Eifelorchideen 4.6.2019

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Eifelorchideen 4.6.2019

      Ich habe gestern dann doch den freien Tag genutzt und bin eine größere Runde durch die Eifel marschiert. Nach den bescheidenen Funden auf Wacholderheiden in Oberfranken und den spärlichen Orchideenmeldungen aus anderen Regionen war ich allerdings wenig zuversichtlich. Damit lag ich allerdings so etwas von daneben...

      Los ging es - wie meist - in Ripsdorf. Im Kalksumpf war noch nicht viel los, allerdings blühten dort noch ein paar wenige Exemplare Dactylorhiza maculata - Geflecktes Knabenkraut











      Also weiter Richtung Alendorf. An einem Feldweg liegt eine kleine Trockenwiese, auf der einige Orchideenarten wachsen. Und tatsächlich blühte dort einiges...







      Die ersten Ophrys insectifera - Fliegen-Ragwurz






      Coeloglossum viride - Grüne Hohlzunge kannte ich mit ein paar wenigen Exemplaren von einem anderen Standort bei Ripsdorf, hier hatte ich sie allerdings noch nie gesehen. Und dann gleich dutzende.






      Im Schatten der Kiefern blühten noch ein paar Platanthera chlorantha - Grünliche Waldhyazinthe







      Gymnadenia conopsea - Mücken-Händelwurz fing gerade an zu blühen, die var. alba, die ich dort vor einigen Jahren gefunden habe, war leider nicht dabei.







      Und hier gab es auch das erste Exemplar von Orchis anthropophora - Ohnsporn. Dessen Bestände scheinen sich gut zu entwickeln, später fand ich dann noch deutlich größere Vorkommen.






      Ein paar Meter weiter standen vor Jahren unzählige Orchis ustulata - Brand-Knabenkraut. Nach den kümmerlichen Exemplaren in Franken hatte ich nicht viel erwartet, fand allerdings hunderte Exemplare, eins schöner als das andere.









      Weiter Richtung Alendorf. Am Waldrand standen noch einige noch nicht verblühte Exemplare Orchis mascula ssp. mascula - Männliches Knabenkraut









      Und im Schatten ein blühendes Cephalanthera damasonium - Weißes Waldvöglein






      Dann ging es hoch auf den Kalvarienberg







      Die Ophrys insectifera - Fliegen-Ragwurz war dieses Jahr relativ spärlich vertreten...






      ... und auch das eine Exemplar Orchis militaris - Helm-Knabenkraut war nicht ganz so imposant wie sonst.







      Über Feusdorf ging es dann weiter Richtung Hippelsteinchen bei Birgel. Den Anblick kennt wohl jeder Orchideenfreund, der schon mal in der Eifel war.









      Der Vollständigkeit halber Listera ovata - Großes Zweiblatt






      Das stattliche Exemplar Orchis militaris - Helm-Knabenkraut, das dort am Schützengraben wächst.






      Und nach geschlagenen fünf Jahren zeigte sich in der Ecke auch tatsächlich wieder Ophrys holoserica - Hummel-Ragwurz, diesmal sogar mit fünf Exemplaren! Daneben jede Menge Fliegenragwurz, dutzende Ohnsporne und ein Weißes Waldvögelein.



      In girum imus nocte et consumimur igni

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Waldgänger ()

    • Der Rückweg ging dann durch das Lampertstal. An einer Bank wollte ich ordnungsgemäß meinen Müll in einer ziemlich zerbeulten Mülltonne entsorgen, habe das dann aber doch lieber gelassen...






      Weiter durchs Lampertstal. Der dicke Brummer, der sich direkt vor mir niederließ, müsste eigentlich das Taubenschwänzchen sein.






      In den Feuchtwiesen standen noch einige Exemplare Dactylorhiza majalis - Breitblättriges Knabenkraut.






      Und nach einem opulenten Mahl bei Breuer war's das auch wieder. Insgesamt 13 Orchideenarten auf knapp 30 km Marsch hätte ich nie und nimmer erwartet. Falls also jemand dieses Jahr noch eine Orchideentour in die Ecke planen sollte - jetzt wäre genau der richtige Zeitpunkt!

      Beste Grüße

      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Die O. militaris auf dem Kalvarienberg kam mir immer etwas komisch vor - nach etwas Recherche bin ich mir nun sicher, dass es sich hierbei um keine reine Orchis militaris, sondern um den Hybriden Orchis militaris X Orchis anthropophora = Orchis × spuria handelt. Vor allem dieser komische, knubbelige, kurze Sporn spricht m.M. sehr dafür... :71:



      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Hallo Markus,

      wunderschöne Bilder sind das! :)

      Von solchen Landschaften kann ich bei mir nur träumen.

      Waldgänger schrieb:

      und den spärlichen Orchideenmeldungen aus anderen Regionen war ich allerdings wenig zuversichtlich
      Scheinbar gibt es dieses Jahr große regionale Unterschiede, wie sich die Bestände mancher Orchideen (und anderer Tier-und Pflanzenarten) entwickeln.

      Viele Grüße
      Burkhard
    • burki schrieb:


      Scheinbar gibt es dieses Jahr große regionale Unterschiede, wie sich die Bestände mancher Orchideen (und anderer Tier-und Pflanzenarten) entwickeln.

      Hallo Burkhard - die frühen Orchideen waren auch sehr bescheiden. Anacamptis morio blühte wohl gar nicht, und Orchis mascula war deutlich zu klein und zu wenig. Den etwas späteren Orchideen scheint der Regen gut bekommen zu sein, auch wenn sie etwas später blühen als üblich.



      Kennst Du diese wunderbare Orchideenseite? Die nutze ich eigentlich immer, wenn ich unsicher bin. Hier kann man sich verschiedene Arten gegenüberstellen lassen, oder Hybriden mit den beiden Mutterarten vergleichen: orchis.de/orchis/docs/d002a.htm


      Dirk_GL schrieb:

      Hallo Markus,

      Tolle Ausbeute, da hat sich der lange Marsch gelohnt.
      Die Eifel ist immer für Überraschungen gut. Da habe ich im Mai für dieses Jahr zu früh gesucht.
      Mal sehen ob ich dieses Wochende noch hinfahren kann.

      Hallo Dirk! Der lange Marsch war eigentlich Hauptziel, daher auch nur Bilder mit der Taschenknipse. Eigentlich wollte ich knappe 50 km laufen, da kamen mir aber ein paar Orchideen dazwischen. Falls Du das dieses Wochenende schaffen solltest, solltest Du die meisten Orchideen in Vollblüte erwischen. Vielleicht findest Du ja die Gymnadenia conopsea var. alba. Und unter den ganzen Neotinea ustulata soll es auch ein paar wenige weiße Exemplare geben, das habe ich aber leider erst hinterher erfahren.


      Beste Grüße


      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni
    • Hallo Markus,

      nochmals Danke für deinen ausfürlichen Tourbericht. Ich habe heute zusammen mit Sabine (natura) ein ähnliche Tour gemacht.
      Start war ebenfalls am Kalksumpf bei Ripsdorf. Es folgte die Gegend bei Birgel (Hippelsteinchen) und zum Abschluß der Hönselberg.
      Trotz heftiger Windböen und überwiegend bdecktem Himmel war die Orchideenausbeute grandios.
      Große Händelwurz, Großes Zweiblatt, Grüne Hohlzunge, Bergwaldhyazinthe, Ohnsporn, Geflecktes Knabenkraut, Fliegenragwurz, Hummelragwurz, Bienenragwurz, Weißes waldvögelein, Pyramiden-Hundswurz.
      Bildbericht folgt demnächst.

      Viele Grüße

      Dirk
    • Hallo Markus,

      du hast schon so viel Begeisterung bei weit Kompetenteren als mir geweckt. So bleibt mir nur, mich anzuschließen... Für mich ist es unglaublich, was alles du entdeckt hast. Ich wusste nicht mal, dass in Deutschland so viele verschiedene Orchideen wachsen!
      Deine Bilder und Erklärungen sind Genuss pur! :ups:

      Im letzten Jahr war ich übrigens im Herbst auf dem Kalvarienberg und in den Wachholderheiden. Diese Landschaft hat mich selbst ohne Orchideen fasziniert!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Rosmarie schrieb:

      Im letzten Jahr war ich übrigens im Herbst auf dem Kalvarienberg und in den Wachholderheiden. Diese Landschaft hat mich selbst ohne Orchideen fasziniert!

      Hallo Rosemarie,

      Das kann ich völlig nachvollziehen. Wir hatten von Mitte der 70er bis Mitte der 80er Jahre ein Ferienhaus in Feusdorf, dort habe ich als Kind alle Ferien und die meisten Wochenenden verbracht.

      Viele Grüße

      Markus
      In girum imus nocte et consumimur igni