Sommer in der Pfalz

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    • Sommer in der Pfalz

      Liebe Leute,

      wie schon in den letzten Jahren zog es uns (meine Freundin und mich) in die Pfalz. Während dieser Zeit im Juli lässt sich dort vieles mehr beobachten, als in Schleswig-Holstein, vor allem, wenn es um Insekten geht. Das Klima trägt seinen Teil dazu bei. In diesem Beitrag soll es vor allem um Falter gehen, die ich als Zufallsfunde beobachtete.
      Einige der Gesellen kannte ich schon, andere habe ich zum ersten Mal gefunden, daher dürft ihr meine Bestimmungen gerne kritisch hinterfragen.
      Bei einer Reihe von Gartengrundstücke eines Ortes bei Bad Dürkheim fand ich auch dieses Jahr wieder das Ackerwinden-Bunteulchen (Emmelia trabealis):



      Dort sah ich auch diesen Braunen Feuerfalter (Lycaena tityrus).



      Direkt dahinter geht es auf einem Wanderweg in den Pfälzer Wald. Am Waldrand flog dieses Braunauge (Lasiommata maera).



      Seine Flügel wollte er leider nicht öffnen.

      Als nächstes sah ich auf dem Weg in den Wald ein besonders hübsches Waldbrettspiel (Pararge aegeria).

      Ich kam dann an einen Lagerplatz, an dem ein Baumstumpf stand, dessen verrottendes Holz aus dem Boden schaute. Dort saß dieses knifflige Tier:


      Es könnte der Zimtfarbene Faulholzfalter (Metalampra cinnamomea) sein. Möglich ist aber auch Metalampra italica.

      An einer winzigen Lichtung war dieser eher unscheinbare Flattermann unterwegs:



      Es könnte die Trübgelbe Spannereule (Paracolax tristalis) sein.
      Nach einer kleinen Runde kam ich aus dem Wald wieder heraus.

      Wieder zurück bei den Gärten fand ich am Rand der Weinberge (mit der üblichen Unsicherheit) eine Ackerwinden-Trauereule (Tyta luctuosa).



      und ebenfalls im Garten saß an einem Zaun diese Möndcheneule (Calophasia lunula) und ließ sich in Ruhe fotografieren.




      Später gehts weiter...
      Beste Grüße,
      Stefan

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      Lifelist:
      Vögel:
      - Deutschland: 255, Ziegenmelker
      - Welt (2020): 269 (207), Heidelerche (Bienenfresser)
      - (Garten): 96, Trauerseeschwalbe
      Sonstige Wirbeltiere: 65, Gämse
      Wirbellose, nur extern bestätigte Lebendfunde: 735, Xylotrechus antilope
    • Lieber Stefan,
      boa, mit Calophasia lunula hast du eine soooo schöne Eule gefunden, herzlichen Glückwunsch. Dieses Traumtier ist mir noch nicht begegnet.
      Paracolax tristalis sehe ich auch so, bei der Linienführung der äußeren Querlinie gibt es eigentlich keine Verwechselungsmöglichkeit.
      Die Metalampra ist nicht so einfach: Beide von dir genannten Arten sind für Rheinland-Pfalz gemeldet, die Flugzeit ist ähnlich. Metalampra italica ist von der Farbe lebhaft rotbraun (sehe ich hier eher nciht), Metalampra cinnamomea ist düster-braun, was ich eher zutreffend empfinde. Aber ich kenne keine der beiden Arten aus eigener Anschauung.
      Dann bin ich mal gespannt auf die Fortsetzung!
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Vielen Dank für die lieben Worte, Sabine. Dann habe ich wohl bei der Bestimmung keine Fehler gemacht, deine Einschätzung zur Faulholzmotte sehe ich ganz genauso. Bei der wird es wohl nicht restlos sicher gehen, auch wenn es wahrscheinlich M.c. ist.

      So dann wollen wir mal weiter machen.
      Wieder am Waldrand unterwegs fand ich zwischen Weinbergen Wald und einem Wiesenstreifen diesen Falter, über den ich mich sehr gefreut habe. Nicht, das ich auch nur den Hauch einer Ahnung gehabt hätte, ob er selten ist oder überhaupt, das das für eine Art sein könnte. Ich fand ihn einfach so hübsch.
      Nach einiger Recherche bin ich beim Braunfleckwidderchen (Dysauxes ancilla) hängengeblieben.


      Der hier saß auch am Waldrand in der Wiese. Ich denke es ist ein Sonnenröschenbläuling, ob Groß (Aricia artaxerxes) oder Klein (Aricia agestis) ist wohl nicht feststellbar.


      Auch bei diesem hier wirds für mich zu schwer. Das man die Unterseite braucht, habe ich erst danach hier im Forum gelesen.
      Auf alle Fälle ein Flechtenbärchen (Eilema sp.) und ebenfalls sehr hübsch.


      Auch den fand ich im Garten, wo auch die Möndcheneule, saß, ich denke, hier haben wir Synaphe punctalis, einen Zünsler ohne deutschen Namen.




      Dann mal eine nicht-falterige Zwischenfrage: Weiß jemand wer sowas hier hinterlässt?



      Zum Schluss noch ein paar Bilder von ein paar kleineren Faltern, die allerdings nicht so gut geworden sind. Den ersten Falter, einen Agapeta sp. zeige ich, weil mir die Gattung ganz gut gefällt. Wenn man gute Bilder von einigen Arten hat, lächelt einen von deren Rückenmuster mit etwas Fantasie ein Gesicht an. Beim zweiten bin ich ratlos ob der ganzen Zünslervielfalt.






      Und zu allerletzt kommt noch etwas für diejenigen unter euch, die es eine Nummer größer mögen. Die Zaunammern (Emberiza cirlus) sitzen hier überall und singen vor sich hin, dass einem das Herz aufgeht. :)




      Damit geht meine kurze Reihe aus der Pfalz schon zu Ende.

      Ich hoffe, es hat ein paar von euch gefallen.
      Beste Grüße,
      Stefan

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      Lifelist:
      Vögel:
      - Deutschland: 255, Ziegenmelker
      - Welt (2020): 269 (207), Heidelerche (Bienenfresser)
      - (Garten): 96, Trauerseeschwalbe
      Sonstige Wirbeltiere: 65, Gämse
      Wirbellose, nur extern bestätigte Lebendfunde: 735, Xylotrechus antilope
    • Lieber Stefan,
      der Bläuling geht schon, es ist Aricia agestis. A. artaxerxes kommt erst in höheren Lagen vor und ist für Rheinland-Pfalz auch nur mit Fragezeichen in der Deutschlandliste geführt. Die Agapeta ist eine Agapeta hamana. Und der Zünsler ist Crambus pascuella (weiße Strieme breit ohne "Zahn", Apex stark ausgezogen).
      Die Eilema wahrscheinlich eine lurideola. Die guckt man nach dem Foto am besten von unten an, dann ist die Bestimmung nämlich ganz leicht.
      Dein Braunfleck-Widderchen ist ein besonders feiner Fund.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)