Naturschutzgebiet Weihertalkopf

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    • Naturschutzgebiet Weihertalkopf

      Hallo miteinander,

      bei meiner Suche nach kalkhaltigen Böden in der Nähe meiner neuen Pfälzer Heimat bin ich auf das Zweibrücker Westrich gestoßen. Geologisch findet sich dort der Untere Muschelkalk, der hier auf dem in der Pfalz üblichen Bundsandstein aufliegt.
      Also habe ich mich zum Naturschutzgebiet Weihertalkopf (bei Nünschweiler) aufgemacht. Ein Parkplatz fand sich nur an einer stark befahrenen Straße. Offensichtlich hatte schon vor mir jemand versucht, sie zu überqueren.



      Na, das ging ja gut los!

      Für das Naturschutzgebiet Weihertalkopf sind Kalkmagerrasen und Extensivgrünland typisch, durchzogen von dichten, dornigen Hecken und anderen Gehölzen.









      Küchenschellen, die dort an den Südhängen wachsen sollen, fand ich leider keine. Aber jede Menge sprießende Pflanzen, die ich für Orchideen gehalten habe. Vielleicht das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris), das dort in reichen Beständen vorkommen soll?





      Die eindrucksvollste Stelle ist der Steinbruch „Bruch Schütz“. Hierbei handelt es sich um den besten Aufschluss im Unteren Muschelkalk in der gesamten Südwestpfalz.





      Die Gesteine, die man dort sehen kann, entstanden vor mehr als 200 Millionen Jahren in einem subtropisch-tropischen, sehr flachen Meer. Wer Glück hat, kann darin auch Fossilien finden.

      Das Glück hatte ich nicht, dafür aber Glückchen:



      Fortsetzung folgt später.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Liebe Rosmarie,
      das Gebiet sieht überaus interessant aus; wenn das Frühjahr weiter vorangeschritten ist, dürfte es dort sehr, sehr spannend sein.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Sabine, liebe Wiltrud, lieber Werner und liebe Silke,

      herzlichen Dank für eure positiven Antworten! Ja, momentan ist dort noch nicht allzuviel zu entdecken, bzw. zu erkennen. Ihr habt völlig Recht, sobald das Frühjahr ein bisschen fortgeschritten ist, werde ich dort noch mal "vorsprechen".
      Ich war an sich auf der Suche nach einer bestimmten, für mich neuen Schneckenart. Aber die habe ich nicht gefunden. Ich bin mir nicht mal sicher, ob es die dort wirklich gibt... Doch davon werde ich noch berichten.

      Lieber Werner, um den armen, schönen Dachs hat es mir unendlich leid getan! Der sah noch jung aus und hätte dort noch ein gutes Leben vor sich haben können.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Lieber Dirk,

      genau aufgrund dieses Exkursionsberichtes der Pollichia bin ich auf den Weihertalkopf gestoßen. Leider konnte ich keinerlei Küchenschellen finden, ebenso keine Quendelschnecken.

      Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Ich habe besagten Südhang nicht gefunden (dann hätte das Foto nicht neben dem Abschnitt stehen sollen) oder - was ich eher vermute - der Bericht ist uralt. Ein Datum konnte ich leider nicht ausmachen.
      Die dritte Möglichkeit: Die damals gefundenen Quendelschnecken sind keine, sondern Weiße Heideschnecken. Aber bei den hochrangigen Naturwissenschaftlern und Kennern der Pollichia ist das am unwahrscheinlichsten.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Mineralienfreund schrieb:

      um Fossilien dort zu finden muß man wahrscheinlich die anstehenden Felswände bearbeiten und viel aufklopfen.
      In einem NSG ist das natürlich nicht erlaubt.
      Lieber Norbert,

      du hast natürlich Recht. Da im Umfeld viele Bruchstücke herumlagen, habe ich einige umgedreht und betrachtet. Aber nix. Ich hatte auch nicht wirklich mit soviel Glück gerechnet, denn ich vermute, dass dieselben Stücke schon von einigen anderen vor mir betrachtet wurden.
      Vielleicht hätte ich mehr Glück gehabt, wenn ich in das wassergefüllte Loch hinuntergestiegen und dort die herumliegenden Steine betrachtet hätte. Aber ich hatte Angst, mir meinen Hals zu brechen.

      Dafür lagen das Cent-Stück und der Euro ganz einfach da und glänzten in der Sonne. :thumbsup:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Hallo miteinander,

      In dem Exkursionsbericht, den Dirk oben verlinkt hat, steht auch, dass es auf dem Südhang mit Kalkmagerrasen Küchenschellen und Quendelschnecken (Candidula unifasciata) gibt.




      Quendelschnecken? Die habe ich noch nie gefunden! Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie es mich beim Lesen des Berichtes elektrisiert hat?
      Entsprechend akribisch habe ich den Bereich, den ich für besagten Südhang hielt, abgesucht. Einige kleine Gehäuse habe ich auch gefunden. Aber nicht solche, die ich für Quendelschnecken hielt. In meinen Augen waren das die gleichen, die ich aus meinem Schneckental Berntal bei Kallstadt an der Weinstraße kenne: Weiße Heideschnecken (Xerolenta obvia).

      Quendelschnecken müssten kugeliger sein. Diese hier waren aber ausnahmslos alle flachgedrückt.

















      Entschuldigt, wenn ich hier so viele Bilder dieser Schnecken zeige. Aber vielleicht hat jemand von euch dazu eine Idee? Leider ist Wolf hier nicht mehr angemeldet. Ich werde ihn anmailen und bitten, mir seine Meinung dazu zu sagen.

      Bei meiner weiteren Schneckensuche entdeckte ich auf einer Hangwiese mehrere dieser Ameisenhügel. Die Ameisen tankten offensichtlich Sonne.








      Sie hatten die Größe kleiner Roter Waldameisen. Aber bauen die auch solche Horste?

      Werner hatte einmal einen Bericht gebracht über Ameisen, die in einer Wiese ähnliche mit Gras bewachsene Horste bauten. Aber wenn ich mich richtig erinnere, waren dies sehr kleine Ameisen.

      Diesen kleinen, ca. 6cm langen Schädel habe ich auch gefunden.
      Welche Tierart käme dafür eventuell in Frage?






      In einer Woche möchte ich noch einmal in dieses Gebiet fahren und schauen, ob ich doch noch Küchenschellen und Quendelschnecken finde – und vielleicht blühende Orchideen. Ich freue mich schon.

      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Rosmarie schrieb:

      Aber ich hatte Angst, mir meinen Hals zu brechen
      Vorsicht ist besser als..... ich habe ja selber die Erfahrung gemacht. Ein falscher Schritt und 2 Monate Krücken und Heimarrest waren die Folge.

      [i][b]"In einer Woche möchte ich noch einmal in dieses Gebiet fahren und schauen, ob ich doch noch Küchenschellen und Quendelschnecken finde – und vielleicht blühende Orchideen[/b][/i].


      Wahrscheinlich für blühende Orchideen noch zu früh. Besser wäre ab Mitte April (Orchis mascula).



      Und hier noch ein Dokumentenlink zum Landesamt für Umwelt RLP: NSG Album Weihertalkopf


      Viele Grüße


      Dirk
    • Rosmarie schrieb:

      Sie hatten die Größe kleiner Roter Waldameisen. Aber bauen die auch solche Horste?

      Werner hatte einmal einen Bericht gebracht über Ameisen, die in einer Wiese ähnliche mit Gras bewachsene Horste bauten. Aber wenn ich mich richtig erinnere, waren dies sehr kleine Ameisen.
      Liebe Rosmarie ,

      In meinem Fall war es die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) ,die ist aber eher nur halb so groß wie die rote Waldameise .

      Rosmarie schrieb:

      Diesen kleinen, ca. 6cm langen Schädel habe ich auch gefunden.
      Welche Tierart käme dafür eventuell in Frage?
      Ich kann diese Bilder nicht öffnen .
    • Lieber Dirk,

      dein Link ist einsame Spitze! Dort kann man alles nachlesen und finden, was ich gern wissen wollte, überhaupt, worüber sich jemand in Bezug auf dieses NSG informieren möchte.
      Was ich sehr interessant finde, ist, dass bei den dort vorkommenden Tierarten in Bezug auf die Schnecken nur noch die Weinbergschnecke genannt wird. Gut, die kommt dort wirklich sehr häufig vor. Aber da dort die von mir auch gefundene Weiße Heideschnecke nicht genannt wurde (nicht mal die ebenfalls vorhandenen, aber überall vorkommenden Bänderschnecken), bin ich etwas verwirrt.
      Ich warte nun mal, was Wolf zu meinen Bildern meint. Dann werde ich mich - falls er das auch für sinnvoll hält - mit einem der in deinem Link genannten Naturschutzwarte in Verbindung setzen.

      Ich danke dir sehr für diesen Link. Der ist eine Offenbarung für mich! :18:

      Ich werde versuchen, über das Landesamt für Umwelt RLP noch andere Naturschutzgebiete zu finden. Dankeschön!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Albabsucher schrieb:

      In meinem Fall war es die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) ,die ist aber eher nur halb so groß wie die rote Waldameise .
      Lieber Werner,

      danke für deine Antwort. Ich hatte auch in Erinnerung, dass deine Gelben Wiesenameisen klein waren.
      Leider weiß ich nicht, ob meine wirklich Rote Waldameisen sind, denn ich kenne mich damit nicht aus. So mitten auf einer Wiese finde ich die schon eigenartig...
      Was ich interessant fand, war, dass um die Mitte, wo sich die Ameisen sonnten, eine bestimmte weiß blühende Pflanze wuchs, woanders nicht. Ich vermute, dass diese Ameisen deren Samen gesammelt hatten, von denen nun im Frühjahr viele austrieben???

      Kannst du nur die Schädelbilder nicht öffnen, aber die anderen?

      Bitte an alle: Sagt mir bitte, ob ihr die Bilder seht!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Rosmarie schrieb:

      Bitte an alle: Sagt mir bitte, ob ihr die Bilder seht!
      Liebe Rosmarie ,jetzt sehe ich deinen Hasenschädel (Kaninchen ?) und die roten Waldameisen .

      Rosmarie schrieb:

      Ich vermute, dass diese Ameisen deren Samen gesammelt hatten, von denen nun im Frühjahr viele austrieben???
      Ja, die Sammeln Samen und Früchte .z.B.Wacholderbeeren .
    • Lieber Martin, Dirk, Werner und Peter, danke für eure Antworten zum Bilder-Sehen.

      Lieber Dirk, vielen Dank auch für deine neuen Links! Du machst mir eine Riesenfreude damit. Die gucke ich später in Ruhe an. Die bringen mich mit Sicherheit weiter. :28:

      Lieber Werner, ja, das könnte ein Kaninchen oder ein Hase gewesen sein. :ups: An Kaninchen hatte ich einfach nicht gedacht. Vorne die Nagezähne und hinten die zum Zerreiben des Futters... Kaninchen gibt es dort mit Sicherheit.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)