Wer bin ich?

    • unbestimmt

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • @Klaas Reißmann

      Schau mal hier, Klick auenblicke.de/website/home.html Dort ist vom Großen Wiesenknopf die Rede.

      Und schau mal in meinen Bericht über meinen Spaziergang, Klick Bürgeler Wiesen (Teil der Urdenbacher Kämpe) Monheim-Baumberg
      Dort siehst Du in meinem dritten Beitrag auf dem Foto, dass dort sehr viel wächst, das Foto ist nur ein Ausschnitt.
      Ob das aber alles der Große oder auch der Kleine Wiesenknopf ist, mag ich nicht beurteilen.
      Viele Grüße aus dem Rheinland / NRW

      Claudia und Uwe
    • Ich glaube ich muss mal mit den Kollegen quatschen. Wir hatten vor Jahren ein Ansiedlungsprojekt im Kreis Neuss. Da ging es weniger um Sanguisorba und mehr um Maculinea. Da müssten wir mal schauen, ob das officinale ist und ob Myrmica rubra da ist. Dann wäre das vielleicht mal einen Versuch wert.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Lieber @Klaas Reißmann, du gestattest, dass ich übersetze - und bitte korrigiere mich, falls ich das nicht richtig verstanden habe...

      Also, der Große Wiesenknopf heißt Sanguisorba officinalis. Nur auf diese Pflanze legen die Weibchen des Dunklen-Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous) und des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea teleius) ihre Eier ab. Die Raupen fressen zuerst an der Blüte und werden dann in Nester der Ameisenart Myrmica rubra (oder auch andere Myrmica-Arten?) verschleppt und da weiterversorgt. Wie man sich vorstellen kann, sind Tiere mit einer solch komplizierten Entwicklung selten und deshalb gibt es Ansiedlungsprojekte. Wenn bei dir alle diese Voraussetzungen zutreffen, wäre eine Ansiedlung einen Versuch wert.
      Statt Maculinea wird manchmal auch Phengaris verwandt.
      Hier gibt's noch mehr Info.
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Da bekommst Du Susanne @Kasimir aber ein Mehrfaches :thumbup: :thumbup: :thumbup: :alright: :35: :18: Von mir für die Übersetzung. Ich dachte schon ganz kurz darüber nach, mir die deutschen Begriffe zu googeln, aber ohne weiteres Wissen hätte ich mir das nicht zusammenreimen können.


      Aber auch an @Klaas Reißmann ein herzliches Dankeschön für das Aufmerksam-Machen auf das interessante Thema.

      Und Klaas, bitte halte mich auf dem laufenden, ob es zu Deinem Ansiedlungsprojekt kommt und ob es wirklich der Große und nicht der Kleine ist, der dort in solch einer Vielzahl wächst.
      Danke.
      Viele Grüße aus dem Rheinland / NRW

      Claudia und Uwe

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von maischo ()

    • Habe jetzt auch den verlinkten Wikipedia Beitrag gelesen - Danke für den Hinweis.
      Dann müssen natürlich auch die entsprechenden Ameisen „angesiedelt“ werden.

      @Klaas Reißmann. : war / ist das Projekt in Neuss den von Erfolg gekrönt? Könnte man dort (zusammen) mal nachschauen, ob es jetzt dort diese Schmetterlinge gibt?
      Viele Grüße aus dem Rheinland / NRW

      Claudia und Uwe
    • Nein, leider nicht. Die sind aber auch nicht einfach in ihrer Lebensweise. Es fängt halt, wie Kasimir schon schrieb, mit Sanguisorba officinalis an. Die Pflanze muss da sein, sonst nix Eiablage. Der Kleiner Wiesenknopf wird nicht belegt. Die Art ist absolut an S. officinalis gebunden. Die Larve frisst bis zur ersten Häutung in der Blüte. Nach der Häutung verlässt sie die pflanze und sucht nach Myrmica rubra (wohl nur diese, keine andere Myrmica). Von den Myrmica wird sie ins Nest eingetragen, wo sie sich von Eiern, Larven und Puppen der Myrmica ernährt. Die Ameisen tragen sie ins Nest, wegen einer zuckerhaltigen Flüssigkeit, die sie auf Anforderung absondern (ähnlich wie Blattläuse). Das kann ggfs. das Nest der Myrmica sehr schädigen.

      Nun hat Myrmica rubra auch ihre Ansprüche und ist da sehr heikel. Zum einen braucht Myrmica rubra Wiesen, die, wie man so schön sagt, verfilzt sind. Das heißt, dass sie auf wiesen lebt, die nicht verbuscht sind, aber auch nicht jedes Jahr geschnitten werden. Am besten sind solche Wiesen, die nur alle drei, vier Jahre gemäht werden. Die Mahd zerstört das Mikroklima. Dass wiederum heißt, wenn man die Wiese mäht, ist Myrmica rubra so beeinträchtigt, dass die Stärke der Völker und die Anzahl Nester, deutlich abnimmt. Von Vorteil in solchen Bereichen ist eine Teilmahd, oder, noch viel besser, Beweidung durch Weidetiere (es gibt Untersuchungen zur Artenvielfalt von Wiesen, die gemäht werden und Wiesen, die nur extensiv beweidet werden - die Ergebnisse sind für Naturschutzverbände, die mähen, niederschmetternd).

      Das kann auch jeder selbst erleben. Myrmica ist nur sehr schlecht zu bestimmen. Da braucht es Experten und immer eine Serie Tiere aus einem Nest. Myrmica rubra ist aber für Gattung Myrmica eine sehr große Art, so dass man, wenn man etwas Erfahrung mit Myrmica hat, diese draußen relativ sicher erkennt (nicht jede große Myrmica ist eine rubra, aber die meisten). Wenn man draußen Steine oder Holz wendet, dann findet man unter diesen auch immer wieder Ameisennester. Man wendet einen Stein, findet darunter ein Nest von z.B. Lasius flavus. Am nächsten Tag wendet man den gleichen Stein und findet erneut das Nest von Lasius flavus. Noch einen Tag später wieder. Das Spielchen kann man eine Zeit lang treiben. Wendet man einen Stein und findet darunter ein Nest von Myrmica rubra, wird man am nächsten Tag, wenn man ihn erneut wendet, von rubra nichts mehr finden. Das Wenden hat das Mikroklima in einer Form beeinflusst, dass rubra abgewandert ist. Und genau so passiert es, wenn gemäht wird. Hat man Weidevieh, das selektiv abweidet, wie z.B. Pferde, und immer wieder was stehen lässt, beeinträchtigt das Myrmica rubra in viel geringerem Maße.

      Und hier sitzen all die Probleme. Es ist offensichtlich nicht damit getan, dass man Wiesen sucht, auf denen Myrmica rubra zu finden ist, dort Sanguisorba anpflanzt, das ganze eine paar Jahre gedeihen lässt und dann Maculinea nausithous aussetzt. Wir wissen mittlerweile sehr viel über nausithous, aber es reicht offensichtlich nicht, um die Art wieder ansiedeln zu können.

      Grund für die Ansiedlung war übrigens ein "Mißgeschick". Es gab im Kreis Neuss eine große Population von mindestens 100 Exemplaren. Die wurde meines Wissens durch eine Mahd zur falschen Zeit ausgelöscht. Derzeit gibt es am Niederrhein nur eine einzige Population Maculinea nausithous. Die hält sich zwar sehr konstant, aber sie schwächelt.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Da habe ich gleich noch eine Frage zur Ansiedlung.
      Das kann ja wohl nur bedeuten, dass man irgendwo Maculinea in ausreichender Menge fängt und dann dort wieder freilässt, oder? Züchten kann man sie ja wohl kaum. Macht das denn überhaupt Sinn? Sollte man nicht lieber den ersten Standort schützen? :91: :92:
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Der erste Standort wird geschützt. Den haben wir schon per Beschwerde in Brüssel vor dem Bau einer Autobahnzufahrt geschützt. Aber die knappen 30 Falter können halt durch irgendein blödes Ereignis auch schlagartig verschwinden. Eine Population alleine ist immer scheiße. eigentlich braucht man eine gute Vernetzung.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Ach so. Aussetzen: ja, genau so. Man geht in eine gesunde Population, entnimmt eine gewisse Menge Falter und setzt sie an der Stelle aus. Kann aber auch positiv in die Hose gehen. Die Holländer hatten ein Projekt mit nausithous. Allerdings hatten die eine Fläche und mussten nicht erst die Bedingungen schaffen. Die sind wohl nach Polen gegangen und haben dort Falter eingesammelt und an geeigneter Stelle ausgesetzt. Die Falter haben sich in einer Form vermehrt, dass im nächsten Sommer über 300 Individuen vorhanden waren. Die Nachwuchsmenge brachte dann die Myrmica rubra an ihre Grenzen. Nester brachen zusammen, weil einfach zuviel Brut weggefressen wurde. Im Laufe der kommenden Jahre hat sich dann aber die Population eingependelt und bleibt jetzt wohl bei deutlich kleinerer Menge stabil. Also ein Erfolg, der aber fast in die Hose gegangen wäre. ;)

      Viele Grüße
      Klaas
    • Hallo zusammen,

      zum Thema Wiesenknopf, vielleicht helfen dir, Klaas, meine Bilder von dort auch weiter. Erst einmal der Bestand von einer der beiden Seten des Wanderweges.



      und eine Detailaufnahme.



      @ Claudia

      Als ich die Bilder raus gesucht habe, schau mal, was ich da entdeckt habe. Schwer zu erkennen, dürfte aber derselbe Mini-Käfer wie der an der Rheinwiesenfarm sein.



      Zweimal fotografiert, zweimal nicht bemerkt, weil er so winzig ist.

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Hm, ob das für Klaas wichtig ist, weiß ich nicht, aber im Burgwald haben wir jede Menge Wiesenknopf auf den Wiesen gesehen. Was davon abgemäht ist, wissen wir nicht. Die Stelle mit unseren Bläulingen, vermutlich nicht, das war ein Hang am Rand eines Waldes. Da könnten die Bläulinge und ihre netten Ameisenfreunde Glück haben.
      Herzliche Grüße
      Batia
    • nausithous im verlinkten Beitrag gesehen. Mehr kann ich nicht sagen. Aber wenn er da ist, müssen die Wiesen richtig sein. ansonsten wäre er nicht da. ;)

      @Natura
      Danke für das Foto. Ich bin leider nicht fit genug, um die beiden Wiesenknöpfe am Bild sicher zu trennen (draußen geht das). ich denke aber doch, dass es der Große ist. Den "Käfer" in der Blüte würde ich vorsichtig für eine Wanzenlarve halten.

      Liebe Grüße
      Klaas