Mein tägliches Viech 2021

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    • Wochenrückblick 22. - 28. Februar

      Der Frühling, der so vielversprechend mit dem Grüngestreiften Weißling angefangen hatte, hat erstmal eine Pause eingelegt. Das gute Wetter ist wohl alles zu euch gezogen und hier gab es "50 shades of grey".

      Montag, 22.2.
      Was ich häufiger an den Hauswänden sehe, sind diese netten Viecher. Felsenspringer heißen sie wohl (und ich dachte immer, das wäre eine kleine Antilopenart :shy: ) und wissenschaftlich kommt man scheinbar nicht weiter als bis Ordnung Archaeognatha, Familie Machilidae. Damit als Viech des Tages nicht geeignet.




      Dafür ist es dann diese große Heuschrecke geworden, eine der wenigen, die ich kenne; die Ägyptische Wanderheuschrecke (obwohl sie nicht "wandert")
      Anacridium aegyptium. Mir gefallen die gestreiften Augen so gut.




      Dienstag, 23.2.
      nix los... bis auf dieses Waldbrettspiel, Parage aegeria. Ich habe gelesen, es sei eine andere Unterart als bei euch.



      Mittwoch, 23.2.
      Eine Wespe bewegte sich mal nicht, so dass ich ihr ins Gesicht schauen konnte. Jetzt habe ich gelernt, dass Polistes dominula gelbe Wangen und schwarze Mandibeln hat, bei Polistes gallicus ist es umgekehrt. Wäre eigentlich ein Grund als Tier des Tages gelistet zu werden, aber dann wurde es doch der folgende Badegast.



      An einer größeren Pfütze hatte jemand abgeschnittene Olivenäste entsorgt. Den Samtkopfgrasmückenmann (Sylvia melanocephala) hat's gefreut, konnte er doch baden, während er hin und her durchs Geäst sprang. Mich eher weniger, aber zwei Fotos sind doch einigermaßen was geworden.





      Donnerstag, 25.2.
      Immerhin kann ich dank @Klaas Reißmann diese Marienkäfer als Henosepilachna angusticollis bezeichnen. Mehr gab's auch nicht.



      Freitag, 26.2.
      Ich dachte, der Park wäre schon wieder auf; dem war aber nicht so, so dass ich außenrum gegangen bin. Durch die Hecke und den Zaun schlüpfte ein Samtkopfgrasmückenweib (Sylvia melanocephala).



      Auf dem Weg war eine große Pfütze und ich sah schon etwas wegfliegen. Also habe ich mich oberhalb hingesetzt und geschaut, was sich so tut.



      Zuerst kamen ein Distelfink (Carduelis carduelis) und ein Zaunammernweib (Emberiza cirlus).



      Das Girlitzweib (Serinus serinus) hat richtig heftig geplanscht,



      der Zaunammernmann (Emberiza cirlus) hat nur ganz vorsichtig zwei Schlucke genommen und sich zwischendurch vergewissernd umgeschaut



      Und dieses Viech konnte ich erstmal nicht einordnen: bei grau gestrichelt und klobigem Schnabel dachte ich vor Ort an eine Grauammer. Am Computer habe ich dann aber festgestellt, dass der Schnabel nicht nur klobig ist, sondern gekreuzt!
      Nachgelesen, ja juvenile Fichtenkreuzschnäbel (Loxia curvirostra) tragen so ein Federkleid! *Freu, freu* Habe ich doch noch was Neues gefunden, denn alle anderen waren ja alte Bekannte.



      Samstag, 27.2.
      Immer noch alles grau in grau, aber die Vögel sind auf Frühling eingestimmt. Hier jetzt wirklich eine Grauammer (Emberiza calandra), lauthals singend. Sieht doch ganz anders aus.



      Im Pinienwald - ganz viele Stengel, aber erst ein blühender Asphodelus albus. Dann gibt's ja hoffentlich bald auch den dazugehörenden Käfer.



      Jetzt gab es nur einen kleinen Wickler (?) an einem Blatt - da wollten sich meine Spanier nicht zu äußern.



      Ich war immer noch so glücklich über meinen Fichtenkreuzschnabel, dass ich ohne Probleme diesen Feuerfalter (Lycaena phlaeas) als Tier des Tages akzeptiert hätte. Ist ja auch ein hübsches Kerlchen.



      Aber es kam noch besser. Auf dem Rückweg durch die Stadt - es fliegen viele Tauben um den Kirchturm. Halt! das sind doch nicht alles Tauben?!
      Nein, waren es wirklich nicht. Ich bin dann stehen geblieben und habe länger geschaut - und tatsächlich, mindestens vier Rötelfalken (Falco naumanni) konnte ich sehen! Und ab und zu setzen sie sich, aber nur dieses Männchen so nahe!



      Sonntag, 28.2.
      An einer Hauswand ein Spanner, mittlerweile als Charissa mucidaria identifiziert.



      Und gegen mein "Meisentrauma" - dass ich kein vernünftiges Foto von Kohl-, Blau- oder Schwanzmeise hinbekomme, gibt es als Tier von heute diese Schwanzmeise (Aegithalos caudatus). Bei allen anderen Fotos ist das Gesicht hinter Zweigen versteckt.



      Eben gab es wieder einen Wolkenbruch. Wenn das Wetter mal langsam frühlingshaft wird, kann ich die Serie sicher fortsetzen.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Danke Claudia und Silke,

      ja, die Zaunammer finde ich auch besonders hübsch, aber mein Favorit ist eindeutig der Rötelfalke.
      Heute bin ich wieder an dem Kirchturm vorbei, habe aber nichts gesehen. Wenn die tatsächlich da brüten würden, das wäre natürlich klasse! Dann könnte ich auch noch bessere Fotos versuchen hinzukriegen.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Liebe Susanne,
      wieder eine spannende Ausgabe deiner Wochenserie! Richtig, bei den Felsenspringern kommt man als Laie nicht zu einer Bestimmung auf Artniveau. Beneidenswert ist die Aufnahme vom Rötelfalken, aber auch die Heuschrecke hast du prima aufgenommen. Vom Waldbrettspiel ist in Spanien die Nominatunterart auf den Flügeln, also Pararge aegeria aegeria, während in Deutschland die Unterart tircis (Pararge aegeria tircis) fliegt. In meinem Faden über die Nachtfalter hast du dich darüber beklagt, dass du immer nur "graue" Falter findest, dabei ist dir mit dem Steinspanner Charissa mucidaria ein besonders schönes Exemplar vor die Linse gekommen. Steinspanner sind einfach ganz tolle Tiere. Herzlichen Glückwunsch zum Fichtenkreuzschnabel-Jungvogel.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Wochenrückblick 1. - 7. März

      Es war die ganze Woche mehr oder weniger grau und regnerisch. Der Frühling legt eine Pause ein, die Vögel scheint das allerdings nicht zu stören. Bloß mit Insekten war es dürftig. Trotzdem habe ich einiges gefunden.

      Montag, 1. März

      Raupe vom Kleespinner - Lasiocampa trifolii



      Dienstag, 2. März

      Ein bisschen Sonne und schon sieht man die Tropinota squalida zu Hauf in den Blüten sitzen. Sie bevorzugen diese gelben Kreuzblütler, aber auf Malve habe ich sie auch schon gesehen.



      Mittwoch, 3. März

      Heute hätte ich sogar Auswahl gehabt, aber gegen die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) hatten die Mitbewerber keine Chance. Die erste des Jahres!



      Trotzdem hier noch die anderen Kandidaten. Unter einer toten Ratte fand sich der Aaskäfer Thanatophilus ruficornis.



      Und die Wanze Micrelytra fossularum ist sogar #Neu4me !



      Donnerstag, 4. März

      An dem Tag fiel die Auswahl wirklich schwer - ein Luxusproblem sozusagen. 8o

      Zur Auswahl standen die Zimtwanze Corizus hyoscyami,



      der Aaskäfer Thanatophilus sinuatus #Neu4me unter der selben toten Ratte,



      die Blauelster Cyanopica cooki



      und das Kleine Wiesenvögelchen Coenonympha pamphilus, für das ich mich schließlich entschieden habe.



      Da kann ich ja fast von Glück reden, dass die Bienen Eucera sp. nicht bestimmbar sind. ;)



      Und bei diesem Hundertfüßer kommt man sogar nur bis zur Familie Scutigeridae. (Schade)



      Die Samtkopfgrasmücke Sylvia melanocephala hatte ich ja schon.



      Freitag, 5. März

      Regenwetter! Trotzdem dachte ich, das wird einfach, ich brauche bloß den einen oder anderen Käfer unter der toten Ratte finden und fotografieren. Mittlerweile gab es auch schon zwei Leute, die sich für Daten oder Exemplare interessierten.
      Aber es war absolut nix zu finden! Doch, ein paar Fliegenmaden, aber die kann man ja nicht zur Art bestimmen. Aus Verzweiflung habe ich dann Vögel fotografiert. Girlitz, Distelfink, Einfarbstar, Amsel, Buchfink - alles schon gehabt. Nicht einmal eine Meise liess sich blicken. Dann, immerhin, ein Turmfalke, Falco tinnunculus. An den (bzw. sie) habe ich mich angeschlichen, bis sie wegflog. Na ja.



      Aber dann beim Fotos Sichten am Computer - das ist ja überhaupt kein Buchfink - sondern ein Kernbeißer Coccothraustes coccothraustes!! #Neu4me

      Genau wie beim Fichtenkreuzschnabel hätte ich nie im Leben gedacht, dass es die hier überhaupt gibt.



      Samstag, 6. März

      Grau und kalt. Keine neuen Vögel. Immerhin war diese Honigbiene Apis mellifera so unbeweglich, dass mir ein gutes Makro gelungen ist.



      Sonntag, 7. März

      Nach dem Regenguss. Ich dachte, ich finde mal ein Schneckchen oder wenigstens einen Regenwurm, von Amphibien ganz zu schweigen.
      Trotzdem, der Girlitz Serinus serinus war auf Frühling gestimmt und sang aus voller Kehle.



      Und meine Lieblinge, die Schwarzkehlchen Saxicola rubicola gab es sogar mal als Paar. :arm:



      Als Tier des heutigen Tages konnte ich dann wenigstens noch eine Schwebfliege Episyrphis balteatus fotografieren.



      Doch wieder geschafft täglich eine neue Art zu finden. Jetzt wird's aber wirklich Zeit, dass es warm wird, sonst kommen nur noch Wiederholungen.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Seide schrieb:

      Whow... Blauelster, Samtkopfgrasmücke, Kernbeißer.... ich bin jetzt fast ein bissl neidisch...
      @Silke,

      bitte keinen "Neid". Man kann schließlich nicht alles haben und deshalb erfreuen mich eure Bilder, die ich selbst nicht machen kann.

      Gruß Martin
      Kamera Fuji S 1, Nikon P 900, Panasonic Lumix G 81
      PC BS Linuxmint-20 cinnamon 64bit, Firefox, DSL 6000 LAN
    • Mein tägliches Viech 2021 - Wochenrückblick 8. - 14. März

      Und wieder ist eine Woche vergangen - mittlerweile ist der Frühling ausgebrochen. Aber der Reihe nach.

      Am Montag, 8. März war es immer noch kalt und grau mit vereinzelten Regenschauern.





      Da musste ich doch tatsächlich wieder auf eine Joker-Wanze zurückgreifen. Scantius aegyptius ist die Mittelmeer-Verwandte von der Feuerwanze. Sie ist ziemlich verfroren und steckte immer noch im halben Winterschlaf in Ritzen von Baumrinde.



      Dienstag, 9. März war auch nicht viel besser.



      Immerhin fand ich an einem Retama-Strauch eine kalte und unbewegliche Wespe Dasyscolia ciliata. Sie erlaubte mir ein Makro. Das ist der einzige bestäuber der Spiegelorchis Ophrys speculum, d.h. ich sollte mal schauen, ob ich sie irgendwo finde. Ausserdem wäre es natürlich geil diese Bestäubungs-Pseudo-Kopula zu sehen.



      Am Mittwoch, 10. März, gab es endlich wenigstens teilweise blauen Himmel. Die Grauammer Emberiza calandra freute sich auch.



      Ich habe meine tägliche-Viech-Liste systematisch geordnet und dabei festgestellt, dass ich noch gar kein Hausrotschwänzchen Phoenicurus ochruros als Tier des Tages hatte. Hier ist es nun.



      Am Donnerstag, 11. März bin ich mit Bekannten zum Torcal hochgefahren. Ein perfekter Tag! Wir kamen erst gegen 16 h an, als die wenigen Touristen schon abgezogen waren. Und sahen mitten auf dem Wanderweg eine Gruppe von ca. 20 Iberiensteinböcken Capra pyrenaica! Sie waren relativ unbeeindruckt von uns, erst als einige laute Spanier kamen, zogen sie sich auf die umliegenden Felsen zurück.



      Man sieht den Pfahl der Wegmarkierung.



      So schöne schwarze Schienbeine!



      Und erst die bernsteinfarbenen Augen! *schmelz*



      Am Freitag, 11. März drehte ich auf dem Weg zum Pinienwald, auf einer Pferdewiese am Ausgang von Antequera ein paar Steine um und fand das Tier des Jahres!
      #Neu4me Ich glaube nicht, dass es da noch eine Steigerung geben kann! Der Name ist zwar nicht der hübscheste und zuerst sah sie aus wie ein dicker Regenwurm, aber das ist die Maurische Netzwühle Blanus cinereus. (eine Echse, gehört zu den Schleichen)



      Und weil ich ihr ins Gesicht schauen wollte, habe ich sie in die Hand genommen und nach dem Foto wieder unter ihren Stein gesetzt.



      Da hätte ich eigentlich schon wieder umdrehen können, bin dann aber doch zum Pinienwald. Auf einer Lichtung flatterte es nur so von Schmetterlingen. Die habe ich mir für die nächsten Tage aufgehoben.

      Samstag, 13. März
      Wie das immer so ist, wenn ich etwas vorhabe, klappt es nicht. Die Schmetterlingen waren wenig kooperativ, bzw. ich dachte, das muss auch noch besser gehen. So kam diese Wanze Raglius pineti zum Zug. Sie war zwar insofern ein Joker, aber trotzdem #Neu4me



      Heute, Sonntag, 14. März, war ich wieder im Pinienwald und habe die erste der drei dort gesehenen Schmetterlingsarten "abgearbeitet".

      Euchloe crameri, der Grüngesprenkelte Weißling.



      Und das Foto ist vom 12.3., da sieht man die Unterseite noch besser.



      So war es doch wieder eine ganz erfolgreiche Woche.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Kasimir schrieb:

      Der Name ist zwar nicht der hübscheste und zuerst sah sie aus wie ein dicker Regenwurm, aber das ist die Maurische Netzwühle Blanus cinereus. (eine Echse, gehört zu den Schleichen)
      Mensch Susanne,

      Das ist mal was anderes .Gratulation zu dieser Entdeckung ! :97:
      Aber auch dein übriges Viehzeuch lässt Neid keimen. Hier nasskalt ,es schneit gerade - pfui Teufel.