Neufunde 2018

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    • Neufunde 2018

      Hallo,

      hier will ich auch wieder ein paar Eigenfunde von diesem Jahr vorstellen.Zunächst mal von einer Halde in der Nähe von Schneeberg im Erzgebirge.

      Da wäre ein Stüfchen mit einer Pseudomorphose von Quarz nach Calcit:


      und Hämatit in der Varietät des Roten Glaskopfes.


      Aus dem Steinbruch Saunstein im Bayerischen Wald hab ich ein paar Kleinstufen mit Epidot mitgebracht.
      Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)
    • Lieber Norbert,
      oh, die Stufe mit dem Epidot, die gefällt mir gut! Interessant finde ich die Form vom Roten Glaskopf. Hat die Entstehung mit hohen Temperaturen zu tun? Sieht aus, als ob das Gestein gekocht hat und sich dann nach Abkühlung diese Blasenform behalten hat.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Heuer hatte ich die Gelegenheit mal in einer ganz anderen Gegend zu suchen,in der ich noch nie war,
      aber schon oft davon gehört hatte.
      Die Schlackenhalden bei Hettstedt-Helbra im Südharz waren mein Ziel. Ein Sammlerkollege,der voriges
      Jahr dort war, hatte mich auf die Idee gebracht,da auch mal hinzufahren. Von ihm hab ich auch Tipps bekommen,
      wo das Sammeln erlaubt ist und auch noch was zu finden ist.

      Hier wird heute noch Bergbau betrieben.Erze wurden hier schon seit vielen Jahren verhüttet, was sich prägend
      auf die ganze Landschaft ausgewirkt hat! Riesige Halden sind hier überall zu sehen.
      Meistens sind die eingezäunt und mit Verbotsschildern versehen. Bei dem Ort Helbra aber ist zumindest ein Halde
      frei zugänglich. Hier wurden Schlacken der Kochhütte (früher August-Bebel-Hütte) abgeladen.

      Wenn auch die Mineralisation in den Hohlräumen der Schlacken nur teilweise auf natürliche Bildungsbedingungen
      zurückgeht, ist es doch sehr interessant, was es hier alles gibt.
      Schlackenmineralien haben irgendwie ihre eigene Gesetze, gegenüber Mineralien in Gesteinshohlräumen.
      In Gesteinen sehr selten auftretende Arten können hier häufig sein und umgekehrt.

      Werfen wir erstmal einen Blick auf das Haldengelände:










      In den Schlacken können sich verschiedene Metalle und Legierungen in gediegener Form bilden.
      Kupfer kommt recht häufig vor. Es bildet meist kleine Locken,die manchmal von Tenorit überzogen
      sind und deshalb eine schwarze Farbe haben.




      Messing ist schon seltener. Auf einer Kleinstufe, die ein Einzelfund blieb, kann man unter dem Mikroskop
      diese Kupfer-Zink-Legierung blechförmig und als kleine Locken sehen.

      Zink kommt auch in reiner Form. Auch in gut ausgebildeten Kristallen. Mein Fund beschränkt sich aber auf
      einen daumennagelgroßen Einschluß mit undeutlichen Kristallen.

      In der Literatur wird auch noch Eisen, Silber und sogar Aluminium genannt,das hier in reiner Form vorkommt!
      Hab ich aber nicht gefunden, oder auch nicht erkannt. :)


      Sekundäre Kupferminerale,wie Chrysokoll,Malachit,Brochantit,Antlerit und Posnjakit finden sich in den grün
      gefärbten Schlacken...





      ... wobei das ansonst recht seltene Kupfer-Oxid Spertiniit in hellblaur Farbe relativ häufig auftritt.
      Es überzieht auch manchmal die Kupferlocken.


      Augit in nadeligen Kristallen gibt es auch in größeren Stufen.


      Mit dem Binokular finden sich da aber oft noch interessante Sachen,wie einen Magnetitkristall,der auf Augit
      aufgewachsen ist oder ein unbekanntes Mineral, das in merkwürdig gekrümmten Aggregaten vorkommt:
      Bilder
      • Spertiniit Helbra.jpg

        207,86 kB, 640×640, 2 mal angesehen
      Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)
    • Oh ich liebe Schlacke-Halden! Früher haben mein Vater und ich die in der nähe gelegenen Halden von der früheren Kupferschiefer-Verhüttung (beim Nordhessischen Bebra - Iba) regelmäßig besucht und nach winzigen Mineralien in den vielen kleinen Hohlräumen gesucht. Leider ist davon heutzutage quasi nichts mehr übrig. Diese ehemaligen Halden sind mittlerweile alle komplett zugewachsen und nicht mehr als solche zu erkennen. Lediglich hier und da im Wald findet man ab und an noch etwas Schlacke, da das Material früher in der Gegend zum Feld- und Waldwegebau genutzt wurde.
      Schön, dass Du noch frei zugängliche Halden angetroffen hast!
      ’’Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.‘‘
      Vincent van Gogh
    • Hallo pesi,
      bei Oberschulenberg im Harz (Halde der ehem. Grube Glücksrad) und bei Friedrichssegen (Bad Emser Revier) findet man in Schlacken-Hohlräumen auch immer mal wieder Mineralien. Immer noch. :cool:
      Die für mich besten Schlackenfunde stammen aber aus Griechenland (Sounio-Revier), Lavrion. Man denke z.B. an den Laurionit, Paralaurionit u.a. Alles das konnte ich 1998 auch noch in recht guten Kristallen finden. :)
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool: