Von Heimweh, Schnecken und anderen Köstlichkeiten - Teil 2

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Von Heimweh, Schnecken und anderen Köstlichkeiten - Teil 2

      Hallo miteinander,

      endlich möchte ich euch die zweite Hälfte meines damaligen Schnecken-Heimweh-Ausflugs zeigen. Ich fuhr nach Lampertheim. Früher wohnte ich ganz in der Nähe dieses Altrhein-Arms. Damals war das eine normale Landschaft für mich. Heute fand ich sie umwerfend schön.





      Hier, in einem dicht bewachsenen Stück Altrhein-Aue, habe ich immer viele Schnecken gefunden. Heute aber war niemand unterwegs.





      Auch diese Schwarzmündige Bänderschnecke verschlief lieber die trockenen Zeiten.





      Also bin ich zum Neurhein gefahren. So nennt man im Ried den Rhein, um ihn vom Altrhein sprachlich besser zu unterscheiden.





      Wie schön auch die Rheinauen sind, ist mir dieses Mal erst so richtig aufgefallen. Dabei war ich wegen meiner Schneckensuche nicht mal in den malerischten Ecken.




      Soweit zur Umgebung der Schnecken. Weiteres füge ich bald an.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)


    • Hier neben dem Rhein kenne ich ein völlig unattraktives Auwäldchen mit relativ jungen Ahornbäumen. Die Besonderheit ist, dass es regelmäßig überschwemmt wird. So sind dort immer leere Schneckenhäuschen zu finden.



      So auch diesmal. Ich fand überall reichlich Gehäuse, vor allem aber in Schwemmnestern, die noch vom letzten Hochwasser zurückgelassen wurden.





      Ich sammelte alles, was noch eine relativ intakte Oberfläche hatte. Aus diesen ca. 150 Häuschen sortierte ich zu Hause die besten aus und war dann einige Zeit damit beschäftigt, sie zu bestimmen (so gut ich das kann, Fehler würden mich nicht wundern).

      An ein paar Bäumen waren diese dicken Beulen zu sehen (gut 4 cm groß). Das waren doch sicher Kinderstuben? Aber von wem?





      Im nächsten Teil kommen dann die Schnecken...
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Dies war meine Schneckenausbeute:



      Weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis)



      Die Schwarzmündige Bänderschnecke (Cepaea nemoralis)



      Die Gefleckte Schnirkelschnecke oder Baumschnecke (Arianta arbustorum)



      Die Genabelte Strauchschnecke (Fruticicola fruticum). Sie ist etwas kleiner als die Bänderschnecken. Es gibt sie in zwei Varianten, einer mehr rötlichen, etwas dickschaligeren, die auch ein wenig Trockenheit aushält, und einer gelblicheren Variante, die dünnschaliger und empfindlicher gegen Trockenheit ist.



      Die Rote Laubschnecke oder Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus). Sie ist noch ein wenig kleiner und hat einen nur kleinen, aber auch offenen Nabel.



      Gleich geht es weiter.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rosmarie ()

    • Auch ein paar Gehäuse aus der Familie der Glanzschnecken waren dabei (Familie Oxichilidae).
      Ihre Gehäuse sind sehr zerbrechlich und zerfallen sogar im schützenden Behälter nach einiger Zeit. Umso erstaunlicher finde ich es, dass man manchmal sogar im Winter solch ein Tierchen mit blauschwarzem Körper und glänzendem Gehäuse kriechen sieht.



      Dies sind Riemenschnecken (Familie Helicodontidae). Das sind diese putzigen Dingerchen, deren Häuser nicht nach außen, sondern nach innen gewölbt sind.



      Ein paar wenige Weiße Turmschnecken (Zebrina detrita) habe ich auch gefunden.
      An sich lieben die andere Standorte als nasse Rheinauen. Vermutlich wurden sie hierhin geschwemmt.



      Außerdem fand ich zwei ausgeblichene Gehäuse von Bernsteinschnecken (Familie Succineidae). Bisher hatte ich erst einmal eine gefunden, umso größer war meine Freude.



      Mein Highlight aber war ein Fund, mit dem ich nie und nimmer gerechnet hätte. (Huhu Werner! Ihr werdet gleich verstehen, warum.)
      Eine Sumpfdeckelschnecke. Das ist keine Land-, sondern eine Wasserschnecke. In ihrem Gehäuse steckte noch eine zweite, recht kleine Sumpfdeckelschnecke. Die große ist fast so groß wie eine Weinbergschnecke, nur etwas schlanker.





      Werner hat vor langer Zeit einmal eine Sumpfdeckelschnecke, die er gefunden hatte, hier gezeigt. Damals war ich zutiefst begeistert und habe seither an allen Tümpeln nach einem Gehäuse Ausschau gehalten. Aber natürlich vergebens. So einen Glücksfall gibt es eben nur einmal.

      Und jetzt lag mein Gehäuse da! Einfach so.

      Ich nehme an, dass meine Sumpfdeckelschnecke (und die kleine) bei Hochwasser aus ihrem Wasserbiotop heraus- und in diesen Bereich hineingeschwemmt wurde. Als das Wasser zurückging und der Boden trocken wurde, ist sie wohl vertrocknet.
      Vielleicht hat sich die kleine in das noch nasse Gehäuse der großen verkrochen und ist dann darin vertrocknet. Aber wer weiß das schon?
      So traurig das Schicksal der beiden auch ist, mich freut mein Fund ganz wahnsinnig.

      Für eure Ausdauer beim Durchschauen meiner Schnecken danke ich euch sehr!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rosmarie ()

    • Liebe Rosmarie ,

      Mir fehlen die Worte . Aus so einem Haufen Schwemmgut die Gattungen und Arten zu sortieren ,das nenne ich schon
      eine große Leistung. :97: :97:
      Und als Dank durftest du dann die Sumpfdeckelschnecke finden - es freut mich für dich.
      Ich erinnere mich ,das auch meine im überschwemmten Donauauwald lag . Daß du dich aber an die von mir damals gezeigte
      erinnerst ,zeugt von deinem großen Interesse für diese Tiere.

      Was es mit den Knubbeln am Baum auf sich hat ,würde mich auch interessieren.
    • Liebe Rosmarie,

      ich gratuliere Dir zu Deiner tollen Schneckenausbeute :thumbsup: .. Dein Ausflug hat sich aber gelohnt und Du hast auch alles hierzu sehr schön beschrieben! Man glaubt fast, man wäre da selbst mit dabei gewesen. ;)
      Wenn ich Naturkundelehrer wäre und Du wieder in der Schule, hätte ich Dir eine 1+ gegeben (Note, nicht Notenpunkt! :D )
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • Liebe Rosmarie,
      wie freue ich mich mit dir über die zahlreichen Schneckenhäuser. Auch wenn die Sumpfdeckelschnecke wohl der "beste" deiner Funde zu sein scheint, mir persönlich gefallen die porzellanartigen, glänzenden Turmschnecken besonders gut.
      Du schriebst neulich mal, dass du nur noch mit dem Handy fotografierst. Ich finde deine Fotos wunderbar, die kraftvollen Farben würden ein Handy nicht vermuten lassen.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Werner schrieb:

      Mir fehlen die Worte . Aus so einem Haufen Schwemmgut die Gattungen und Arten zu sortieren ,das nenne ich schon
      eine große Leistung.
      Und als Dank durftest du dann die Sumpfdeckelschnecke finden - es freut mich für dich.
      Ich erinnere mich ,das auch meine im überschwemmten Donauauwald lag . Daß du dich aber an die von mir damals gezeigte
      erinnerst ,zeugt von deinem großen Interesse für diese Tiere.

      Was es mit den Knubbeln am Baum auf sich hat ,würde mich auch interessieren.
      Lieber Werner,

      ach, wie mich dein Lob freut! Aber natürlich weiß ich, dass du grundsätzlich ein Mensch bist, der andere in ihrer Naturliebe stützt und vor allem, dass du Begeisterung nachfühlen kannst. Dankeschön!
      Arbeit ist für mich das Schnecken-Sortieren nicht. Es ist pures Vergnügen. Auch sonst gucke ich oft einfach so meine Sammlung durch und sortiere manchmal auch etwas anders ein.

      Aber die Sumpfdeckelschnecke ist wirklich mein absolutes Highlight. Ich finde ihre Form einfach wahnsinnig schön. Dazu sind die ja recht groß... Dass deine damals auch aus einem Überschwemmungsgebiet stammte, war neu für mich. Ich glaube, du hattest sie damals am Rand eines schlammigen Tümpels gefunden?
      Sumpfdeckelschnecken leben angeblich auch in Flüssen. Vielleicht gibt es sie ja auch an strömungsärmeren Stellen in der Donau und im Rhein?

      Magst du nicht mal mit dem Tauchen anfangen? :D
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Natürlich schrieb:

      das war bestimnmt ein Geduldsspiel so viele Schneckenhäuschen
      zu sortieren.
      Doch was einen begeistert macht man auch gerne.

      Begeistert bin ich wie vielfältig und schön diese Häuschen sind.
      Und über die Sumpfdeckelschnecke freu ich mich für Dich.
      Liebe Wiltrud,

      du sagst es: Was einen begeistert macht man auch gerne. Ich könnte hineinkriechen in meine Schneckenhäuschen... :79:

      Natürlich schrieb:

      Begeistert bin ich wie vielfältig und schön diese Häuschen sind.
      Das genau, liebe Wiltrud, ist das, was mich umtreibt. Ich finde diese Häuschen einfach perfekt in ihrer Form und Farbe. Für mich ist diese Spiralform einfach wunder-, wunderschön. Was die Natur so alles hervorbringt!

      Was für andere wunderschöne, perfekte Blüten sind, sind für mich Schneckenhäuschen.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Silvester schrieb:

      Hallo in die Runde,
      die Knubbeln am Baum sind Schleimpilze, in diesem Fall "Stäublings- Schleimpilz". Die Schleimpilze sind aber eigentlich keine Pilze.
      Wenn man sich überlegt, was die Natur quasi aus "Nichts" produziert wie die Schneckenhäuser, wieso hat dieser Homo sapiens immer noch so eine große Schn...?
      LG Paul.
      Lieber Paul,

      deine Antwort ist spitze! :ups: Dass ich auf diese Möglichkeit nicht gekommen bin! Schleimpilze (diese einzelligen Urviecher) faszinieren mich nämlich schon lange. Aber um sich mit denen zu beschäftigen, brauchte man wohl ein Mikroskop und viel Energie für wissenschaftlich genaue Arbeit. Aber freuen kann ich mich trotzdem, wenn ich mal gut sichtbare Schleimpilze finde.

      Diese hier sind ja relativ groß. Weißt du, Paul, ob in den Knubbeln der Schleimpilz selbst noch lebt und bei Nässse wieder munter wird? Oder bildet der den ganzen Knubbel mit Sporen aus, die dann auf die Reise gehen? An einer Stelle ist solch ein Knubbel ja weg. War das deiner Meinung nach ein ungeplantes Unglück oder aufgegangene Strategie?

      Silvester schrieb:

      wenn man sich überlegt, was die Natur quasi aus "Nichts" produziert wie die Schneckenhäuser, wieso hat dieser Homo sapiens immer noch so eine große Schn...?
      Du sprichst mir aus der Seele. :ups: DAS frage ich mich schon lange!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Geofreund schrieb:

      ich gratuliere Dir zu Deiner tollen Schneckenausbeute .. Dein Ausflug hat sich aber gelohnt und Du hast auch alles hierzu sehr schön beschrieben! Man glaubt fast, man wäre da selbst mit dabei gewesen.
      Wenn ich Naturkundelehrer wäre und Du wieder in der Schule, hätte ich Dir eine 1+ gegeben (Note, nicht Notenpunkt! )
      Lieber Peter,

      was ich an dir so toll finde, ist, dass du - vermutlich aus deiner eigenen Begeisterung für die Mineralien-Wunderwelt heraus - bei anderen gut nachvollziehen kannst, dass sie begeistert, ja geradezu besessen nach etwas suchen und sich damit beschäftigen mögen.

      Dass ich eine so gute Note von dir bekäme, freut mich natürlich besonders. Ich bin übrigens ganz fest davon überzeugt, dass du einen sehr, sehr guten Lehrer abgegeben hättest. Das habe ich dir schon mal gesagt. Du erklärst erstens bestens, wobei du dich gut in deinen Schüler hineinversetzen und seine Schwierigkeiten nachvollziehen kannst. Außerdem gibst du viele positive und anspornende Rückmeldungen. Herr Lehrer, von Ihnen nehme ich gern auch eine völlig unverdiente sehr gute Note an! :D
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Mineralienfreund schrieb:

      Was es doch für zahleiche Schneckenarten bei uns gibt.
      Ich kenn nur die,die unseren Salat im Garten anknabbern.
      Lieber Norbert,

      dass es doch relativ viele verschiedene Gehäuseschneckenarten bei uns gibt, hat mich auch gewundert. Es gibt aber noch ein Vielfaches mehr. Aber davon sind viele sehr klein, was für meine Augen und meine Unlust am Herumkriechen unpraktisch ist. :D

      So lange du in eurem Garten kein Schneckenkorn benutzt, mag ich dich weiterhin... :D
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      wie freue ich mich mit dir über die zahlreichen Schneckenhäuser. Auch wenn die Sumpfdeckelschnecke wohl der "beste" deiner Funde zu sein scheint, mir persönlich gefallen die porzellanartigen, glänzenden Turmschnecken besonders gut.
      Du schriebst neulich mal, dass du nur noch mit dem Handy fotografierst. Ich finde deine Fotos wunderbar, die kraftvollen Farben würden ein Handy nicht vermuten lassen.
      Liebe Sabine,

      wenn ich an deine Freude an Faltern und anderen Insekten denke, kann ich mir vorstellen, dass du dich auch über meine so lange erhofften und dann endlich geglückten Schneckenhäuschen-Funde mitfreust. Dankeschön!

      Die Weißen Turmschnecken gibt es gehäuft an einer bestimmten Stelle an der nördlichen Weinstraße, ca. 80 km von hier. Wenn du hier wärest und so weit fahren möchtest, könnte ich dir eine Finde-Garantie geben. Das einzig Unwägbare wäre dabei, dass frische Gehäuse mit Porzellanglanz nicht so leicht wie alte mit lädierter Oberfläche zu finden sind. Aber finden kann man diese irren Schnecken an dieser einen Stelle immer. Wenigstens ein paar.

      Meine Handy-Fotos gefallen mir auch immer besser. Das liegt vor allem daran, dass ich nun zwei Hände nehmen kann (ohne Hundeleine, an der mal geruckt wird). Die Farben variieren allerdings in ihrer "Echtheit". Der Wald ist mir oft zu blaugrün, während er in echt gelbgrüner erscheint. Manchmal arbeite ich dann ein bisschen nach.

      Bei den Häuschen kann es sein, dass ich auch irgendwo ein bisschen nachgeholfen habe. Ich verwende ein ganz kleines Progrämmchen (Photoscape), dass überaus schnell und leicht zu bedienen ist. Da ich aber geschönte Bilder nicht möchte, versuche ich höchstens an die Natur heranzukommen. Viel habe ich also bestimmt nicht nachgeholfen.
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Werner schrieb:

      Um Gottes willen ,blos das nicht -wer schon an der Luft oft fast erstickt ist -der braucht nicht noch tauchen.
      Ogott! :eek: Nicht genug, bzw. überhaupt keine Luft mehr zu bekommen, gehört zu den Dingen, vor denen ich am meisten Angst habe. Gesundheit ist das Wichtigste, was wir uns wünschen können. Ich wünsche dir Gesundheit!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)