Posts by Kasimir

    Während hier der Winter wieder zurückgekehrt ist - heute mit Regen und Hagel und die Nachttemperatur soll auf 2° C zurückgehen - war letzten Sonntag Frühling und ich war mit der Reisegruppe in Cádiz. Zum Karneval hieß es, aber ohne mich! :99:. Der Bus fuhr schon um 8 Uhr morgens, so dass noch Zeit für das obligatorische Frühstück blieb. Die Ameisen und Schwebfliegen erspare ich euch. In der Nähe des Hafens von Cádiz, wo uns der Bus absetzte, ist auch der Bahnhof. Jetzt kenne ich mich ja aus und so bin ich gleich nach San Fernando gefahren. Na ja, "gleich", wir waren erst nach 12 Uhr da und der Nahverkehrszug fuhr um 13:10. Aber dann auch nur 20 Minuten. Die Bucht von Cádiz bietet diesen Anblick.

    Es war Niedrigwasser und auf den freigefallenen Schlammflächen gab es Limikolen, die meine diesjährige Liste erweiterten.

    Sandregenpfeifer - Charadrius hiaticula

    Alpenstrandläufer - Calidris alpina

    Großer Brachvogel - Numenius arquata #Neu4me

    Die ersten Rauchschwalben - Hirundo rustica sammelten Schlamm für ihre Nester.

    Fliegende Flamingos - Phoenicopterus roseus. Ähnlich wie beim Trauerschwan sieht man in den Flügeln noch einen andere Farbe, diesmal Schwarz.

    Kleine Kanäle entwässerten das Gebiet.

    Noch mehr Limikolen:
    Rotschenkel - Tringa totanus



    Uferschnepfe - Limosa limosa

    Stelzenläufer - Himantopus himantopus

    Auf dieser Schlammbank kann man vielleicht schon erkennen, was da noch so wuselte.

    Westafrikanische Winkerkrabben - Afruca tangeri. Da habe ich viele Fotos gemacht, von denen ich einige zu dieser Collage zusammengefügt habe. Die Männchen mit ihrer einen großen Schere winkten. Die zwei oberen Fotos zeigen es. Zu etwas anderem ist die Schere auch nicht zu gebrauchen. Ich habe Weibchen beobachtet, die mit ihren zwei kleinen Scheren beidhändig Kleinzeug aus dem Schlamm sammelten und fraßen (Foto 4), die Männchen konnten das nur mit der eine kleinen Schere. Es gibt übrigens Rechts- und Links-"Scherer" (Foto 3).
    Die Art kommt nur am östlichen Atlantik vor, von Angola bis zur Algarve.

    Es war sonnig, aber windig, so dass an Insekten nichts zu sehen war ausser diesem Admiral - Vanessa atalanta.

    In einem geschützten Eckchen sonnte sich auch die erste Südiberische Mauereidechse - Podarcis vaucheri.

    Dann war ich dem Kanal folgend schon wieder in der Nähe des Bahnhofs und stellte auf der Karte fest, dass südöstlich des Ortes auch noch ein Feuchtgebiet ist. Da war ich noch nie! Zeit genug hatte ich auch. Unterwegs sah ich schöne Zementfliesen in einem Hauseingang.

    Auch hier gab es wassergefüllte Gräben.

    Mit Flussuferläufer - Actitis hypoleucos

    Kiebitzregenpfeifer - Pluvialis squatarola

    In den Büschen hüpften auch andere kleine Vögel, Bluthänflinge und Cistensänger habe ich erkannt. Und während ich noch so in das Gestrüpp starre, taucht immer mal wieder ein Kopf zwischen den gelben Blüten des Nickenden Sauerklees - Oxalis pes-caprae auf. Da musste ich noch länger starren, aber dann tat mir das Tier den Gefallen, sich mehr zu zeigen. Tatsächlich - ein Rothuhn - Alectoris rufa! Das hatte ich in dem Habitat überhaupt nicht erwartet - da sieht man mal, wie wenig Ahnung ich habe. Scheinbar ist die Hauptsache einfach niedrige Vegetation. Jetzt kommen ein paar mehr Bilder, das war so schön zu beobachten.

    Oje, keine Deckung - bloß schnell weiter!

    Und dann konnte ich sogar entdecken, dass es zwei sind.

    Ist es nicht schön? :45:

    Dann war ich schon wieder fast am Ende meiner kleinen Runde angekommen. Da wuchsen die größten Disteln, die ich bis jetzt gehen habe - Artischocken (oder die Wildform davon) - Cynara cardunculus.

    Und an einem weiteren kleinen Graben stand zu guter Letzt noch ein Löffler - Platalea leucorodia. Sein Schopf sieht hier aus wie eine Mähne.

    Jetzt ging langsam die Sonne weg und ich zog meine ganzen Schichten wieder an.

    Hochzufrieden bin ich durch die Stadt zurückgelaufen, da kam ich auch noch an Karnevalsveranstaltungen vorbei. Es gibt keinen Umzug, sondern einzelne Gruppen ziehen durch die Stadt und führen dann auf einer Bühne etwas auf, das dann auch prämiert wird-

    Der Nahverkehrszug zurück ging um 19 Uhr. In Cádiz bin ich noch am Wasser gesessen und habe den Sonnenuntergang beobachtet. Das Foto ist allerdings unscharf und ausserdem habe ich mein Kontingent voll ausgeschöpft. Um 21 Uhr ging der Bus zurück, um 23:30 war ich wieder zu Hause und habe noch angefangen, die Fotos zu bearbeiten, bis ich um 1:30 nicht mehr konnte.

    Hier kann man meine Runde bei komoot sehen.

    https://www.komoot.com/de-de/tour/1444219284

    Dieser Link ist fantastisch! Ich habe ihn mir auch als pdf gespeichert und von vorne bis hinten durchgeschaut. Da hat sich jemand sehr viel Mühe gemacht!

    Das mit der Mühe ist relativ. Das ist ein collection project, d.h. alle Beobachtungen, die die Kriterien erfüllen, werden automatisch hineingenommen. Es ist also wichtig, dass man die Annotationen-Felder ausfüllt. Das ganze in Journal-Beiträgen zu verarbeiten, kostet allerdings doch Arbeit.

    Deshalb ist es nützlicher, sich den Link aufzuheben, denn das PDF ist ja nur eine Momentaufnahme und es könnte ja noch was in Laufe der Zeit dazukommen.

    Ich hoffe, ich darf mich dranhängen. So sieht Sabine auch noch ein paar mehr Thomisus. Sie ist hier mein Haupt-Prädator, und wenn ich ein Insekt wäre, wäre ich ihr sicher auch schon zum Opfer gefallen. Mit der Bestimmung der Opfer habe ich mich noch nicht beschäftigt - na ja, 2x Apis mellifera, Eucera, Fliege...

    5.4.23, Antequera

    6.4.23, Antequera

    27.4.23, Antequera

    25.7.23, Antequera

    Wer meine Listen in der Signatur anschaut, wird sehen, dass sich ganz schön was getan hat. Am Sonntag war ich in Cádiz, bzw. San Fernando und habe den gestrigen Tag fast nur damit verbracht die Fotos zu bearbeiten... zwischendurch musste ich aber natürlich auf eine kleine Runde und da kam auch etwas zusammen.

    Aber jetzt möchte ich erst noch eine "Altlast" vorstellen.

    Am Freitag 9.2. hat es fast den ganzen Tag geregnet und gestürmt. (Das ist hier wirklich bemerkenswert.) In einer Regenpause bin ich los für mein "tägliches Viech", aber es wurden statt dessen 10 Schirme! Auch die nächsten Tag hat es immer mal wieder geregnet und am Montag habe ich endlich mal wieder eine Nachtrunde gemacht.

    Protagonisten waren vor allem Schnecken:
    Gefleckte Weinbergschnecke - Cornu aspersum

    Bierschnegel - Limacus flavus

    Stumpfschnecke - Rumina decollata

    oder Insekten, die "keine Wahl" haben:
    Raupe von Larentia malvata, natürlich auf Malve

    oder "wetterfeste" Arten wie dieser noch unbestimmte Ocypus:
    Klaas Reißmann - hat er nicht einen bläulichen Schein und wäre damit Ocypus ophthalmicus?

    Neu für die Jahresliste war immerhin dieser kleine Wickler:
    Crocidosema plebejana

    Dann habe ich mich an Uwes ( Moosfreund ) Vorschlag erinnert zu schauen, was denn nachts an den Mandelblüten los ist.

    Lange habe ich mit meiner Stirnlampe in den Baum gestarrt - aber da schwirrte nichts! Aber dann sah ich tatsächlich hoch oben ein Auge leuchten!

    ein bisschen näher, dafür unscharf (windig war es auch)

    Schließlich habe ich andere Zweige runter gezogen und konnte so etwas näher ran (mit der einen Hand den Zweig halten, mit der anderen fotografieren)

    Und dann ist es so eine "graue Motte". :37: Ohne erkennbare Zeichnung tippe ich auf Agrotis, vielleicht A. segetum?

    Immerhin freut es mich, dass ich es versucht habe und Dank an Uwe für den Tipp! :arm:

    Hallo Nobi,

    großartige Fotos! Wie schön, dass du sie hier zeigst. :arm:Du bist nicht zufällig auf iNaturalist und magst sie da auch einstellen???

    Ich habe über Alternaria solani nachgelesen und festgestellt, er befällt auch (vor allem?) die Blätter. Interessant! Irgendwie habe ich das nie in Zusammenhang gebracht - Pilzkrankheiten an einer lebenden Pflanze und Befall von Lebensmitteln. Wieder was gelernt.

    Überhaupt bin ich gar nicht böse, wenn man die Pilze nicht bis zur Art bestimmen kann. Ich finde es schon erstaunlich, dass sie so wirtsspezifisch sind und habe mittlerweile ein bisschen Literatur zu Vorkommen an verschiedenen Lebensmitteln gesammelt. Das kann ich ja jetzt ergänzen mit Möhren und Solanaceae.

    P.S. Bei coprophil denke ich zu aller erst an Käfer - z.B. hier.

    Vielen Dank!