Kann man Feuersalamander umsiedeln?

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    • Hallo Birgit,

      zu Salamandern und Molchen kann ich nichts sagen.
      Aber wenn ich mich richtig erinnere wurden bei uns Zaun- und Mauereidechsen wegen der Landesgartenschau umgesiedelt.
      Diese Maßnahme wurde natürlich von den Behörden genehmigt und von Sachkundigen Personen durchgeführt.
      Und sie soll so ziemlich erfolglos gewesen sein.

      Das Problem beim Umsiedeln ist das man geeignete Lebensräume benötigt die noch nicht zu dicht besiedelt sind.
      Ansonsten verdrängen die Neuankömmlinge die Alteingesessenen oder umgekehrt.
      Territorial veranlagte Tierarten werden zudem versuchen ihr angestammtes Revier wieder zu erreichen.
      Das Einfangen und umsiedeln bedeutet auch im günstigsten Falle eine Menge Stress, was die Tiere anfällig für Krankheiten machen kann.

      Alles in allem sollte eine Umsiedlung immer nur die letzte Möglichkeit sein und hohe Verluste sind möglich.
      Aber wie Werner schon schrieb Paul b kennt sich da sicher wesentlich besser aus.

      Viele Grüße
      Frank
    • Ich bitte darum mit solchen Plänen derzeit extremst vorsichtig umzugehen. Die Holländer haben seit einigen Jahren ein Problem mit einer Pilzerkrankung, die große Teile der Bestände des Feuersalamanders dahin gerafft hat (wohl teilweise bis zu 90% der Populationen). Diese Pilzerkrankung ist auf jeden Fall bei uns im Ruhrgebiet angekommen. Ob sie weiter verbreitet ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Wer in Salamandergebiete rein geht, sollte, bevor er in ein anderes Gebiet rein geht, das Schuhwerk heiß abspülen, um eine Einschleppung des Pilzes in andere Populationen zu verhindern. Wenn also irgend etwas anliegt, was mit Umsiedlung zu tun hat aus bautechnischen Gründen oder was auch immer, bitte unbedingt mit den entsprechenden Fachleuten in Verbindung setzen, dass man mit diesen Salamandern nicht die Pilzkrankheit in eine andere Population einschleppt, oder gesunde Salamander in eine Pilz verseuchte Population setzt und ihnen so den Garaus macht. Eine mögliche Kontaktadresse ist die biologische Fakultät der Uni in Essen, da die entsprechende Untersuchungen laufen haben. Anschrift findet man bestimmt im Net.

      Viele Grüße
      Klaas
    • Lieber Klaas,
      du hast einen sehr wichtigen Hinweis gegeben. Es sind offenbar sogar zwei Viren involviert. Sehr ausführlich auf den salamanderseiten.de zu lesen:
      salamanderseiten.de/Salamandra…rium_salamandrivorans.htm
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Da würde ich dann erst mal klären, warum der Bach trocken ist. Das trockene Wetter kann es nicht sein, da es in Deutschland momentan ausgesprochen nass ist. Wenn da also kein Wasser ist, muss das eine Ursache haben. Wie sieht es mit Baumaßnahmen oberhalb des Baches aus? Was kann man tun, was sagen örtliche Vereine, was sagen die Behörden?

      Viele Grüße
      Klaas
    • Darwin99 schrieb:

      Der Bach liegt das dritte Jahr in Folge schon jetzt trocken.
      Auch bei uns gibt es über Jahre versiegende Rinnsale die aber jetzt nach dem vielen Niederschlag wieder Wasser führen.
      Eines davon speist ein paar winzige Teiche wo bis vor Jahren stehts Salamander zu finden waren.
      Mal sehen ob die Salamander heuer ,nachdem das Wasser zurück ist ,wieder kommen.

      Der unterirdische Speicher aus welchem dein Bach gespeist wird, ist eben noch nicht am überlaufen .
    • Darwin99 schrieb:

      Baulich ist nichts verändert wurden. Es ist nichts ersichtlich warum der Bach trocken liegt.

      Das haben die Behörden so bestätigt. Passieren tut nichts. Ist halt Natur, da kann man nichts tun.
      Ich bin blöderweise noch nicht auf die Eingangsfrage eingegangen. Also, von Froschlurchen und Molchen kenne ich es so, dass diese sehr standorttreu sind. Beispiele aus meiner frühen Jugend habe ich eins, bei dem ein Tümpel zugeschüttet wurde für irgendwelche Baumaßnahmen (das Übliche). Molche, Frösche und Kröten wurden zuvor nach Möglichkeit raus gefischt und an anderer Stelle ausgesetzt. Wenige Tage später saßen wohl viele von ihnen wieder auf dem zugeschütteten Teich.

      Ich denke, dass das bei Salamandern nicht viel anders ist. Dadurch, dass diese aber in Fließgewässer ihre Larven entlassen, besteht eine gewisse Möglichkeit, dass sie sich in angrenzenden Gebieten vielleicht aussetzen lassen, nicht ganz so standorttreu sind. ABER: ist eine Population vorhanden, wird durch Eure Salamander der Bereich übervölkert. Das heißt, dass sich die Population durch Tod und Abwanderung sehr schnell wieder auf das alte Maß reduzieren wird. Die Umsiedlung hätte also keinen Sinn.

      Findet man ein Gebiet, das noch nicht besiedelt ist, ist die Wahrscheinlichkeit ausgesprochen groß, dass dieses nicht geeignet ist als Lebensraum. Das Ergebnis wäre im Prinzip das gleiche, die Salamander sterben (verhungern, was auch immer) oder wandern ab.

      Ein potentielles Ersatzgebiet müsste also durch Fachleute geprüft werden, ob geeignet. Aber im Prinzip heißt der Weisheit letzter Schluss leider so, wie es der Behördenmund kund tut: "Da kann man nichts machen!".

      Ihr werdet abwarten müssen, ob das Gewässer irgendwann wieder Wasser führt. Wenn die Salamander bis dahin aus dem Gebiet verschwunden sind, kommen sie vielleicht auch wieder. Ansonsten hätte man dann ein geeignetes Biotop für die Ansiedlung von Salamandern aus einem ähnlich unglücklichen Gebiet. Ein letzter Versuch wäre die Anlage von zwei, drei Tümpelchen, in die die Salamander ab laichen können, denn sie sind nicht zwingend nur auf Rinnsale u.ä. angewiesen. Einen Versuch wäre es meiner Meinung nach wert.

      Liebe Grüße
      Klaas
    • An diesem Beispiel einer mehrjährig versiegten Quelle und trocken gefallener Teiche werden wir sehen ob die Salamander
      dieses Jahr hierher zurückkehren.(Bild 9)

      da bin ich mal gespannt

      Es ist auch der Ort an welchem ich 2004 anhand der Zeichnung feststellen wollte ,ob die selben Individuen im Jahr darauf
      wiederkehren ,ich hab aber keinen von denen wieder erkannt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Werner von dr Alb ra ()

    • Werner schrieb:

      An diesem Beispiel einer mehrjährig versiegten Quelle und trocken gefallener Teiche werden wir sehen ob die Salamander
      dieses Jahr hierher zurückkehren.(Bild 9)

      da bin ich mal gespannt

      Es ist auch der Ort an welchem ich 2004 anhand der Zeichnung feststellen wollte ,ob die selben Individuen im Jahr darauf
      wiederkehren ,ich hab aber keinen von denen wieder erkannt.


      Ich sag es mal so: es gibt auch bei Käfern (besonders bei Laufkäfern) Fund und Wiederfund Untersuchungen. Hierfür werden Becherfallen aufgestellt, die lediglich mit einem Stück Papier bestückt sind, damit sich die Käfer auch verkriechen können. Leerung erfolgt täglich, morgens, um die Ausfälle nach Möglichkeit auf Null zu halten. Die Flügeldecken der Käfer werden dann mit einem Zahnarztbohrer bearbeitet. Das heißt, man denkt sich auf den Flügeldecken mehrere Reihen jeweils für die Zahlen 1 bis 9. Die erste Reihe zeigt dann 1 bis 9 an, die zweite Reihe 10 bis 90, die dritte Reihe 100 bis 900 und ggfs. die vierte Reihe 1.000 bis 9.000. Ich denke, dass man mit drei Reihen auskommt. Dann werden die entsprechenden "Löcher" in die Flügeldecken angebohrt (man bohrt nicht durch!!!) und man kann auf diese Art und Weise dann jedes Individuum wieder erkennen. Bei solchen Fund-Wiederfund-Untersuchungen ist die Anzahl der wieder gefundenen Individuen ausgesprochen gering. Man kann in der Regel von maximal fünf Tieren ausgehen, hat hierfür aber meist für die Dauer von drei bis fünf Jahren etliche hundert Exemplare markiert. Das einzige Ergebnis, dass ich hier mal müdnlich mitgeteilt bekam, war eine Untersuchung an Elaphrus aureus (ca. 5 mm groß). Bei dieser Untersuchung ist im ersten Jahr ein Individuum gefunden worden, dass erst im dritten Jahr wieder in die Falle ging. Man hatte auf diese Art und Weise den Beweis, dass Laufkäfer nicht nur in Gefangenschaft alt werden können (vom Großer Puppenräuber kennt man ein Alter von bis zu fünf Jahren in Gefangenschaft), sondern durchaus auch in der Natur dazu in der Lage sind.

      Anhand dieser Zahlen kannst Du vermutlich erahnen, dass Du einen Krötenzaun aufbauen müsstest, um Salamander in den Eimern zu fangen, täglich kontrollieren, über mehrere Jahre hinweg, jedes Individuum fotografieren und das Bild in eine Kladde ablegen musst und jeden Tag vergleichen musst, ob die gefangenen Individuen bereits bekannt sind oder noch nicht. Ich denke, dass die Wiederfunde bei den Salamandern etwas größer ausfallen werden und die Gesamtzahl etwas geringer ist als bei den Käfern, gehe aber trotzdem davon aus, dass im Laufe mehrerer Jahre so einige hundert Exemplare zusammen kommen können. Der Effekt ist aber klar, man tätigt irgendwann Wiederfunde. Der schöne Nebeneffekt ist, dass man eine grobe Übersicht über die Populationsstärke bekommt. Und wer dann Bio oder Landschaftspflege studiert hat und gut in Statistik war und ist, der kann dann vermutlich die Populationsgröße so hoch rechnen, dass er an die Realität sehr nahe dran kommt. Da die Wanderbewegungen der Amphibien recht gut bekannt sind, also wie weit sie vom Laichgewässer nach der Paarung abwandern, hat man auch die Populationsgröße im Verhältnis zur Biotopsgröße und kann dann, durch Untersuchung mehrerer Biotope, mögliche Größen ermitteln und vermutlich irgendwann auch lernen, woran es hapert, bzw. warum eine Population so stark ist und andere so schwach.

      Und mal ganz ehrlich: ich hätte studieren sollen. Der Scheiß hätte mich wahnsinnig interessiert und mir wahnsinnig Spaß gemacht. ;)

      Viele Grüße
      Klaas
    • Lieber Klaas,

      Klaas Reißmann schrieb:

      Und mal ganz ehrlich: ich hätte studieren sollen. Der Scheiß hätte mich wahnsinnig interessiert und mir wahnsinnig Spaß gemacht.
      du sprichst mir sowas von aus der Seele!!! Hätte ich vor 12 Jahren, als ich aus dem Erwerbsleben ausgeschieden bin, gewusst, wie sich die Interessen und Kenntnisse entwickeln würden, dann hätte ich auch Biologie studiert (sollen). Aber man kann eine Entwicklung nicht voraussehen, und heute finde ich es einfach nur schade, Zeitpunkt verpasst.

      Höchst spannend finde ich deine Beschreibung, wie man 5 mm kleine Käfer so markiert, dass man nicht die Flügeldecke durchbohrt. Da muss man entweder viel Erfahrung oder ein sehr ruhiges Händchen haben.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Hallo Sabine und Klaas,

      bedenkt mal bei eurem Grübeln, dass euch da ja gleich mehrere Jahre an Leben und Lebenserfahrungen durch die Lappen gegangen wären, nur um zur Kenntnis zu nehmen, die kochen auch nur mit Wasser.

      Das Ergebnis: "Man muß nicht alles Wissen, sondern wissen wo es geschrieben steht" ist das aus meiner Sicht nicht wert.
      O.K. ich erkenne an, dass eine gewisse Reputation schmeichelt. Aber ist es das wert ?

      Frohes Osterfest nach Deutschland

      Lothar
      Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<
    • Hallo Sabine und Klaas,

      Klaas Reißmann schrieb:

      Und mal ganz ehrlich: ich hätte studieren sollen. Der Scheiß hätte mich wahnsinnig interessiert und mir wahnsinnig Spaß gemacht. ;)

      Sabine Flechtmann schrieb:

      Hätte ich vor 12 Jahren, als ich aus dem Erwerbsleben ausgeschieden bin, gewusst, wie sich die Interessen und Kenntnisse entwickeln würden, dann hätte ich auch Biologie studiert (sollen).
      seid froh, dass ihr das nicht gemacht habt! Ich hatte nach dem Abitur einige Zeit lang ebenfalls mit einem Biologiestudium geliebäugelt, habe mich dann aber für ein Studium der Mathematik entschieden. Heute bin ich froh, dass ich das so gemacht habe, denn wenn ich heute auf Entomologentagungen im Gespräch höre, wie sich die Biologen von Zeitvertrag zu Zeitvertrag in der Verwaltung hangeln oder als selbständige Betreiber eines "Büros für Gewässerökologie" sich gegenseitig unterbietend um öffentliche Aufträge kämpfen müssen, dann gewinne ich den Eindruck, dass es sich in 75% der Fälle um einen "Hungerleiderberuf" handelt.

      Viele Grüße und frohe Osterfeiertage
      Jürgen
    • Lieber Jürgen,
      das mit dem Hungerleiderberuf stimmt schon, ich bekomme das immer wieder im Verein mit, sowohl in Hamburg als auch in Salzburg. Ich hätte aber nur für mich studiert, denn über meine ehemalige Firma bin ich gut abgesichert und brauche nicht zu arbeiten.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Hätte,hätte Fahrradkette !

      Sabine Flechtmann schrieb:

      denn über meine ehemalige Firma bin ich gut abgesichert und brauche nicht zu arbeiten.
      Bin auch im 12.Jahr zu Hause und sehr zufrieden mit dem Kommerziellen .
      Daß ich aber auf die Idee gekommen wäre ,nach dem technisch geprägten Berufsleben , das was bisher hobbymäßig Freude bereitet
      hat ,auch noch zu studieren und die kostbare Zeit im Hörsaal zu vergeuden - auf diese Idee bin ich nie gekommen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Werner von dr Alb ra ()

    • Nachdem Birgit @Darwin99 schon 100 Feuersalamander gesehen hat ,wollte ich doch gleich mal schauen ob das Wasser der über
      Jahre versiegten Quelle noch läuft.
      Ja es läuft noch ! Aber die Salamander waren noch nicht da.Seit Januar suche ich auf Klaas Tip hin nach Gallen auf Eichenlaub - bisher Fehlanzeige .Was ich aber heute in diesem Bannwald fand
      waren die Gallen auf Bergahorn.Das Insekt wird wohl nicht aus den Gallen geschlüpft sein ?
      was ist drin in der Gallees sieht nach Puppe aus ( max.2 mm)