Echter Wasserschlauch (Urticularia vulgaris)

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    • Echter Wasserschlauch (Urticularia vulgaris)

      Diese faszinierende ,fleischfressende Pflanze hab ich vor ein paar Jahren auf dem Härtsfeld entdeckt.
      Damals waren mir noch keine Makros möglich .
      Jetzt bin ich da nochmal ,hin um sie näher unter die Lupe zu nehmen.

      Wenn sie blüht ,sind ihre aus dem Wasser ragenden Blüten leicht zu erkennen.





      Interessant wird es erst unter Wasser ,da hängt noch ein guter Meter Pflanze dran und der hats in sich

      Ein kleiner Ableger von dem Strang wanderte ins Glas um die Fangblasen bei Lichte zu betrachten
      Eine Pflanze hat Hunderte dieser Fangblasen mit welchen sie kleine Lebewesen bei Berührung ihrer Klappe in wenigen Millisekunden einsaugt.

      rechts die Klappe mit den Borsten

      sie ist geschlossen

      manche Partien des Stranges hatten dunkle Blasen ,manche Partien nur helle











      beste Grüße Werner

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Albwanderer ()

    • Lieber Werner,

      boh, sind das grandiose Aufnahmen! Es ist unglaublich, wie gut man auf deinen Fotos diese Fallen des Wasserschlauchs erkennen kann. Ich habe im Fernsehen schon gesehen, wie darin ein Wasserfloh eingesaugt wurde. Aber selbst wenn man es in Zeitlupe gezeigt bekommt, so kann ich mir bei dir mit noch viel mehr Muße und Genauigkeit diese Fallen ansehen. Die haben eine interessante Struktur auf der Oberfläche. Wie "geeistes" Glas! Und wie durchsichtig und dünnwandig die sind!

      Hier gibt es öfters mal Wasserschlauch. Ich erkenne den nur an den schönen Blüten. Aber auch die kann ich bei dir zum ersten Mal genau angucken! :ups:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Kannst Du die Wasserschlaucharten wirklich sicher ansprechen? Die Utricularia vulgaris gehört meines Wissens zu einem Artkomplex bestehend aus drei Arten, die alles andere als leicht auseinander zu halten sind (U. vulgaris, U. intermedia und U. minor - wenn ich es richtig im Kopf habe). Ich frage einfach deshalb, weil es, solltest Du es können, an dieser Stelle ausgesprochen spannend wird.

      Es gibt eine Alticinae (Familie Chrysomelidae, Unterfamilie Alticinae - Springblattkäfer), die sich an Utricularia, und zwar voraussichtlich genau an den drei Arten des Komplexes entwickelt. Das heißt, der kleine, komplett schwarze Käfer lebt unter Wasser an der Utricularia. Am leichtesten zu finden, wenn im unmittelbaren Bereich der Utricularia Schwingböden sind. Dann kann man die Käfer zeitig im Frühjahr aus der Überwinterung im Schwingboden locken, in dem man sich ein wenig mit dem Schwingboden absinken lässt, auf diese Art und Weise die Hohlräume des Schwingbodens mit Wasser füllt und die Käfer zwingt an die Oberfläche zu kommen, da sie ja nicht ertrinken wollen. Ich habe diese Art in einem einzigen Biotop in meiner Umgebung gefunden, die Utricularia bisher aber nicht genau bestimmen lassen. Ich habe mit vielen Kollegen gesprochen, die zum Teil seit mehreren Jahrzehnten nach diesem L. nigerrimus suchen, ihn aber wohl nicht finden, weil es immer die falschen Utricularia sind. Es wäre also ggfs. spannend festzustellen, ob dort bei Dir L. nigerrimus vor kommt.

      Um was für ein Biotop handelt es sich? Moor oder sumpf, oder einfach nur ein Gewässer?

      Viele Grüße
      Klaas
    • Klaas Reißmann schrieb:

      Kannst Du die Wasserschlaucharten wirklich sicher ansprechen?
      Hallo Klaas ,

      Ich habe mich ausschließlich an Band 5 "Farn und Blütenpflanzen BWs "orientiert .
      Mit einiger Sicherheit handelt es sich um U.vulgaris der allerdings an meinem Fundort nicht eingezeichnet ist.
      Für U.minor kenne ich einen Ort - die Hülbe ist aber verlandet -er hat eine andere Blütenform.
      Ausserdem kenne ich mehrere Standorte von U.australis ,dessen Blüte sieht aber ganz anders aus.
      U.intermedia hat auch eine andere Blütenform.

      Der Standort ist eine ehemalige Bohnerzgrube welche mit Wasser vollgelaufen ist.
      Unter den Pflanzen kommt also nur der eisenhaltige Boden .

      Ob das dem Käfer gefällt ?
    • Lieber Werner,

      bei mir war dieses Wasserfloheinsaugen in einem Dokumentarfilm zu sehen. Ich habe die gleiche Sequenz sogar schon mehrfach gesehen. Aber das scheint es öfter zu geben, dass ein Naturfilmer besonders gelungene Teile entweder später noch in einen anderen Film mit neuem Schwerpunkt einfügt oder sonstwie doppeltverwendet, ganz sicher auch als Video...

      Bei deinen Bildern faszinieren mich die Fühler neben der Öffnung. Nun ist mir auch klar, woher der Wasserschlauch weiß, wann er saugen muss.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Rosmarie schrieb:

      Bei deinen Bildern faszinieren mich die Fühler neben der Öffnung. Nun ist mir auch klar, woher der Wasserschlauch weiß, wann er saugen muss.
      Irgendwo hab ich gelesen ,daß dieser Saugvorgang in 2 Millisekunden abgeschlossen sei.
      Die Blase baut im Innern langsam einen Unterdruck auf ,welcher nach Auslösen der Klappe
      das Wasser mit der Beute schlagartig einsaugt.

      Egal welche Art der Gattung mich fasziniert diese Eigenart der Wasserschläuche .

      Rosmarie schrieb:

      Bei deinen Bildern faszinieren mich die Fühler neben der Öffnung.
      Ich freue mich auch immer noch über den Rat von @strid ,den Raynoxvorsatz zu kaufen.
      So nah kam ich vorher nicht ran.
    • Klaas Reißmann schrieb:

      Keine Ahnung. Versuch macht kluch. Wird aber nicht einfach ihn zu finden, wenn es ihn gibt, weil man ihn in der Utricularia schnell übersieht.
      Also wenn er sich im Gewirr der über einen Meter langen Sprossachsen befindet ,wird er ziemlich sicher mit dem ganzen Strang herausgezogen.
      Er sitzt quasi schon im Netz. :D
      Er wird doch nicht ins freie Wasser abhauen.

      Du hast mein Interesse geweckt - mal sehen !

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Albwanderer ()

    • Hallo Werner,

      wieder eine sehr interessante Dokumentation,hervorragend bebildert! :alright: :alright: :alright: :alright: :alright:
      Wie groß sind denn diese Fangblasen?

      Albwanderer schrieb:

      Ich freue mich auch immer noch über den Rat von @strid ,den Raynoxvorsatz zu kaufen.
      So nah kam ich vorher nicht ran.
      Nachdem ich den ersten Raynoxvorsatz verloren hatte,habe ich mir kürzlich noch mal einen geleistet und an die P 900 angesetzt.
      Und muß sagen,daß damit sogar schon nach kurzer Einarbeitungszeit erstaunlich gute Makros erstellt werden können.Was du uns ja auch schon öfter bewiesen hast. :)
      Die Kombination dieser zoomstarken (von mir sonst nicht soooo geliebten) Kamera und dem Vorsatz ist wirklich sehr gut.
      Viele Grüße
      Uwe

      "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






    • Moosfreund schrieb:

      Die Kombination dieser zoomstarken (von mir sonst nicht soooo geliebten) Kamera und dem Vorsatz ist wirklich sehr gut.
      Du sagst es ,Uwe

      Ich trage mich mit dem Gedanken ,genau diese Kamera wieder zu kaufen wennn die jetzige den Geist aufgibt !
      Dieses Equipment reicht mir völlig aus.

      Die Fangblasen sind so 2 - 4 mm bei dieser Art.
    • Albwanderer schrieb:

      Klaas Reißmann schrieb:

      Keine Ahnung. Versuch macht kluch. Wird aber nicht einfach ihn zu finden, wenn es ihn gibt, weil man ihn in der Utricularia schnell übersieht.
      Also wenn er sich im Gewirr der über einen Meter langen Sprossachsen befindet ,wird er ziemlich sicher mit dem ganzen Strang herausgezogen.Er sitzt quasi schon im Netz. :D
      Er wird doch nicht ins freie Wasser abhauen.

      Du hast mein Interesse geweckt - mal sehen !
      Wie gesagt: die sind echt klein (ich glaube so 2 mm) und relativ rundlich, so dass man sie in dem Pflanzengewirr schnell übersieht. Ich habe sie einmal mit der Keschermethode gesucht und dabei zwei Tiere gefunden, dafür aber recht viel Wasserschlauch raus holen müssen.

      Viele Grüße
      Klaas
    • Albwanderer schrieb:

      Hallo Silke ,

      Solch raffinierte Fangmethoden begeistern mich ungemein ,dann will ich gerne näher ran um zu sehen wie das genau aussieht.
      Aber auch sichtbare Beweise ,wie "dein" Neuntöter die Maus aufgehängt und verfüttert hat ,sind für mich ,der nicht alles glaubt was
      (ab)geschrieben steht ,sehr wichtig .
      Was denn nu'? Gucken oder nicht gucken? :D