Auf Flügeln durchs Jahr 2020

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    • Liebe Sabine,

      Sabine Flechtmann schrieb:

      damit hast du recht, aber die Realitäten zeigen es anders.
      Du sagst es!

      Wenn es so weiter geht, kann ich meinen Weinköder auch bald vergessen.

      Es gibt mehrere neue Nachbarn, die sogar da "sauber" machen, wo sie gar nicht zuständig sind.
      Gestern war hier ein Riesenlärm. Da wurden von denen hier die Wegraine (z.T. Altgrasbestände, wichtig für die Falterentwicklung) mit Motorsense gemäht; da, wo die Stadt selten hinkommt.

      Ich dachte, ich bin im falschen Film.

      Überhaupt hat der Motorenlärm hier in den letzten Jahren exponentiell zugenommen.

      Sollten die mal vor meinem Haus erscheinen (dort lasse ich am Zaun dorftypische Vegetation gedeihen), dann weiß ich nicht, was ich machen werde. Der Stadt ist das nämlich wohl sch... egal.

      Soweit zur Umweltbildung. Die gibt es nämlich nur bei ganz Wenigen.

      Viele Grüße
      Burkhard
    • Der Kleine Feuerfalter ist hier sehr zahlreich vorhanden und fliegt und fliegt und fliegt.
      Im Jahr 2018, wo es so lange so warm und trocken war, konnte ich bis Anfang Dez. noch den letzten Falter sehen, einfach, weil die Plusgrade das hergaben.

      Tolle Falter, die Du zu sehen bekommst, und dann auch wir!

      LG Ulrike
      Begeisterte photographische Beobachterin der lebendigen Natur

      Gartenphilosophin, Autorin
    • Lieber Burkhard,
      ja, diese ordnungsliebenden Nachbarn, die Gemeinschaftsflächen zwischen den Garagenhöfen pflegen, indem möglich viel möglichst kurz abgeschnitten wird, die haben wir hier auch. Aber die Stadt hat auch wieder das Straßenbegleitgrün gemäht, soweit wie es nur irgendwie ging und kein Hälmchen übrig gelassen. Es ist zum K##zen. Vor deinem Haus kannst du die Nachbarn doch wegschicken oder mit ihnen ins Gespräch kommen und ein bißchen Begeisterung für Natürliches transportieren und so ein bißchen Umweltbildung vermitteln. Ein Versuch wäre es wert.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Ulrike,
      wenn der Kleine Feuerfalter bei dir noch häufig ist, darfst du dich freuen. Auch bei mir vor der Haustür gab es ihn vor 10 Jahren noch häufiger als heute, allerdings nicht eben häufig. Dieses Jahr habe ich hier keinen einzigen gesehen. Der Hauhechelbläuling ist auch weg. Wie vieles, vieles andere auch.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      Liebe Ulrike,
      wenn der Kleine Feuerfalter bei dir noch häufig ist, darfst du dich freuen. Auch bei mir vor der Haustür gab es ihn vor 10 Jahren noch häufiger als heute, allerdings nicht eben häufig. Dieses Jahr habe ich hier keinen einzigen gesehen. Der Hauhechelbläuling ist auch weg. Wie vieles, vieles andere auch.
      Darüber freue ich mich tatsächlich, ich mag ihn gerne, den kleinen Kerl,
      Was ich aber auch feststelle, ist, dass die Jahre sehr unterschiedlich z.B. im "Schmetterlingsbesatz" ausfallen.
      Flechtenbären habe ich in diesem Jahr keine gesehen, auch die Braundickkopffalter waren nicht da, sonst beide Arten häufige Gäste.
      Meine Freunde, die Graszünsler waren im letzten Jahr in Scharen hier, in diesem Jahr gesehen, aber eher in bescheidenen Massen.
      Dafür die Tagpfauenaugen, die haben im Moment ihren Massenauftritt, dafür im Frühjahr nicht wie sonst zu sehen.

      Spannend wird es also im nächsten Jahr mit seinen Wettern.

      Uns bleibt ja nicht viel mehr als Lebensmöglichkeiten zu schaffen, zu erhalten und zu hoffen.

      LG Ulrike
      Begeisterte photographische Beobachterin der lebendigen Natur

      Gartenphilosophin, Autorin
    • Liebe Naturfreunde,
      16.09.2020 (Rügen)
      Hellbraune Staubeule - Hoplodrina ambigua


      Schilfrohr-Wurzeleule - Rhizedra lutosa #female




      Graubraune Frühherbsteule - Ammoconia caecimacula
      Kopf - Apex 24 mm. #Neu4me
      Über diesen Falter hatte ich mich sehr gefreut, die Art kommt in allen Bundesländern vor, ist in Schleswig-Holstein aber sehr selten. Aber ist ja ein Fund aus Mecklenbur-Vorpommern, dort nach Roter Liste ungefährdet. Blöderweise hatte sich auf meiner Kamera die Bildqualität umgestellt, was ich nicht bemerkt hatte; so wurden die Fotos nur im kleinen Format auf den Chip gehievt. Echt ärgerlich.




      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Naturfreunde,
      18.09.2020 (Rügen)
      Zackeneule - Scoliopteryx libatrix




      Kleiner Feuerfalter - Lycaena phlaeas
      Sie waren fast immer an gelben Blüten zu finden.


      Die Ferienwohnung lag am Rande eines Naturschutzgebiets. Überhaupt gibt es auf Rügen jede Menge Naturschutzgebiete.


      Da leuchtete etwas an den Gräsern:


      Gemüse-Eule - Lacanobia oleracea
      5 cm






      Weiden-Saumbandspanner - Epione repandaria
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Sabine,

      Sabine Flechtmann schrieb:

      Vor deinem Haus kannst du die Nachbarn doch wegschicken oder mit ihnen ins Gespräch kommen und ein bißchen Begeisterung für Natürliches transportieren und so ein bißchen Umweltbildung vermitteln. Ein Versuch wäre es wert.
      Alles schon versucht. Zumindest hier in mener Ecke zwecklos. Ich hatte ja schon ein paar mal geschrieben, was ich mir anhören musste. Die Mehrheit hat das sagen, und die will es "sauber", besser gesagt tot und steril. Da kann man noch so viele Argumente anbringen.

      Beispiel Artenvielfalt: "Alles nur Unkraut, weg damit; deine Igel scheissen mir den Rasen voll, die müsste man alle
      totschlagen ... usw. Jemand, der sich für Naturschutz einsetzt wird da ganz schnell zum Aussenseiter.

      Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es im Umfeld von z.B. Universitätsstädten aufgrund "gegenseitiger intellektueller Befruchtung" eine größere Aktzeptanz bei diesen Themen gibt. Hier bei mir sind, bis auf einige Ausnahmen, solche Erkenntnisse noch nicht eingesickert bzw. werden ignoriert.
      Ich kenne Leute, die im Garten eigentlich gerne mehr für den Artenschutz machen wollen. Aber: Ja nichts falsch machen, sonst gehöre ich nicht mehr dazu. Das ist Gruppenzwang und den kann man gerade in Wohngebieten mit Gärten wunderbar erforschen: Der "Deutsche Gartenzwerg" gibt, entgegen aller wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Richtung vor!

      In einem Leserbrief in einer großen niedersächsischen Zeitung hatte ich vor ein paar Monaten dieses Thema mal aufgegriffen. Im Abdruck fehlten leider einige kritische Passagen, unter anderem diese abschließende (frei nach Martin Luther):

      "Und wenn morgen die Welt unterginge,
      würde ich noch heute meinen Rasen mähen!"

      Viele Grüße
      Burkhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von burki ()

    • burki schrieb:

      Beispiel Artenvielfalt: "Alles nur Unkraut, weg damit; deine Igel scheissen mir den Rasen voll, die müsste man alle
      totschlagen ... usw. Jemand, der sich für Naturschutz einsetzt wird da ganz schnell zum Aussenseiter.

      [...]

      In einem Leserbrief in einer großen niedersächsischen Zeitung hatte ich vor ein paar Monaten dieses Thema mal aufgegriffen. Im Abdruck fehlten leider einige kritische Passagen, unter anderem diese abschließende (frei nach Martin Luther):

      "Und wenn morgen die Welt unterginge,
      würde ich noch heute meinen Rasen mähen!"

      Viele Grüße
      Burkhard
      Moin...

      Als meine Frau mit unserer Nachbarin neulich darüber sprach, daß in dem Hügel aus Baumabschnitt hinter der Birke der Igel überwintert, kam gleich völlig pikiert: "Was... sie haben einen igel im Garten... :eek: !?"
      Tja und überhaupt auch noch ne Birke auf dem Grundstück: "Die machen doch nur Dreck !"

      Ich wollte schon mal fast antworten: "Dreck ist, daß der Steuerzahler für die Pension ihres Mannes (Amtgerichtler) aufkommen muß, während die übrige Bevölkerung mit der "Umlaufrendite" der Rentenkasse zurechtkommen muß... :60: !"
      Lasse ich erst mal. Hebe ich mir auf... :D

      Nee, wir machen unser Ding hier mit der Natur so weiter und lassen uns da garnicht mehr stören. Seit über 30 Jahren jetzt.

      Nach dem Motto: "Was interessiert mich das Geschwätz der Leute und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt sich´s völlig ungeniert !"

      Da kommt der Revoluzzer in mir durch... :D
      Peter
    • Waldgeist schrieb:

      ee, wir machen unser Ding hier mit der Natur so weiter und lassen uns da garnicht mehr stören. Seit über 30 Jahren jetzt.

      Nach dem Motto: "Was interessiert mich das Geschwätz der Leute und ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt sich´s völlig ungeniert
      Ich mach auch das, was ich für richtig und notwendig halte, auch wenn ich manchmal lieber hier wegziehen würde. Aber mein Wohnort: Das ist überall. Von daher bleiben wir erstmal hier; ein wenig Natur gibt es ja noch. Nur die alten Gärten, die verschwinden mit jedem Neuzuzug.

      Mir tut es für die vielen Pflanzen- und Tierarten leid, die völlig sinnlos in hunderttausenden Deutschen Gärten, an Wegrainen und Straßenböschungen (Gesamtfläche = ENORM) ihre Lebensgrundlage verlieren und das völlig unnötig und Sinnfrei.

      Viele Grüße
      Burkhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von burki ()

    • Liebe Naturfreunde,
      wenn man erstmal anfängt, das Naturinventar kennenzulernen und es über mehrere Jahre beobachtet, dann freut man sich über jede Art, die einem noch nicht begegnet ist. Aber zusammenfassend ist es unglaublich frustrierend, wenn man letztlich nur den Artenschwund dokumentieren kann. Das ist hier bei mir vor der Haustür nicht anders als in meiner Wahl-Zweitheimat, wo eine Vielzahl an Raritäten des Bundeslandes Salzburg dem Wintersport-Mammon geopfert wurde.
      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Naturfreunde,
      21.09.2020 (Rügen)
      Dunkelgraue Nessel-Höckereule - Abrostola triplasia
      Die habe ich auch nur dreimal gefunden: 2011 in Norderstedt, 2014 im Solling und jetzt 2020 auf Rügen.




      Violett-Gelbeule - Xanthia togata


      Liebe Grüße

      Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
      aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
      Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)
    • Liebe Sabine,

      Sabine Flechtmann schrieb:

      Aber zusammenfassend ist es unglaublich frustrierend, wenn man letztlich nur den Artenschwund dokumentieren kann.
      ich beobachte das ja schon seit den 80er Jahren. Mit wenig Aufwand könnte man einiges zum positiven ändern, aber die Ignoranz gegenüber der Tatsache einer immer mehr verarmenden Natur ist für mich das wahre Armutszeugnis unserer Gesellschaft. Irgendwann wird uns das mit aller Macht um die Ohren fliegen.
      Alles dazu ist bekannt. Während Corona (zu Recht) mit allen Mitteln bekämpft wird, scheint diese, zusammen mit der Klimaerwärmung vielleicht weitaus größere Gefahr, weit weg zu sein.

      Mal als Biologe und von aussen betrachtet:
      Evolutionsgeschichtlich ist der Mensch eine plündernde, ausbeutende und invasive Spezies mit extremen Vermehrungsdrang. Früher zum Arterhalt sinnvoll, heute bei bald 10 Milliarden Individuen eine Katastrophe für den Planeten. Bevor wir uns "Homo sapiens" nennen dürfen, also der "Weise, Intelligente Mensch" müsen wir noch einiges dazu lernen (falls wir dazu kommen).

      Viele Grüße
      Burkhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von burki ()

    • burki schrieb:

      Während Corona (zu Recht) mit allen Mitteln bekämpft wird, scheint diese, zusammen mit der Klimaerwärmung vielleicht weitaus größere Gefahr, weit weg zu sein.
      Zu Anfang der Corona-Krise dachte ich noch, daß diese einen gewissen Lern-Impuls auslösen könnte. Bei aufnahmefähigen Personen wird es sogar so gekommen sein. Aber die Masse will weiter Mallorca, Overtourism, Plastikmüll und ungebremstes Wachstum. Leider... :(
      Peter
    • Waldgeist schrieb:

      Zu Anfang der Corona-Krise dachte ich noch, daß diese einen gewissen Lern-Impuls auslösen könnte. Bei aufnahmefähigen Personen wird es sogar so gekommen sein. Aber die Masse will weiter Mallorca, Overtourism, Plastikmüll und ungebremstes Wachstum. Leider...
      Rate mal, weshalb es Viren so leicht haben ... :eek:

      Peter, lass uns diese interessante Diskussion vielleicht irgendwann in einem anderen Thread fortführen. :)

      Sabine will uns bestimmt noch einige Falter zeigen!

      Viele Grüße
      Burkhard