Meine Berichte aus dem Knipprather Wald, Monheim

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    • Meine Berichte aus dem Knipprather Wald, Monheim

      :50: Jetzt nehme ich Euch mit zu meinem heutigen Besuch des Knipprather Waldes in Monheim am Rhein. Den Knipprather Wald kenne ich schon von Kindes Beinen an. Wie oft bin ich dort mit meinem Radl gewesen. Aber als Erwachsene war ich dort eigentlich fast gar nicht mehr, warum weiß ich gar nicht.
      Vor einiger Zeit hatte ich in er Zeitung gelesen, dass der NABU am Rande des Waldes einen Bereich für die Zauneidechsen gestaltet hat.
      Dies lockte mich heute dorthin. Und das mit Erfolg!

      Hier wurde der Bereich für die Zauneidechsen angelegt:



      Ich wurde zwischen den Ästen schnell fündig:










      Zwischen den Steinhaufen entdeckte ich dann diese braune Echse, die sich auch gerne von mir fotografieren liess:





      Zwischen/unter den Steinen dann auch diese große Schnecke:



      Als ich denn in den Wald ging, konnte ich einen Grünader Weißling entdecken und ablichten:




      Als ich mich auf eine Bank setzte, stellte ich fest, dass sich diese direkt neben einem Baum befand, in dessen Stamm sich die Bruthöhle eines Kleibers befand. Hier war was los, sage ich Euch! Ein reges Treiben! Mal kam das Männchen, mal das Weibchen, um Futter in die Bruthöhle zu bringen oder "Altlasten" zu entsorgen. Ich habe meine Kurzvideos bearbeitet und über Youtube hochgeladen, klick youtube.com/watch?v=0t0QVeifFEI

      Auf Futtersuche ...



      ... ein Insekt habe ich schon einmal ...:



      ja, auch Claudia hat Euch etwas hingelegt:





      .... ist die Luft rein? :



      ... dann mache ich mal die Höhle sauber ...:





      .... und tschüss ...:




      Aber auch eine andere Bruthöhle konnte ich entdecken. Hier



      versorgte der Star



      seine Brut. Das Blattwerk verhinderte trotz langem Wartens und Beobachtens das weitere Fotografieren.

      An der Stelle, an der ich die Kleiber fotografierte und filmte, sah ich eine weitere Bruthöhle eines Stars, die mich aber aufgrund die des Kleibers nicht so interessierte, da die Kleiberfamilie viel näher war.

      Aber trotzdem machte ich auch hier ein Foto eines Stars:

      Viele Grüße aus dem Rheinland / NRW

      Claudia und Uwe

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    • Auch eine Kohlmeise sorgte wohl für Futter für den Nachwuchs:



      Aber für diese Meise war es sicher nicht bestimmt:




      Über den Weg lief mir auch ein Rotkehlchen, ebenso mit Futter im Schnabel:



      Es setzte sich dann aber rechts auf einen Ast, trällerte mir ein Lied und modelte für mich:





      Auch ein paar Blümchen habe ich Euch mitgebracht, über eine Bestimmung freue ich mich - wie immer -:

      Blume 1:





      Blume 2:





      Und hier noch der Löwenzahn mit einem kleinen Insekt:



      Dieses Schild mit dem dahinterliegenden Baggerloch war neu für mich:




      Das Baggerloch ist aber komplett umzäunt und kann von Normalos nicht betreten werden.

      Warum schreibe ich in der Überschrift etwas von Feen? Ich habe 2 Feenhäuser entdeckt:







      Ist das nicht süß?

      Und hier noch eine der Buden, die sicher der Waldkindergarten gebaut hat:




      Damit schließe ich meinen heutigen Bericht.

      Der Knipprather Wald wird mich wiedersehen! Ich weiß genau, an welcher Stelle die Kleiber ihre Bruthöhle haben, so kann ich sicher weiter davon berichten!
      Bilder
      • comp_50 Blume (2).jpg

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      Viele Grüße aus dem Rheinland / NRW

      Claudia und Uwe

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von maischo ()

    • Jetzt weiß ich, wo wir am Donnerstag hinfahren. Nur habe ich auch das Glück???

      Die braune Eidechse sieht für mich wie eine weibliche Mauereidechse aus, nicht wie eine Zauneidechse.

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Was für tolle Sichtungen! Klasse, danke! :)
      Den Kleiber so scharf und oft zu erwischen, das ist nicht einfach... Bisher habe ich ihn immer eher hektisch den Baum auf und ablaufend oder von einer Stelle zur anderen flatternd gesehen.
      Ich hoffe, die Zecken sind für die Eidechse nur lästig und nicht gefährlich!
      Das Feenhaus ist ja mit viel Liebe gemacht worden. Eine schöne Idee!

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)
    • Na ja..., die Lust der Menschen in Zeiten von Corona irgendwas zu machen, um nicht zu verblöden und in irgendeiner form mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren, kann ein zweischneidiges Schwert sein. Der Baumstumpf ebenso, wie die Stammglatze als Feenhäuschen verkleidet, sind beides Lebensräume. Die Stammglatze sogar ein verhältnismäßig seltener Lebensraum, der unterschiedlichsten Arten, je nach Fäulnis, als Kinderstube, Versteck oder anderes dient. Die Verkleidung kann hier Probleme schaffen. Vor allem die rosa Farbe auf der Stammglatze. Den Baumstumpf würde ich da als weniger problematisch betrachten, weil es davon massenhaft in jedem Wald gibt. Außerdem ist es der Stumpf einer Eiche. Der ist für die Natur eh weitestgehend verloren durch die Winterfällung.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Stammglatze ist der Teil, wo der Baum vor langer Zeit einmal beschädigt worden ist und den Bereich wieder verschlossen hat? Und Glatze deswegen, weil keine Rinde / Borke mehr dort entstanden ist?

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)
    • @Klaas Reißmann

      von dieser Seite habe ich es nicht betrachtet, danke für den Hinweis!

      Mitspaziergänger erklärten mir, dass zur Corona Zeit wohl einige kindergeburtstage im Wald gefeiert werden, passend dazu sah Ich später eine Frau auf dem Fahrrad, die Luftballons mit einem Zettel an Ästen befestigte, auf dem 1 Zettel stand „Parkbänke“ und auf dem anderen „Wegkreuzung“ mit dem Hinweis „Kindergeburtstag“, passend an den jeweiligen Orten angebracht. Wohl so eine Art Schnitzeljagd.
      Viele Grüße aus dem Rheinland / NRW

      Claudia und Uwe
    • Liebe Claudia,

      auch wenn ich leider heute zu müde bin, um auf alles einzugehen, was mich an deinem vielseitigen Bericht begeistert hat, finde ich deine Beobachtungen nicht weniger erfreulich, als wenn ich einen fünfseitigen Roman schreiben würde. Einfach toll! :ups:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • @Addi Stammglatze ist das Teil, wo die Rinde fehlt, richtig. Aber der Bereich ist nicht verschlossen, sondern liegt offen. Was Du siehst, ist das Holz, das sich sonst unter der Rinde befindet. Wenn Du den Bereich um die Stammglatze genauer anschaust, siehst Du, dass die Rinde hier viel feiner strukturiert ist und sich im Randbereich am Holz wulstförmig überwallt. Das ist das so genannte Callusgewebe, welches sich immer weiter in dieser Form über das Holz wallt, über das Holz wächst. Es dauert etliche Jahre, bis dieser Bereich wieder verschlossen ist. Dieser offene Bereich begünstigt den Befall durch Pilze, Schädlinge und alles mögliche, was den Baum schwächen kann. Je nach Größe der Stammglatze, besteht die Möglichkeit, dass der Bereich irgendwann wieder zugewuchert und mit Rinde bedeckt ist. Es kann aber auch sein, dass sich dort über Jahrzehnte eine Stammhöhlung entwickelt, die wiederum Lebensraum für viele, bei uns mittlerweile sehr seltene und meist stark vom Aussterben bedrohte Tierarten dient. Bezeichnenderweise kann es aber auch passieren, dass sich eine solche Stammhöhle bildet, das Callusgewebe aber, durch sein fortschreitendes Wachstum verschließt. Dergleichen ist immer wieder mal auffällig geworden im Zusammenhang mit Osmoderma eremita. Diese Käferart benötigt schwarzfaules Holz in einer Baumhöhlung mit kleiner Öffnung, so dass sich eine bestimmte Feuchtigkeit in dieser Höhle halten kann. Die Käfer legen hier ihre Eier ab, die Larven entwickeln sich in der Höhle im Grenzbereich zwischen Mulm und +/- gesundem Holz, verpuppen sich dort und es schlüpfen die neuen Käfer. Die Käfer verlassen vergleichsweise selten die Baumhöhle, so dass es hier dazu kommen kann, dass der Baum die Öffnung verschließt. Darunter bildet sich kein Holz, aber außen ist Rinde und wächst auch nach außen weiter und bildet ganz normal ab dieser Stelle Holz unter der Rinde. Man hat dann einen Baum, dem man die Besiedlung durch Osmoderma eremita nicht ansieht. Eines Tages wird der Baum gefällt und dann, wenn er geteilt wird, oder eben an dieser Schwachstelle bricht, wird die Besiedlung erst offensichtlich.

      @maischo Ich kann dieses Verhalten nicht als schlecht bezeichnen, da ich die Menschen durchaus verstehe. Ich finde die Idee mit den Luftballons z.B. auch schön und denke mir, dass der Kindergeburtstag bestimmt toll wurde. Die Ballons an den Ästen würde ich auch als unproblematisch betrachten, auch wenn vielleicht der eine oder andere Vogelschützer daran Kritik üben würde, aber Äste sind zu tausenden im Wald vorhanden und an diesem Spielchen wird sich kein Tier aufhängen und es wird auch nicht den Fortbestand in irgendeiner Form beeinflussen. Wie gesagt sehe ich an den Baumstümpfen auch nicht zwingend ein Problem, weil diese in Menge vorhanden sind..., in jedem Wald. Nur die Stammglatzen sind halt entsprechend selten, ebenso wie Baumhöhlen u.ä. Da würde ich die Leute doch ansprechen, sich ein anderes Objekt zu suchen, für ihr Vorhaben. Man kann aber auch schlecht erwarten, dass die Menschen an alles denken, vor allem wenn das Wissen dazu fehlt. ;)

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Danke, Klaas, @Klaas Reißmann , für die ausführliche Erklärung! Solche Stammglatzen habe ich schon oft gesehen, leider... Sei es durch Anfahrtsschäden und Unfälle mit Fahrzeugen oder anderen Ursachen. Das ist ja so, als würden bei uns einige Hautschichten fehlen, da stünden auch wir den Umwelteinflüssen schutzlos gegenüber...! Beeindruckt hat mich, dass der Befall durch Osmoderma eremita bei Überwallung nicht mehr gesehen wird (wenn er nicht schon vorher beobachtet wurde) und der Baum dann scheinbar aus dem Nichts umfallen könnte... Aber könnte man nicht per se davon ausgehen, dass mehr oder weniger alle Bäume mit so großen Schäden von ihm befallen werden?
      Manche Baumstämme hören sich hohl an, wenn man dagegen klopft (Alarmzeichen!). Ist das ein Hinweis auf Befall von Käfern und anderen Insekten oder von Pilzen? Oder vielleicht alles zusammen?

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)
    • @Addi Hohler Klang kann alles bedeuten. Es kann eine versteckte Höhlung unter der rinde sein, es kann aber auch nur eine kleine, +/- hohle Stelle unter der rinde sein. In Frage kommt aber auch, dass sich dort in dem Bereich "nur" die rinde gelöst hat (z.B. durch Sonnenbrand, Pilzbefall etc.). Eine Höhlung erkennst Du erst sicher als solche, wenn sie auf ist. Was ich oben beschrieben habe, bezog sich nicht darauf, dass solche Bäume z.B. bei Sturm brechen, sondern darauf, dass sie brechen, wenn sie gefällt werden. In der Situation schlagen sie halt mit der Wucht etlicher Tonnen auf dem Boden auf, was eine solche Höhlung in der Regel nicht verkraftet. Und es ist halt schon vorgekommen, dass eine Besiedlung durch Osmoderma eremita, bzw. überhaupt erst eine komplette Kolonie, bei Fällarbeiten aufgefallen ist. Das wiederum hängt nicht zwingend damit zusammen, dass man nur zugewachsene Höhlungen hat. Die Höhlung darf für Osmoderma eremita keine große Öffnung haben. Ein Spechtloch ist da in der Regel optimal. Alles, was größer wird als dieses Spechtloch, bringt die Höhlung immer mehr in Richtung falsches Klima für Osmoderma.

      Und nein, nicht jeder Baum mit Schaden wird von Osmoderma befallen. Zum einen ist Osmoderma eremita in unserer Natur eine wirklich seltene Art. Er kommt in Westdeutschland nur noch inselartig vor. In Ostdeutschland hingegen gibt es eine Menge alter Alleen, die noch von ihm besiedelt werden. Hier ist er noch deutlich häufiger zu finden, aber auch nichts, womit man Leute tot schmeißen könnte. Osmoderma benötigt Mulm reiche Höhlungen an lebenden Bäumen. Ist der Baum tot, ist Osmoderma weg. Die Höhlung muss zwingend Schwarzfäule aufweisen. Die häufigste Fäule an unseren Bäumen ist aber die Weißfäule, gefolgt von Rotfäule. Diese Fäulen sind ungeeignet und werden nicht besiedelt. Hinzu kommt, dass eben die Öffnung der Höhle nicht groß sein darf. Wir haben hier eine sehr kleine Population in der Nähe, wenn diese überhaupt noch existent ist. Es handelt sich um einen Bereich mit mehreren Dutzend Kopfeichen. Zum Zeitpunkt unserer Untersuchung waren von den vielen Bäumen nur zwei (erkennbar) besiedelt. Inzwischen ist einer dieser beiden Bäume abgängig, tot. Alle anderen Bäume weisen historische Besiedlungen auf (Kotpillen in Mengen und einzelne Chitinteile), aber keine aktuelle. Bei all diesen Bäumen sind die Öffnungen inzwischen einfach zu groß, oder die Bäume sogar wegen des hohen Gewichts der Äste auf dem Kopf, auseinander gebrochen (Kopfbäume müssen regelmäßig geschneitelt werden, weil sie sonst irgendwann unter dem Gewicht der eigenen Äste brechen). Der Bereich wird entwickelt, sprich, man hat begonnen umliegende Bäume auf den Kopf zu setzen. Aber bis eine Eiche wirklich eine Kopfeiche ist, dauert das Jahrzehnte (ich werde es nicht mehr erleben) und bis sie dann so alt ist, dass sie Höhlungen bildet, vergehen nochmal Jahrzehnte. Man sagt, dass Kopfeichen nach etwa 50 Jahren anfangen können Höhlungen zu bilden, normale eichen erst nach 100 bis 150 Jahren.

      Und der Weg von einer Stammglatze zu einer Höhlung (nicht nur ein Loch) beträgt bei obigem Bild auch noch ein paar Jahrzehnte. Hinzu kommt bei diesem Bild, wenn sich die Höhlung bildet (was sehr wahrscheinlich ist, man kann erkennen, dass bereits Holzteile weg gefault sind und der Baum wird es nicht schaffen diesen Bereich zu umwallen, bevor das Holz dahinter richtig weggammelt), ist ihre Öffnung mehr als zu groß. An dieser Stelle dürfte nur ein Schaden von der Größe eines Spechtlochs sein bis hin zu einer Größe, dass man problemlos seinen Arm dort rein stecken kann (mit gebildeter Faust an der Hand). Größer wird grenzwertig bis ungeeignet. Auch die Fäule sieht eher nach Weißfäule aus, so dass an diesem Baum niemals Osmoderma siedeln wird.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • @Klaas Reißmann Danke für die ausführlichen Erklärungen! Ein sehr spannendes Thema Osmoderma an sich, aber auch die Entwicklung und Fäulnis eines Baumes. Es ist nie alles gleich, auch wenn es laienhaft draufgeschaut auf den ersten Blick so aussieht...
      Beeindruckend finde ich, wie Osmoderma auf ihr Mikroklima reagiert, was sie braucht, was sie nicht vertragen kann... - und wie schnell sie dann das Feld räumt!
      Einerseits ist es ja gut, dass nicht jeder beschädigte Baum von ihr befallen wird, andererseits, da sie nur noch so selten ist, wäre es auch wieder wünschenswert! Für die Artenschützer wäre das prima, für den, der das Holz noch verkaufen möchte, wahrscheinlich weniger...

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)