Im Pietzmoor...

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    • Im Pietzmoor...

      Unterwegs im Pietzmoor

      Vor über 30 (dreißig) Jahren war ich im Frühjahr unterwegs im Pietzmoor bei Schneverdingen. Damals noch mit einer analogen Pentax Z1p Spiegelreflexkamera und einem Pentax FA 28-80mm, sowie einem Pentax FA 100-300mm Objektiv. Als Dia-Film hatte ich einen Agfa Chrome RSX eingelegt. Die Dias habe ich mir Endes letzten Jahres rausgesucht, gescannt und nachbearbeitet. Und jetzt noch einmal für das NaturForum aufgearbeitet. Die Farben und die Struktur eines alten Diafilms berühren mich auch heute noch immer wieder. Sie sind nicht so aalglatt und hyperscharf wie digitale Bilder aus unseren modernen DigiCams.

      Aber seht selbst. Gehen wir mal ein paar Schritte...

























































      Wenn ihr beim letzten Bild genau hinschaut, könnt ihr sehen, daß es zwei Kreuzottern sind. Eine mit blauen und eine mit roten Augen.
      Die Schafe haben ihr Leben lang Angst vor dem Wolf...
      und am Ende werden sie vom Schäfer gegessen

      Taiga

    • Das Pietzmoor kenne ich auch. Da war ich vor etwa 20 Jahren mal. Meine Güte, wie die Zeit vergeht. Es hat mir damals dort auch sehr, sehr gut gefallen. Total interessant dort. Für den Rundweg habe ich Stunden gebraucht. Es war schön, wieder einmal ein paar Bilder von dort zu sehen, Herzlichen Dank.

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Natura schrieb:

      Es war schön, wieder einmal ein paar Bilder von dort zu sehen, Herzlichen Dank.
      Sehr gerne :)

      Ich war da ja ein paar Jahre regelmäßig im Frühjahr unterwegs. Die gezeigten Bilder sind ja noch aus der analogen Zeit.
      Da ich später die Landschaft und ihre Bewohner auch mit einer digitalen Knipse fotografiert habe, werde ich mal schauen, ob ich einen ähnlichen "Rundgang" mit einem näheren Zeitbezug herstellen kann und ihn dann auch hier in diesem Faden zeige.
      Die Schafe haben ihr Leben lang Angst vor dem Wolf...
      und am Ende werden sie vom Schäfer gegessen

      Taiga

    • Das lese ich gerne. Da bekomm ich Vorfreude.

      Mein Highlight damals war zum einen die Gerandete Jagdspinne Dolomedes fimbriatus. Um sie filmen zu können, legte ich mich einfach quer auf den Holzsteg und alle mußten dann über mich hinweg steigen. :D Und zum anderen der Jojo-Falter. Den hatte ich so wegen seines Flugbildes genannt. Hoch und runter, hoch und runter. Sein wirklicher Name ist Spiegelfleck-Dickkopffalter Heteropterus morpheus. Den fand ich damals so besonders, weil er auf der Roten Liste stand und nur noch inselartig vorkam.

      Liebe Grüße
      Sabine II
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      (Noah)
    • @Natura

      Moin Sabine II :)


      So, wie versprochen habe ich hier noch einmal einen Rundgang mit einem Dutzend Bilder aus dem Pietzmoor zusammengestellt.
      Vielleicht erkennst Du ja die eine, oder andere Stelle wieder. Ich habe natürlich noch viel mehr Moorbilder. Schließlich habe ich früher Kreuzottern für einen Wissenschaftler und zwei Naturschutzbehörden kartiert. Da kennt man fast alle Moore in der Umgebung ;)


      Zunächst aber mal Pietzmoor II
























      Die Schafe haben ihr Leben lang Angst vor dem Wolf...
      und am Ende werden sie vom Schäfer gegessen

      Taiga

    • @Albabsucher

      Moin Werner. So, damit Du wieder gut schlafen kannst, habe ich Dir noch mal sieben Bilder aus dem Pietzmoor rausgesucht.
      Darunter ist zum Schluß eine Waldeidechse. Das Lieblingsfutter der Kreuzottern. Interessant bei allen Bildern ist die Tarnung.


      Camouflage ist alles...








      Ein "Schlangennest" mit min. drei Ottern.









      Wald o. - Zauneidechse




      Die Schafe haben ihr Leben lang Angst vor dem Wolf...
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      Taiga

    • Dein Nachschlag ist einfach nur toll. Wunderbare Bilder, fantastisch. Herzlichen Dank.

      Einer Kreuzotter bin ich damals nicht begegnet. Wem wunderts, so wie ich damals über die Holzstege getrampelt bin. Aber von dort hast du sie vermutlich auch nicht gesehen.

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
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      (Noah)
    • Natura schrieb:

      Dein Nachschlag ist einfach nur toll. Wunderbare Bilder, fantastisch. Herzlichen Dank.

      Liebe Grüße

      Sabine II
      Vielen Dank, Sabine II :)


      Natura schrieb:

      Einer Kreuzotter bin ich damals nicht begegnet. Wem wunderts, so wie ich damals über die Holzstege getrampelt bin. Aber von dort hast du sie vermutlich auch nicht gesehen.
      Doch habe ich. Ich habe mich schon weitestgehend an die Vorschriften dort gehalten. Ist ja schließlich eine Naturschutzgebiet.

      Aber um sie zu sehen/finden, muß man das Auge dafür trainieren. Auf den Bildern - in der Vergößerung - sieht das immer alles ganz easy aus. Tatsächlich war es aber auch so, daß z. B. ein junger Fotograf aus Hannover, sowie ein älterer Ottern-Fan aus der Pfalz (der sich immer extra ein Zimmer für ein paar Tage nahm) und ich, wir uns dort um Ostern herum trafen, um Vipera berus zu knipsen. Dann war es oft so, daß der Hannoveraner und ich die Bohlenwege schon ein paar mal rauf und runter gegangen waren, ohne nur eine einzige Kreuzotter zu sehen. Betriebsblind sozusagen. Dann kam der ältere Herr und fragte uns jedesmal:"Na, wieviele habt ihr schon gefunden?" Worauf wir dies mit einer glatten "null" beantworten mußten. Dann ist er mit uns die Wege langgetapert und hat uns an diversen Stellen gesagt, z. B.: "So, seht ihr die kleine Birke da neben dem Stumpf? Jetzt wandert mal mit den Augen 50 cm nach rechts und dann noch einmal 60 cm nach oben... und seht ihr sie jetzt!?"
      Auf diese Weise hat er uns Maulwürfen dann jedes Mal ein halbes Dutzend Schlangen, oder mehr gezeigt... :D Echt wahr !
      Die Schafe haben ihr Leben lang Angst vor dem Wolf...
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      Taiga

    • Wenn man die Sinne mal für dieses Tier geschärft hat und auch "trainiert", dann kann man schon feine "Antennen" entwickeln.
      Bei mir war es seinerzeit, als ich die Vipera berus noch kartiert hatte so, daß ich sie förmlich riechen konnte. Das war sogar manchmal wörtlich zu nehmen, da Schlangen immer einen sehr eigenen Geruch hinterlassen. Wichtig ist einfach auch, daß man sich ein Bild von den Habitaten wo sie unterwegs ist machen kann. Des weiteren ihre Eigenarten kennt (z. B. mögen sie keinen Wind) und auch Bescheid weiß über ihren Tages - und natürlich Jahresrythmus, sowie den dazugehörigen Gewohnheiten.

      Wer sich ernsthaft mit der Schlange beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Büchlein: Die Kreuzotter von Hans Schiemenz.

      Das Buch ist mittlerweile vergriffen und kann daher günstig über das Antiquariat bezogen werden:

      zvab.com/buch-suchen/titel/die…ter/autor/hans-schiemenz/


      Außerdem wird jetzt auch eine Neuauflage als Reprint angeboten:

      media-natur.com/Schiemenz-Die-…ue-Brehm-Buecherei-Bd-332
      Die Schafe haben ihr Leben lang Angst vor dem Wolf...
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      Taiga

    • Das ist wahr, daß man das Auge erst trainieren muß. Nun habe ich bisher noch nie eine Schlange gesucht, dafür ging es mir aber anfangs bei den Insekten so. Während ich munter nicht mehr aus dem knipsen kam, kamen andere Spaziergänger vorbei und staunten nicht schlecht. Sahen sie doch nichts. Da sind mir wirklich schon Fragen gestellt worden wie "Was finden Sie an dem Grashalm so interessantes?" Das beste war damals der Mann. Ich räume ein, daß die Raupe der Weißdorn-Eule Allophyes oxyacanthae auf dem Zweig sehr gut getarnt war. Doch der Mann sah sie einfach nicht. Ich hing mit dem Zeigefinger schon unmittelbar an der Rauoe, doch der Mann sah sie nicht. Erst als ich die Raupe sachte anstupste, worauf sie sich bewegt hat, sah er sie. Er war fasziniert, und beeindruckt davon, daß ich die Raupe sah. So würde mir das vermutlich mit der allerersten Kreuzotter gehen. Zeig sie mir und ich seh sie nicht. Das ist richtig, wenn man einmal weiß, worauf man achten muß, dann findet man die Tiere.

      Das man Schlangen riechen kann, glaube ich dir. Vor vielen Jahren hat mir mal ein Mann erzählt, daß er den Leiter des TerraZoos in Rheinberg am Niederrhein getroffen und sich mit ihm über Schlangen unterhalten hat. Dieser sagte ihm damals, er bräuchte nur durch die Natur zu gehen und er wüßte schon am Geruch, daß eine Keuzotter in der Nähe ist und ein Leiter eines Reptilienzoos wird das schon wissen.

      Liebe Grüße
      Sabine II
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      (Noah)
    • @Natura

      Genau so erging es mir, als ich die Kreuzottern im Pietzmoor fotografierte. Da ist ja auch immer ein gewisser Publikumsverkehr. Und viele staunten und fragten was ich da machen würde. Wenn ich ihnen dann sagte, daß z.B. genau dort, neben der kleinen Birke eine Kreuzotter liegt, konnten sie sie trotzdem nicht sehen. Wahrscheinlich hielten sie mich für einen etwas verrückten Waldschrat... :D
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      und am Ende werden sie vom Schäfer gegessen

      Taiga

    • Als Ergänzung - um auch einmal farbliche Varianten der Kreuzotter zu zeigen - habe ich hier noch vier Bilder aus dem Lichtenmoor.
      Dabei handelt es sich um eine trächtige Kreuzotter. Gut zu sehen an dem dicken Körper und den auseinandergezogenen Schuppen.
      Und dazu eine ihrer Junggeborenen ca. zwei Wochen danach. In einer sehr außergwöhnlichen Farbgebung.


      Trächtiges Weibchen # 1 (Man beachte den selbstmörderischen Grashüpfer auf ihrem Kopf :D )




      Trächtiges Weibchen # 2





      Jungtier # 1





      Jungtier # 2

      Die Schafe haben ihr Leben lang Angst vor dem Wolf...
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      Taiga

    • Alles ganz tolle Aufnahmen!
      Mein Vater war auch so ein Schlangenfinder. Vor über 40 Jhren waren wir in Kärnten auf der Suche nach der Sandviper (Vipera ammodytes). Wir stiefelten da durch geröllige Heidelandschaft, er vorneweg (der sonst keine zwei Schritte ohne Auto machte) und rief mich immer: "Sanne, hier liegt wieder eine!" Meistens waren es Kreuzottern, aber Sandvipern haben wir auch gesehen. Ich wollte auch mal eine zuerst finden, ist mir aber nicht gelungen. - Schöne Erinnerungen!
      Liebe Grüße
      Susanne