Eifeltouren 2021 - Orchideen

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    • Eifeltouren 2021 - Orchideen

      Da ich endlich dazu gekommen bin, die Fotos zu sortieren, gibt es erst einmal einen Rückblick auf die ersten drei Eifeltouren dieses Jahr. Aus bekannten Gründen verzichte ich diesmal aber auf genaue Standorte.

      Los ging es am 3.5. auf der Suche nach Anacamptis morio, dem kleinen Knabenkraut. Der Frühling zeigte sich noch sehr zurückhaltend, die letzten Kuhschellen blühten noch.






      Der Standort bei Gönnersdorf scheint leider erloschen zu sein, ich konnte dort

      auch auf den nächsten Touren kein Exemplar finden. Einige Kilometer weiter sah es aber zum Glück besser aus. Anacamptis morio in allen Farben und in Mengen.








      Die ersten Orchis mascula - Männliches Knabenkraut kamen auch schon vorsichtig. Daneben jede Menge Veilchen und Sumpfdotterblumen.








      Nächste Tour am 25.5. - die Eifel hat deutlich aufgehölt, langsam wird es Frühling.



      Immer schön - die Bach-Nelkenwurz



      Und so langsam kommen auch die nächsten Orchideen. Aceras anthropophorum - Ohnsporn ...




      ... und Ophrys insectifera - Fliegenragwurz.





      Auf der Wiese, auf der sich letztens noch ein paar verfrühte Orchis mascula zeigten, standen jetzt geschätzt 1500 Exemplare, darunter eines in Zartrosa. So viele habe ich dort ewig nicht gesehen, auch im Umfeld blühten sie fast an jeder Ecke.














      Im strömendem Regen ging es weiter, auf einer nassen Wiese stand Dactylorhiza majalis, das Breitblättrige Knabenkraut. Sehr klein dieses Jahr, aber dafür mit über 120 Exemplaren. Letztes Jahr waren dort kaum ein paar.






      Und wieder weiter, nach dem Regen zeigte sich die Eifel in schönsten Farben.





      In einem kleinen Biotop standen zu meiner großen Verwunderung schon etliche Neotinea ustulata - Brand-Knabenkraut in Vollblüte. Ein paar Meter weiter kamen sie gerade erst zögerlich, wieder weiter war davon noch gar nichts zu sehen.

      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Und die ersten Coeloglossum viride - Grüne Hohlzunge kamen auch schon.




      Einfach ein paar Impressionen vom Rückweg.





      Am 31.5. dann bisher die letzte Tour, die Eifel erblüht. Und wie!



      Fliegen-Ragwurz in Vollblüte ...




      ... die Orchis mascula blüht schon ab.



      Weiter geht's ...



      Katzenpfötchen auf dem Kalvarienberg. Ansonsten ist der nach den Dürrejahren quasi tot, nichts bis auf ein paar traurige Fliegen-Ragwurze. Früher war das ein Orchideenparadies.



      Und weiter, zum Standort der Ophrys holoserica - Hummelragwurz. Die blühte schon prächtig - ein paar Meter weiter ließ sie sich an einem zweiten Standort noch gar nicht blicken.



      Eine Hummel in gelb ...



      ... und der ewig gesuchte Hybrid mit der Fliegen-Ragwurz. Ophrys insectifera x holoserica (Ophrys x devenensis)




      Wunderbares Farbspiel








      Der Ohnsporn steht jetzt auch in voller Blüte






      Ein anderes Biotop mit einer wahnsinnigen Anzahl an Orchideen. Orchis purpurea - Purpur-Knabenkraut








      Hier blühten sogar schon die ersten Cephalanthera damasonium - Weißes Waldvögelein





      Ophrys apifera - Bienen-Ragwurz





      Platanthera chlorantha - Grünliche Waldhyazinthe





      Und als absolutes Highlight Ophrys insectifera var. ochroleuca. Ein wirklich wunderbarer Tag, und bisher ein sensationelles Orchideenjahr.





      Das war's soweit, die nächste Tour ist in 2 Wochen geplant.


      Beste Grüße


      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Hallo Markus,

      eine sehr schöne Sammlung der Orchideenpracht in der Eifel. Und ich kann bestätigen, dieses Jahr blühen deutlich mehr Orchideen als in den trockenen Jahren.
      Ich war am 28.05 in der Toskana der eifel auf der Suche nach dem Brandknabenkraut und es gab einige Exemplare und dazu noch jede Menge Triebe. Orchis mascula zum großen Teil schon verblüht.
      Andere Arten waren noch nicht soweit, habe aber auch nicht weiter gesucht.
      Die Hummel habe ich am 01.06. im Mittelrheintal an einer Wiese gefunden. Mindestens 30 blühende Exemplare und noch zahlreiche Triebe.

      Viele Grüße

      Dirk
    • Dirk_GL schrieb:


      ... dieses Jahr blühen deutlich mehr Orchideen als in den trockenen Jahren.
      Die Hummel habe ich am 01.06. im Mittelrheintal an einer Wiese gefunden. Mindestens 30 blühende Exemplare und noch zahlreiche Triebe.

      Moin Dirk,

      dieses Jahr ist tatsächlich der Wahnsinn, solche Mengen habe ich da selbst vor den Trockenjahren nicht gesehen.
      War das die Wiese in der Nähe des Frauenschuh-Biotops? Die ist wirklich absolut spektakulär. Leider schaffe ich es dieses Jahr nicht dahin.

      Natura schrieb:

      Man könnte meinen, man geht einfach mal so durch die Eifel und findet eine Orchidee. Dank Dirk weiß ich aber, daß es nicht so ist.

      Hallo Sabine,

      bei den Raritäten muss man schon wissen, wo man kucken muss, die häufigeren Orchideen findest du da dieses Jahr aber wirklich auf Schritt und Tritt. Orchis mascula stand da z.B. wirklich überall.

      Beste Grüße

      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Heute die nächste Tour. Los ging es bei Niederehe. Platanthera chlorantha, die Grünliche Waldhyazinthe hat sich dieses Jahr wunderbar entwickelt, die stehen wirklich überall, groß und kräftig.





      Auch Neottia ovata, das Große Zweiblatt, macht seinem Namen dieses Jahr alle Ehre






      Die Zeit der Ophrys insectifera - Fliegenragwurz ist langsam vorbei.






      Epipactis atrorubens, die Braunrote Stendelwurz, braucht noch etwas. Hier mit der heute allgegenwärtigen Streifenwanze Graphosoma italicum







      Schöne Überraschung - ein Bestand Anacamptis pyramidalis, die Pyramiden-Hundswurz. Die habe ich zuletzt in Kroatien gesehen.






      Die ersten Gymnadiena conopsea - Mücken-Händelwurz blühen schon. Bis zur Vollblüte dauert es aber auch noch ein paar Wochen.






      Blick über das Biotop







      Knäuel-Glockenblume, Campanula glomerata






      Weiter dann nach Mirbach und runter ins Lampertstal







      Im Schatte Neottia nidus-avis, die Vogel-Nestwurz. Ein winziges Exemplar mit nur einer einzigen Blüte.








      Ins Lampertstal





      Fuchs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia) am Wegesrand



      Was für ein neonoranger Pilz hat denn da die Brombeere befallen? Ich meine, den hier schon mal gesehen zu haben ...



      Der Mohn zaubert rote Streifen in die Landschaft





      Akelei, Aquilegia vulgaris






      Ein letztes Orchideenbiotop, und auch hier eine Überraschung: eine einzige Anacamptis pyramidalis, Pyramiden-Hundswurz. Die habe ich dort noch nie gesehen.






      Und eine wirklich schöne Gruppe Cephalanthera damasonium - Weißes Waldvögelein




      Ein letzter Blick über das Biotop, die anderen Arten brauchen noch ein paar Wochen ...




      Das war's auch schon wieder für heute, die Zeit vergeht dort immer viel zu schnell.

      Beste Grüße

      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Hallo Markus,

      du warst ja in fast der gleichen Gegend unterwegs wie Sabine und ich am Samstag.
      Die Grünliche Waldhyazinthe wächst am Hönselberg wie Unkraut. Die Pyramide breite sich dort seit etwa 8 Jahren immer mehr aus. Nur letztes Jahr war keine einzige in Blüte (Trockenheit). Dieses Jahr deutlich mehr aber relativ klein. 2019 blühten dort deutlich mehr und größere Exemplare. Die Fliege ist diese Jahr extrem selten und klein dort. In guten Jahren findet man gerade im unteren Bereich tausende Exemplare.
      Wir haben etwas unterhalb der Pyramiden Kolonie auch die Bienenragwurz gefunden und das Weiße Waldvögelein war in mehreren Exemplaren vertreten.
      Meine Zusammenstellung der Tour wird noch etwas dauern.
      Nachtrag: Erschütternd, wie wenige Falter unterwegs waren.

      Viele Grüße

      Dirk
    • Dirk_GL schrieb:

      Hallo Markus,

      du warst ja in fast der gleichen Gegend unterwegs wie Sabine und ich am Samstag.
      Die Grünliche Waldhyazinthe wächst am Hönselberg wie Unkraut. Die Pyramide breite sich dort seit etwa 8 Jahren immer mehr aus. Nur letztes Jahr war keine einzige in Blüte (Trockenheit). Dieses Jahr deutlich mehr aber relativ klein. 2019 blühten dort deutlich mehr und größere Exemplare. Die Fliege ist diese Jahr extrem selten und klein dort. In guten Jahren findet man gerade im unteren Bereich tausende Exemplare.
      Wir haben etwas unterhalb der Pyramiden Kolonie auch die Bienenragwurz gefunden und das Weiße Waldvögelein war in mehreren Exemplaren vertreten.
      Nachtrag: Erschütternd, wie wenige Falter unterwegs waren.

      Moin Dirk,

      ich wollte doch schon mal nach den Albinos und der Hybride schauen, nachdem ich mitbekommen habe, dass die Gymnadiena conopsea teilweise schon blüht. Oben auf dem Berg ist von der Pracht des letzten Jahres aber noch nichts zu sehen. Dass ich letztes Jahr erstmalig da war, erklärt auch, warum ich von der Anacamptis pyramidalis dort nichts wusste.


      Ich war zuletzt 2014 in dem Biotop bei Mirbach, wegen Goodyera repens und Herminium monorchis. Warst du in den letzten Jahren mal dort, und, falls ja, was machen die Bestände? Gerade Goodyera repens hat die Dürrejahre ja größtenteils nicht überlebt. Und hast du da jemals die Anacamptis pyramidalis gesehen?


      Der Mangel an Faltern ist mir gestern auch aufgefallen, sowohl auf dem Berg als auch im Lampertstal. Gerade da flogen sonst immer tausende.


      Viele Grüße


      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Waldgänger schrieb:

      Ich war zuletzt 2014 in dem Biotop bei Mirbach, wegen Goodyera repens und Herminium monorchis. Warst du in den letzten Jahren mal dort, und, falls ja, was machen die Bestände? Gerade Goodyera repens hat die Dürrejahre ja größtenteils nicht überlebt. Und hast du da jemals die Anacamptis pyramidalis gesehen?
      Seit 2018 habe ich dort kein Exemplar von Goodyera repens gefunden. Herminium monorchis seit 2017 von Jahr zu Jahr weniger Exemplare, letztes Jahr kein Exemplar mehr. Anacmptis pyramidalis habe ich dort noch nicht gefunden. Scheint fast so, als wäre sie ein Gewinner im Klimawandel (wenn das Frühjahr nicht zu trocken ist).

      2012 gab es von beiden Arten noch zahlreiche Exemplare dort. So klein und so hübsch. Hier ein paar Bilder für Mitlesende, die die Arten nicht kennen.

      Kriechendes Netzblatt (Goodyera repens)




      Honigorchis (Herminium monorchis)







      Dirk