Feldspat-Gruppe

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  • Bearbeiter: Geofreund
    Die Minerale der Feldspat-Gruppe sind nach dem im Erdmantel vorkommenden Mineral Bridgmanit weltweit am häufigsten verbreitet. Quarz ist das dritthäufigste Mineral; Calcit ist dagegen das formenreichste Mineral der Erde.

    Die Feldspäte gehören zur Gruppe der Gerüstsilikate, die entsprechend ihrer chemischen Zusammensetzung in zwei Untergruppen unterteilt werden:

    1. Kalifeldspäte

    2. Kalk-Natronfeldspäte --> Plagioklase.


    Zu 1. ..
    Diese Gruppe umfasst wichtige gesteinsbildende Minerale mit Gerüstsilikatstruktur und gleicher chemischer Zusammensetzung.
    Die Mohs-Härte beträgt 6-6,5.


    Folgende Minerale gehören dieser Gruppe an:

    1. Der monokline Sanidin, der als Hochtemperaturmodifikation farblose, weiße, bräunliche oder graue, taflige oder leistenförmige Kristalle bildet, die in der Regel eingewachsen als Gemengeteil in Vulkaniten (Ergussgesteinen) zu finden ist.



    2. Der monokline Orthoklas, der prismatische Kristalle in weißer, rosafarbener oder rötlicher Färbung bildet. Als Hauptgemengeteil vieler Gesteine sowie in ein- und aufgewachsenen Kristallen oder in spätigen Massen.



    3. Der trikline Mikroklin, der prismatische Kristalle mit teilweise quadratischem Querschnitt bildet, sowie ein- und aufgewachsen als Tieftemperaturmodifikation in Plutoniten (Tiefengesteinen) und metamorphen Gesteinen zu finden ist. Das Mineral ähnelt Orthoklas. Die grüne bis blaugrüne Varietät wird Amazonit genannt. Spuren von Kupfer sollen für seine Färbung verantwortlich sein.



    4. Adular ist ein monokliner Kalifeldspat alpiner Klüfte, der in meist farblosen bis weißen, aufgewachsenen, prismatischen Kristallen vorkommt.



    5. Mondstein, der für sein bläuliches Schimmern bekannt ist ("Adularisieren") ist auch eine Varietät von Orthoklas.



    Es besteht eine Zwillingsbildung nach dem Karlsbader, Bavenoer und Manebacher Gesetz; auch Zwillingsstreifung.



    Es besteht gute Spaltbarkeit aller Kalifeldspäte nach zwei Richtungen, die senkrecht aufeinander stehen.

    Kalifeldspat wird hauptsächlich für keramische Zwecke abgebaut (Porzellan, Glasuren, Isolatoren). Klare und schön gefärbte Varietäten werden als Schmucksteine verarbeitet.

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    Zu 2. ..
    Der Natronfeldspat heißt Albit. Baut man in sein Kristallgitter anstelle des Natriumatoms und des Siliziumatoms ein Calciumatom und ein Aluminiumatom ein, so erhält man den Feldspat Anorthit. Zusammen mit diesem bildet der Albit eine vollständige Mischkristallreihe. Diese Mischkristalle haben eigene Namen erhalten. Mit steigendem Calciumanteil sind dies: Oligoklas, Andesin, Labradorit und Bytownit. Die gesamte Mischkristallreihe wird dann als Plagioklas bezeichnet.







    Die Plagioklase sind wichtige gesteinsbildende Minerale und kommen sowohl in magmatischen Gesteinen als auch in vielen kristallinen Schiefern vor. Meist bilden nur Albit und Anorthit sichtbare Kristalle; die übrigen fast immer derbe oder körnige Aggregate.

    Die Mohs-Härte beträgt 6-6,5; das Kristallsystem ist triklin.

    Es besteht eine Zwillingsbildung nach dem Albit- und Periklin-Gesetz sowie nach dem Karlsbader, Bavenoer und Manebacher Gesetz.

    Ihren Namen verdanken die Plagioklase ihren beiden Spaltbarkeiten, die nicht genau senkrecht aufeinander stehen, sondern - abgeleitet vom griech. plagios = schief.

    Einige Vertreter dieser Mischkristallreihe stellen begehrte Edelsteine dar – darunter: Labradorit, Aventurin (Sonnenstein) und Andesin.




    Der bläulich-grünlich schillernde Labradorit wird auch als Zierstein bei Fensterbänken und Fassadenverkleidungen verwendet sowie für Grabsteine. Ähnlich wie bei den Kalifeldspäten werden auch die Verwitterungsprodukte der Plagioklase für die Keramik- und Porzellanindustrie abgebaut. Hier wird jetzt die finnische Labradorit-Varietät Spektrolith nach Befeuchtung mit Wasser gezeigt:



    Zu den Feldspäten gehört auch der Filatovit, welcher ein Produkt fumarolischer Aktivitäten ist (Fumarole = Gasaustrittsstelle) und sich bei Gas-Temperaturen zwischen 410 - 420 oC bildet.
    Es ist auch das einzige Arsen-haltige Mitglied der Feldspatgruppe.





    Auch sind Feldspat-Pseudomorphosen bekannt, wie hier z.B. Feldspat nach dem Zeolith-Mineral Laumontit.

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Kommentare 2

  • Geofreund -

    Ja, genau.. der ist sehr selten .. daher bin ich auch stolz drauf, so gute Exemplare bekommen zu haben. :)

  • Mineralienfreund -

    Ich will hier mal auf die Seltenheit des Arsenfeldspats Filatovit hinweisen.
    Ist schon eine Rarität,die auch nicht leicht zu bekommen ist.