Posts by PeterPreus

    Ich komme meistens nicht dazu, alle tollen Fäden im Forum zu verfolgen und habe diesen leider erst heute gelesen. Da es hier auch um einen Käfer geht, der bei inat zuvor noch nie gemeldet wurde: So etwas Ähnliches kann ich auch vorweisen und zwar den Falter Amata leopoldi, den ich bereits 2011 in Laos mitten in der Hauptstadt Vientiane direkt neben dem Nationalheiligtum Pha That Luang fotografierte, als er sich auf unserem Tisch im Straßencafe niederließ, um vom Kondenswasser der Kaltgetränke zu naschen.

    Den Eintrag bei inat habe ich erst 2015 gemacht, mit Gattungsangabe, aber ohne Artnamen (der wurde erst Jahre später festgelegt). Die nächsten Einträge kamen dann erst ab 2018, nachdem die 3 entsprechenden südostasiatischen Spezies von Amata wissenschaftlich auseinanderklamüsert waren und dabei mein Falter seinen Artnamen erhalten hatte.

    #003 11.06.2024

    Alle Jahre wieder, meist in der ersten Junidekade, findet sich die Weißbindige Faulholzmotte Dasycera oliviella bei mir ein. Das erste Mal beobachtete ich den Falter im Jahr 2015, danach eigentlich regelmäßig. Ich nehme an, dass er bei mir "zuhause" ist. 2015 war etwa die Zeit, in der ich anfing, vermehrt allerlei Wesen aus der Natur zu fotografieren und auf entsprechenden Plattformen und auf eigenen Internetseiten hochzuladen.

    Die Weißbindige Faulholzmotte kommt nicht sehr häufig vor, wie man etwa im Lepiforum nachlesen kann. Daher war ich 2015 richtig stolz auf meinen Fund und musste ihn unbedingt in der Schmetterlingsdatenbank für Baden-Württemberg melden. Als Fundort habe ich selbstverständlich meinen Wohnort 69514 Laudenbach (an der Bergstraße) angegeben. Ich fiel aus allen Wolken, als ich danach meine Meldung in der Datenbank aufsuchte und dort als Fundort das MTB 6525 Weikersheim Q2 vorfand (Entfernung 133 km). Der Anlass für diesen Fehler dürfte darin liegen, dass die Stadt Weikersheim einen Stadtteil namens Laudenbach besitzt!

    Meine Mails an die Verantwortlichen wurden erst beantwortet, als ich im Ton schärfer geworden war. Ich hatte dann einen doch recht netten Kontakt mit demjenigen, der für die Datenbank direkt verantwortlich war, habe ihm auch eine ganze Reihe meiner weiteren Funde gemeldet. Das Versprechen, den von mir gemeldeten Fehler zu beheben, wurde allerdings nicht eingehalten, auch nicht auf meine wiederholten Erinnerungen hin. Ich habe es aufgegeben und mache seither einen großen Bogen um alle deutschen "quasi-amtlichen" Funddatenbanken.

    Obiges (Lieblings-)Bild ist nicht von diesem Jahr sondern vom 07.06.2022.

    Kohlwanzen nehme ich gerne an. Leider gibt es keine Abbildungen, die sie von der Unterseite zeigen.

    Wenn ich ein kleines Tierchen zum besseren Fotografieren eingefangen habe, befindet es sich meist in einem durchsichtigen Plastikröhrchen oder unter einer durchsichtigen Plastikabdeckung. Das erste Bild ist dann sehr oft von der Unterseite des Objekts, so auch bei meiner Kohlwanze (03.09.2018, Rheinebene Nähe Heidelberg):

    Das Jahr ist schon bald zu Hälfte vorbei, da sollte ich mal endlich anfangen. Da ich nicht ganz chronologisch vorgehe und auch besondere Beobachtungen der vergangenen Monate zeigen möchte, gebe ich jedes Mal das Datum der Beobachtung an. Ach ja, zur besseren Einordnung meiner Sichtungen: Es ist ein Hausgarten in der Rheinebene nördlich von Heidelberg.

    #001 05.06.2024

    Gute Tarnung! Ich frage mich, ob der Falter "weiß", wie er aussieht? iNaturalist hat Hecatera dysodea, die Kompasslatticheule, vorgeschlagen. Das wäre dann Falter Nr. 149 in meinem Garten.

    #002 06.06.2024

    Fliege mit Sonnenbrille? Das Bild war eigentlich eher mehr als Gag gedacht, aber iNaturalist hat auch dafür einen (wie ich finde plausiblen) Vorschlag: Calliphora vicina, die Blaue Schmeißfliege.

    Hallo Addi , beide Geschlechter sind 2,5 bis 3 mm groß, da kann individuell gern auch mal das Männchen größer sein. Auf meinem Foto ist das aber nicht der Fall, wenn du nur die Körperlängen betrachtest und die (Perspektive der) Flügel außer Acht lässt; das Männchen ist tatsächlich etwas kleiner.

    Auf unserer Terrasse steht ein Tisch und in seiner Mitte ein Blumentopf mit einer Zierpflanze (Zweizahn, Bidens sp.). Die scharfen Augen meiner Frau entdeckten dort vor ein paar Tagen ziemlich kleine graudurchsichtige Fliegen. Die Computer Vision von iNaturalist hat Dioxyna bidentis (!!!) vorgeschlagen, was ich bei weiterer Recherche bestätigen konnte. Es gibt auch einen deutschen Namen: Rainfarn-Bohrfliege.

    Gestern habe ich noch mal beobachtet und ein Pärchen bei der Fortpflanzung erwischt. Das schwarze Objekt ist wohl der Ovipositor, den das Weibchen nach oben reckt, um den Samen zu empfangen. (Wenn es jemand genauer weiß, dann bitte ergänzen.)

    Hallo Jojo,

    ich möchte mich Ziegelstein anschließen. Ich habe in meinem Garten bisher ausschließlich die Vierpunktige Sichelschrecke (Phaneroptera nana) beobachtet. Die ebenso zahlreichen Larven oder Nymphen sind dann mit ziemlicher Sicherheit von derselben Art. Dass du bei der Internetrecherche (solange du noch keine Vermutung für die Art hast) nichts gefunden hast, ist nicht verwunderlich, da die Jugendstadien von Insekten leider oft nicht abgebildet sind. Auf meiner Seite https://peter-preus.de/nf/phaneroptera-nana.html findest du einige Bilder der Nymphen, mit denen du mal vergleichen kannst.

    Grünzeug in meinem Garten fressen sie bestimmt ab, aber es sind ja Einzeltiere und kein Heuschreckenschwarm. Ich rette die ausgewachsenen Schrecken auch manchmal vor unserem Kater.

    Die Wurziraffengazelope:

    Hä, was hat das mit den Süßgräsern zu tun? Bambus gehört ebenfalls zu den Süßgräsern. In unserem Garten befand sich ein Bambus der Gattung Fargesia (mittelhoch wachsend, ohne Ausläufer, benötigt daher keine Rhizomsperre). Irgendwann begann er zu blühen! Wie man weiß, stirbt die Pflanze nach der Blüte ab, zum Trost der Gartenfreunde erst, wenn er 80 Jahre alt ist, was einem im konkreten Fall aber wenig nützt, da man das Alter des Bambus beim Kauf (oder der Übernahme des Gartens) nicht erfährt. Das Blühen und Absterben geschieht allerdings nicht schlagartig, sondern erstreckte sich über 2 bis 3 Jahre (ist das immer so?)

    Da unser Bambus an einer wichtigen Stelle im Garten stand, sollte am selben Ort ein neuer gepflanzt werden. Zuvor aber muss die Pflanzstelle von den alten Wurzeln befreit werden, was sich als eine Heidenarbeit herausstellte, weil die Stelle anscheinend nur aus Wurzeln und weniger aus Erde bestand. Bei dieser Arbeit machte ich die Entdeckung, dass wegen des längeren Zeitraums von Blüte und Absterben die ersten Samen bereits gekeimt waren und so zahlreiche junge Bambuspflänzchen von vielleicht 1 bis 4 cm Höhe zwischen den Wurzeln hervorlugten. Das Roden erfolgte daher nicht grob mit Spaten und Spitzhacke, sondern mehr wie es die Archäologen machen würden, so dass ich ausreichend viele neue Pflänzchen hatte, die hernach wieder eingepflanzt wurden. Nebeneffekt: Jetzt mussten wir uns 80 Jahre lang keine Sorge um unseren Bambus mehr machen!

    Die größtenteils sorgfältig ausgegrabenen alten Wurzeln gaben allerlei Anlass zur Interpretation, was sie als Figur wohl darstellen könnten. Das Glanzstück haben wir aufbewahrt, es steht in der Küche auf einem hohen Brett, das man ohne Trittleiter nicht erreichen kann, so dass es in aller Ruhe Staub sammeln kann. Was kann man in der Wurzel sehen? Eine Giraffe? eine Gazelle? eine Antilope? Nun, bei uns heißt es einfach die "Wurziraffengazelope"!

    Die Larve lief am 23.05.2024 schnell über meine Terrasse (Rheinebene Nähe Heidelberg). Erster Gedanke war Schmetterlingsraupe, aber dafür war sie zu schnell. iNaturalist gab den Namen, Bildvergleiche waren für mich überzeugend, jetzt fehlt nur noch die Aussage der Fachleute.

    Wer den Schwarzen Schneckenhauskäfer noch nicht kennt, sollte unbedingt über seine erstaunliche Lebensweise nachlesen.

    Seit dieser Faden besteht, gehe ich mit anderen Augen durch meinen Garten (Rheinebene Nähe Heidelberg), wobei ich vermehrt auf Verfärbungen und andere Schäden an Blättern achte. So habe ich heute (23.05.2024) an einem grässlichen Unkraut (Potentilla reptans) Blattminen (?) entdeckt. Die Pflanze wurde mir durch PlantNet bestimmt (58 %, P. anglica 34 %).

    Da habe ich nur eine Art zu bieten, die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), aufgenommen am 09.05.2017 im Parc natural de s’Albufera de Mallorca, ein hervorragendes Naturschutzgebiet im Nordosten von Mallorca. Bemerkenswert fand ich, dass die Orchideen (es waren recht viele von dieser Art) nicht auf einer Orchideenwiese standen, wo man beim Fotografieren aufpassen muss, dass man nichts zertrampelt, sondern sie standen alle am Wegesrand, so dass man sich nur etwas bücken musste.

    Wie das Leben so spielt. Kaum eine Stunde, nachdem ich meinen vorigen Beitrag in diesem Faden geschrieben habe (und wofür ich mir extra ein paar Tage Zeit genommen habe), erhalte ich eine Mail von observation.org, dass meine als "nicht sicher" eingegebene Beobachtung den Status "sicher" erhalten hat. So weit ich sehen konnte, ist der Validator ein ausgewiesener Kenner von Köcherfliegen, also streiche ich "cf.".