Winterkartoffeln

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    • Winterkartoffeln

      Hallo zusammen,

      in einem Rätsel erwähnte ich, daß ich versuche, Kartoffeln im Winter in der Wohnung zu ziehen und man bat mich, vor allem Rosmarie, davon zu berichten, wie das Experiment ausgeht.

      Hintergrund war, daß ich im Sommer 2 Kartoffeln in Mutterboden/Gartenerde gesetzt habe und 3 Tage später eine Grabwespe mein "Kartoffelfeld" als Brutstätte für ihren Nachwuchs wählte. Worauf ich eine Kartoffel 2 tage später wieder vorsichtig heraus holte. Die andere mußte drinnen bleiben, da sich der Nesteingang unmittelbar neben ihr befand und ich alles zerstört hätte. Diese eine Kartoffel setzte ich dann in einem Gemisch von restlichem Muterboden und überwiegend Blumenerde wieder ein. Hier die ausgrabene Kartoffel. In nur 5 Tagen bildeten sich schon reichlich Seitenarme.



      Trotz der Störung in der Wachstumsphase konnte ich 3 Monate später 4 Kartoffeln ernten. Natürlich nicht viel, aber das schob ich auf die Störung zurück.

      Weil die Kartoffeln so lecker waren und ich nicht bis zum nächsten Sommer warten wollte, startete ich das Experiment im Winter. In der Wohnung ist es warm und der Eimer stand direkt an der Balkontür. An einem hellen Standort scheiterte es daher auch nicht.

      Ich setzte 2 große und 2 kleine, vorgekeimte Speisekartoffeln in gekaufter Gemüseerde. Also kein normaler Mutterboden. Sie gingen auch auf.



      Doch dann wuchs das Kraut und hörte gar nicht mehr auf zu wachsen. Im Internet hatte ich gelesen, daß so hohes Kraut ein Zeichen für zu viel Dünger ist. Das würde sich mit dem Kraut im Sommer decken. Da war es Blumenerde und das Kraut hatte eine Endehöhe von 85 cm. Jetzt war es in der Gemüseerde schon bei 110 cm und wollte nicht aufhören zu wachsen. Dann endlich fingen sie an, Blüten zu bilden.



      Doch anstatt nun Knollen, also Kartoffeln zu bilden, fing das Kraut unten an zu faulen. Kurz um, ich erntete keine Kartoffeln, weil es keine gab. Ich vermute, daß die Pflanze ihre ganze Energie in das Kraut gesetzt hat und dann keine mehr für die Knollen hatte und abstarb. Mit anderen Worten, Experiment gescheitert.

      Für alle Neugierigen und eventuelle Nachahmer der Hinweis, nur im Sommer und nur in Mutterboden. Andere Erde kommt für mich nicht mehr in Frage.

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Liebe Sabine,

      das freut mich sehr, dass du uns von deinem Experiment so ausführlich berichtest! Solche Versuche finde ich sehr interessant. Wir alle "wissen", dass Kartoffeln im Sommer auf dem Feld wachsen. Aber warum nicht auch mal im Winter, im Eimer? Solche Gedanken hinterfragt man nie.
      Umso spannender finde ich deinen Versuch.

      Nun ist er leider nicht erfolgreich gewesen. Lecker Bratkartoffeln gab´s nicht. Aber viele genaue Beobachtungen.
      Dass Kartoffelpflanzen 110 cm hoch werden können, hätte ich z.B. nie gedacht.

      Ich danke dir für deinen spannenden, ausführlichen Bericht! :ups:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Vielen Dank für eure Antworten. Dieses Experiment scheiterte, ja. Aber wer weiß, vielleicht versuche ich es im nächsten Winter noch einmal, dann aber mit Mutterboden und vielleicht kann ich ja dann doch ein paar Kartoffeln ernten. Man soll sich von einem gescheiterten Versuch nicht entmutigen lassen.

      @ Martin

      Frustschutzmittel brauch in in der Wohnung nicht, meine Heizung funktioniert. :D

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Ach so. Am Licht kann es auch nicht gelegen haben, immerhin war genug Licht da, sonst wär das Kraut bestimmt keine 110 cm hoch geworden. Wenn es an etwas gefehlt hat, dann an der Sonne. Die hat diesen Winter ja sehr dünn gemacht.

      Liebe Grüße
      Sabine II
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      (Noah)