Welche Larve? => Chrysomelidae Gen. spec. (Chrysolina herbacea?)

    • Bestimmung nicht möglich

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    • Hallo, Beate,
      drei Brustbeinpaare haben Käferlarven. Das sind meiner Meinung nach Larven von Blattkäfern (Chrysomelidae), aber welche Art genau, kann ich nicht sagen.

      Edit 09.11.2020 um 12:50 Uhr:
      Mir ist doch noch etwas eingefallen, und zwar aufgrund deines Stichwortes "an Minze". Da gibt es den Minzenblattkäfer Chrysolina herbacea.
      Artportrait von Chrysolina herbacea hier:
      insektenbox.de/kaefer/minzbl.htm
      und eine Abbildung der Larve hier:
      koleopterologie.de/gallery/FHL…ea-larve-foto-koehler.jpg

      Aber auch der Himmelblaue Blattkäfer Chrysolina coerulans soll an Minzen fressen:
      schaedlingskunde.de/schaedling…fer-chrysolina-coerulans/
      Artportrait hier:
      insektenbox.de/kaefer/chryco.htm
      Larvenabbildung hier:
      koleopterologie.de/gallery/FHL…gs2weeks-foto-dewilde.jpg
      und hier:
      maurer-ulrich.de/insekten/kaef…ysolina_coerulans_L1.html
      Wie man auf der letzten Seite sieht, hat die Larve von Chrysolina coerulans dornförmige Auswüchse am Kopf, die dein Foto nicht zeigen.

      Vielleicht weiß @Klaas Reißmann mehr dazu?
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Es hilft Dir wenig weiter, was ich Dir dazu sagen kann, denn die Merkmale sieht man größten teils am Foto nicht. Auf Fotos in der Regel am Habitus erkennbar (kombiniert mit Punktierung und ggfs. sehr, sehr viel Erfahrung).

      coerulans - leicht länglich oval, fein Punktiert, meist blau oder blau mit blaugrünen bis grünen Anteilen, nur selten ganz grün - Minze, an Gewässerufern und auch abseits der Gewässer, aber bisher persönlich am häufigsten in Gewässernähe gefunden
      graminis - länglicher, ich würde es eher als parallelseitig oval bezeichnen, Punktierung grob, Färbung meist grün mit rötlichen Einflüssen, oft genug aber auch einfach grün - auf Minze (am ehesten Wasserminze) in Gewässernähe, persönlich noch nie wesentlich von Gewässern entfernt gefunden
      herbacea - größte Breite des Hinterleibes über die Flügeldecken leicht hinter der Mitte, Punktierung fein, in der Regel einfarbig grün - an Minze, auch in Gewässernähe, aber sehr viel häufiger weit ab von Gewässern

      Viele Grüße
      Klaas
    • Beate Senf schrieb:

      Der Einfachheit halber ins Zitat,rein geantwortet. Mein Gesabbel in rot.



      Graminis?

      Ja.


      herbacea?

      Unscharf und schlechte Perspektive für eine Bestimmung. Gefühlsmäßig auch eher graminis, aber nicht mit Bestimmtheit.

      Was mache ich mit diesem?


      Den nennst Du Chrysolina polita.


      Und dann habe ich noch den blauen Käfer.?!
      Der Dir wohl bekannte Chrysolina coerulans. Hier wegen der ungünstigen Perspektive nicht gut zu erkennen, aber schön rundlich oval, gleichmäßig hoch gewölbt, feiner punktiert und blau. :-)


      Ich trau mich es gar nicht, hier ist noch einer!?!

      Die Tropfen zerschießen ihn ein wenig, aber sollte Plagiodera versicolora sein. Der sollte deutlich kleiner gewesen sein. Beachte die gelblich gefärbten, ersten Fühlerglieder und den aufgebogene Seitenrand der Flügeldecken. Diese Merkmale sollten ihn eigentlich gut abgrenzbar gegen ähnlich große, andere Arten machen.



      Und alle waren Ende Oktober, Anfang November noch zu beobachten.

      Färbung ist immer so ein Ding. Sie kann bei vielen Arten einfach durch äußere, abiotische, Faktoren beeinflusst werden oder tatsächlich genetisch bedingt sein. Ist sie genetisch bedingt, ist die Färbung relativ stabil. Soll heißen, dass es zwar möglicherweise (sehr viele) verschiedene Varianten gibt, aber innerhalb dieser ist die Färbung recht gleichmäßig. In anderen Fällen beeinflussen Faktoren wie Licht, Temperaturen, Feuchtigkeit u.ä. die Färbung.

      Carabus auronitens z.B. ist bekannt für seine vielen Färbungsvarianten. Üblicherweise kommt er in Deutschland (Carabus auronitens auronitens) mit der metallisch grünen Färbung daher, die ihm zu eigen ist. Er ist dann nicht ganz grün, sondern überwiegend glänzend grün mit leichten rötlichen Einflüssen. Die rötlichen Einflüsse sind in der Regel auf Kopf und Halsschild beschränkt, hier auch sehr deutlich zu erkennen. Je nach Temperatur scheinen sie in dieser Färbung bei uns in D etwas anders auszufallen. Nach Jahre mit kühlen und/oder feuchten Sommern scheinen sie im Grünton einen leichten Blaustich zu haben. Sie wirken blasser in der Färbung und die Färbung wirkt kühl. Nach warmen Sommern hingegen sind sie kräftiger in der Färbung, das Rot auf Kopf und Halsschild intensiver, kräftiger, nicht so "flüchtig", das Grün hat eher einen leichten Gelbstich. Diese Käfer wirken sehr warm.

      Schaut man sich nun die Carabus auronitens escheri aus Rumänien an, sieht man sofort, dass das Grün stark von einem Blauton überdeckt wird. Hier kommen zum Teil Tiere mit blauen Flügeldecken vor. Keine Ahnung, ob das genetisch bedingt ist, oder eben von abiotischen Faktoren abhängt. Schaut man nach Frankreich und Belgien wiederum rein, bietet sich einem einen Große Fülle an Färbungen an. Ganz im Nordwesten gibt es einen Wald, wo die Tiere völlig schmutzig schwarz sind. Keine grünen Exemplare darunter. In Belgien eine Form mit schwarzen Flügeldecken und knallrotem Kopf und Halsschild unter den meist normal gefärbten Tieren (Verhältnis etwa 10 : 1 und schlechter). Und dann gibt es noch völlig grüne Tiere, rote, blaue, komplett grüne und schwarze Tiere in allen möglichen Schattierungen und Übergängen, aber immer nur ein gewisser Anteil innerhalb der Population. Hier scheint die Isolierung der Tiere so weit fortgeschritten zu sein, dass sich diese Merkmale in der Genetik festgesetzt haben. Isolierung in so fern, dass Carabus auronitens eine ausgesprochene Waldart ist. Nimmt man einen auronitens und schleppt ihn auf das nächst angrenzende Feld oder eine Wiese und legt ihn dort auf den Boden, sieht man, dass er sich erst versucht zu orientieren und dann gezielt den Weg in den Wald zurück sucht. Ich kann nicht sagen, ob die Käfer bereit sind bei Nacht kurze Strecken über Felder u.ä. zu gehen, um einen anderen Wald zu erreichen, aber vermutlich tun sie das nicht. Das ganze gipfelt dann in eine Form, bei der die Käfer völlig abweichend von allen anderen, an den Seiten des Halsschildes links und rechts jeweils ein kleines Dörnchen besitzen. Nur vereinzelte Tiere innerhalb einer Population, aber sie sind fester Bestandteil.

      Liebe Grüße
      Klaas



      Kannst du, Klaas, da etwas Ordnung schaffen?
      Hab Dank
      Beate
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    • Bohaaa, Klaas, ich bin überwältigt ob Deiner ausführlichen Antworten.
      Ich habe gar nicht mehr mit irgendeiner einer Antwort gerechnet. War seit einiger Zeit nicht mehr im Forum unterwegs.
      Dann alles in Rot, Klaas in Hochform, hab herzlichen Dank.
      Den kleinen Plagiodera muss ich mir für das nächste Jahr vornehmen.
      Ja, wie ist es denn günstig die Käferchen aufzunehmen. So nur von oben? Ist das besser?
      Bei diesen "Minzkäfern"kann man ja wirklich in Ruhe fotografieren, da gibt es ganz andere, ganz flinke. Beim Fotografieren der Rhododendron Zikaden muss ich immer schmunzeln, wie rasch die seitlich unters Blatt verschwinden, keine Chance.
      Liebe Grüße
      Beate
    • In dem Moment, wo es unscharf wird, wird es oft problematisch, weil man das unscharfe Aussehen nicht kennt. Aber von vorne: Aufnahme senkrecht von oben ist rein fotografisch/technisch total langweilig. Für die Bestimmung ist es aber optimal, weil man jede Menge Merkmale erkennt, von Gesamteindruck, Habitus bis kleine Merkmale wie Porenpunkte, Stichel etc. Du musst aber im Laufe der Zeit lernen, da es viele Arten gibt, für deren genaue Bestimmung auch Merkmale der Unterseite benötigt werden. Und im Endeffekt geht es halt so weit, dass es auch viele Arten gibt, die am Foto einfach nicht gehen, weil man mikroskopisch kleine Merkmale für die Bestimmung benötigt, oder sogar das Genital.

      Zu Deinen Käfern.

      #1 und #2 Ist Chrysolina fastuosa
      #3 vermutlich auch Chrysolina fastuosa, aber hier verwirrt die Unschärfe und die Färbung. Habe ich so einheitlich grün noch nie gesehen, weshalb durchaus möglich ist, dass es eine andere Chrysolina ist.
      #4 hat mich erstmal ganz mächtig verwirrt, aber #5 hat dann wieder korrespondiert. Der gehört in die Gattung Phratora. Eine genaue Bestimmung am Foto ist, wenn überhaupt, nur mit sehr guten Aufnahmen und Detailaufnahmen möglich.

      Liebe Grüße
      Klaas