Was tun - Naturfreunde ?

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    • Lieber Werner und lieber Klaas,

      durch Werners unglaublich anschauliche Dokumentation und durch Klaas´ erklärende Kommentare, ist dies ein ganz besonders spannender Thread für mich. Wer von uns macht in seinem Alltag schon solche Beobachtungen?
      Dabei sind sowohl Spinnen als auch Wespen alltägliche Begleiter unseres Lebens. Aber als Otto Normalmensch wissen wir so gut wie nichts von ihnen.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Liebe Rosmarie und Netzinteressierte,

      Nachdem am 31.08. und 01.09 wegen der Kühle keine Aktivität am Wespennest zu spüren war und auch keine Veränderung am Netz bemerkt wurde,saß die Spinne gestern (01.09.) in ihrem Eck und zuzelte an Wespe 9.
      Was verwundert ,heute hing da ein neues Netz ,welches demnach heute Nacht bei 12 ° entstanden ist .
      Entweder wir haben die Zerstörung des Netzes durch Wespe 9 nicht bemerkt oder die Spinne hat "ohne Not" ein neues gebaut.


    • Eine Spinne muss reagieren. Die kam ja z.B. auch irgendwie aus dem Nichts bei Dir an. Vorher war keine Spinne da. Das heißt, dass die Spinne von irgendwo her gekommen ist, zu Fuß, da ja keine Flügel vorhanden sind. Das heißt, sie hat immense Risiken auf sich genommen, denn sie ist, so ohne Netz, absolut hilflos und unterschiedlichsten Gefahren ausgesetzt. Ich habe keine Ahnung, wie viele weibliche Kreuzspinnen (und auch andere Arten) auf diese Art und Weise ihr Leben verlieren, aber wenn man sieht, wieviel Kleinspinnen einem Eigelege entschlüpfen, würde ich sagen, dass der Verlust im Laufe des Jahres bei mehr als 90% liegen dürfte. Es ist also eine sehr gefahrvolle Wanderung, der die meisten spinnen finden auf diesen ihr Ende und nur selten im eigenen Netz. Das wiederum bedeutet, dass der Druck am vorherigen Platz ausgesprochen groß gewesen sein muss. Heißt: sie ist in der Eireifung, braucht deutlich mehr Eiweiße als z.B. für ihr eigenes Wachstum, und findet an ihrem alten Platz bei weitem nicht genug Beute im Netz. Heißt, sie muss abwandern, wenn sie sich vermehren will. Daraus ergibt sich, dass die Spinne sehr wohl unterscheiden kann, ob sie genug Beute fängt, oder aber eben nicht. Wenn dann nicht genug Beute im Netz ist, muss sie sich Gedanken machen warum nicht. Ich glaube nicht, dass die Spinne die Verknüpfung zwischen Temperaturen und Aktivität der Beute verknüpfen kann. Hingegen aber, dass mit ihrem Netz irgendwas nicht stimmen kann, wenn da nichts mehr rein geht. Also altes Netz abbauen und neues produzieren.

      Du weißt, welche Netze älter sind und welches das neue ist (auf Deinen Fotos). Wenn Du die Bilder miteinander vergleichst, kannst Du möglicherweise Unterschiede feststellen, die Rückschlüsse zulassen, wie fängig das jeweilige Netz war. Möglicherweise war das erste sehr viel engmaschiger gewebt, als das zweite und die nachfolgenden, so lange sie gute Beute gemacht hat. Das neue ist vielleicht wieder engmaschiger gewebt, weil ihr die Beute ausblieb und sie an der Konstruktion was geändert hat, was es fängiger machen sollte, unter der Annahme, dass ihr Netz das Problem ist und nichts anderes, das also ausreichend Beute vorhanden ist, nur die Netzkonstruktion nicht funktioniert.

      Es wäre noch spannend zu sehen, wenn es einen Kälteeinbruch gibt, der eine Woche oder noch länger anhält, ob die Spinne wieder abwandert und neue Jagdgründe sucht, weil es hier nicht mehr funktioniert.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Klaas Reißmann schrieb:

      Du weißt, welche Netze älter sind und welches das neue ist (auf Deinen Fotos). Wenn Du die Bilder miteinander vergleichst, kannst Du möglicherweise Unterschiede feststellen, die Rückschlüsse zulassen, wie fängig das jeweilige Netz war.
      Hallo Klaas ,

      Mit der Maus aufs Bild und du siehst Datum und Temperatur ! Das vorige Netz war wohl nicht so geeignet.Es wurde in einer windigen Nacht gebaut.

      Klaas Reißmann schrieb:

      Es wäre noch spannend zu sehen, wenn es einen Kälteeinbruch gibt, der eine Woche oder noch länger anhält, ob die Spinne wieder abwandert und neue Jagdgründe sucht, weil es hier nicht mehr funktioniert.
      ich bleib dran !

      Danke für deine Erläuterungen !
    • Lieber Klaas,

      auch ich bedanke mich für deine interessanten Ausführungen!

      Lieber Werner,

      gerade habe ich mir nochmal deine Bilder von deiner fetten Spinne auf Seite 2 angeschaut. Die haben mich damals schon völlig verblüfft. Deine dicke Mutti ist ja viel, viel größer als deine Wespen! Und Wespen sind ja auch nicht gerade kleine Insekten. Man könnte wirklich Angst haben, dass sie bald platzt.
      Ich erinnere mich, dass meine frühere Balkonkreuzspinne im Laufe des Sommers auch immer dicker und dicker wurde. Sie war übrigens auch ein verblüffend schlaues Vieh.
      Zunächst hat sie einen ihrer Spannfäden, an dem ihr Radnetz hing, immer an einem Pflanzenkübel von mir fest gemacht. Dort musste ich aber zum Gießen durch. Also habe ich immer wieder diesen einen Spannfaden kaputt gemacht. Plötzlich hatte sie es kapiert. Sie dachte sich eine raffinierte Konstruktion aus, damit sie das Festmachen an diesem Kübel umgehen konnte.

      Als sie dann sehr, sehr dick war, ist sie plötzlich verschwunden.
      Ich habe damals vermutet, dass sie ihre Eier irgendwo abgelegt hatte und nicht mehr an ihren alten Platz zurückgekehrt ist.
      Lieber Klaas, könnte das so gewesen sein? Oder stirbt sie nach der Eiablage? Oder hatte sie sich vermutlich nur einen anderen Platz gesucht?
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Rosmarie schrieb:

      Zunächst hat sie einen ihrer Spannfäden, an dem ihr Radnetz hing, immer an einem Pflanzenkübel von mir fest gemacht. Dort musste ich aber zum Gießen durch. Also habe ich immer wieder diesen einen Spannfaden kaputt gemacht. Plötzlich hatte sie es kapiert. Sie dachte sich eine raffinierte Konstruktion aus, damit sie das Festmachen an diesem Kübel umgehen konnte.
      scharf beobachtet ! :alright:

      Rosmarie schrieb:

      Deine dicke Mutti ist ja viel, viel größer als deine Wespen! Und Wespen sind ja auch nicht gerade kleine Insekten. Man könnte wirklich Angst haben, dass sie bald platzt.
      Vielleicht der Gatte und 9 Wespen - wer da nicht fett wird. :D

      Gestern hab ich diesen Kokon gefunden ,weiß jemand ,ob der zu einer Spinne gehört ?
    • Lieber Werner,

      dDer Kokon ist was anderes. Da war was parasitiert und die Parasiten haben den, zumindest zum Teil, bereits verlassen.

      Eikokon der Kreuzspinne sieht so aus: arthropods.de/arachnida/aranea…e/araneusDiadematus06.htm

      Liebe Rosmarie,

      es gibt viele Möglichkeiten. Ich weiß nicht, wie spät im Jahr Du Deine Spinne verloren hast. Denkbar ist, dass sie Eier gelegt hat und danach an Entkräftung gestorben ist. Denkbar ist auch, dass sie abgewandert ist. Ebenso denkbar, dass sie einem Räuber zum Opfer fiel. Man kann es nicht mit Sicherheit sagen.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • Werner schrieb:

      Vielleicht der Gatte und 9 Wespen - wer da nicht fett wird.
      Lieber Werner, ich lach mich krümelig! :25: (Tja, Spinne müsste man sein. Als Menschin komme ich mir doch sehr benachteiligt vor. :D )
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Klaas Reißmann schrieb:

      es gibt viele Möglichkeiten. Ich weiß nicht, wie spät im Jahr Du Deine Spinne verloren hast.
      Lieber Klaas,

      danke für deine Antwort. Die Spinne blieb im Herbst weg. Die Nächte waren schon öfters relativ kalt gewesen. Das weiß ich noch, weil sie dann sehr "schlampige" Netze gebaut hat.
      Dass sie einem Jäger zum Opfer fiel, halte ich für unwahrscheinlich. Das Netz war nämlich auf meinem Balkon im 9. Stock. Dorthin kamen so gut wie nie Vögel.

      Klaas Reißmann schrieb:

      Denkbar ist, dass sie Eier gelegt hat und danach an Entkräftung gestorben ist.
      Ich vermute, dass dies die Ursache war.
      Es tat mir damals sehr leid, meinen interessanten Gast verloren zu haben.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Gaby schrieb:

      Das ist eine wunderbar spannende Dokumentation. Bin schon gespannt, was sich im Lauf der nächsten Zeit noch bei dir unterm Dach tun wird.
      Auch ob du mit "Aussitzen" bis zum Absterben des Volkes durchkommen wirst. Wäre schön, wenn es so wird, allerdings ist das ja nicht ohne, wenn so ein Nest genau überm Hauseingang sitzt.
      Ja Gaby ,auch ich bin gespannt wie lange es noch dauert . Bislang können wir nicht klagen und derzeit ist wegen der niedrigen Temperatur
      sowieso nix los.Bis auf den Fingerstich beim Renekloden pflücken ist auch noch nichts passiert und da war die Wespe nicht schuld.

      Jeden Tag mehrmals mit dem Kopf etwa 30 cm unterm Nesteingang vorbei - da haben die nie reagiert.