Mein tägliches Viech 2021

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    • Liebe Susanne,
      was für eine Woche, was für Funde, und was für irre gute Fotos! Gleich mit dem ersten Bild schießt du den Vogel ab... äh die Wespe ab, knackscharf und so detailreich, einfach herrlich. Einen Skorpion würde ich auch gern mal sehen. Wie groß war der denn? Auf dem Foto wirkt er schon ziemlich groß. Trotz seiner Drohgebärden dürfte er nicht gefährlich gewesen sein, wenn die Exuvie daneben lag, war der Skorpion bestimmt noch am Aushärten. Ein Highlight ist auch die Ameisenjungfer, ich habe gerade mal eine im Leben gesehen. Zum Gänsegeier beglückwünsche ich dich, du hast ihn aus relativ geringer Entfernung gesehen. Vor ca. 30 - 35 Jahren haben wir auch mal einen gesehen, das war im Salzburger Land, er kreiste über dem Gipfel des Kitzsteinhorn, einen Fotoapparat hatte ich damals noch nicht. Überaus genial finde ich die ausgebreiteten Hinterflügel des Ohrwurms, sensationell toll festgehalten. Der Heuschrecke könnte man ohne Probleme einen deutschen Namen geben, nasutus = großnasig, Großnasen-Heuschrecke, wenn ich mir einen ausdenken würde, würde ich sie Schiefkopf-Heuschrecke nennen.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Sabine,
      dass du die Qualität meiner Fotos lobst, freut mich natürlich besonders! Eigentlich waren es nur glückliche Zufälle - dass die Mörtelwespen so unbeweglich auf dem Bürgersteig saßen - und beim Ohrwurm sah ich zuerst nur den Flügel glitzen und dachte an Ameisenjungfer. Aber diese fächerförmige Aderung finde ich auch sehr spannend. #klick Hier ist noch ein interessanter Artikel zur "Ohrwurmflügelfaltkunst".
      Der Skorpion war ca. 5 cm groß, noch nicht ganz ausgewachsen.
      Hoch oben kreisende Geier habe ich schon öfter gesehen, aber dass mal einer landet, war neu. Schade, ich hatte gehofft, da oben gäbe es einen Kadaver.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Liebe Susanne,
      danke für den Veweis auf diesen sehr lesenswerten und interessanten Artikel zur Faltung der Hinterflügel. DAS möchte ich jetzt auch mal sehen!
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Wochenrückblick 7. - 13. Juni

      Guten Sonntagabend,

      die Woche fing ja bescheiden an, indem das Zoom der Kamera seinen Geist aufgab. Ich habe es geschafft, es halb auszufahren, so dass ich aus einem Meter Mindestabstand fotografieren musste, aber immerhin noch eine leidliche Vergrößerung hatte.
      Für das Viech des Tages von Montag, 7.6. hat das natürlich nichts gebracht. Marienkäfer-Mückenschiß Coccinella septempunctata.



      Größere Insekten sehen da schon besser aus. Ägyptische Wanderheuschrecke Anacridium aegyptium



      Aber ich fand in einem Bächlein auch noch etwas Interessantes #Neu4me , auch wenn diese Larve einer Waffenfliege bei Gattung Stratiomys bleiben muss.



      Dienstag, 8.6. Ich greife auf eine Joker-Wanze zurück, hier Eurydema ventralis, die man jetzt zu Hauf auf Kapernsträuchern finden kann - an Kreuzblütler gehen sie auch.



      Diesen Iberischen Sgelfalter Iphiclides feisthamelii entdeckte ich auf der Blumenrabbatte einer Verkehrsinsel (!), wo er sich an einem exotischen Wandelröschen Lantana sp. gütlich tat. (Ich muss noch mehr darauf achten, welche Insekten an welche Pflanzen gehen. In Neuseeland habe ich z.B. gelernt, dass kein einheimisches Insekt, das etwas auf sich hält, auf einer exotischen Pflanze angetroffen werden will.)



      Mittwoch, 9.6.
      Ich habe noch gar kein Amphibium vorgestellt, hier also der Iberische Wasserfrosch Pelophylax perezi.



      Donnerstag, 10.6.
      Das ging wirklich schnell, die neue (gebrauchte) Kamera ist angekommen. Was ein Genuß, andauernd von Makro zu maximalem Zoom hin- und her zu schalten! Das Viech des Tages ist daher diese winzige Motte mit Norwegerpullovermuster- erstaunlicherweise aber doch Pyralidae Euzophera lunulella.



      Und weil's so schön ist, eine Ringeltaube Columba palumbus weit weg mit maximalem Zoom.



      Freitag, 11.6.
      Nicht viel Zeit und windig: Immerhin die Biene Anthidium florentinum konnte ich erwischen. Es heißt, sie gehen vor allem an zweiseitig symmetrische Blüten (also Lippenblütler, Schmetterlingsblütler). Worauf man alles achten muss!



      Samstag 12.6.
      Ein langer Spaziergang von 14 km und 7 Stunden führte mich am Bach entlang zur Quelle und durch die Hügel wieder zurück. Der Bereich der Quelle ist ein Naherholungsgebiet mit Spiel-, Grill- und Picknickplatz. Ausserdem sitzt da das lokale Wasserwerk - was zum Glück bedeutet, dass man in dem Überlaufteich nicht baden darf. Deshalb war nicht viel los.
      Auf einem Baum am Teich sah ich die Rötelschwalben, die ich schon in den Vogelfotos vorgestellt habe.

      Ein Weibchen der Königslibelle Anax imperator beim Eier legen.




      "Nessie" habe ich auch gesehen! 8o Jedenfalls nahm sich die Vipernatter Natrix maura ein Beispiel am großen Vorbild.



      Und dann schwelgte ich in "Disteltieren"! Hier auch das Viech des Tages, weil #Neu4me . Der hübsche Bockkäfer Chlorophorus trifasciatus.



      Farblich ähnlich der Buntkäfer Tilloidea transversalis



      Könnte dieser Rosenkäfer Aethiessa floralis sein ( @Klaas Reißmann)? Protaetia morio ist es ja wohl nicht.



      Dann fand ich auch den dritten der Schachbrettfalter Melanargia lachesis. Er verkroch sich allerdings nur und wollte seine Flügel ausser zum Fliegen nicht öffnen.



      In Hochstimmung kam ich wieder zu Hause an und war gar nicht so erschöpft.

      Heute, Sonntag, 13.6. dachte ich an eine weitere lange Runde, aber dann fragte mich eine Freundin, ob ich Lust hätte mit nach Archidona zu kommen. Sie ist Touristenführerin und so konnten wir uns gegenseitig Wissenswertes berichten.
      Wir fuhren zuerst hoch zur Kapelle der Virgen de Gracia, einer ehemaligen Mezquita, die hoch über der Stadt liegt. Ich habe sie allerdings nur von der Rückseite fotografiert - denn ich war abgelenkt von krähend-quakenden Tönen.



      Der steile Grat der Sierra de Gracia kommt hier gar nicht so gut zur Geltung.



      Die krähenden Töne gehörten zu Alpenkrähen Pyrrhocorax pyrrhocorax, die in Schwärmen um die Kirche und über die Sierra flogen. Sie schienen Spaß daran zu haben, an Felswänden "abzustürzen" und sich dann wieder nach oben zu schrauben. Zum Glück setze sich auch ab und zu mal eine hin, so habe ich diese Collage erstellt.



      Archidona ist berühmt für seinen achteckigen Platz, Plaza ochavada, ein "Juwel des andalusischen Barock". Im Hintergrund sieht man noch gerade den Fels mit der Kapelle. Was hier fliegt sind Mehlschwalben, die ihre Nester unter den Balkonen hatten.



      Wir sind beide übereinstimmend zu dem Schluß gekommen, wie schön es ist, dass wir hier leben können und alle diese Gegenden vor der Haustür haben und wollen häufiger solche Ausflüge machen.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Liebe Claudia, @maischo, nein mit Sicherheit nicht. Oxythyrea funesta ist erstens kleiner und zweitens dadurch charakterisiert, dass er auf dem Halsschild sechs weiße Punkte hat, angeordnet wie auf einem Würfel.

      Nachtrag: Das ist auch mehr ein Frühjahrstier, den hatte ich übrigens schon am 20. März #klick hier
      Liebe Grüße
      Susanne

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kasimir () aus folgendem Grund: Nachtrag

    • Liebe Susanne,
      wieder so schöne Eindrücke von Land und Tier! Und toll, dass die Kamera so schnell bei Dir eingetroffen ist!
      Wanderheuschrecken..., da denke ich immer an kahlgefressene Felder und Hungersnöte! Ich hoffe, die stellen bei Euch nichts Derartiges an!

      Die Eurydema verntralis lassen es sich ja sehr gut gehen...! :)

      Kasimir schrieb:

      In Neuseeland habe ich z.B. gelernt, dass kein einheimisches Insekt, das etwas auf sich hält, auf einer exotischen Pflanze angetroffen werden will.
      Ein Bißchen Stolz sollte man ja nun auch haben! :cool: Unsere Hummeln & Co sind hier leider nicht so konsequent, wenn es z. B. um das Indische (Drüsige) Springkraut geht!

      Kasimir schrieb:

      Ich muss noch mehr darauf achten, welche Insekten an welche Pflanzen gehen.
      Diesen Aspekt finde ich auch sehr interessant. Vor allem natürlich, wenn es um Ameisen und Pflanzen geht bzw. die Beziehung Ameise und welche Blattlaus.

      Bei "Nessi" spiegelt sich toll der Kopf im Wasser!

      Und noch so viele andere schöne Eindrücke! Danke für die Wochenrückschau!

      Viele Grüße
      Addi
      Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein – und doch so schön.
      Ich hob ihn auf. Er war so schön!
      Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter.

      (Calvin O. John, Ute-Navajo)
    • Addi schrieb:

      Wanderheuschrecken..., da denke ich immer an kahlgefressene Felder und Hungersnöte! Ich hoffe, die stellen bei Euch nichts Derartiges an!
      Liebe Addi, diese Wanderheuschrecke heißt nur auf Deutsch so, obwohl sie keine Schwärme bildet und wandert - also keine Gefahr. :D

      Addi schrieb:

      Ein Bißchen Stolz sollte man ja nun auch haben!
      Der Segelfalter (und z.B. alles, was an Schmetterlingsflieder geht) sind da auch nicht konsequent.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Das sieht bei Aethiessa floralis anders aus, zum aller größten Teil auf die Seiten begrenzt und dann oft auch in einander fließend, so dass sie kaum noch als Flecken erkennbar sind. Vor allem ist die Aethiessa deutlich fettglänzend und nicht so stumpf. ;) Meiner Meinung nach der klassische morio.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Liebe Susanne,
      wieder eine schöne Folge, aus der ich zu allererst den achteckigen Marktplatz herausheben möchte, der durch die Form einen ganz besonderen Charme hat. Begeistert bin ich von der Pyralidae Euzophera lunulella, deren wissenschaftlicher Name vom möndchenförmigen Fleck oberhalb der äußeren Querlinie liegt. Ein ganz tolles Tier! lepiforum.org/wiki/page/Euzophera_lunulella
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)