Flügelrand oder wo eben Farbe ist und an den durchsichtigen Stellen wandeln sich die Schuppen zu dünnen Haaren um.

    Bei den Sesiidae ist es nochmal wieder anders.

    Tut mir leid. Ich weiß nie, was ich da anrichte... :( ;)

    LG

    Klaas

    Vielen Dank Klaas für die Ausführungen. Es gibt so viele spannende, ungewöhnliche, erstaunliche Verhaltensweisen der Ameisen, dass man es manchmal kaum glauben kann.
    Faszinierend finde ich z. B. die Weberameisen (Oecophylla). Sie bauen ihre Nester (hoch oben) in Bäumen. Dazu biegen sie die Blätter um und formen mit mehreren Ameisen (sie ketten sich aneinander) eine Kugel. Damit das ganze Gebilde auch hält, holen sie dann ihre älteren Larven und tippen sie an die Nahtkante der Blätter. Das ist das Signal für sie aus ihren Labialdrüsen Spinnfäden abzusondern und so werden die Blattränder aneinander geklebt.
    Es gibt einen sehr netten Animationsfilm, wo das Leben der Weberameisen gezeigt wird (knapp 8 Minuten). Ab Minute (ca.) 2:45 wird dieser Vorgang gezeigt.

    Do hasch vergesse de Link zu setze. ;)

    Aber ja, genau so machen sie es. Und dann die Blattschneiderameisen, die ihren Pilz züchten, eben mit Hilfe der Blätter. Und dann die Feuerameisen, die aus ihren Körpern ein Floß bilden, anhand dessen sie Gewässer überwinden können, weil es auf dem Wasser treibt (Fire_ants_cluster_in_water.jpg (1024×768). Und vieles mehr.

    Was ich hier tatsächlich nicht weiß ist, ob diese Schmetterlinge nach dem Schlupf aus der Puppe ein komplettes Schuppenkleid tragen und dieses beim ersten Flug verlieren. Bei unseren Hemaris-Arten ist das der Fall. Hummel- und Skabiosenschwärmer schlüpfen aus der Puppe mit einem kompletten Schuppenkleid, also die Flügel, wie bei allen anderen Faltern der mitteleuropäischen Fauna, komplett mit Schuppen bedeckt. Die meisten sitzen aber so unendlich locker, dass sie beim ersten Flug abfallen und nur die spärliche Beschuppung übrig bleibt, die wir kennen.

    LG

    Klaas

    Da mir nur dieses Bild zur Verfügung stand, ist Deine gelbe Linie mit im Bild. Wenn Du genauer hinschaust, stellst Du fest, dass der Kopf der zweiten Biene (lila eingekreist) noch da ist, wo er hingehört. Fühler (nicht innerhalb des lila eingefassten Feldes, sondern außerhalb in Dein gelbes Feld rein ragend) ungewöhnlich lang, also Männchen. Das blau eingefasste Tier ist das Weibchen, welches, wie Ziegelstein schon angemerkt hat, den Hinterleib extrem nach vorne gekrümmt hat, um wohl eine ungewollte Paarung zu verhindern.

    LG

    Klaas

    Vielen Dank Klaas für Deine Antwort. Je nachdem, welche Texte und Beschreibungen man liest, kommen die Ameisen ganz schön martialisch daher. Sie kennen Freund (also Nestgenossinnen), aber vor allem Feind! Ich "füttere" meine Insekten im Hochsommer u. a. mit Trauben auf meinem Balkon. Die Wespen haben nichts zu lachen, wenn sie auf etwas sitzen, was die Ameise für sich beansprucht.

    Ameisen sind martialisch und man kann das ganze durchaus auch so beschreiben. Die Krönung des Ganzen sind halt die Amazonenameisen. Diese Art ist so spezialisiert, dass sie unfähig ist sich selbst zu versorgen. Die Arbeiterinnen sind vollkommene Kriegsmaschinen, die ausgelegt sind auf Töten und Rauben. Sie können nichts anderes. Sie müssen andere Ameisenvölker überfallen, um deren Puppen zu klauen, damit sie Arbeiterinnen haben, die all die anderen Arbeiten verrichten, die verrichtet werden müssen. Also die Sorge um die Königin (Füttern, Eier annehmen, putzen usw.) können die Amazonenameisen gar nicht selber. Sie sind dazu nicht in der Lage. Ebenso wenig wie dazu, sich um die eigene Brut zu kümmern, diese groß zu ziehen, sauber zu halten und Nahrung herbei zu schaffen.

    Es gibt noch die sogenannten Wanderameisen, auch Treiberameisen oder Heeresameisen genannt (Gattung Dorylus). Die sind zwar etwas anders strukturiert, also kein reines Kampfesvolk, aber die Lebensweise dieser Arten ist zum Teil noch martialischer, als die der Amazonenameisen.

    Ich denke, dass man sagen kann, dass sich hier die Krone der Martialität findet, und dieses überzogen martialische schon recht gut widerspiegelt, wie Ameisen vom Grundprinzip her funktionieren. Und das ist halt martialisch. ;)

    LG

    Klaas