Rügen 2020 querbeet

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    • Rügen 2020 querbeet

      Liebe Naturfreunde,
      im September waren wir zwei Wochen auf Rügen bei herrlichem Wetter und anfangs hochsommerlichen Temperaturen. Es hat wirklich gut getan, und auf einigen Wanderungen konnte die Seele baumeln und etwas zur Ruhe kommen. Die Ferienwohnung liegt am Rande eines Naturschutzgebiets unweit des Neuensiener Sees.

      Nordöstlich von Bergen auf Rügen liegt die kleine Halbinsel Pulitz, die man über einen schmalen Damm erreicht.


      Auf dem Damm gab es die ersten Schlehbeeren
      Schlehe - Prunus spinosa


      aber auch
      Kratzbeeren - Rubus caesius


      Auf der Halbinsel gibt es einen Rundweg, der auf der Karte ufernah aussieht, aber man läuft tatsächlich reichlich oberhalb vom Ufer, an das man selbst gar nicht herankommt. Neben zahllosen, stechbereiten Mücken gab es auch ein paar wenige Pilze.

      Buckeltramete - Trametes gibbosa
      auf Buchen-Totholz


      Birnen-Stäublinge - Lycoperdon pyriforme


      Dünnschaliger Kartoffelbovist - Scleroderma verrucosum
      #Neu4me




      Für ein Schnittbild war der schon zu alt, der Fruchtkörper ließ sich kaum umdrehen, ohne die Hülle einzudrücken. Die Hülle fühle sich papierdünn an.

      Die Früchte der Ebereschen leuchteten mit der Sonne um die Wette:
      Eberesche - Sorbus aucuparia


      Wird fortgesetzt.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Naturfreunde,
      die Ferienwohnung in Lancken-Granitz liegt am Rande eines Naturschutzgebiets und am Neuensiener See.

      Neuensiener See mit Blick auf Neuensien und Seedorf


      Zum See führt ein Güterweg zwischen Wiesen und Kuhweide. Dort bin ich gern herumgestromert, immer mit der Kamera um den Hals. Beeindruckend war dort die

      Morgenstimmung




      Im Frühtau das
      Netz einer Radnetzspinne




      Am Wegrand darf es noch blühen und wird nicht weggemäht:
      Weiße Lichtnelke - Silene latifolia






      Die Samenkapseln haben 10 Zähnchen


      Die Löcher in den Samenkapseln könnten von Eulenfaltern stammen, die Gattung Hadena lebt auch an den Samenkapseln von Nelken.


      Übermannsgroße
      Garten-Eseldisteln - Onopordum x hortorum
      hatten noch vereinzelte Blüten




      Auf Rügen gibt es sehr viele Eschen. Eine Esche steht gegenüber der Appartmentanlage am Beginn des Güterwegs und beherbergte offenbar ein Hornissennest. Das Grün um den Baum herum sollte man tunlichst nicht betreten, auch hier tummelten sich die Flieger.
      Hornisse - Vespa crabro






      Kokons von Brackwespen?
      Eine rhetorische Frage, das wird sich nicht klären lassen, aber ein hübsches Fotomotiv allemal.


      Neben Hunderten von Gehäuseschnecken (DAS wäre ein Dorado für Rosmarie gewesen!) begegneten einem auch zahllose Heuschrecken:
      Gemeiner Grashüpfer - Chorthippus parallelus


      Brauner Grashüpfer - Chorthippus brunneus


      Und immer auf dem Rückweg auf dem Güterweg hatte man das schöne
      Schloss Granitz
      im Blick:
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • ich war natürlich schon auf Rügen, Poel, in Rerik, Heiligendamm mit seinem "Gespensterwald", auf dem Darß und Zingst. Eine echt schöne Ecke Deutschlands. Kleiner Tipp. Auch mal die Küstenlinie verlassen und immer wieder an anderen Stellen ein wenig ins malerische Hinterland abtauchen. Und wenn man dann noch auf der Rückfahrt die Müritz durchkreuzt mit Orten wie Mirow... einfach :alright:
    • Liebe Naturfreunde,
      danke für eure netten Kommentare; Rügen haben wir zum dritten Mal besucht, und ich kann es nur allen empfehlen. Sehr viel Natur, unglaublich viele Naturschutzgebiete, fast jede Straße ist eine Allee mit alten Bäumen. Die Straßen sind dadurch oft ziemlich schmal, die vielen Radfahrer haben es auf Rügen nicht leicht, zumal Radwege oft fehlen.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Naturfreunde,
      von Sassnitz aus gibt einen Weg am Steilufer entlang (auch das ist Naturschutzgebiet), über den man einen Aussichtspunkt von Caspar-David-Friedrichscher Qualität erreicht. Auf Google-Maps wird dieser Aussichtspunkt mit "Steilufer der Granitz" verzeichnet, bei openstreetmap ist er als "Ufersicht Waldhalle" auf der Karte.



      Aussichtspunkt Waldhalle


      Wie man auf dem Foto sieht, ist der Hang ziemlich sandig, auch oben der Aussichtspunkt sieht aus wie am Strand.



      Da war alles voller Champignons, die teilweise bis zu Frühstücksteller groß waren:
      Schiefknolliger Anischampignon - Agaricus essettii #essbar

      Die rochen zwar nicht nach Anis, vermutlich waren sie zu trocken; aber die Verfärbung nach Chromgelb an Stielbasis und an Reibestellen sowie das Velum stützten die Bestimmung. Uwe58 hat mir später bestätigt, dass der Schiefknollige Anischampignon an der Stelle fruktifiziert. Im Naturschutzgebiet habe ich nur das drapiert, was andere schon umgetreten oder umgeschubst hatten. Übrigens ein sehr leckerer Speisepilz.




      Vom Steilufer führt der Wanderweg nach Sassnitz zurück, aber man kann einen Abstecher machen zum
      Schwarzen See


      Ein paar Libellen flogen dort noch:
      Blutrote Heidelibelle - Sympetrum sanguineum #male
      mit vollständig schwarzen Beinen


      Später am Weg verkroch sich eine Blindschleiche ins Gras:
      Blindschleiche - Anguis fragilis
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      von Sassnitz aus gibt einen Weg am Steilufer entlang (auch das ist Naturschutzgebiet), über den man einen Aussichtspunkt von Caspar-David-Friedrichscher Qualität erreicht. Auf Google-Maps wird dieser Aussichtspunkt mit "Steilufer der Granitz" verzeichnet, bei openstreetmap ist er als "Wissower Klinken" auf der Karte. Der Volksmund scheint ihn "Waldhalle" zu nennen.
      Hallo Sabine
      Da hast du etwas verwechselt, Der Text müßte richtig heissen:
      von Sellin aus gibt einen Weg am Steilufer entlang (auch das ist Naturschutzgebiet), über den man einen Aussichtspunkt von Caspar-David-Friedrichscher Qualität erreicht. Auf Google-Maps wird dieser Aussichtspunkt mit "Steilufer der Granitz" verzeichnet, bei openstreetmap ist er als "Wissower Klinken" auf der Karte. Der Volksmund scheint ihn "Waldhalle" zu nennen.

      Die Wissower Klinken sind auf Jasmund. Dort gab es auch eine Waldhalle. Ein schönes Ausflugslokal. Das paßte angeblich nicht mehr in den Nationalpark und wurde plattgemacht. Dafür wurde ein häßliches Infozentrum gebaut!
    • Liebe Naturfreunde,

      Waldgeist schrieb:

      Rügen ist auch bekannt für einen guten Bestand an Kreuzottern
      Wir haben keine einzige gesehen.

      Danke, wannabee, freut mich, dass dir die Morgenstimmungsbilder so gut gefallen.

      @Uwe 58: stimmt, da habe ich etwas durcheinander gebracht. Wenn man bei openstreetmap den Zoom mit dem Mausrad bedient, wird zu stark vergrößert bzw. verkleinert, so bin ich zufällig auf die Region nördlich von Sassnitz geraten statt nördlich von Sellin. Ich habe den Text korrigiert. Bei Opernstreetmap heißt der Aussichtspunkt "Waldhalle".
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Naturfreunde,
      in Sassnitz am Hafen waren viele Möwen unterwegs. Auf der Seebrücke saßen zahlreiche Kormorane, die Brücke war deshalb gesperrt.


      Silbermöwe im Jugendkleide - Larus argentatus






      Uwe hatte uns erzählt, dass es immer wieder Situationen gibt, wo Möwen sich mit Brötchen oder Eis essenden Leuten nähern und ihnen die Leckereien stehlen. Das haben wir auch beobachtet. Die Möwe kam von hinten angeflogen und hat einer Frau die frische Eistüte mit dem Schnabel geklaut. Die war so derart verdutzt...
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • liebe Sabine,
      das ist toll, dass du Möwenfotos zeigst. Ich übe nämlich gerade die Altersbestimmung bei Möwen. Die Silbermöwen sind ja Vierjahresmöwen, also ändert sich ihr Gefieder innerhalb der ersten drei Lebensjahre noch bis sie ihr Alterskleid ab dem vierten Jahr anlegen.
      Aufgrund des Schnabels vermute ich, dass die Möwe auf dem dritten Bild schon etwas älter als die erstgezeigte ist, bin da aufgrund des Federkleids sehr unsicher. Ihr Schnabel ist nicht mehr einheitlich schwarz, Ihr Gefieder müsste nun auch schon etwas ungleichmäßiger gefärbt sein, und auf dem Rücken graue Federn enthalten. Das Auge hat sich auch schon verändert.
      Vielleicht kann ein Forumsexperte mehr dazu sagen... Ich tippe zumindest auf das zweite Lebensjahr und studiere weiter am lebenden Objekt (derzeit Geltinger Bucht, wir wechseln dann bald über zur Nordsee...)
      Herzliche Grüße
      Batia
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      Liebe Naturfreunde,

      Waldgeist schrieb:

      Rügen ist auch bekannt für einen guten Bestand an Kreuzottern
      Wir haben keine einzige gesehen.
      Moin Sabine,

      das ist auch garnicht so einfach. Als ich angefangen habe Kreuzottern zu suchen und späterhin auch zu kartieren, habe ich 2 (zwei) Monate gebraucht, in denen ich täglich nix anderes gemacht habe als den Biestern auf die Spur zu kommen. Am Ende - nach 2 Monaten - habe ich dann meine erste Vipera berus gesehen. In den Jahren danach hat sich das Auge geschult, die Meister des Camouflage im Heidekraut, hohen Binsengräsern, dunklem Moorboden etc. zu erkennen. Ja, ich habe ihre Anwesenheit regelrecht (tatsächlich) riechen können. Zwei Jahre ohne eine Suche nach den lütten Biestern und die Sensorik dafür ist wieder weg und muß neu zurückgewonnen, will sagen, wieder total neu erworben werden. In sofern ist Deine Erfahrung (leider) keine Kreuzotter gefunden zu haben völlig normal.
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      Wenn man bei openstreetmap den Zoom mit dem Mausrad bedient, wird zu stark vergrößert bzw. verkleinert, so bin ich zufällig auf die Region nördlich von Sassnitz geraten statt nördlich von Sellin.
      Hallo Sabine
      Jetzt bin ich aber froh, daß das nicht nur mir so geht. Ich habe das auch schon bei Routenplanung zum Wandern erlebt. :)
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      Auf der Seebrücke saßen zahlreiche Kormorane, die Brücke war deshalb gesperrt.
      Hallo Sabine
      Die Brücke ist wegen Baufälligkeit gesperrt. Billigholz taugt nicht an die Ostsee! Ein Stahlsteg könnte Abhilfe schaffen. Aber so mit den Kormoranen finde ich das auch gut. Die brauchen doch auch einen Platz zum Ausruhen!
      Die Mövenbilder sind super! :alright: