Impressionen aus dem Wald im Februar

  • Gestern haben wir uns am Nachmittag dafür entschieden, eine Runde durch den Wald zu laufen. Wir parken das Auto am Sportplatz der Gemeinde Lemberg und hier beginnt unsere Tour durch den Wald. Hinter dem Spielfeld an einem Nadelwaldstück ist die Holzernte in vollem Gange. Knirschend packt der Vollernter einen Stamm nach dem anderen und es kracht und scheppert laut.

    Wir gehen in den Wald und das Geräusch der Maschine hören wir noch eine Weile. Erst nach einigen Kehren ist es verstummt.


    Moos bedeckt Baumstümpfe und abgeschnittene Stämme. Kürzlich sah ich einen Beitrag bei Arte über Moose und seither schaue ich sie mir genauer an. Moose sind die ältesten Pflanzen überhaupt. Sie sind auf der gesamten Erde vorhanden. In Japan werden sie verehrt. Moose nehmen Schadstoffe aus der Luft auf und binden sie.

    Ich entdecke einen Nadelbaum, dessen Stamm im Wurzelbereich hohl ist. Leider bräuchte ich eine Taschenlampe, um mit das Innere genauer anschauen zu können.


    Wir verlassen den befestigten Weg und biegen seitlich auf einen weichen Pfad ab.

    Eine Buche mit einem seltsam gewachsenen Aststück erregt unser Interesse. Wir überlegen, was diesen Ast bewogen hat, so zu wachsen, haben es aber leider nicht herausfinden können.

    Am Boden liegt ein abgebrochener Ast, auf dem ich Pilze erkenne. Ich drehe ihn um, damit ich auch die Rückseite sehen kann.






    Als wir wieder auf dem Forstweg sind, müssen wir dem Vollernter der Forstleute ausweichen. Er wird an einen anderen Standort gefahren. Jetzt ist Haupt-Holzernte-Zeit im Wald und wir sind froh, dass dieser Weg heute nicht für Wanderer gesperrt war.



    Wir sind zurück am Sportplatz und unsere Nachmittagsrunde durch den Wald ist beendet.

    Ehe wir losfahren, bestaunen wir noch einen gefällten Baumstamm, der mit vielen Pilzen bedeckt ist. Er liegt in einem Waldstück nahe dem Sportplatz.

    Der Stamm war beim Fallen zerborsten und man kann in das Innere schauen. Das Holz ist spröde und zerfasert.





    An einem Aststück am Boden sehe ich einen grün verfärbten Pilz. Neugierig breche ich Stück ab und drehe es um.


    Dann finde ich unter einem Stück Rinde auch noch ein Insekt. Leider kann ich mit dieser Kamera keine gute Aufnahme davon machen. Es ist zu winzig klein dafür.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • An einem Aststück am Boden sehe ich einen grün verfärbten Pilz

    Hallo

    An einem Aststück am Boden sehe ich eine mit Algen bewachsene Striegelige Tramete.

    Der Stamm war beim Fallen zerborsten und man kann in das Innere schauen. Das Holz ist spröde und zerfasert.

    Hier erkennt man zwei Holzfarben. Das deutet auf mindestens zwei Arten Pilze hin. Rotrandiger Baumschwamm erzeugt die Braunfäule. Zunderschwamm erzeugt Weißfäule. Beide Arten hast du auch fotografiert.

  • In Japan werden sie verehrt.

    Interessantes Detail, das habe ich bisher noch nicht gewusst. Aber Recht haben sie!

    Leider bräuchte ich eine Taschenlampe, um mit das Innere genauer anschauen zu können.

    Hatte nicht einer von Euch ein Handy dabei? Das sollte doch eine Taschenlampenfunktion haben. Die Höhle im Stammfuß ist beeindruckend!

    Der Baum bzw. die Form des Astes ist interessant! Ich habe mal überlegt, aber zu einem wirklichen Ergebnis bin ich auch nicht gekommen.

    Die beiden oberen Pfeile zeigen Vernarbungen, hier saßen auch schon einmal Äste bzw. Verzweigungen dran.

    Die beiden unteren Pfeile zeigen die Stellen, an denen die Äste seinerzeit entstanden sind.

    Hier im Baumpflegeportal ist ein Mechanismus beschrieben, wie es zu diesem Zusammenwuchs kommen kann.

    Das winzige Insekt sollte ein Käfer sein, denke ich mal, aber da gibt es Kenner hier, die das besser beurteilen können. Ein Springschwanz ist es auf jeden Fall nicht.

    Ihr habt eine tolle Tour gemacht!

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Genau, lieber Uwe, hier im Pfälzerwald haben die Bäume Griffe zum Tragen. :D

    Vielen Dank für den Link zum Baumpflegeportal, liebe Addi. :thumbup:

    Sonntags, am späten Nachmittag waren wir unterwegs im Moosbachtal am Neudahner Weiher. Es war kurz vor 17 Uhr und wir sind in Richtung der untergehenden Sonne gewandert. Erst ein Stück durch das Tal und dann an einer Abzweigung links den Berg hoch.


    Die Quellen im Tal haben sehr viel Wasser.

    Solch eine Wanderung am frühen Abend hat den Vorteil, dass man auch am Sonntag so gut wie keine Leute trifft. Tagsüber hatte ich "Kreislauf", aber jetzt am Abend fühlte ich mich fit und genoss die frische Luft.

    Einer der vielen Baumstümpfe hat mein Interesse geweckt, weil er besonders hübsch mit Moosen und Flechten bewachsen ist.





    An der Wegekreuzung sah ich einen Baum, dessen Stamm unten beschädigt und mit Pilzen bewachsen ist.




    Wir durchqueren ein Waldstück mit Nadelbäumen, die wie Soldaten in Reih und Glied stehen. Es gibt kaum Unterholz und der Boden ist mit Moos bedeckt.



    Am Rand des Weges wachsen unzählige Fichten-Sämlinge. Ob sie jemals zum großen Baum werden ist ungewiss, denn wir sind auf einem Hauptweg, der vom Forst frei von Bewuchs gehalten wird.



    Die tief stehende Sonne beleuchtet den Weg und lässt die Baumkronen golden erscheinen.

    Einen Baumstumpf, der über und über mit kleinen braunen, runden Pilzen besetzt ist, muss ich mir genauer anschauen. Ich finde die kleinen Kugeln hübsch und habe eine abgepflückt. Sie fühlte sich weich an.



    Dann ist die Sonne hinter dem Berg verschwunden und es wird Zeit für den Rückweg.

    Reicht das Licht, um ein gepunktetes Eichenblatt zu fotografieren? Beim näheren Hinsehen entpuppen sich die hellen Flecken als Belag mit winzig kleinen Pilzen. Ich brauche eigentlich auch ein Mikroskop, wenn ich in den Wald gehe. Lach ...



    Wir kommen an mehreren Ameisenhügeln vorbei. Sei sind scheinbar noch verlassen, aber bei näherem Hinschauen entdecke ich einzelne Ameisen, die Ordnung schaffen wollen.



    Einer der Haufen ist mit Pilzen bewachsen, von denen ich zwei abpflücke, um sie von der Rückseite betrachten zu können.



    Im Tal ist es still und die Sonne ist fast untergegangen. Wir haben nur noch wenige Schritte bis zum Auto zu laufen. Am Himmel wird ein Flugzeug von den letzten Strahlen der Sonne golden angestrahlt. Es sieht aus wie ein Komet.

    Wir sind jetzt wieder bei den Quellen und ich mag diese Gras-Köpfe. Sie zeigen, dass hier der Boden sumpfig ist.

    Ein letzter Blick auf den Himmel über dem Tal, dann fahren wir nach Hause.

    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Wieder so eine schöne Wanderung! Was hat es denn mit dem interessanten Namen "Steinanfluß" auf sich?

    Sie sind scheinbar noch verlassen...

    Selbst, wenn Du keine Ameise gesehen hättest, verlassen, wäre er nicht gewesen. Die Ameisen verziehen sich zur Winterruhe in die Untiefen ihres Nestes. Wenn die ersten (Frühlingssonnen)Strahlen ihr Nest erreicht, kommen einzelne heraus, um sich aufzuwärmen und auch im Inneren ist die Geschäftigkeit dann schon größer, Eier und Larven werden verlagert.

    sah ich einen Baum, dessen Stamm unten beschädigt und mit Pilzen bewachsen ist.

    So interessant das immer anzusehen ist, für den Baum wird es in (absehbarer) Zeit das Todesurteil bedeuten. Vor allem, da er an einer Wegkreuzung steht und er irgendwann dann im Sinne der Verkehrssicherheit gefällt werden muss, schade! Bei solchen Bäumen kannst Du mal an den Stamm klopfen. Je nachdem, wie stark er innen drin schon geschädigt ist, wird es sich hohl anhören.

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Liebe Addi, man bezeichnet diese eine Quelle im Moosbachtal als Steinanfluß. Es scheint ein Name dafür zu sein. Die anderen Quellen dort haben keinen Namen.

    Es gibt an dem Weg viele Ameisennester und einige davon sind beschädigt. Bestimmt haben die fleißen Waldameisen schnell alles wieder in Ordnung gebracht.


    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Lieber Uwe, vielen Dank für den Link zu der Erklärung der Schleimpilze. Herr Pfälzer und ich sind fasziniert, was für tolle Dinge man im Wald finden kann. Diese Pilze sollen sich sogar bewegen können, um Nahrung zu finden. Nun werde ich bei den nächsten Wanderungen noch genauer hinschauen.


    Liebe Grüße vom Herbstblatt aus dem Pfälzerwald

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt

  • Diese Pilze sollen sich sogar bewegen können, um Nahrung zu finden.

    Das machen sie und sogar sehr gezielt. Allerdings nur, wenn sie noch ein schleimiges Etwas sind.

    Wenn du mal eine knappe Stunde Zeit hast, empfehle ich dir unbedingt dieses Video:

    Der Blob- Schleimiger Superorganismus


    Die Bilder, die du dort zu sehen bekommst, zeigen teilweise fast unglaubliche Dinge.

    Was ein Häufchen Schleim alles kann! Bilder wie aus einer anderen Welt. Ich übertreibe nicht, du wirst in Zukunft diese kleinen unscheinbaren Wesen mit anderen Augen betrachten.

    Schleimpilze sind, auch wenn man sie umgangssprachlich so nennt, keine Pilze, sondern Myxomyceten.

    Dazu gibt es auf dieser Seite mehr Infos und Bilder sowie auch Literatur.

    Myxomyceten

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • Diese Pilze sollen sich sogar bewegen können, um Nahrung zu finden. Nun werde ich bei den nächsten Wanderungen noch genauer hinschauen.

    Hallo

    Ja einige können sogar "wandern"! Aber du mußt mal ein kleines Messer mitnehmen. Die Blutmilchpilze kann man mal durchschneiden. Ganz jung enthalten die dicke orangerote Milch. Etwas älter wird daraus Sporenstaub. In dem PDF sind einige der häufigsten Schleimpilze in meiner Gegend.

    https://ruegenpilze.de/Schleimpilze.pdf

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