Weg waren sie

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    • Weg waren sie

      Moin, ForumerInnen

      Weg waren sie.
      Sie?: Schmetterlinge sind gemeint, Schwalbenschwänze und Kaisermäntel




      Die Fotos sind Schnappschüsse, will heißen, bessere Falterbilder gibt es, von wem auch immer gefertigt.

      Wieso diese Schnappschüsse? Westmünsterland, einige Hügel dort, Beckumer Berge nennt man sie. Zementindustrie nutzt das dortige Kalkvorkommen, ein Hügel blieb verschont, Mackenberg genannt. Jetzt NSG. Dorthin zieht es vor allem die Orchideenfreunde; und gelegentlich mich, den, der nach Schmetterlingen Ausschau hält. Ende Juni drängte es mich wieder dorthin. Kaum im Kerngebiet angekommen, die Kamera noch nicht ausgepackt, saust ein Schwalbenschwanz an mir vorüber. Kamera raus. Der Falter hatte sich in etwas Entfernung auf einer blühenden Pflanze nieder gelassen. Erst mal wurden Sicherungsfotos gemacht. Meine Überlegung: Ich komme gerade hier an, den werde ich für bessere Fotos sicher noch vor die Linse bekommen. Und plötzlich saust ein zweiter Schwalbenschwanz durch die Lüfte. Noch mehr Erwartung keimt. Doch dann – über einen Gebüschstreifen gings,und weg waren beide. Ich verbrachte noch ca. 2 Stunden in dem Gebiet, sie blieben verschwunden.




      Ähnlich verhielt es sich mit zwei Kaisermänteln die anschließend herbei flatterten. Nur hatte ich jetzt die Kamera zur Hand und, das Wichtigste, sie ließen sich in Pfadnähe auf Blüten nieder. (Einschub: Trampelpfade im Blütenbereich, sie werden eingehalten!) Dadurch hat man die Chance Falter aus der Nähe zu fotografieren. Aber auch bei den Kaisermänteln, nach einigen Eilfotos verschwanden die Falter auf Nimmerwiedersehen.

      Nu ja, Kaisermantelbilder aus diesem oder anderen Gebieten aus Vorjahren könnte ich zeigen. Ich beschränke mich auf die anders gefärbte seltenere Variante, hier am Mackenberg von mir erstmalig gesichtet und fotografiert.

      Hermann Block 22.07.2020



      nachträglich eingefügt:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von block ()

    • Tja, der Hermann, der mal wieder von Faltern berichten kann, die in Schleswig-Holstein selten bis sehr selten geworden sind. Vom Schwalbenschwanz gibt es nur noch ein paar wenige Populationen. Vom Kaisermantel sollen in den letzten paar Jahren neue Reviere bekannt geworden sein, aber die sind auch weit weg von Hamburg.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • burki schrieb:

      Hallo Hermann,

      block schrieb:

      Ich beschränke mich auf die anders gefärbte seltenere Variante
      für mich sieht der Kaisermantel auf Deinem Foto aber nicht nach der selteneren Variante Argynnis paphia f. valesina aus, eher normal.
      Argynnis paphia f. valesina hat mehr braun-graue Töne.
      Orangetöne kommen da fast nicht vor:



      Viele Grüße
      Burkhard
      Sorry, dann habe ich Dich, aufgrund der Abbildung eines ganz normalen Weibchens im Beitrag, falsch verstanden. Danke für die Richtigstellung. Jetzt habe ich es auch verstanden. ;)

      Viele Grüße
      Klaas
    • Moin,
      auch heute ist viel Gartenarbeit angesagt, aber zuerst soll diese Angelegenheit vom Tisch. Klaas fragt zwar warum ich sowas mache: Ich versorge mich total alleine (Frau war Pflegefall, verstorben), dazu zählen auch Arbeiten am fast 100 jährigen Haus, Gartenarbeit usw.. Ein gleichaltriger Freund von mir läßt alles machen, er selber kann es Nichts mehr.

      Vertan, vertan, die Einleitung zu dem leidigen Kaisermantelthema. Burkhard und Klaas, ihr habt sofort genau richtig geschaltet. Lob und Dank!
      Ihr habt auch gesehen wie ich gestern noch repariert habe. Das falsche Bild belasse ich; es soll anderen Betrachtern Eure Anmerkungen verständlich machen.

      Wie konnte es zu dem 'Unfall' kommen? Ich kann es nicht endgültig nachvollziehen. Fehler kommen halt vor. In einem meiner gewesenen Berufe hieß es: Wer noch nie einen Fehler gemacht hat, der hat auch noch nicht gearbeitet.
      Ein Glied in der möglichen Fehlerkette das immer wieder für Spannung sorgt, zumindest bei mir, ist das 'Hochladen' der Bilder. Man hat Bilder bearbeitet, u.a. die Größe verändert, man klickt Hochladen an - und?
      erscheint in Rot unten 'Die Datei ist zu Groß' oder nicht. Falls ... drei Punkte
      Bis zum nächsten mal - hoffentlich fehlerlos.
      Vertan vertan, die geplante Überschrift des neuen Beitrags.
      Hermann
    • Wir waren heute (23.07.2020) mal kurz in einem Gebiet nicht weit entfernt, in denen erfahrungsgemäß viele Kaisermäntel unterwegs sind. Die letzten Jahre habe ich festgestellt, dass dort sehr viele Weibchen der dunklen Form des Kaisermantels Argynnis paphia f. valesina zu beobachten waren. Einiges war dort los und wird es auch sein, falls der Wegrand -wie letztes Jahr- nicht wieder abgeschlegelt wird. Unter anderem waren auch mehrere Paarungen zu sehen (ob das jetzt die gleichen auf den Fotos waren, kann ich gar nicht sagen; das zweite Bild ist geblitzt und sieht dadurch anders aus):




      Viele Grüße
      Burkhard
    • Guten Morgen,

      das mit den Schwalbenschwänzen kenne ich:
      Zack, da, Zack weg.

      So war das die letzten zwei Jahre in meinem Garten, eine Stippvisite und weg.
      Dafür stehen als Lockmittel nun auch viele Fencheclpflanzen herum, für den Fall, dass sie auch einmal hier das ein oder andere Ei ablegen möchte.

      Kaisermäntel habe ich die letzten Jahre im Garten gehabt.
      Begeisterte photographische Beobachterin der lebendigen Natur

      Gartenphilosophin, Autorin
    • uLo schrieb:

      Guten Morgen,

      das mit den Schwalbenschwänzen kenne ich:
      Zack, da, Zack weg.

      So war das die letzten zwei Jahre in meinem Garten, eine Stippvisite und weg.
      Dafür stehen als Lockmittel nun auch viele Fencheclpflanzen herum, für den Fall, dass sie auch einmal hier das ein oder andere Ei ablegen möchte.

      Kaisermäntel habe ich die letzten Jahre im Garten gehabt.
      Fenchel oder Wilde Möhre im Garten an sich reichen nicht. Du hast zwar die potentiellen Voraussetzungen geschaffen, dass Madame machaon ihre Eier legen könnte, aber die Details sind wichtig. Das soll heißen, wenn der Fenchel über weite Teile des Tages, am besten den ganzen Tag, in der Sonne steht und der Fenchel so lückig steht, dass der größere Teil des Bodens nicht bedeckt wird, es also aussieht wie auf einer Brache, die gerade anfängt das erste zarte Grün hervor zu bringen, dann hast Du alles richtig gemacht. Und dann müsstest du, bei +/- regelmäßigem Besuch im Garten, Eiablagen beobachten können. ;)

      Viele Grüße
      Klaas
    • Klaas Reißmann schrieb:

      Fenchel oder Wilde Möhre im Garten an sich reichen nicht. Du hast zwar die potentiellen Voraussetzungen geschaffen, dass Madame machaon ihre Eier legen könnte, aber die Details sind wichtig. Das soll heißen, wenn der Fenchel über weite Teile des Tages, am besten den ganzen Tag, in der Sonne steht und der Fenchel so lückig steht, dass der größere Teil des Bodens nicht bedeckt wird, es also aussieht wie auf einer Brache, die gerade anfängt das erste zarte Grün hervor zu bringen, dann hast Du alles richtig gemacht. Und dann müsstest du, bei +/- regelmäßigem Besuch im Garten, Eiablagen beobachten können. ;)
      Viele Grüße
      Klaas
      Den Fenchel habe ich überall im Garten verteilt, wir haben es hier eh mager und sind gartentechnisch eher ein "ruderaler Dauerstandort" :26: Wachsen ist hier eine echte Aufgabe.
      Bisher habe ich den Schwalbenschwanz immer nur einmal im Jahr gesichtet, er hat hier sicher keinen Standort. Was aber nichtist, kann ja noch werden, da locke ich... :66:
      Begeisterte photographische Beobachterin der lebendigen Natur

      Gartenphilosophin, Autorin
    • Schwalbenschwänze haben eh keinen festen Standort. Sie sind sehr wanderfreudig und ein Falter, der heute bei Dir im Garten auftaucht, kann morgen 20 km entfernt sein und gestern 20 km in der anderen Richtung gewesen sein. Bei dünnem Besatz zeigen Schwalbenschwänze eine Verhaltensweise, die allgemein als "Hill-topping" bezeichnet wird. Das heißt, dass beide Geschlechter zur Paarung Punkte aufsuchen, die aus dem Gelände heraus ragen, also offene Hügel, Kuppen etc. Ansonsten ist am Wahrscheinlichsten, dass bei Dir entweder Männchen durchziehen, oder Weibchen zur Eiablage vorbei kommen könnten. Aber das, was dann bei Dir groß wird, wird vermutlich nie wieder in Deinen Garten kommen, sondern die Verwandtschaft, die anders wo groß geworden ist. ;)

      Viele Grüße
      Klaas
    • Klaas Reißmann schrieb:

      Schwalbenschwänze haben eh keinen festen Standort. Sie sind sehr wanderfreudig und ein Falter, der heute bei Dir im Garten auftaucht, kann morgen 20 km entfernt sein und gestern 20 km in der anderen Richtung gewesen sein. Bei dünnem Besatz zeigen Schwalbenschwänze eine Verhaltensweise, die allgemein als "Hill-topping" bezeichnet wird. Das heißt, dass beide Geschlechter zur Paarung Punkte aufsuchen, die aus dem Gelände heraus ragen, also offene Hügel, Kuppen etc. Ansonsten ist am Wahrscheinlichsten, dass bei Dir entweder Männchen durchziehen, oder Weibchen zur Eiablage vorbei kommen könnten. Aber das, was dann bei Dir groß wird, wird vermutlich nie wieder in Deinen Garten kommen, sondern die Verwandtschaft, die anders wo groß geworden ist. ;)

      Viele Grüße
      Klaas
      Ja, sie sind auf der Durchreise, das haben sie mir bei ihrem Kurzaufenthalt "zugerufen".
      Begeisterte photographische Beobachterin der lebendigen Natur

      Gartenphilosophin, Autorin
    • Klaas Reißmann schrieb, lese ich zum wiederholten Male.

      Klaas, ich staune über Dein Wissen und bewundere es neidlos. Es gibt halt Menschen, die mehr wissen als man selber. Seit heute ist mir bekannt, dass Du dazu zählst.
      Allerdings rätsel ich, woher Dein Wissen stammt. Ich will es nicht wissen. Aber alle Details selber gefunden haben? In der Regel ergänzen sich Wissende mit Teilwissen. Ein Beispiel drängt sich mir auf; vielleicht interessiert das auch unsere Gartenphilosophin uLo.
      am 21.06. stellten Claudia und Uwe ein Rätsel in dieses Forum. Heute, also ganz neu, fand ich die m.E. endgültige Lösung. Es ist sicherlich nicht verboten, wenn ich sie hier zeige.



      Links der Fruchtstand eines Grases / rechtes Bild links oben eine Restähre, das Rätselbild / rechts eine Ähre in der Anfangsphase der Selbstauflösung, bis zuletzt ein Restgebilde verbleibt.
      Zurück zu den Schwalbenschwänzen. Du schreibst, dass die Geschlechter einen Punkt in der Gegend suchen, der herausragt. Der Mackenberg, wo ich die beiden sichtete, ist so ein Punkt. Meine Sichtung bestätigt Deine Aussage. Ich habe dazu gelelernt und, ich denke, alle Leser Deiner Ausführungen ebenfalls.
      Wenn ich davon vorher gewußt hätte, wäre die Überschrift des Beitrags vermutlich anders augefallen; vielleicht 'Hochzeitsberg der Schmetterlinge'.

      Klaas, ich grüße Dich - und uLo ebenfalls
      Hermann
    • block schrieb:

      Noch mehr Erwartung keimt. Doch dann – über einen Gebüschstreifen gings,und weg waren beide. Ich verbrachte noch ca. 2 Stunden in dem Gebiet, sie blieben verschwunden.
      Ja, das nennt man Pech ,Herr Block oder Hermann !

      Daß es aber beim "Hill-topping" wie hier auf dem Hesselberg erlebt, auch anders zugehen kann,hab ich selbst erlebt und wegen der Besonderheit im Schmetterlingsverhalten bis heute in Erinnerung behalten.
      Ich konnte die zahlreichen Schwalbenschwänze mit dem Objektiv berühren - ohne , daß sie wegflogen.
      Es muß im vorigen Jahrhundert gewesen sein, Bildbeweise finde ich nicht mehr .

      Ich hab das hier vor 6 Jahren schon mal mitgeteilt.
    • Auch dazu möchte der Hermann etwas schreiben, lieber Raritätensucher Albabsucher:

      Erstens: Für mich erfreulich sind die Wortmeldungen zu meinem Beitrag. Er wurde gelesen. Ergänzende Beiträge zum Beitrag beleben unser Forum.

      2. "das nennt nman Pech" Ich empfand das nicht so. Ich durchstreifte das Gebiet ausgiebig, es gibt ja auch noch andere Dinge zu erleben wie die Hügelspitze mit einem Fernmeldeturm.
      Fotos vom Schwalbenschwanz konnte ich in anderen Gebieten erreichen.
      Wirklich Pech hatte ich vor zwei Tagen: unbeweglich präsentierte sich mir ein Zipfelfalter auf Brombeergestrüpp, sogar ausgiebig, (welcher?) der auf meiner "noch nie gesehen Liste' steht. Besonders Brombeerdornen vereitelten mir Fotoerfolg.
      3. Die Bezeichnung "Hill-topping" lese ich heute erstmalig und weiß nicht um die Bedeutung. Ich kann und muss nicht alles wissen.
      4. Du berichtest von Schwalbenschwänzen die nicht wegflogen. Ja das sind unvergessliche Erlebnisse. Gegoogelt habe ich zudem nach 'Hesselberg'. Fliegen die Schwalbenschwänze dort immer noch so zahlreich? Keine Sorge, ich werde Euch nicht besuchen-
      5. Morgen bringe ich einen Forumsbeitrag in dem ich u.a. von Kaisermänteln schreibe, dass sie zeitweise wild und ausdauernd fliegen; ich zeige aber auch "handzahme" Bilder, womit Deine Aussage in dem obigen Beitrag bestätigt wird.
      Alles Gute
      Hermann