Wer legte diese Eier so schön im Kreis? Hausmutter (Noctua pronuba)

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    • Wer legte diese Eier so schön im Kreis? Hausmutter (Noctua pronuba)

      Hallo liebe Naturfreunde,

      vorerst meine letzte Bestimmungsanfrage für 2015. Am 10.09.2015 fand sich am Fliegengitter eines Fensters, das zur Terrasse geht (Rheinebene zwischen Heidelberg und Darmstadt), das Gelege einer unbekannten Insektenart. Überraschend fand ich den fast perfekten Kreis. Am nächsten Tag waren die Eier etwas gelber geworden. Bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, dass die Eier keine glatten Kugeln sind sondern gerieft, so dass sie aussehen wie ein Globus mit eingekerbten Längengraden. Da sich das Bild tagelang nicht änderte, verlor ich mit der Zeit das Interesse an dem Phänomen und kann daher nicht sagen, ob daraus etwas geworden ist.

      Liebe Grüße
      Peter

    • Moin, zusammen,
      die Anfrage hatte ich gestern Abend schon gesehen und spontan an die Hausmutter (Noctua pronuba) gedacht. Eier an Fliegengittern werden im Lepiforum schon gelegentlich mal angefragt, dieser nach menschlichen Maßstäben ungewöhnlich erscheinende Eiablageort scheint gar nicht so selten zu sein:
      lepiforum.de/lepiwiki.pl?Noctua_Pronuba

      Und Burkhard ( @burki ), deine Hausmutter ist richtig.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Hallo Silke und Sabine,

      Ihr habt meine Anfrage beantwortet. Im WWW gibt es einige Beiträge zu solchen Gelegen, immer ist es die Hausmutter, die nachgewiesen oder wenigstens vermutet wird. Mich würde interessieren, ob es auch andere (nachgewiesene) Verursacher dieses Phänomens gibt. Gelegentlich finden sich die Eier auch an Gardinen, die eine ähnliche Struktur wie Fliegengitter aufweisen. Was wohl die Hausmutter an solchen Oberflächen so besonders gut findet? Weiß man etwas über natürliche Substrate, die "mangels Fliegengitter" von der Hausmutter für die Eiablage genutzt werden? Auf anderen Bildern scheint die Hausmutter ihre Eier einfach so auf das Gitter zu bringen, bei mir war es ein recht gut geratener Kreis, ich hätte das Tierchen gerne dabei beobachtet.

      Wie so oft: Eine Frage beantwortet, neue tun sich auf.

      Liebe Grüße
      Peter
    • Lieber Peter,

      PeterPreus schrieb:

      Was wohl die Hausmutter an solchen Oberflächen so besonders gut findet? Weiß man etwas über natürliche Substrate, die "mangels Fliegengitter" von der Hausmutter für die Eiablage genutzt werden?
      das fragt man sich zu recht, wird aber darauf wohl keine Antwort finden. Normalerweise legen Falterdamen ihre an Pflanzen ab. Eine umfangreiche Liste der polyphagen Art findest du bei Tante Wiki:
      de.wikipedia.org/wiki/Hausmutter
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Liebe Sabine,

      es gibt doch einige Insekten, die ihre Eier unabhängig von ihren etablierten Raupenfutterpflanzen irgendwo ablegen. Im genannten Wikipedia-Artikel steht "Die Gelege werden an Zweigen, aber auch künstlichen Objekten wie Spanndrähten befestigt". So stelle ich mir vor, dass die Hausmutter, aus welchen Gründen auch immer, gerne möglichst dünne Zweige nutzt, daher auch anthropogene Zweige, nämlich Drähte. Wo aber ist die Zweig- oder Drahtdichte pro Fläche am größten? Auf Fliegengittern und Gardinen mit ähnlicher Struktur. Die Auslöser für tierisches Verhalten sind ja oftmals primitiv, aber hervorragend angepasst an die jeweilige Umwelt. Wenn sich dann die Umwelt durch menschliches Tun für die Tiere abrupt (in Maßstäben der Evolution gemessen) ändert, kommt es manchmal zu "Verhaltensauffälligkeiten".

      Ein ähnliches Beispiel ist für mich die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea). So gut wie überall kann man lesen, dass sie ihre Nester in (morsches) Totholz nagt (und auf sein Vorhandensein sogar angewiesen sei). Einzig bei "Amiet/Krebs Die Bienen Mitteleuropas" habe ich gefunden "bevorzugt in morschem Holz". Und wo nisten "meine" Holzbienen? Im eisernen Gestänge der Markisen auf der Terrasse! Die Öffnungen der Metallstreben sind nicht einmal rund, das stört aber anscheinend auch nicht, Hauptsache ist, das Loch ist weit genug für die großen Bienen. Selber nagen ist nicht mehr erforderlich (das erforderliche morsche Holz wäre auch gar nicht vorhanden).

      Liebe Grüße
      Peter
    • PeterPreus schrieb:

      Ein ähnliches Beispiel ist für mich die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea). So gut wie überall kann man lesen, dass sie ihre Nester in (morsches) Totholz nagt (und auf sein Vorhandensein sogar angewiesen sei). Einzig bei "Amiet/Krebs Die Bienen Mitteleuropas" habe ich gefunden "bevorzugt in morschem Holz". Und wo nisten "meine" Holzbienen? Im eisernen Gestänge der Markisen auf der Terrasse! Die Öffnungen der Metallstreben sind nicht einmal rund, das stört aber anscheinend auch nicht, Hauptsache ist, das Loch ist weit genug für die großen Bienen. Selber nagen ist nicht mehr erforderlich (das erforderliche morsche Holz wäre auch gar nicht vorhanden).
      Lieber Peter,

      als du vor einer Weile den "Brutplatz" eurer Blauen Holzbiene gezeigt hast, war ich sehr verblüfft, aber auch erfreut.
      Ich hatte - als ich sie früher einmal bestimmen wollte -nämlich auch überall gelesen, dass sie im morschen Holz ihr Nest anlegt.
      Mein erste Blaue Holzbiene ist aber auch unter einem Dachvorsprung eingehend auf der Suche gewesen. Meine zweite flog lange, lange an einer sehr hohen Weinbergsmauer mit natürlichen Fugen zwischen den Sandsteinen entlang und suchte und suchte...

      Deine Hausmutter-Eier finde ich sehr interessant und sogar hübsch anzusehen.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)