Was man alles entdecken kann...

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    • Was man alles entdecken kann...

      Man muss nur einmal die Augen aufmachen, dann sieht man so viel, an dem man sonst vorbeigelaufen wäre. Ausgerechnet im Internet habe ich das Interesse an den kleinen Krabblern entdeckt. Einige Bilder, die ich einfach so vor allem im Urlaub geschossen hatte (hauptsächlich von Libellen und Tagfaltern) haben mich zum Recherchieren angetrieben. Schon bald war ich über mehrere Foren gestolpert, in denen man anhand von Bildern seine Beobachtungen bestimmt bekommt, eine großartige Sache für einen Interessierten wie mich, der noch am Anfang des Ausbaus seiner Artenkenntnis steht.
      Ein gewisses Käferforum, das unserem Klaas wohl bekannt ist, war genau das Richtige: Eine einzelne Tiergruppe, mit der man beginnen konnte ohne von der Vielfalt überrollt zu werden. Zumal es Winter war und ich erst mal in Ruhe meine Festplatte nach alten Käferbildern durchforsten konnte. Dann, als es wärmer wurde, trieb es mich raus und anstatt wie sonst immer wie ein Hans-Guck-In-Die-Luft nach Vögeln zu suchen, richtete ich auch mal den Blick ins Gestrüpp, drehte Rinde, Totholz und später dann Blätter und Blüten um und wurde dafür mit immer neuen Arten belohnt, teilweise kannte ich die schon, teilweise waren sie zu klein oder unscheinbar, sodass sie bislang durchs Radar gerutscht waren.
      Aber wenn man Käfer sucht, dann findet man natürlich noch viel mehr, besonders dann, wenn nicht ganz klar ist, ob es vielleicht ein Käfer ist oder doch eine Wanze, ein Kugelspringer, Fransenflügler, oder sonstiges Krabbelgetier. Teilweise ganze Artengruppen, die ich vorher nie wahrgenommen hatte, höchstens an der Uni mal davon gehört hatte ich.
      Heute möchte ich euch mal etwas von dem "Beifang" zeigen, den meine Käfersuche hervorgebracht hat. Ich habe mich mal selbst in der Bestimmung versucht, aber ein kritischer Blick über meine Bestimmungsarbeit ist gern gesehen. Die Tiere, die ich sicher bestimmen kann, haben zwar auch Flügel, aber sind dann doch deutlich größer.

      Schwarzrandharlekin, Früher Kommadickkopffalter, Blutbär

      Große Schwebfliege, Gemeine Schnepfenfliege

      Und zum Schluss noch ein paar Käfer, die schon bestimmt wurden: Der Julikäfer und der Gelbrandrüssler

      Auch wenn ich bei den Fotos von euch nicht mithalten kann, hoffe ich, euch gefällt meine kleine Exkursion.
      Das waren wie gesagt alles nebenbei fotografierte Tiere, die ich letztens in der Nähe des Nord-Ostseekanals auf einer verbuschten Wiese getroffen habe. Dementsprechend fehlen auch eure Highlights, aber für mich gibt es noch so viel zu entdecken, dass ich mich auch an den normalen Arten sehr erfreue.

      Schöne Grüße
      Stefan
      Beste Grüße,
      Stefan

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      Lifelist:
      Vögel (D):221, Wiedehopf
      - (Welt): 244, Trauerseeschwalbe
      - (Garten): 91, Baumfalke
      - (2018): 196, Großer Brachvogel
      Wirbeltiere (außer Vögel): 58, Gelbgrüne Zornnatter
      Wirbellose (nur extern bestätigte): 223, Fünfpunkt-Marienkäfer
    • Bitte die wissenschaftlichen Namen angewöhnen. "Julikäfer" ist die Bezeichnung für etwa eine Hand voll Arten. Der im Bild gezeigte ist Phyllopertha horticola und wird üblicherweise als Gartenlaubkäfer bezeichnet. Möglicherweise also der falsche Name!?

      Hinter dem Trivialnamen des "Gelbrandrüsslers" verbergen sich immerhin drei Arten. Im Bild sollte die häufige Chlorophanus viridis sein. Die beiden anderen Arten sind für Norddeutschland nicht dokumentiert. Da aber direkt nebenan in Meck-Pomm C. flavescens zu finden ist, sollte man trotzdem die Augen offen halten. Man weiß nie...

      Viele Grüße
      Klaas
    • Selbstverständlich habe ich mich vertan, es ist der Gartenlaubkäfer P. horticola. Auch der Rüssler wurde bei kerbtier.de als C. viridis bestimmt.
      Beste Grüße,
      Stefan

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    • _Stefan_ schrieb:

      Auch wenn ich bei den Fotos von euch nicht mithalten kann, hoffe ich, euch gefällt meine kleine Exkursion.
      Hallo Stefan,
      sei mal nicht so bescheiden, ich finde Deine Fotos genau so gelungen, wie die der meisten anderen hier und mir gefällt Deine Exkursion. :thumbup: Man muss ja auch nicht immer alle Fotos gleich groß in Originalgröße bringen. Kleinere Fotos werden in diesem Forum auch geschätzt, was ich bei meinen eigenen Präsentationen bemerken konnte. Das ist nicht in jedem Forum so selbstverständlich. ;)
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • _Stefan_ schrieb:

      Dann, als es wärmer wurde, trieb es mich raus und anstatt wie sonst immer wie ein Hans-Guck-In-Die-Luft nach Vögeln zu suchen, richtete ich auch mal den Blick ins Gestrüpp, drehte Rinde, Totholz und später dann Blätter und Blüten um und wurde dafür mit immer neuen Arten belohnt, teilweise kannte ich die schon, teilweise waren sie zu klein oder unscheinbar, sodass sie bislang durchs Radar gerutscht waren.
      Hallo Stefan ,

      Du bist auf dem richtigen Weg !
      Jetzt muß dein Radar "nur noch den Rest" der Natur erfassen und du kommst von jeder Tour
      höchst zufrieden nach Hause.
      Die Kenntnis der Pflanzen z.B. ist für den Insektenliebhaber von großer Bedeutung.

      Man entdeckt von weitem deutlich die Braunwurz - geht man dann näher ran - auch die Raupe des Braunwurzmönchs.

      Ich wünsch dir viel Entdeckerfreude !
    • Moin, Stefan,
      was du beschreibst, so haben sicher die meisten angefangen. Und einmal infiziert, tun sich Welten auf, die immer spannender werden, je tiefer man in sie einsteigt.
      Zu den Käfern hat Klaas schon geschrieben, bei den Faltern ist alles richtig, da arbeite ich persönlich auch nur mit den wissenschaftlichen Namen.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Danke für euer positives Feedback. Ich persönlich kann mit Gelbrandrüssler einfach mehr verbinden als mit dem lateinischen Wirrwarr. Am liebsten habe ich deshalb beide: deutsche und wissenschaftliche Namen, damit ich mir ein Bild von dem Tier machen kann (ohne das Foto zu sehen) und trotzdem die wissenschaftliche Sicherheit gegeben ist, das keine Namen doppelt (oder noch öfter) vergeben wurden.
      Ich denke, so sollten alle auf ihre Kosten kommen.
      Beste Grüße,
      Stefan

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      Wirbeltiere (außer Vögel): 58, Gelbgrüne Zornnatter
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    • _Stefan_ schrieb:

      Am liebsten habe ich deshalb beide: deutsche und wissenschaftliche Namen,
      Ja,genau

      Ich benenne mit beiden Namen und zwar deshalb ,wenn ich aus 25000 Bildern suche,wo ich den
      Steinkrebs schon gesehen habe ,gebe ich im obersten Ordner im Feld "Suche " Steinkrebs "ein.
      Der lateinische Name Austropotamobius torrentium ist nicht immer aus dem Kopf verfügbar.

      Die Bilder-Ordner sind mit Ortsnamen und Datum benannt ,so bekomme ich in der Ansicht "Details" die Zuordnung wo und wann ich was gesehen habe.
    • .


      Sabine Flechtmann schrieb:

      was du beschreibst, so haben sicher die meisten angefangen. Und einmal infiziert, tun sich Welten auf, die immer spannender werden, je tiefer man in sie einsteigt.

      boah - ja, sabine! genauso ist es!!



      lieber stefan,

      deine fotos sind interessant und verraten mir, dass der schmetterling der mir neulich um die nase flatterte, schwarzrandharlekin heißt. durch deine gewählte ansicht offenbart sich das muster seiner flügel ganz wunderbar! der dickkopffalter gefällt mir persönlich besonders, da durch deine gewählte perspektive das auge des falters gut zu sehen ist.
      das wichtigste aber ist, dass deine bilder dir selbst gefallen. und das tun sie bestimmt - zeigen sie doch mit jedem insekt ein kleines stück dieser "neuen welt", die sich dir gerade eröffnet! ich wünsch dir auch weiterhin viel freude beim entdecken unzähliger motive in der welt der insekten...

      .
    • _Stefan_ schrieb:

      Danke für euer positives Feedback. Ich persönlich kann mit Gelbrandrüssler einfach mehr verbinden als mit dem lateinischen Wirrwarr. Am liebsten habe ich deshalb beide: deutsche und wissenschaftliche Namen, damit ich mir ein Bild von dem Tier machen kann (ohne das Foto zu sehen) und trotzdem die wissenschaftliche Sicherheit gegeben ist, das keine Namen doppelt (oder noch öfter) vergeben wurden.
      Ich denke, so sollten alle auf ihre Kosten kommen.
      Ich weiß, dass die wissenschaftlichen Namen erst mal erschrecken. Man braucht aber keine "Angst" vor ihnen zu haben, denn sie sind letztendlich meist einfacher, als erwartet. Oft ist einfach wichtig sich mal intensiv mit einer Art zu befassen, den Namen öfter zu lesen, unter seinen Fotos öfter zu schreiben, dann bleibt der hängen. Und erstaunlicher Weise schneller, als man gedacht hat.

      Wenn Du Dir dann noch die Rote Liste antust, in der jede erwähnte Art einen deutschen Namen bekommen hat, Dir da die Verschachtelungen der deutschen Namen anschaust. tust Du Dir lieber die wissenschaftlichen Namen an, als den künstlichen Scheiß, der da das Papier quält.

      Last but not least, kannst Du Dich mit den wissenschaftlichen Namen international verständigen. Im Gegensatz dazu ist die Verständigung über die deutschen Namen schon innerhalb der Bundesrepublik mit Hürden versehen. Schnake ist nicht gleich Schnake. Während das am Niederrhein Vertreter der Tipulidae sind, versteht der Bayer darunter Stechmücken (Culicidae). Zwar beides Ordnung Diptera, aber die eine saugt Blut und kann, je nach Art, auch Krankheiten übertragen, ggfs. mit tödlichem Verlauf, während die andere völlig harmlos ist. Und das Beispiel der Julikäfer hast Du ja an anderer Stelle schon erfahren. ;)

      Übrigens..., auch die Suche bei Tante Google ist mit wissenschaftlichen Namen fast immer erfolgreicher, vor allem aber auch präziser und mit in der Regel qualitativ höher wertigen Seiten belohnt, als mit deutschen Namen. ;)

      Also, keinen Bammel vor den Namen. Wir haben alle gleich angefangen und die gleichen Probleme gehabt, aber bisher hat noch jeder die Angst, vor was auch immer, verloren.

      Liebe Grüße
      Klaas