Moosskorpion

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    • Hallo,
      bei der Schleimpilzsuche entdeckte ich zwei kleine Tierchen,welche ich euch hier vorstellen möchte.
      Es handelt sich um Pseudoskorpione (ohne Giftstachel) der Gattung Moosskorpione/Neobisium.
      Der Bücherskopion wurde hier im Forum im vergangenen Jahr schon gezeigt,dieser hat aber eine Längslinie in der Mitte,welche beim Moosskorpion nicht vorhanden ist.
      Wie ich feststellte,können diese hochinteressanten Tiere genau so gut und schnell rückwärts wie vorwärts laufen.
      Sie sind sicherlich nicht selten,aber sehr klein und werden häufig übersehen.Die Größe kann man auf der folgenden Aufnahme gut erkennen,das hier ist der kleinere der beiden.Er war so freundlich,sich exakt an den Linien des Millimeterpapieres aufzustellen.



      Um ihn besser fotografieren zu können,habe ich ihn auf ein Holzstäbchen klettern lassen.Was für eine Unternehmung,einen laufenden Moosskorpion einhändig abzulichten (die andere Hand hielt das Stäbchen),selten so viele Bilder für den Papierkorb produziert. :D



      Der oben gezeigte Pseudoskorpion wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres gefunden.Der folgende,geringfügig (etwa 1mm) größere,wurde erst heute in einer kleinen Dose mit Schleimpilzproben entdeckt.Den habe ich ohne es zu wissen,schon mehrere Wochen als Gast. 8o
      Da diese Tiere etwas lichtscheu sind,verstecken sie sich gern in kleinen Höhlungen.



      Und sie reagieren sehr empfindlich auf Erschütterungen,sie machen sich dann noch kleiner,indem sie ihre Scheren anziehen und den Körper etwas einrollen.



      So verharren sie aber nicht sehr lange,schnell wird sich wieder auf den Weg zu einem dunkleren Unterschlupf gemacht.










      Wenn ich schon einmal einen Gast habe,soll der auch nicht an Hunger leiden.
      In den Totholz-u. Moosresten war schnell etwas zum Anbieten gefunden,eine Larve(?),immerhin so lang wie der Skorpion selbst.Die habe ich ihm in den Weg gelegt,beim ersten Zusammentreffen sprang er noch erschreckt zurück.Alles noch mal wiederholt und siehe da ...






      So ganz geheuer schien ihm das Ding nicht zu sein,aber es wieder loslassen kam auch nicht in Frage.



      Nun strebte er mit seiner Mahlzeit einen möglichst dunklen Unterschlupf an,dieser war aber viel zu klein.



      Ich habe ihm etwas besseres angeboten.Und dort sitzt er nun seit zwei Stunden,ich hab nachgeschaut:Alles noch wie auf den obigen Bildern!
      Bin schon gespannt,was von der Larve morgen noch übrig ist.Und wenn ich es nicht vergesse,wie so oft,dann zeige ich es euch hier in einigen Aufnahmen. :24:
      Viele Grüße
      Uwe

      Die besten Reisen,das steht fest,sind die oft,die man unterläßt!
      Eugen Roth
    • Hallo, Uwe.

      Eine wirklich schöne Dokumentation!

      Kleiner Tipp: Wenn Du zum Fotografieren von Arthropoden diese ruhig stellen willst, einfach ein paar Minuten (nicht länger!) in einem geschlossenen Gefäß ins Gefrierfach stellen. Mit etwas Übung Deinerseits bleiben die Tiere am Leben, sind aber ohne Gezappel o.ä. fotografierbar.

      Schönen Tag noch

      Holger
    • Danke an euch alle für die lieben Rückmeldungen und die Likes.
      Es ist für mich sehr spannend,immer wieder genau hinzuschauen,was da gerade wieder vor mir herumsaust.
      Meine MM (Makro-Macke) hilft mir dabei! :D

      Lupo schrieb:

      Kleiner Tipp: Wenn Du zum Fotografieren von Arthropoden diese ruhig stellen willst, einfach ein paar Minuten (nicht länger!) in einem geschlossenen Gefäß ins Gefrierfach stellen. Mit etwas Übung Deinerseits bleiben die Tiere am Leben, sind aber ohne Gezappel o.ä. fotografierbar.
      Danke für deinen Tipp,da liegt die Betonung auf "mit etwas Übung"! Ich hab das mal an einem Insekt ausprobiert,aber ohne Übung-nie wieder werde ich so etwas tun!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      Eine beruhigende leichte Kühlung ist für mich noch akzeptierbar,das Gefrierfach oder wie das leider auch von sogenannten "Naturfotografen" gerne verwendete Kältespray ist für mich absolut inakzeptabel!
      Die Fotografie ist eine meine Freizeitbeschäftigung,dabei liebend gerne Insekten,besonders Falter jeder Art.
      Ein großes Anliegen meinerseits dabei ist,sie möglichst wenig in ihrem Dasein zu beeinflussen.Das mir das nicht immer gelingt,weiß ich.Auch die vielen anderen Fotos im Internet zeigen dies,meist sitzen die Falter auf Steinen oder Blättern.Oftmals ist das auch so,aber niemals immer!
      Viele Grüße
      Uwe

      Die besten Reisen,das steht fest,sind die oft,die man unterläßt!
      Eugen Roth
    • Vielen Dank für euer reges Interesse an meinem Untermieter.
      Gerade habe ich das Stückchen Rinde,unter dem er sich gestern mit der von mir angebotenen Mahlzeit zurückgezogen hatte,umgedreht.Der Moosskorpion war da,die Mahlzeit verschwunden.
      Hää,vielleicht entwischt? Das Würmchen/Larve hatte ja auch ganz schöne Fangzähnchen!
      Bei genauer Betrachtung mit der Lupe fand ich etwas,was mich sehr an den Kopf dieses Tieres erinnert.



      Mehr war nicht zu finden und der Moosskorpion muss jetzt wieder selbst auf die Jagt gehen,in den Schleimpilzproben wird ihm das nicht schwerfallen,dort gibt`s Beute noch und noch!
      Und wenn der Boden nicht mehr gefroren ist,kommt er natürlich wieder dorthin,wo er hingehört.

      Werner schrieb:

      Das ist ein Gebiet welches mir bis dato noch verschlossen ist.
      Werner,noch etwas Geduld!Ich versuche in den nächsten Wochen,noch ein bisschen mehr an Makro aus der P900 herauszuholen.Die kann das,die Optik ist doch super.Mit dem entsprechenden Zubehör geht da mehr,zumindest hat sie schon mal eine in drei Stufen einstellbare Gummi-Streulichtblende verpasst bekommen.Hat sich bei mir schon bezahlt gemacht:Ausgerutscht,Kamera knallt runter,das wär`s für die Frontlinse gewesen.Wenn diese China-Gummimuffe das nicht verhindert hätte. :D
      Viele Grüße
      Uwe

      Die besten Reisen,das steht fest,sind die oft,die man unterläßt!
      Eugen Roth
    • Lieber Uwe,
      deine Supermakrofotos gehören für mich mit zum Besten, was hier im Forum geboten wird. Und diese hier sind absolut großartig, insbesondere wenn man bedenkt, dass sie aus der Hand fotografiert sind. Große Hochachtung für diese einzigartige Dokumentation. Die Larve dürfte eine Käferlarve sein.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)