Granat-Gruppe

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  • Bearbeiter: Geofreund
    Die Mineralien der Granat-Gruppe gehören zu den Inselsilikaten mit der allgem. Formel X3Z2(SiO4)3, wobei für die Variablen X und Z folgendes gilt:
    X = Ca, Fe, etc.
    Z = Al, Cr, etc.



    Die meist sehr flächenreichen Kristalle sind oft sehr groß (z.B. von Norwegen bis zu 700 kg) und erscheinen oft kuglig. Dabei sind die Formen des Rhombendodekaeders (Granatoeder) und des Ikositetraeders typisch.
    Die Kristalle sind einzeln aufgewachsen und manchmal schalig strukturiert. Körnige bis dichte oder derbe Aggregate sind ebenfalls üblich. Auch sind sie in feinkristallinen Massen oder in losen Geröllen anzutreffen.
    Die Spaltbarkeit der Kristalle ist sehr unvollkommen; die Dichte bewegt sich bei 3,4-4,6 g/cm3.
    Granat kommt in allen möglichen Farben vor; ansonsten farblos. Erst in neuerer Zeit wurde bekannt, dass es sogar blaue ungefärbte Granate gibt, was in jedem Lehrbuch früher noch verneint wurde!

    Die Mineralien der Granat-Gruppe sehen sich untereinander sehr ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer chemischen Zusammensetzung. In die allgemeine Formel können für “X“ kleine und für “Z“ größere Atome eingesetzt werden. Die reinen Endglieder kommen in der Natur praktisch nicht vor, immer sind kleinere oder größere Anteile eines anderen Gliedes mit in das Kristallgitter eingebaut.

    Die einzelnen Endglieder führen eigenständige Mineral-Namen. Diese sind ..
    Pyrop – Mg3Al2(SiO4)3
    Almandin – Fe3Al2(SiO4)3
    Spessartin – Mn3Al2(SiO4)3
    Grossular – Ca3Al2(SiO4)3
    Andradit – Ca3Fe3+2(SiO4)3
    Uwarowit – Ca3Cr2(SiO4)3


    Hieraus ergibt sich eine beinahe unübersehbare Zahl von Mischungsgliedern.
    Ändert sich während des Wachstums eines Kristalls die chemische Zusammensetzung seiner Umgebung, so bildet er im Laufe seines weiteren Wachstums den für Granat typischen Zonarbau aus.

    Die Minerale der Granat-Gruppe sind ganz besonders charakteristisch für metamorphe Gesteine. Typische Gesteine sind daher auch Gneis, Glimmerschiefer, Eklogit, kristalline Kalke und Dolomite, Pegmatite und helle vulkanische Gesteine; wegen ihrer großen Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und chemische Einflüsse (Verwitterung) reichern sie sich in Schwermetallseifen und Sanden an.

    Die Mineralien der Granat-Gruppe im Einzelnen ..


    Pyrop
    Der recht verbreitete, durch Eisen und Chrom blutrot gefärbte Pyrop ist mit dem legendären “Böhmischen Granat” identisch. Oft wurde er in rundlichen Körnern bis Kirschgröße im böhmischen Serpentin gefunden. Als typischer Begleiter von Diamanten tritt er quasi auch als Abfallprodukt beim Abbau der Diamantseifen und des Kimberlits Südafrikas auf. Wegen seiner leuchtenden Farbe bezeichnete man ihn als “Kaprubin”. Der Name stammt von pyropos = von feurigem Aussehen .
    Weitere Vorkommen sind u.a. Zöblitz, Sachsen; Sibirien, Russland; Ostafrika und Sri Lanka.



    Almandin
    Der Almandin – meist als Mischkristall mit Anteilen von Pyrop und Spessartin - gehört zu den häufigsten Granat-Mineralen. Diese Mischkristalle sind meist rot, braun, fast schwarz oder blutrot mit Stich ins Blaue. Oft ist er in beträchtlicher Größe in Chlorit- und Glimmerschiefern sowie in Gneisen eingewachsen. Fundorte u.a. Obergurgel im Ötztal; Österreich; Falun in Schweden; Kristalle von Edelsteinqualität in Seifen von Sri Lanka.
    Plinius bezeichnete diesen Granat nach der kleinasiatischen Stadt Alabanda als carbunculus alabandicus.




    Als “Rhodolith” (anerkannter Handelsname) wird ein rosa Mischkristall von Pyrop und Almandin bezeichnet. Einer der Fundorte dieser Varietät liegt unter anderem bei Beruwala an der Westküste von Sri Lanka.



    Spessartin
    Der relativ seltene Spessartin wurde zum ersten Mal bei Aschaffenburg im Spessart gefunden (Typolokalität). Seine Farbe variiert von schwarz nach rot, rosa, braun und gelblich orange.
    Seine Entstehung ist an manganreiche Gesteine gebunden. Bis zu 7 cm große Kristalle stammen z.B. aus den Turmalin-Pegmatiten von San Diego Co., Kalifornien, USA.



    Grossular
    Der Grossular wurde wegen seiner oftmals grünen Farbe nach dem lat. grossularia = Stachelbeere benannt.




    Die orangebraune bis braunrote Varietät heißt “Hessonit“; daneben gibt es auch den farblosen oder bernsteinfarbigen “Leukogranat“. Eine grüne, dichte und undurchsichtige Varietät aus Südafrika wird “Hydrogrossular“ genannt.




    Grossular bildet sich durch Metamorphose von Kalksteinen zusammen mit Calcit, Diopsid, Skapolith, Vesuvian und Wollastonit.
    Fundorte sind unter anderem Auerbach an der Bergstraße, Bayern; Elba, Monte Somma und Piemont, Italien.




    1968 wurde in Tansania ein smaragdgrüner Grossular gefunden, der die Handelsbezeichnung “Tsavorit“ erhielt. 1971 wurde diese Varietät auch in Kenia gefunden. Inzwischen ist er zu einem teuren Edelstein geworden, da die Lagerstätten mit höherer Qualität dieses Steins langsam erschöpft sind.




    Dichter grüner und auch durch Mangan rosenrot gefärbter Grossular (“Rosolit)“ wird seit 1925 in Südafrika gefunden. Auch Mexiko ist für seinen “Rosolit“ bekannt.



    Grossular kann mit Vesuvian verwechselt werden und kommt mit diesem zusammen vor.

    Andradit
    Andradit - nach dem portugiesischen Mineralogen d’Andrada benannt – ist ebenfalls in metamorphen Kalksteinen zu finden und oft zonar mit Grossular verwachsen. Neben farblos meist braun, rotbraun, grün oder schwarz.




    Die zitronengelbe Varietät “Topazolith“ findet sich meist in kleinen Kristallen in einem Serpentinit von Wurlitz im Fichtelgebirge. Auch gibt es Vorkommen im Pinzgau, Österreich; im Piemont, Italien und im Zermatt in der Schweiz.




    Der als Edelstein geschätzte gelb- bis smaragdgrüne “Demantoid“ (= der Diamantähnliche) wurde erstmals 1868 durch Goldgräber in der Nähe von Nishnij-Tagilsk im Ural auf Goldseifen entdeckt; auch schön von Val Malenco, Piemont, Italien.




    "Melanit" (griech. melas = schwarz) wird der titanhaltige schwarze Andradit vom Kaiserstuhl genannt, der früher auch als Trauerschmuck verwendet wurde. Melanit ist auch vom Laacher See in der Eifel bekannt.




    Eine besonders dunkle Varietät wird als “Schorlomit“ bezeichnet.




    Uwarowit
    Zu den selteneren Granaten zählt der Uwarowit, der hauptsächlich in Serpentinen, oft zusammen mit Chromit und in metamorph umgewandelten Tonen zu finden ist. Die Kristalle oder körnigen Aggregate sind dunkelgrün. Die bekanntesten und schönsten Kristalle stammen aus Outukumpu in Finnland. Weitere Vorkommen schöner Uwarowit-Kristalle wurden aus dem Ural, Südafrika, Italien und von Mysore in Indien bekannt.




    Seltenere Minerale der Granat-Gruppe sind unter anderem: Calderit, Goldmanit, Hydrogrossular, Majorit und Knorringit.



    Granat gehört schon immer zu denjenigen Steinen, die die Phantasie der Menschen beflügelt hat, ihren Aberglauben vertieft aber auch ihr Interesse angeregt und ihr Bedürfnis nach Schönem gestillt haben.



    Noch bei Plinius war carbunculus eine Sammelbezeichnung für verschiedene rote Edelsteine. Im Mittelalter wurde der Granat zum “Geschlecht der Carfunckel“ gezählt. Albertus Magnus erkannte um 1250 darunter den “Granatus“ - lat. granum = Korn.
    Granat ist einer der 29 Steine, denen im Altertum und Mittelalter heilende und magische Kräfte zugesprochen wurden; noch heute befindet er sich – interessant nur für die Anhänger von Astrologie und Esoterik - unter den Monats- und Planetensteinen.




    Quelle ..
    “Die farbigen Naturführer – Mineralien“, Olaf Medenbach, Cornelia Sussieck-Fornefeld, Mosaik Verlag, München.

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Kommentare 1

  • Geofreund -

    Weshalb steht da plötzlich unter G "Fortsetzung" und dann darunter Granat-Gruppe..das stand doch gestern noch nicht da?