Kurzberichte und/oder Ankündigungen zu Mineralogie-Exkursionen

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    • Kurzberichte und/oder Ankündigungen zu Mineralogie-Exkursionen

      Hallo,

      ich habe gestern, Sonntag, den 17. Juni 2018, eine Ganztags-Exkursion in den fränkischen Spessart absolviert und zwar im Rahmen einer Art "Vereins-Kooperation" (d.h. Mitglieder zweier Vereine waren zugegen). Wetter war auch super! Es war ein voller Erfolg! :)

      3 "Stationen" .. zunächst eine Bergwerksführung, d.h. untertage mit Helm, zur Grube Wilhelmine bei Sommerkahl (kristallines Grundgebirge besteht hier aus Schöllkrippener Biotitgneis) plus kleinem aber interessantem Bergbau-Museum.

      Danach die Exkursion nach Sailauf in den Steinbruch (das saure Vulkangestein Ryolith steht hier an), bei Sammlern berühmt geworden insbesondere durch die seltenen Arsenate Brandtit u.a. aber auch Sailaufit u.a. .. dort sind mir gestern ... unter anderem .. immerhin noch Funde von ged. Arsen gelungen, die vom Spessart-Experten auch gleich als solche bestätigt wurden. Grundsätzlich kann man dort aber jetzt nichts mehr sammeln. Das würde man "einigen Lokalpatrioten verdanken". Der Bruch wird daher demnächt auch sukzessive mittels Regenwasser geflutet und wieder ist eine tolle Fundstelle Geschichte. :S

      Zum Schluss dann noch reichlich zufriedenstellende Funde im Steinbruch Hufgard bei Rottenberg (Zechsteindolomit steht hier an). Zu allen vorgenannten "Stationen" gab es vorher und auch z.T. währenddessen eine ausgezeichnete Führung mit verständlichen und zugleich auch z.T. aufgelockert-humorigen Erklärungen zur Geologie, Bergbau-Geschichte und Mineralogie durch den Exkursionsleiter, Herrn L. :)

      Einige Fotos habe ich auch untertage gemacht; vorher wurde von mir die Erlaubnis eingeholt plus Erlaubnis für Bereitstellung der Fotos im Intenet! :68:

      Rund 20, z.T. schon buchstäblich hart erarbeitete Stufen habe ich mit nach Hause gebracht und auch alle schon gereinigt. :D Die meisten Stufen sind Handstufen. Fotos hierzu mache ich erst nach dem "Durchmikroskopieren" in meinem Urlaub. Exkursionsbeitrag mit Fotos von mir dann auch hier.. so ca. im August .. nach meinem Jahresurlaub. Es sollen nämlich erst noch weitere Exkursionen folgen.


      Erste Fotos zeige ich hier aber gerne schon früher. :cool:

      Im Folgenden zeige ich schon mal ein paar von mir gekaufte Stufen von vor ein paar Jahren ..
      .. großflächiger massiver Rhodochrosit (blassrosa) mit Todorokit (schwarz), Tilasit u.a. (Vorder- und Rückseite) .. eine Gangfüllung mit Brandtit xx und Kutnahorit .. sowie eine Kleinstufe mit Sailaufit xx ..





      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:

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    • Das klingt nach einem tollen Sammlertag. :)
      Im Seinbruch Sailauf hab ich ja auch schon gesammelt,vor ein paar Jahren. Raritäten wie Sailaufit oder
      Brandtit gab es damals schon keine mehr. Aber nette Hand-und Kleinstufen mit Calcit und Rhodochrosit.
      Echt Schade,dass die Fundstelle bald erloschen ist.

      Mein Jahesurlaub steht ja auch wieder an im Juli. Es geht wieder gen Norden ins Alte Land. Ich hab mir da
      vorgenommen unterwegs nen Abstecher nach Helbra in Sachsen-Anhalt zu machen und dort die Schlacken-
      halden zu besuchen. Mal schauen,ob die Fundmöglichleiten dort wirklich so gut sind,wie man mir erzählt hat. ^^

      Gruß Norbert
      Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)
    • Danke, Norbert .. ja, das war schon ein gelungener Tag und dass mit Sailauf ist dann auch wirklich schade.

      Habe eben auch schon mal alles "durch"-mikroskopiert. Für einige der Stufen benötigt man aber n u r seine bloßen Augen, d.h. keine Lupe und kein Mikroskop. Eine von 3 meiner Lieblingsfunde ist 10 cm lang und zeigt eine Fläche von 8 cm Breite mit durchweg farblos-weißem, strahligem Baryt der aus langtafligen plattigen Kristallen bis 4 cm Länge !! aggregiert ist, die man auch z.T. deutlich im Einzelnen ausmachen kann. Matrix ist Zechsteindolomit mit Limonit-Umkrustung. Die Lieblingsfunde stammen alle vom Hufgard-Steinbruch. Geschätzte rund 10 Minuten " Schlagarbeit" war nötig, um diese eine Baryt-Stufe heil zu bergen. Dann legte ich die in meinen Helm und am Schluss muste ich ja den Berg wieder runtersteigen. Das musste mit viel Vorsicht geschehen, damit sowohl ich, als auch meine Funde wieder heil unten ankamen. 8)

      Auch eine Stufe von 8 cm Breite und einem Nest aus 4 cm Breite mit durchweg bis 5 mm großen schneeweißen Calcit xx, rosetten-förmig angeordnet, ist dabei. Da brauchte ich schon rund eine Viertelstunde für .. inklusive fertiger Formatierung durch mein Kleinwerkzeug .. noch vor Ort. Ein Schlag zuviel und die Stufe wäre hinüber gewesen. Die Kristallformen zeigen sich reichlich, in schöner, typisch rhomboedrisch-tafliger Tracht. Und dann auch noch eine Handstufe mit Malachit. 3. Lieblingsstufe besteht aber aus Dolomit xx in verschiedenen kleineren Nestern auf einer Großstufe (ca. 2 Hände breit). Die Dolomit xx sind rhomboederähnlich-gedrungen und teilweise durch Flüssigkeitseinschlüsse weiß verfärbt; durch Eisen-/Mangan-Verbindungen auch z.T. braun verfärbt.

      Einige Brocken warf ich auch punktgenau vom Berg oben runter zu meinem Rucksack. Ich fand die Stücke dann auch alle wieder, als ich später wieder unten "ankam". Wusste gar nicht, dass ich auch so zielgenau werfen und treffen kann. :D Liegt wohl auch am vielen Dart spielen von früher. :)

      3 Stufen dann noch von einer der Halden bei Sommerkahl direkt vor dem Bergwerk .. Malachit, z.T. in Begleitung schöner langspießiger Azurit xx (nur Mikro) und auch einiges noch Unbekanntes wie z.B. Gift-Graugrünes und damit verbunden Molybdänit-Artiges, dass ich auch noch näher untersuchen möchte.

      Ich wünsche Dir dann jetzt auch schon mal viel Erfolg und Glück auf für den Besuch der Schlackenhalden im Juli! ;)
      Viele Grüße
      Peter

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    • Nur schon mal eine kleine Kostprobe .. bin noch lange nicht mit den Fotos fertig .. muss auch meine Eigenfunde alle noch ablichten. :D

      Bergwerks-Gelände der Grube Wilhelmine bei Sommerkahl im Spessart ..





      Eingang Stollen ..



      Durchgang mit Sinter-Wänden ..



      Eher nur ein "Hüntchen" als ein Hunt :D .. daneben Erzspuren (Kupfererz), Sinterbildungen u.a. ..



      Die Schutzpatronin der Bergleute .. die heilige Barbara ..



      Der bekannte Rhyolith-Steinbruch Hartkoppe von Sailauf bei Aschaffenburg im Spessart ..


      Anschaulich wird die Geologie anhand von Kartenmaterial erklärt ..
      Viele Grüße
      Peter

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    • Danke, Norbert. Freut mich. :)

      Weitere Fotos vom Steinbruch in Sailauf ..


      Dieses "Panorama" hinterlässt einen irgendwie bizarren Eindruck auf mich .. vielleicht weil es irgendwie so surreal aussieht ..

      Hier wird wohl was gemischt ..


      .. sieht eher aus wie nach einem Beben ..


      Das sieht so nach "Camping-Idylle" aus oder eher nach surrealer "Camping-Idylle" ..


      Das sieht nach viel Arbeit aus ..



      .. das ist übrigens gediegen Arsen (schwarze Flecken) auf dem dort allgegenwärtigen Rhyolith-Gestein ..
      Diesen Brocken ließ ich aber dort wo er ist, d.h.ich habe ihn nicht mit nach Hause geschleppt, sonst hätte meine Frau die Hautüre vernagelt.
      Viele Grüße
      Peter

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    • Lieber Peter,
      ich freue mich mit dir und für dich zu den gelungenen Sammlerexkursionen. Da hast du doch schöne Funde gemacht. Schade, dass auf der einen Seite Funde noch möglich sind, aber die Stellen geflutet und für die Sammler geschlossen werden.
      Diese eine Wand mit den grünen und blauen Belägen... die erinnert mich an die Malachit-Wand, die wir mal in der Nähe von Aschaffenburg besucht haben. Könnte das die gleiche sein? Ich weiß nur leider nicht mehr, wie die hieß. Ich habe eben HaWe nochmal gefragt, das war keine Grube, da war einfach nur eine offen zugängliche Wand, da konnte man quasi direkt ranfahren.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Liebe Sabine,

      danke sehr. Im Besucherbergwerk (Grube Wilhelmine) von Sommerkahl und auch davor ist Biotitgneis (glimmerig und perlmuttglänzend); an den Wänden vereinzelt Malachit (grün) und Azurit (blau), sowohl draußen als auch im Stollen. Auch Chalkanthit (Kupfervitriol) (hellblau) konnte man im Stollen sehen. Dann auch noch vereinzelt Spuren von Fahlerz. Außerdem Baryt (Schwerspat) und Sinterbildungen im Stollen. :)
      Viele Grüße
      Peter

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    • Hallo Frank,
      ja, danke sehr, das habe ich gerne gemacht. Ist eben auch mal was anderes für Euch; ungewohnt aber eben interessant. :)

      Hallo Norbert,
      Manganoxide sind natürlich auch auf einigen der Brocken drauf. Es ist sehr schwer, das selbst auseinander zu halten. Unser Exkursionsleiter hat uns daher dann bestätigt, welche Sichtungen ged. Arsen aufweisen und welche nur Manganoxide. Viele Teilnehmer kamen mit ihren dort gefundenen Stücken zu ihm; ich auch. Er hat das ein- oder andere Exemplar mit ged. As bestätigt. Ich habe vorhin noch gute Fotos auch unter dem Mikroskop von ged. Arsen gemacht. Auf einigen Fotos erkennt man dann auch den z.T. typisch schaligen Aufbau für ged. As .. ähnlich wie bei einigen Stücken aus dem Harz z.B.! :)
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • .

      franks beitrag möchte ich mich gerne anschließen.

      und den link der grube wilhelmine finde ich wegen der wunderschnönen farben in den steinen echt interessant: "Dort wo das aussickernde Wasser auch Metalle gelöst hat, sind die Eisbildungen grün und/oder blau gefärbt."
      aber auch die bildergalerie, sowie deine fotos von deinen "schätzen" sind absolut sehenswert für jemanden wie mich, der steine sonst nur als den "bergkristall vom berg hinterm haus" kennt, sich aber nie näher damit befasste.

      mit diesem thread zeigst du mir ein stück natur, das mir bislang verborgen blieb. denn ich sehe immer nur das, was auf dem stein wächst. beachte aber nie den stein unter der erde...

      .
    • Hallo Astrid,

      danke sehr. Freut mich. :)
      -----------------

      So, nun geht es erst richtig los .. jetzt kann ich endlich einen Großteil meiner Funde von diesem einen Tag vorstellen! Es sind die Fotos zu allen 3 Fundstellen. Viel Spaß beim Betrachten! :)
      Ich beginne mit den Funden vom Steinbruch Hufgard, Rottenberg, Spessart, Franken, Bayern.
      Teilweise lief es auf mühsames Erarbeiten der Funde hinaus! Der Muskelkater sprach für sich. :72: .. ooh sorry, ich meinte das Bearbeiten der Steine :eek: :S ..

      Baryt xx, strahlig-langtaflig-plattig, Handstufen-Größe, Steinbruch Hufgard, Rottenberg ..






      Calcit xx, schneeweiß in Drusen des Zechsteindolomits, Handstufen-Größe, Steinbruch Hufgard, Rottenberg ..







      Dolomit xx in Hohlräumen des Zechsteindolomits, Großstufe, Steinbruch Hufgard, Rottenberg ..




      Malachit-Beläge auf Zechsteindolomit vom Steinbruch Hufgard, Rottenberg ..




      Muskovit xx (Hellglimmer) ..




      hier noch mal eine andere, interessante Facette der Formenvielfalt von Calcit xx ..



      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:

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    • Und nun die Funde aus dem Steinbruch Hartkoppe, Sailauf ;) ..

      Arsen, gediegen (grauschwarz) auf Rhyolith-Gestein ..








      Schöne Mangan-Dendriten ..


      Calcit xx, (farblos bis rosa Verfärbung durch vermutlich Eisen- oder Manganoxid-Einschlüsse) Braunit xx (schwarz und glänzend) ..










      Braunit xx mit Calcit xx ..
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:

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    • Mit der UV-Lampe muss ich mir das noch anschauen. Danke für den Tipp.
      Ich finde aber den Kontrast .. schwarzer Arsen zu hellem Gestein .. optisch schon reizvoll .. schwarz auf weiß sozusagen :D .. aber die Geschmäcker sind eben verschieden. ;)
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:

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