Große Glasschnecke (Oder?)

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    • Große Glasschnecke (Oder?)

      Hallo miteinander,

      vor ein paar Tagen lief ich durch ein feuchtes, schattiges Waldtal. Es war leicht sonnig, aber kalt.
      Zu meiner Riesenfreude kroch mir eine kleine Gehäuseschnecke über den Weg. Ha, die erste in diesem Jahr! Noch dazu so ein junges Ding! Dass es sich wohl nicht um eine junge Bänderschnecke o.ä. handelte, sondern wohl um eine Glasschnecke, habe ich erst zu Hause auf dem Bildschirm gesehen.





      Es könnte sich um die Große Glasschnecke (Phenacolimax Major) handeln.
      Im Verhältnis zur Kugeligen Glasschnecke, mit der sie verwechselt werden könnte, ist sie a) größer. Dieses Exemplar war ca. 1,5cm lang.
      Ihr Gehäuse ist gedrückter als das der Kugeligen Glasschnecke, was man auf meinen Fotos nicht beurteilen kann. Aber es ist b) grünlich-durchsichtig und c) der Mantellappen reicht fast bis an die Spitze ihres Gehäuses. Außerdem wäre sie d) für den Südwesten und das Biotop, in dem ich sie gefunden habe, typisch.

      Ich weiß, es ist lächerlich. Aber ich freue mich einfach riesig!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rosmarie ()

    • Liebe Rosmarie, ich kann überhaupt nichts Nützliches beitragen, aber deine Schnecke gefällt mir! Und der leicht dreieckige braune Fleck ist also der Mantellappen? Das es das gibt, dass Schnecken noch so einen Zipfel raushängen haben, wusste ich überhaupt nicht. Deine Bestimmung erscheint mir schlüssig.
      Und - sich freuen ist nie lächerlich!
      Liebe Grüße
      Susanne
    • Rosmarie schrieb:

      Ich weiß, es ist lächerlich. Aber ich freue mich einfach riesig!
      Liebe Rosmarie ,

      Das ist überhaupt nicht lächerlich sondern ganz erfreulich .
      Dieser Mantellappen zeigt mir übrigens deutlich,daß ich so was noch nie bei uns gesehen
      habe .
      Schätze dich also glücklich über diesen Fund.

      Ich würde mich genau so freuen ,der miese Tag wäre schlagartig vergessen.
    • Liebe Susanne,

      vielen lieben Dank für deine aufbauende Reaktion auf meine Schneckenfreude! ;) Dir - und auch Werner - glaube ich sofort, dass du "sich freuen" nie lächerlich findest. Denn bei dir gehört die Begeisterung für die Natur ganz sicher auch zu deinem ureigenen Charakter dazu.

      Dass es Schnecken mit überhängenden, bzw. "überklebenden" Mantellappen gibt, habe ich auch lange nicht entdeckt. Ich finde das eine skurrile Konstruktion. Hinzu kommt noch, dass sich die meisten Glasschnecken nicht mehr ganz in ihr Haus zurückziehen können.
      Mich verblüfft auch, dass gerade diese winzigen Schneckchen mit nur wenig Volumen und hauchdünnen Häuschen Kälte gut vertragen können und auch im Winter bei leidlichen Temperaturen aktiv sind.

      Dir vielen lieben Dank!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Werner schrieb:

      Schätze dich also glücklich über diesen Fund.

      Ich würde mich genau so freuen ,der miese Tag wäre schlagartig vergessen.
      Lieber Werner,

      vielen lieben Dank! Ja, ich schätze mich glücklich über diesen Fund. Manchmal fasse ich es nicht, dass ich so ein kleines Tier beim normalen Gehen entdeckt und nicht zertreten habe.

      Dass du solch einen überlappenden Mantellappen noch nicht registriert hast, wundert mich. Denn bei dir und eurem kalkhaltigen Boden gibt es diese Schneckchen mit Sicherheit auch.
      Aber die meisten Glasschnecken sind halt sehr winzig und deine Heimat bietet so viel Spektakuläres!

      Übrigens hat mich dein fundiertes Schneckenbuch in dem Zusammenhang schwer beeindruckt. In den Texten über die Glasschnecken waren bei fast allen Zeichnungen der Genitalien dabei. Denn auch wenn manche Arten optisch kaum zu unterscheiden sind, so bestehen u.U. große Unterschiede in den Genitalien. Dein Buch ist wesentlich wissenschaftlich fundierter als meines! Ich habe immer noch ein schlechtes Gewissen, dass ich es dir abgeluchst habe. Aber ich wusste nicht, um wie viel wertvoller dein Teil war!
      In jedem Fall bin ich sehr froh und dankbar, dass ich es habe! Noch einmal herzlichen Dank! ;)
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Liebe Rosmarie,

      ich schließe mich Deiner Diagnose Große "Glasschnecke" gerne an. Ich kann fast bestätigen, das dies eine hervorragende Arbeit einer berühmten Glasbläserei sein muss. :D Meine Frau sammelt ja auch solche tollen Glasfiguren! :24:

      Wenn sich diese Schnecke allerdings noch dazu bewegen sollte ( :eek: 8o ), wurde vielleicht noch .. im Rahmen neuer nanotechnologischer Erkenntnisse .. ein "Miniaturmotor" eingebaut. Allerdings arbeitet der Motor dann noch im "Schneckentempo". :91: :90:

      Also "Zusatzbonbon" dieser nanotechnologischen Besonderheit wurden dann noch die überhängenden, bzw. "überklebenden" Mantellappen eingefügt! :79:
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • Ach, lieber Peter, bist du köstlich! :25:

      Dir oder auch Lothar würde ich ja zutrauen, dass ihr solche Mini-Motörchen bauen könnt und damit eure Umgebung überrascht. Aber so schön gleichmäßig und völlig gelassen wie dieses Schneckchen kroch, das wäre wohl selbst von euch nicht nachzubauen... :19:

      Dir vielen lieben Dank für deine fröhliche, humorige Antwort und deiner Frau und dir noch viele schöne Glasschneckenfunde! ^^
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Rosmarie schrieb:

      Dass du solch einen überlappenden Mantellappen noch nicht registriert hast, wundert mich. Denn bei dir und eurem kalkhaltigen Boden gibt es diese Schneckchen mit Sicherheit auch.
      Aber die meisten Glasschnecken sind halt sehr winzig und deine Heimat bietet so viel Spektakuläres!
      Liebe Rosmarie ,

      Diese nicht so kleine Schnecke mit ihrem Lappen wäre mir nicht durch die Lappen gegangen und aufgefallen !
      Nun hab ich mal in deinem Buch ,welches ich wiederum besser finde ,geblättert und da steht , daß sie doch eher im Westen Deutschlands vorkommt.
      Ich werde aber künftig noch genauer hinschauen ob ich sie oder andere der Gattung wegen des komischen Lappens nicht doch noch zu Gesicht bekomme.
    • Lieber Lothar,

      dieses Exemplar war mit Sicherheit ausgewachsen. Du würdest also auch bei einem Dutzend mit Knoblauchbutter nicht satt werden. Glück gehabt! Ich meine, die Glasschneckchen haben noch mal Glück gehabt. :D
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Lieber Werner,

      ja, eigentlich kann ich mir bei dir nicht vorstellen, dass du irgendetwas übersiehst. Wenn ich daran denke, was an Winzigkeiten du alles schon entdeckt hast - sogar Napfschnecken unter Wasser...

      Diese Mantellappen sind wirklich auffällig und irgendwie urkomisch. :D
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Rosmarie schrieb:

      Diese Mantellappen sind wirklich auffällig und irgendwie urkomisch.
      Wenn ich die gesehen hätte wäre mir dieser Lappen ganz sicher aufgefallen.
      Aber es ist auch was dran ,daß wenn man einmal was Unscheinbares gefunden hat,man es danach immer wieder findet.

      Die Fliegenragwurz z.B. -jahrelang vergeblich und dann immer wieder auch an anderen Orten.

      Ich glaube ,daß man sich da unbewußt an dem Umfeld des Gesuchten orientiert wobei dann die Aufmerksamkeit
      gesteigert wird .
    • Werner schrieb:

      Ich glaube ,daß man sich da unbewußt an dem Umfeld des Gesuchten orientiert wobei dann die Aufmerksamkeit
      gesteigert wird .
      Lieber Werner,

      da kann ich dir nur zustimmen. :28:
      Meine Erklärung dafür war bisher, dass man im Gehirn bereits ein Bild hat, eine Art Suchbild, mit dem man alles, was man sieht, abgleicht.

      Sheldrake würde sicher das morphogenetische Feld ins Gespräch bringen. Als Sheldrake-Anhängerin würde mir das auch einleuchten.
      Und C.G. Jung hätte solche "Zufälle" sicher mit Synchronizitäten erklärt. (Man erlebt das, was in einem engen Sinnzusammenhang mit etwas steht, was für einen selbst von Bedeutung ist.)

      Unsere Welt ist wunderbar!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Sigurd schrieb:

      Und Freude gehört ja bei uns "Naturrumtreibern" ja praktisch unweigerlich dazu.
      Erlebe ich jeden Tag.
      Lieber Sigurd,

      DAS ist es! DAS ist das, was glücklich erhält, auch wenn einen das Leben oft nicht auf Rosen bettet!

      Dir vielen lieben Dank!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Sigurd schrieb:

      Wenn einen das Leben nicht auf Rosen bettet,
      dann hätt' ich fast gewettet,
      dass einen nur das glücklich erhält:
      die Naturwunder dieser schönen Welt!

      Aber auch Menschen erfüllen dies,
      bauen auf, gehts einem mal mies.
      Lieber Sigurd,

      das ist großartig! Dieses Gedicht hast du nicht nur aus dem Ärmel geschüttelt (Alle Achtung! :78: ), sondern du hast die Wahrheit wunderbar in Reime verpackt. Ach, ist das schööööööööööööööööööööön!
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Liebe Rosmarie,
      dass du als Schneckenfreundin diese Glasschnecke finden konntest, freut mich ungemein für dich. Sie sieht ganz toll aus. Nach kurzer Recherche könnte deine Bestimmung wohl zutreffen.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)