Pfalz 2018: vielfältige Natur (nur keine Falter)

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    • Pfalz 2018: vielfältige Natur (nur keine Falter)

      Liebe Naturfreunde,
      die Pfalz ist sowas von artenreich, es ist eine schiere Freude. An der Burg Alt-Dahn fanden wir unsere ersten Mauer-Eidechsen. Ach, was sind die dort unten häufig!
      Burg Alt-Dahn
      Foto: HaWe


      Mauer-Eidechse - Podarcis muralis
      mehrere Exemplare








      sie können auch kopfüber:


      Ans Licht der Ferienwohnung kamen nicht nur Nachtfalter, sondern auch Käfer, Schnaken und Wanzen.
      Raubwanze Maskierter Strolch - Reduvius personatus
      Länge 18 mm. Der lustige deutsche Name kommt von der Larve, die sich mit vorhandenem Material der Umgebung wie Staubkörner, Sandkörner und ähnlichem bedeckt. Andreas Haselböck hat die Larve hier einmal als Rätsel gezeigt:
      Donnerstagsrätsel








      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Lieber Klaus,
      die Reise nach Dahn hat sich total gelohnt, es war so schön, dass ich eigentlich gar nicht wieder nach Hause wollte.
      Am Ende der Straße, an der unsere Ferienwohnung lag, befindet sich eine Sukzessionsfläche. Vor wenigen Jahren wurde dort der Wald gerodet, und nun wächst alles wieder zu. Mein neues Weitwinkelobjektiv kam hier zum Einsatz.
      Sukzessionsfläche in Neu-Dahn


      Hier traf ich auf zahlreiche Heuschrecken, die im Flug blau waren, persönliche Erstbegegnung:
      Blauflügelige Ödlandschrecke - Oedipoda caerulescens
      zwei Individuen.






      Und hier die bestimmungsrelevanten Details herausgehoben:
      Das Hinterbein hat eine Stufe


      und das Halsschild hat einen starken Kiel
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Teufelstisch

      Liebe Naturfreunde,
      der Teufelstisch ist schon ein imposanter Felsen:
      Teufelstisch
      2 Fotos von HaWe




      Der Teufelstisch wird auch streng bewacht, legt euch bloß nicht mit dem
      Kamel
      an.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Burg Trifels

      Liebe Naturfreunde,
      beim Aufstieg zur Burg Trifels war ich überrascht, diese Pflanze anzutreffen, aber es passt ins Verbreitungsbild:
      Schwarze Tollkirsche - Atropa bella-donna




      Die vielen Burgen in der Pfalz liegen immer irgendwo auf einem Gipfel
      Burg Trifels
      Foto: HaWe


      Stets hat man einen herrlichen Blick über die ausgedehnten Wälder, und in den Tälern kuscheln sich die Ortschaften. Hier der Blick auf
      Annweiler
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Naturschutzgebiet Kleine Kalmit

      Liebe Naturfreunde,
      mit Frank (Hufra64) waren wir im Naturschutzgebiet Kleine Kalmit südwestlich der Stadt Landau. Die kleine Erhebung ist auch aus größerer Entfernung wegen der weißen Kapelle auszumachen. Hier ein Blick auf die Kleine Kalmit von der Burg Landeck bei Klingenmünster, 5 km entfernt:
      Kleine Kalmit


      Auf dem Weg zur Kleinen Kalmit hat Frank uns bei Landau die Gallen der
      Japanischen Kastaniengallwespe - Dryocosmus kuriphilus an Esskastanie - Castanea sativa
      gezeigt. Sie sollte uns noch einige Male begegnen. Ursprünglich in China beheimatet, ist sie (@'HarryR.') in Deutschland seit 2013 aus dem Raum Mannheim nachgewiesen:
      waldwissen.net/waldwirtschaft/…tanien_gallwespe/index_DE


      HaWe ist an der
      Mater-Dolorosa-Kapelle
      zurückgeblieben. Foto: HaWe


      Auf dem kargen, sandigen Boden fanden sich viele
      Feld-Mannstreu - Eryngium campestre
      für mich eine Erstbegegnung.




      Einen sehr quirrligen, ca. 20 mm großen Besucher hat Frank entdeckt:
      Grabwespe Stahlblauer Grillenjäger - Isodontia mexicana
      de.wikipedia.org/wiki/Stahlblauer_Grillenj%C3%A4ger
      Aus Amerika kommend wurde die Art in den 1960er Jahren nach Frankreich eingeschleppt und hat sich seit 1997 auch nach Deutschland ausgebreitet. 2016 hat die Wespe Hessen erreicht:
      arbeitsgemeinschafthessischerh…stahlblaue-grillenjaeger/

      Kein Wunder, das war für mich mal wieder eine Erstbegegnung.
      Die Imagines saugen besonders gern am Feld-Mannstreu und anderen Mannstreu-Arten.

      Nach artenfinder.rlp.de ist die Population auf der Kleinen Kalmit bekannt.




      Bei seitlichem Lichteinfall sollen die Flügel einen besonderen Blauschimmer haben: hat sie!


      Nördliche Fruchtwanze - Carpocoris fuscipinus


      Acker-Wachtelweizen - Melampyrum arvense
      Persönliche Erstbegegnung, was nach der Verbreitung nicht verwunderlich ist.




      Blauflügelige Ödlandschrecke - Oedipoda caerulescens


      Noch zwei Landschaftsimpressionen von HaWe:




      HaWe hat noch eine Glattnatter gefunden:
      Kalmit-Glattnatter - Coronella austriaca var. kalmittensis
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Liebe Naturfreunde,
      wider Erwarten ließ sich der nächte Kandidat doch bestimmen, obwohl es eine Fliege ist:
      Raupenfliege (Tachindae) - Eriothrix rufomaculata
      7 mm. Die Größe ließ sich anhand der Breite der Kiefernnadel ermitteln, diese Kiefernnadeln haben einen Durchmesser von 1 mm. Entscheidend für die Artzuordnung war der Dorn an der Flügelkante (blau markiert). Raupenfliegen parasitieren an Nachtfalterraupen.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Geiersteine, Runder Hut, Hornstein

      Liebe Naturfreunde,
      @Hufra64: dankeschön!!!
      Eine sehr schöne Wanderung zusammen mit Rosmarie und Frank ging auf die Geiersteine. Man erreicht sie über einen gut begehbaren und nicht steilen Weg.
      Geiersteine
      Foto: HaWe


      Wir nehmen nicht den selben Weg zurück, sondern besuchen gleich noch zwei weitere Felsen. Es geht auf "schmalem Grat" (nein, nicht so schmal wie in den Alpen), ein bißchen sollte man schon auf den Weg achten, es geht steil bergab (Foto: HaWe)


      In der Südpfalz sind sie geradezu omnipräsent:
      Mauereidechse - Podarcis muralis


      Von den Geiersteinen ging es durch den Wald, der sich die Steine zurück erobert (Foto: HaWe):


      Unser nächstes Ziel ist ein Felsen, der den lustigen Namen Lechelstein bzw. Runder Hut hat (Foto: HaWe):
      Runder Hut


      Rosmarie entdeckt den
      Schleimpilz Gelbe Lohblüte, Hexenbutter - Fuligo septica


      Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir noch an den Felsen
      Hornstein
      (Foto: HaWe) vorbei.


      Das war eine rundum schöne Wanderung.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Liebe Naturfreunde,
      an der Burg Gräfenstein gab es wieder zahllose Mauereidechsen.
      Mauereidechse - Podarcis muralis

      im Dschungel.


      Der Dschungel bestand aus
      Felsen-Fetthenne - Sedum rupestre
      Diese Pflanze war für mich eine Erstbegegnung.





      Den gab es auch:
      Hasenklee - Trifolium arvense


      Als Werner neulich seine Tannen-Mistel gezeigt hat, habe ich geschrieben "würde ich auch gern am finden". Eine Tannen-Mistel war es zwar nicht, aber so ähnlich. Auf der Wanderung bei den Geiersteinen mit Frank haben HaWe und Frank eine Mistel an Kiefer aufgenommen. An der Stelle waren Rosmarie und ich aber nicht mit, wir sind auf breiterem Stück Fels zurück geblieben. Als wir den Aussichtspunkt "Burgblick" in Dahn erwandert haben, dachte ich, ach hier sind so viele Kiefern, da müsste ich doch glatt mal nachsehen. Drehe mich um und sehe in 5 Metern Entfernung eine faustgroße, vertrocknete Mistel. Menno, dat gibts doch nicht! Schau über mich, und sitze unter mehreren! Die Bank stand direkt unter einer Kiefer.

      Kiefern-Mistel - Viscum laxum
      Blätter 4 - 5 mal so lang wie breit. Parasitiert meistens auf Kiefern, selten auf Tanne oder Fichte.








      Unterhalb vom Aussichtesfelsen in Dahn
      Gegenblättrige Wolfsmilch - Euphorbia lathrys




      In Ludwigswinkel hüpfte ein Grashüpfer gekonnt auf einen Grashalm. Hmm, Heuschrecken finde ich schwierig, aber dann doch noch abgedrückt. Auf dem PC entdeckte ich die weißen Fühlerspitzen, da dämmerte mir, dass ich diese Heuschrecken-Art in Schleswig-Holstein nicht zu sehen bekommen hätte, für mich ein pers. Erstfund:

      Rote Keulenschrecke - Gomphocerippus rufus
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Liebe Sabine ,

      In diesem vielseitigen Abschnitt deines Reiseberichts wird deutlich ,wie stark sich doch die Vegetation und die Tierwelt
      von der hiesigen unterscheidet.Geologische Formation und Klima sind doch sehr verschieden.

      Sowohl die gegenblättrige Wolfsmilch ,die Mauereidechse,die rote Keulenschrecke und die Felsen-Fetthenne hab ich hier bei uns noch nie gesehen.

      Es freut mich,daß du mistelmäßig auch auf deine Kosten gekommen bist. :D

      Was mich aber noch mehr freut ,ist ,daß Rosmarie wieder mitmischt.
    • Uh mit der Wolfsmilch hab ich schon meine Erfahrung gemacht. Als Kind habe ich eine im Garten entdeckt und habe sie gehegt und gepflegt. Ich fand sie so schön. Als ich dann die Früchte geerntet habe, damit ich auch im nächsten Jahr etwas von der Pflanze habe, habe ich dann auch die Milch kennengelernt....Aua. Nachdem wir dann herausgefunden hatten, was das für eine Pflanze ist, musste sie leider raus aus dem Garten.
      PS: Damals war ich noch nicht in Schleswig-Holstein.
      Beste Grüße,
      Stefan

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      Lifelist:
      Vögel (D):221, Wiedehopf
      - (Welt): 244, Trauerseeschwalbe
      - (Garten): 91, Baumfalke
      - (2018): 196, Großer Brachvogel
      Wirbeltiere (außer Vögel): 59, Kreuzotter
      Wirbellose (nur extern bestätigte Lebendfunde): 268, Dreizehnpunkt-Marienkäfer
    • Liebe Sabine,

      erst gestern kam ich dazu die inzwischen eingegangenen Beiträge anzuschauen. Sehr gut gefallen hat mir u. a. dein Beitrag über das NSG Kleine Kalmit! Herausragend aus all den unzweifelhaft wunderbaren Fotos fand ich die Bilder der Schrecken, die fast schon mystisch ins Licht gesetzte Grabwespe und alle Landschaftsaufnahmen, insbesondere die von den diversen Felsformationen. Und sehr beeidnruckt hat mich dein Beitrag "Pfalz 2018", wobei mich die Fotos vom Ulmen-Zipfelfalter und Eichenspinner besonders interessiert haben! Ja und da war dann noch der sehr apart und vorteilhaft abgelichtete Zweibrütige Würfeldickkopf, dessen Namen ich zum ersten Mal im Zusammenhang mit deinem Foto gelesen habe... :rolleyes: Alles in allem eine unglaublih vielfältige und erlesene Galerie! Nicht zuletzt kann ich deine Bemerkungen und Meinung über die Präsenz von Argynnis paphia bestätigen! Sowohl auf dem Belchen hier im Hochschwarzwald als auch in anderen bergigen Regionen und insbesondere auf vielen Wildweiden und Trockenrasen in hügeligem Gelände war er in den Tagen seit unserer Ankunft hier am 22. Juli mit Abstand der häufigste Falter, gefolgt von den diversen Perlmuttern, dem Schachbrett und den verschiedenen Ochsenaugen.

      Lieber Gruß,
      Meinhard