Sind das Ameisennester?

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    • Die Suche neben dem Hügel ist aber sehr logisch. Denn das Nest befindet sich nicht, oder nur bedingt im Hügel. Es liegt vielmehr unter dem Hügel im Boden. Irgendwo her kommen muss das Aushubmaterial ja. ;) Und Nobi hat völlig Recht. Es handelt sich um Hacklöcher vom Grünspecht. Wenn Du Glück hast, kannst Du ihn am Boden auf der Wiese beobachten. Es sieht sehr spannend aus, wie er ein ums andere mal in den Boden reinbohrt mit seinem Schnabel, um Ameisen, deren Larven und Puppen zu fressen. Grünspechte ernähren sich wohl in der Hauptsache von Ameisen und deren Nachwuchs. Sie besitzen eine lange Zunge, die dann aus dem Schnabel raus in die Gänge züngelt, um sich alles zu holen, was an verwertbarer Kost in den Gängen rumwuselt, bzw. was sich um den Schnabel versammelt. Und der Grünspecht zeigt Dir grade auch, dass ein Öffnen der Hügel im Moment keinen sinn hätte, da die Ameisen aufgrund der niedrigen Temperaturen noch weiter unten im Boden stecken. Aber ab Mai, wenn wir warme Tage haben, kann es sich lohnen mal zu prüfen, was da im Hügel alles sitzt.

      Übrigens ist der Hügel bei Ameisen immer sehr clever angelegt. Sie fungieren in gewissen Grenzen wie eine Klimaanlage und sie so geschaffen, dass die Nester immer sehr gut temperiert sind. Die Arbeiterinnen selber schleppen Eier, Larven und Puppen aber immer in die Bereiche der günstigsten Verhältnisse. Also Morgens, wenn es wärmer wird, hoch, im Laufe des Tages, wenn es zu warm wird, etwas weiter runter und Abends wieder nach unten. Es kann dann durchaus sein, dass sie die Eier, Larven und Puppen auf einer Ebene, aber in andere Kammern transportieren, weil die links zu schlecht oder die rechts etwas besser temperiert ist etc. pp.

      Liebe grüße
      Klaas
    • Ich bin froh, dass ich die Fragen gestellt habe! Danke Klaas! Es ist so spannend und interessant, was ich schon dazu gelernt habe!
      Wenn man bedenkt, dass diese so kleinen Tierchen so viel Erde aus dem Boden ausgehoben haben... Ich hoffe, ich kann den Grünspecht einmal bei der Futtersuche beobachten.
      Also ist es eine Orientierung, wenn ich frische Spechtlöcher im Boden finde, dass die Ameisen weiter unten sind. Ist dagegen der Haufen etwas durchlöchert, scheinen sie sich weiter oben aufzuhalten. Danke für den Tipp!
      Ich habe gerade nach Bildern gesucht, die den Aufbau eines Ameisenhügels zeigen, weil ich es mir dann noch besser vorstellen kann. Ein Schönes habe ich hier gefunden:
      wald.lauftext.de/images/192-ameisenbau-gross.jpg
      Was für eine Arbeit, die Eier, Larven und Puppen ständig durch die Gegend zu schleppen, um den optimalen Platz für den Moment zu finden...!

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)
    • Die Ameisen sind immer und grundsätzlich im ganzen Bau unterwegs. Man findet sie nicht nur um Haufen, wenn dort viele sind. Aber im Haufen wird viel reguliert, wenn es warm ist. ;)

      Das Beispiel für einen Ameisenhaufen ist ein Nest einer der beiden Formica-Arten im Wald. Deren Nester können halt extrem sein. Das größte Nest einer Formica polyctena, das ich bisher gesehen habe, bedeckte eine Grundfläche von 25 qcm. Der HAUFEN. Das Nest der Ameisen ist unterhalb dieses Haufens und kann, wenn ich es richtig im Kopf habe, bis zu 2 m tief in den Boden gehen. Unter dem Haufen ist immer deutlich größer, als über dem Haufen. Das höchste Nest einer Formica polyctena war annähernd so hoch, wie ich groß bin. Ich habe es nicht ausgemessen, aber es dürfte so auf 150 bis 160 cm hoch gewesen sein. Ein Monsterteil, mitten im Wald. ;)

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Das sind sehr beeinruckende Zahlen! Wenn man sich vorstellt, dass der Mensch - im Verhältnis gesehen - das gleiche bauen würde, wie riesig müsste das dann sein...!
      Danke, Klaas!

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)
    • Jupp, danke Nobi. Genau das meinte ich. Seinerzeit nicht ausgemessen, sondern abgeschritten. In dem Bewusstsein, dass ein normaler Schritt etwa 70 cm entspricht, haben wir entsprechend große Schritte gemacht und sind auf diese Fläche gekommen. Man muss allerdings dazu sagen, dass der Haufen seinerzeit schon in den letzten Zügen gelegen haben muss. Es gab eben die bedeckte Grundfläche, die aber sehr eingesunken war. Und auf dieser Grundfläche gab es direkt nebeneinander zwei Ameisenhügel in +/- normaler Größe. Ich kannte ihn zu dem Zeitpunkt aber schon 10 bis 15 Jahre. Und etwa fünf Jahre später gab es kein Leben mehr. Spannend war auch, dass ich ein einziges mal im Herbst etliche Weibchen von Protaetia cuprea metallica auf diesem Haufen beobachten konnte. Die Weibchen legen ihre Eier in den Ameisenhaufen ab, weil ihre Larven vom verrottenden Pflanzenmaterial des Haufens leben. Die Käfer wurde zwar von den Ameisen als Nest fremd erkannt und attackiert, aber eher unwillig. Macht auch in so fern Sinn, dass die Larven dem Nest keinen oder nur unbedeutenden Schaden zufügen. Die Käfer haben bei jeder Ameisenattacke Kopf und Fühler eingezogen und sind danach stoisch weiter gelaufen. Es war das einzige mal, dass ich die Käfer auf einem Haufen sah und damals gleich sechs oder sieben Stück. Also schon mehrere.

      Übrigens: so große Haufen, also sowohl in der Grundfläche, als auch in der Höhe, findet man nur in schattigen Bereichen. In beiden Fällen fand ich die Haufen in Fichtenschonungen, in die kaum Licht eindrang. Sobald die Haufen in der Sonne liegen, sind sie in der üblichen und bekannten Größe.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Ich bin heute bei den Nestern der Gelben Wiesenameise gewesen, weil ich mir mittels eines Monitorings einen besseren Überblick verschaffen wollte. Was mir aufgefallen ist, dass ganz vereinzelt und an unterschiedlichen Stellen das Gras verwelkt gewesen ist, welches auf der Kuppel wuchs. Ist das Zufall? Denn es herrschen ja überall die gleichen Bedingungen, mehr oder weniger. Oder könnte es sein, dass die Ameisen dort ausgezogen oder abgestorben sind? Aber selbst dann, sollte doch das Gras keinen Schaden nehmen...

      Viele Grüße
      Addi
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      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)
    • Dergleichen kenne ich bisher nicht. Aber warte mal den April/Mai ab, ob das Gras nicht doch wieder wächst. Gründe für so was kann es viele geben. Im April oder Mai kannst Du aber schauen, ob das Gras wieder nachwächst. Und Du kannst ggfs. mal vorsichtig im Haufen rumstochern, ob es die Ameisen überhaupt noch gibt. Möglich ist schon, dass das Gras aufgrund des Fehlens der Ameisen eingeht (oder scheinbar erst mal eingeht), denn immerhin halten die Ameisen den Boden locker und gut durchlüftet. Wenn sie fehlen, sinkt der Boden bei jedem Regen ein wenig zusammen, so dass sich die Situation für die Pflanze verändert und sich diese Veränderung durchaus auch auf die Vitalität der Pflanze auswirken kann. Nichts ist unmöglich..., Toyota. ;)

      Viele Grüße
      Klaas
    • Danke, dass werde ich machen. Ich hatte genau wie Du gedacht, dass das Fehlen der Ameisen die Bodenbeschaffenheit so ändert, dass das Gras das dann nicht mehr mitmacht... Da dies nur bei wenigen Hügeln ist, ist das wirklich ein denkbares Szenario. Ich werde es weiterhin beobachten und gezielt in den entsprechenden Nestern schauen, ob sie noch bewohnt sind.

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)