Besuch im Deutschen Natursteinarchiv

    • Besuch im Deutschen Natursteinarchiv

      Das DNSA (Deutsche Natursteinarchiv) ist eine Einrichtung der Steinfachschule in Wunsiedel in Oberfranken.Hier werden
      vor allem Steinmetzen und Bildhauer ausgebildet. Wichtig ist das Archiv auch für Architekten und alle,die mit Natur-und
      Weksteinen zu tun bekommen.
      Das Archiv umfasst eine Sammlung von derzeit rd. 6500 Gesteinen aus aller Welt. Die polierten Platten sind alle mit Infos
      versehen,die die Verfügbarkeit auf dem Markt, historische Bedeutung oder geologische Besonderheit hervorheben.
      Bauherren können sich beraten lassen,welches Gestein für ihr Vorhaben am Besten geeignet ist.

      Nun konnte ich mit meinem Verein an einer Führung durch das DNSA teilnehmen. Das war eine sehr interessante Sache.
      Man erfährt so einiges über Gesteine,das man auch als Mineraliensammler gebrauchen kann.
      Außerdem gibt es hier für Lehrzwecke auch eine systematische Mineraliensammlung, eine Belegsammlung von Fossilien
      und unbearbeiten Gesteinen. Fotos von Gesteinsdünnschliffen und elektronenmikroskopische Aufnahmen von Mineralien
      werden in Wandvitrinen präsentiert.

      Das Natursteinarchiv ist zwar kein Museum,aber doch öffentlich zugänglich. Es kann an Werktagen von jedem kostenlos
      besichtigt werden. Einfach im Büro der Schule anmelden. Nur eine Führung ist termingebunden und kostenpflichtig.

      Noch eine Anmerkung zu den Fotos der Dünnschliffe und REM-Aufnahmen: Ich hab vom Leiter des Archivs,Dipl.Geologe
      R.Kögler,die Erlaubnis diese zu kopieren und im Internet zu veröffentlichen.


      Nun beginnen wir mal mit dem Rundgang. :)

      Der Chef übernahm die Führung persönlich:


      Die Gesteinsplatten sind in mehreren Räumen untergebracht...








      ... und nach Ländern geordnet. "Deutschland" ist zusätzlich noch in die einzelnen Bundesländer gegliedert.






      Aus Brasilien kommt auch der Foyait,der teuerste Werkstein.Die blaue Farbe erhält das
      Gestein durch das Mineral Sodalith.






      Bemerkenswert auch dieser Gabbro aus Brasilien.


      Gesteinsbildender Amazonit in einem brasilianischen Pegmatit:




      Anorthosit aus der Ukraine:


      So bunt kann Kalkstein sein:


      Dieser Quarzit ist durch das Mineral Disthen gefärbt:
      Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)

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    • Auch Gesteine,die sich als Werkstein nicht unbedingt eignen,aber geologisch von besonderer Bedeutung sind,
      sind in dieser Sammlung zu sehen.

      Clymenienkalk mit Orthoceras aus dem Frankenwald in Bayern:


      Granitbrekzie in Suevit aus dem Nördlinger Ries:


      Suevit mit Glaseinschlüssen (Flädle)


      Pinolith aus Sunk, Österreich erhält seine sehr ästhetische Struktur durch ndas Mineral Magnesit.




      Korallenriffkalk aus Hallein in Österreich:


      Zu den weiteren interessanten geologischen Sehenswürdigkeiten im DNSA
      gehört auch dieser Tisch mit einer Platte aus Kugelgranit (Orbiculit).
      Dieses seltene Gestein wurde früher in Finnland abgebaut.Heute stehen alle
      Steinbrüche unter Naturschutz.


      Eine Wandfassade aus Gesteinen des Fichtelgebirges:
      Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)
    • Um Gesteine exakt bestimmen zu können sind in manchen Fällen sogenannte Dünnschliffe erforderlich.
      Aus einer Probe wird ein hauchdünnes Stück, etwa ein tausendstel Millimeter dick, geschnitten.
      In dieser Stärke ist jedes Gestein durchsichtig und man kann bei polarisierten Licht unter dem Mikroskop
      die einzelnen mineralischen Bestandteile erkennen.
      Etwa 1000 solcher Dünnschliffe werden im Natursteinarchiv aufbewahrt und stehen Lehrzwecken zur Verfügung.
      Ein paar sind in einer Wandvitrine vergrößert dargestellt:

      Pyroxenkristall in Nephelinlava aus der Eifel:


      Kalkstein als Porenkalk aus Saudi-Arabien:


      Serpentinit Zöblitz,Sachsen:


      Silikatmarmor aus Togo:


      Talkschiefer aus Norwegen:


      Oolit (Rogenstein) aus Braunschweig:



      Für den Mineralogen sind Aufnahmen kleinster Kristalle im Elektronenmikroskop ein besonderes Highlight.
      Im Archiv sind da auch einige Bilder mit seltenen Mineralien ausgestellt:

      Die Grube Friedrichssegen bei Bad Ems ist da reich vertreten:

      Brochantit:


      Cerussit:


      Hidalgoit:


      Tsumcorit:


      Karminit:


      Ramsbeckit:

      Hörnesit aus Brixlegg in Tirol:


      Richelsdorfit aus Brixlegg:


      Claudetit aus St. Andfeasberg im Harz:


      ... und sehr interessant: Noppige Erstarrungsstrukturen in Suevit aus dem Ries:


      Zum Schluß noch eine Ehrung an den der Gründer des Natursteinarchivs, Friedrich Müller aus Wunsiedel.
      Autor des bekannten Buches "Bayerns steineiche Ecke".
      Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)
    • Hallo Norbert,

      das hast Du wirklich alles sehr schön aufgenommen und hier präsentiert. :thumbup: Die blauen "Muster" (Sodalith) gehören auch zu meinen Favoriten. ;)

      Du erinnerst Dich auch sicher noch an den Abraxas Verlag und seine weltgrößte (?) .. auf jeden Fall sehr unfangreiche .. Naturstein-Datenbank inklusive aller Mineralien (!), bei der ich ja früher auch mal einige Jahre mitgewirkt habe. Da es dann irgendwann auch Streitpunkte mit Herrn B. gab und ich dann nur noch unzufrieden war, schmiss ich hin und nun sind jalt nur noch die bekannten Fotos vom Berufsmineralogen T.W. zu sehen. Soll mir auch recht sein. ;) Reicht ja auch aus plus die Naturstein-Muster. War mir ohnehin dann irgend wann nicht mehr so wichtig. ;)
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • Hallo Norbert,

      ja, die Naturstein-Datenbank vom Abraxas Verlag war natürlich schon kostenpflichtig bzw. ist es wohl noch (CD-ROM). Als einstiger "Mitbefüller" bekam ich dann allerdings ein Exemplar (CD-ROM) kostenfrei. Geld wollte ich dafür auch gar nicht haben; hätte ich auch gar nicht bekommen. Später suchte ich nur mal wieder stichprobenartig eingepflegte Mineralienfotos von mir im neuesten Update; die Fotos waren aber plötzlich weg. Weshalb weiß ich gar nicht mehr, aber ich hatte das schon als Geringschätzung meiner Arbeit empfunden und habe dann folglich auch irgendwann hingeschmissen. Natürlich konnte ich da keinen Anspruch erheben, dass meine Bilder drin bleiben würden aber egal .. sind inzwischen alles alte Kamellen. :)
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • Lieber Norbert,
      mann, das war aber eine lohnende Führung. Wenn man unvoreingenommen und praktisch ohne Kenntnis deinen Bericht liest, dann ist frau doch erstaunt, dass man so dermaßen viele verschiedene Gesteine dort zu sehen bekommt. Das könnte mir auch gefallen, so eine Führung.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)