Ein Tag in der Vogelberingungsstation

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    • Ein Tag in der Vogelberingungsstation

      Gestern bin ich in die Südsteiermark gefahren, dort gibt es eine Vogelberingungsstation. Das wollte ich schon lange mal sehen.... ich bin früh hier weg. Eigentlich ginge die schnellste Strecke über Graz, aber da ist der Tunnel für längere Zeit nach einem LWK-Brand gesperrt.... also aussenrum.... und da es zeitlich gleich war, bin ich gleich ganz aussenrum über die Fischbacher Alpen, die Gegend kannte ich noch nicht und das war wunderschön dort.... vor allem, als die Sonne durch den Nebel kam... Da musste ich einfach ein paar Mal stehen bleiben...












      Um halb 9 war ich dann dort....

      Die gefangenen Vögel werden genau angeschaut, Gesundheit, Fettvorrat, die Grösse wird genau ausgemessen, das Geschlecht wird wenn möglich bestimmt, sie werden gewogen und beringt und dann wieder frei gelassen.... das war sehr spannend für mich und ich hab einiges gelernt....

      Zum Beispiel, dass Mönchsgrasmücken,die weiter weg in den Süden ziehen, deutlich längere Handschwingen haben, als die, die nur kurze Strecken ziehen... Hier eine mit langen Handschwingen, sie hatte auch schon einen gewissen Fettvorrat angelegt...



      Es gab diesmal keine Besonderheiten.... nur die üblichen Vögel...

      Heckenbraunelle





      Rotkehlchen





      Und auch eine Schwanzmeise war dabei







      Beutelmeisen waren auch herum, da haben wir leider keine gefangen...

      Was mir dann sehr leid tat war, dass ich zwei Stunden Heimweg hatte am Abend.... ich musste dann so ca. um halb 7 fahren, sonst wäre ich zu müde gewesen. Dabei haben sie an dem Abend, allerdings erst spät noch einen Ziegenmelker von der "Wildtiere in Not" Station bekommen, der war in Graz wo gegen eine Scheibe geflogen, hat sich aber wieder soweit erholt, dass er freigelassen werden konnte.... ich hätte den sooo gerne gesehen, aber die Frau von der Station konnte erst am späteren Abend kommen... :(

      Aber es war ein spannender Tag mit netten Leuten und herrlichem Wetter!
      LG Silke
    • Danke Euch! Ja, es war alles zusammen ein toller Tag!

      Werner schrieb:

      Hallo Silke,

      Der Umweg hat sich gelohnt - tolle Stimungen. :97:
      Du solltest öfters früher !

      Ja, da hast Du Recht.... Momentan gehts mir wieder besser, da schaff ich es wieder, ab und zu auch am Wochenende früher aufzustehen... Früher war das fast normal für mich... Leider spielt die Gesundheit da nimmer so mit, wie ich gerne täte...
      LG Silke
    • Liebe Silke,

      da haben wir ja was gemeinsam, ich war dieses Wochenende auch in einer Beringungsstation und auch zum ersten Mal.

      Unsere Anfahrt in die Forschungsstation Die Reit in Hamburg erfolgte am Samstag morgen. Ein Kollege von mir hatte mich und zwei Weitere für das Wochenende mitgenommen. Er bleibt noch etwa eine Woche.
      Wir haben Sonntag abend den Rücktritt angetreten und so 1 1/2 Tage miterleben dürfen. Unsere Ausbeute der von Sonnenauf- bis -untergang stündlichen Kontrollen waren 13 Vogelarten, die ich zwar nicht alle fotografiert habe, aber einige Leckerbissen kann ich hier auch noch ergänzen.
      Wir durften beinahe alles selber mitmachen. Die Kontrollgänge inclusive das vorsichtige Befreien der Vögel, wobei wir natürlich Hilfe hatten, wenn sich ein Vogel mal besonders verheddert hatte oder wir nicht weiter wussten. Es ist nämlich oft nicht leicht, zu erkennen, von welcher Seite die Vögel ins Netz geflogen kamen. Gerade die kleinen Vögel (Wintergoldhähnchen, Zaunkönig) schlüpfen dann mit Flügeln und Kopf durch die Maschen und dann wird es spannend beim Rausholen.
      Das Auswerten der Vögel wie schon Silke erklärt hat mit der genauen Datenaufnahme und dann auch das Freilassen.
      So ich spanne euch nicht länger auf die Folter:
      Rohrammer (Emberiza schoeniclus)
      Wintergoldhähnchen (Regulus regulus)
      Eisvogel (Alcedo atthis)

      Rotdrossel (Turdus iliacus)

      Buntspecht (Dendrocopus major)

      Und eine Heckenbraunelle (Prunella modularis) hab ich auch.

      Und für unsere wissenshungrigen Vogelfreunde noch ein netter Tipp wie man auch im Flug die Möglichkeit hat, Drosseln zu erkennen. Gerade Sing- Mistel- und Rotdrosseln sehen sich nämlich recht ähnlich. Ihre Flügelunterseiten sind jedoch unterschiedlich gefärbt. Die Misteldrossel hat silbrig graue ´"Achselfedern", die Singdrossel ockerbraune und die Rotdrossel rötliche. Die Misteldrossel hab ich aber leider nicht für meinen Vergleich, dazu muss ich wohl nochmal länger hin.
      Singdrossel (links)/ Rotdrossel (rechts)
      Beste Grüße,
      Stefan

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      Lifelist:
      Vögel (D):224, Bartmeise
      - (Welt): 247, Bartmeise
      - (Garten): 92, Löffelente
      - (2018): 209, Raubwürger
      Wirbeltiere (außer Vögel): 60, Schweinswal
      Wirbellose (nur extern bestätigte Lebendfunde): 330, Gemeine Wespe
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      schon der beginn mit den landschaftsfotos wäre grund genug in diesen thread rein zu klicken. dann kommen aber erst die eigentlichen fotos - liebe silke, ich freu mich mit dir mit, über dieses erlebnis und die wunderbaren aufnahmen davon

      lieber stefan, danke auch dir für deinen bericht. na der specht hat sich ja ordentlich gewehrt - den hätte ich nicht gern in der hand gehalten...

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    • Danke Euch für die Kommentare!

      @_Stefan_: klasse.... da habt Ihr ja andere Vögel gefangen als wir.... Specht und Eisvogel waren aber am Wochenende vorher. Man lernt wirklich viel dort....

      Wegen der Untersheidung der Drosseln, ich glaub, im Feld tut man sich eher schwer, die Farbe der Achselfedern festzustellen...
      LG Silke
    • Liebe Silke und Stefan,
      die Landschaftsbilder waren den Umweg allemal Wert, sie sind unglaublich stimmungsvoll. Dass der Besuch der Beringungsstationen erlebnisreich war, sieht man an den phantastischen Fotos. Sie sind wirklich ganz große Klasse und von bestechender Schärfe. Wann hat man/frau schon mal die Gelegenheit, so dicht an die Vögel heranzukommen? Eine echte Seh-Freude.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)