Ich wollte auch Wasservögel sehen...

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    • Pfingstmontag an der lagune von Fuente de Piedra

      Gestern war ich wieder in Fuente de Piedra. Im vorherigen Beitrag konnte man ja sehen, was ich vor zwei Monaten gesehen habe. Und jetzt....
      Von der Straße, die über die Eisenbahnlinie führt, hat man einen Blick über die ganze Gegend. Und schon da sah es komisch aus.



      Das Weiße ist kein Wasser - sondern Salz! Alles trocken! Im Vordergrund ist der Teich direkt am Zufahrtsweg, von wo ich damals viele Nahaufnahmen machen konnte. Und jetzt, um es mit Uwe zu sagen: nix los.


      Dann wollte ich zur anderen Seite der Lagune, wo auch ein "Observatorium" - Beobachtungshütte steht. Auf dem Weg führt eine Holzbrücke über einen (trockenen) Arm der Lagune. Das Foto ist vom Rückweg, denn im Hintergrund sieht man das Besucherzentrum.



      Auf dem Geländer hopste ein Vögelchen - ach, kenne ich doch schon: Cistensänger Cisticola juncidis.



      Auf dem weiteren Weg säumten manns- (bzw. frau-)hohe Mariendisteln Silybum marianum den Weg. Mittlerweile sind sie verblüht und wurden teilweise abgemäht. Auch das ist ein Blick zurück.



      Da gab es auch Disteltiere. :D
      Die Grauammer Emberiza calandra



      und das unvermeidliche Schwarzkehlchen Saxicola rubicola. Es sieht allerdings ziemlich zerrupft aus, vielleicht in der Mauser?



      Am Feldrand und leider nicht auf Distel eine Dohle Corvus monedula



      Vom Observatorium aus war absolut nix zu sehen. Ganz im Hintergrund der Lagune gab es wohl noch etwas Wasser, aber man konnte nicht erkennen, ob da was war. Die Brutinseln für die Flamingos lagen jedenfalls trocken. Da müssen sie dieses Jahr wohl woanders brüten. Also bin ich zurück um zu schauen, ob es an den anderen Beobachtungshütten etwas zu sehen gibt. Diese Hütten schauen auf zwei kleinere Teiche - und tatsächlich war in einem noch Wasser und allerhand Geflügel. Bloß viel zu weit weg. Die Fotos kann man im Prinzip alle in die Tonne treten. Trotzdem habe ich eine Collage gemacht, damit man wenigstens sieht, was sich da so tummelte.



      Tafelente Aythya ferina (m)- Graureiher Ardea cinerea - Lachseeschwalbe Gelochelidon nilotica - Schwarzhalstaucher Podiceps nigricollis
      Tafelente Aythya ferina (w)- Bläßralle Fulica atra mit Jungen - junger Rosaflamingo Phoenicopterus roseus - Zwergtaucher Tachybaptus ruficollis
      Kolbenente Netta rufina (w) - Stelzenläufer Himantopus himantopus - Teichralle Gallinula chlorops - Kolbenente Netta rufina (m)

      In der Hütte saß noch eine Frau, die abwechselnd Fernglas, Bestimmungsbuch und Handy konsultierte - aber absolut still. Da war es mir schon peinlich, dass meine Kamera dauernd klickte und ich dann auch noch mit der Butterbrot-Plastiktüte knisterte. Sie sprach mich dann auf Englisch an, ob ich denn durch meine Kamera was erkennen könnte. Ich habe geantwortet, ist schon weit weg, aber ja mit 60x Zoom sieht man immerhin genug zum Bestimmen. Wir kamen dann ins Gespräch, sie war eine Schwedin aus Mijas (im Hinterland der Costa del Sol) und versuchte ihre Vogelliste zu erweitern. 91 Arten hätte sie schon - toll, habe ich gesagt, ich erst 75, aber in diesem Jahr fotografierte. Nein, das war ihre Lifelist, dabei war auch ein Pelikan aus Florida und ein Eselspinguin aus Südafrika. Immerhin war ja ein Flamingo zu sehen, aber dann sah ich einen anderen Vogel und sagte ihr: Wenn du einem Orni von Flamingos erzählst, winkt er nur ab, aber diese Ente ist viel seltener - die Weißkopfruderente Oxyura leucocephala. Zuerst sah ich nur ein Weibchen und habe ihr erzählt, dass das Männchen mit weißem Kopf und blauem Schnabel besonders spektakulär aussieht. Plötzlich sahen wir eine ganze Gruppe mit mindestens vier Männchen und einigen Weibchen - und die Männchen balzten! Sie pflügten richtig durchs Wasser, in Kreisen um die Angebetete. Und, ich weiß gar nicht, was der Auslöser war, jedenfalls hat ein Männchen das andere verscheucht. Die Fotos werden dem Erlebnis leider nicht gerecht.



      Auf dem Rückweg kam ich wieder am Visitor's Center vorbei. Das hatte jetzt natürlich geschlossen (geöffnet von 10 - 14 h), da konnte ich also nicht nachfragen, wieso das Wasser so schnell weg ist. Aber für die "Brutarchitektur" hier ein Foto.



      Es ist der traditionellen ländlichen Architektur der Oliven-Haciendas nachempfunden. Und auf der Rückseite gibt es Löcher, in denen sich eine Dohlenkolonie angesiedelt hat. An der rechten Seite sieht man den Zaun mit Silhouetten der Vögel, die man hier sieht.



      Bevor ich wieder auf der Landstraße zurück ins Dorf war, fand ich noch etwas. Das würde ich gerne als "neu für mich" titulieren, aber ich zähle keine Totfunde. Zu gerne würde ich mal einen lebendigen Gartenschläfer Eliomys quercinus sehen.



      So war der Tag zwar (mal wieder) ganz anders als gedacht, aber trotzdem schön. Z.B. hatte ich auf den Weidensperling gehofft. Aber, wie meine Mutter immer sagte: Es muss auch noch was zu wünschen übrigbleiben
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Liebe Susanne,
      da sind doch einige Wünsche an Wasservögeln in Erfüllung gegangen, das war eine schöne Tour. Der Hammer sind die Enten mit den dicken, blauen Schnäbeln, die in ihrer Mächtigkeit ein wenig an den Schnabel der Eiderente erinnert. Dirks Fotos dazu sind sehr eindrucksvoll. Wie schön, dass du uns wieder mitgenommen hast.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Das erinnert mich an die einmalige Sichtung der SchwarzkopfRuderente in Balje, Niedersachsen, zwischen Stade und Cuxhaven, wirklich in freier Natur... Völlig unerwartet und zuvor noch nie gesehen... Auch dieser schöne blaue Schnabel, aber auf andere Weise mächtig.
      Herzliche Grüße
      Batia

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Batia ()

    • Liebe Susanne,

      irgendwie klangst du bei deinem Bericht ein wenig frustriert. Klar, du hattest völlig andere Hoffnungen und Erwartungen gehegt. Aber was du letztlich doch alles gesehen, bemerkt, erkannt und sogar mit der Schwedin geteilt hast, ist doch phänomenal! :ups:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)