Unbekanntes Groß-Insekt: wer ist es?

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      Servus zusammen,
      bei meinem Urlaub Anfang September auf einem Landgut im Herzen der Toskana in Montaione (ziemlich genau in der Mitte zwischen Florenz, Siena und Lucca), umgeben von Olivenbäumen, Erdbeerbäumen, Weinstöcken und Haselnußsträuchern, habe ich in den Morgenstunden an einer geschützten Hauswand dieses relativ große (mindestens 4 cm groß), offensichtlich nachtaktive Insekt fotografiert. Wer ist es? Kann mir jemand von Euch bei der Bestimmung helfen? Danke.
      Liebe Grüße
      Klaus

    • Hallo Werner,
      vielen Dank. Ameisenjungfer scheint mir sehr gut zu passen. Toll, dass ich so eine Ameisenjungfer für mich erstmalig vor die Linse bekommen habe. Darüber freue ich mich schon mal riesig. In den nächsten Tagen will ich versuchen, die genaue Art heraus zu finden. So viele Ameisenjungfernarten gibt es ja wohl im Fundgebiet nicht. Mal sehen.
      Liebe Grüße
      Klaus
    • Ja Werner, Ameienjungfer auf alle Fälle. Ich möchte sogar so weit gehen zu sagen, dass es sich um(Euroleon nostras) die geflecktflüglige Ameisenjungfer handelt.

      s Anekdötle dazu: An einem recht warmen Tag fand ich in unserem früheren Domizil in GR so einen Aparat auf dem Rücken liegend auf der Terasse. Habe ihr dann zunächst ein Lager auf feuchtem Zellstoff gemacht und anschliessend, wie sie sich schon wieder bewegte ihr einen großen Tropfen Honigwasser auf meinem Handrücken gereicht, der gierig angenommen wurde. Wie das alle wurde, dachte sie wohl sie braucht diese Pflanze nur anzubeissen, damit noch mehr fliesst. Das hat ganz schön gezwickt und ich habe sie rasch auf den Zellstoff zurück gestupst. Weiter gefüttert und nach einer Stunde Ruhe ist sie abgeflogen. Dass wir welche auf dem Grundstück haben wußte ich; die Trichter der Larven waren vor der Garage sichtbar.

      LG Lothar
      Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<
    • Klaus B. schrieb:

      Toll, dass ich so eine Ameisenjungfer für mich erstmalig vor die Linse bekommen habe.
      Hallo Klaus ,das war mir bislang noch nicht beschieden.Aber das Vorstadium dieses Insekts ,ist mir auf den Leim gegangen.




      Lothar Gutjahr schrieb:

      Habe ihr dann zunächst ein Lager auf feuchtem Zellstoff gemacht und anschliessend, wie sie sich schon wieder bewegte ihr einen großen Tropfen Honigwasser auf meinem Handrücken gereicht, der gierig angenommen wurde. Wie das alle wurde, dachte sie wohl sie braucht diese Pflanze nur anzubeissen, damit noch mehr fliesst. Das hat ganz schön gezwickt und ich habe sie rasch auf den Zellstoff zurück gestupst. Weiter gefüttert und nach einer Stunde Ruhe ist sie abgeflogen. Dass wir welche auf dem Grundstück haben wußte ich; die Trichter der Larven waren vor der Garage sichtbar.
      Prima Lothar ,ich mache auch schmerzhafte Ausfallschritte um Leben nicht unnötig zu zertreten .
      Bin also auch ein Guter. :redface:
      (hoffentlich hören das die Rehe,Hirsche ,Sauen etc.nicht ) :86:
    • Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Ja, stimmt. Eigenartig. Gib mal bei google folgendes ein
      Clé de détermination des Myrmeleontidae de France
      Folge dem Angebot von gretia.org
      online kann man das öffnen, aber seltsamerweise nicht, wenn man die komplette Adresse kopiert.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Lieber Jürgen,
      danke! Ich habe zwar eigentlich nur kopiert, aber auf dem großen Touchpad am Laptop komme ich oft auf irgendeine Ecke, die dann den Cursor verschiebt, etwas löscht oder sonstigen Unfug veranstaltet. Muss dabei passiert sein.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Servus und guten Morgen,
      vielen Dank für Eure Hinweise und Tipps. Immerhin weiß ich jetzt, dass mir eine Ameisenjungfernart vor die Linse gekommen ist. Lothar hat das auf die Geflecktflügelige Ameisenjungfer konkretisiert; Deine Aussage dazu klang schon recht gesichert. Bei meinen vorgenommen Eigenrecherchen habe ich auch zumindest sehr große Übereinstimmungen zwischen meinen Bildern und denen der Geflecktflügeligen Ameisenjungfer gefunden. Es könnte also passen.
      Liebe Sabine: dank Jürgen kann ich nun Deinen Bestimmungsschlüssel öffnen und auch rein theoretisch lesen (auch Dir lieber Jürgen sei Dank dafür). Das hat aber nur zu einer für mich nicht ganz neuen Erkenntnis geführt: in der Schule, in der ich eigentlich französisch gelernt haben sollte, muß ich ziemlich viel verpaßt haben. Leider sind meine Französischkenntnisse derart minimal, dass ich aus dem Bestimmungsschlüssel kaum Erkenntnisse gewinnen kann. Du hast es gut gemeint, aber das konntest Du ja nicht erahnen.
      Liebe Grüße
      Klaus

      PS: für mich folge ich der Meinung von Lothar; es ist wohl mit ziemlicher Sicherheit die Geflecktflügelige Ameisenjungfer.
    • Bonjour Klaus,

      vor 50 Jahren war ich quasi perekt in französisch und mir geht es genau so. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fachausdrücke in solchen Texten ja nie und nimmer im Bestand der Umgangssprache waren.

      Wenn eine Fremdsprache so gut wie nie gesprochen wird, sitzt das Gelernte in der hintersten Ecke einer Schublade und tritt immer mehr ab. Ein Auffrischen wirkt Wunder, da oft schon die einmalige Nutzung eines Wortes reicht um in der folgenden Zeit wieder Zugriff zu finden. Nimm es wie es ist oder mach mal in Frakreich Urlaub.

      LG Lothar

      Nachtrag: Ich stürze mich auf Neues um Abstand vom Vergangenen zu finden. Da einem die Labormechaniker fehlen, muß man alles selbst tun und das dauert. Hier vor dem Dauerbrenner UFOMI, was selbst in Griechenland weiterentwickelt wird. Der Leuchtpunkt unter dem Objektiv ist eine drahtlose LED-Beleuchtung, die sehr klein baut und so auch unter Durchlichtobjektiven zur Auflichtbeleuchtung ve3rwendet werden kann. Davon bald mehr.
      Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Lothar Gutjahr () aus folgendem Grund: Einfügen Nachtrag

    • Lieber Klaus,
      am ehesten denke ich auch an die von Lothar genannte Art. Und den französischen Schlüssel finde ich auch sehr schwierig. Aber man weiß ja nie, wer zufällig welche Sprachen versteht.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Bestimmungsschlüssel deutsch

      Ach Leute,

      das kann doch kein sooo großes Problem sein mit den verblassenden Französischkenntnissen. Mein Abitur liegt nun auch 51 Jahre zurück, aber da ist doch noch einiges an Wortschatz vorhanden geblieben ;) . Vielleicht liegts auch daran, dass ich als Baden-Württemberger nahe an der Grenze zum ehemaligen "Erbfeind" wohne und mir die Sprache im Hinblick auf zukünftige französische Besetzungen unseres Bundeslandes etwas intensiver eingeprägt habe :D .

      Jedenfalls habe ich mal auf die Schnelle den ersten Teil des Myrmeleontidae-Bestimmungsschlüssels übersetzt und als Pdf-File auf meinem eigenen Webserver abgelegt. Ich muss mal mit Sabine klären, ob wir die Datei, die formatierungsmäßig noch zu überarbeiten ist, hier im Forum ablegen können, oder ob das aus Copyright-Gründen nicht möglich ist (sicherlich nicht für die Abbildungen).

      Was die Fachbegriffe betrifft, ist natürlich Voraussetzung für die Anwendung des Schlüssels, dass man die Bezeichnungen der Flügeladern kennt, die auch im Deutschen nicht anders lauten, also Costa, Subcosta, Radius, Radiussektor, Media und Cubitus. Diese Adern sind aber auch in den Abbildungen deutlich gekennzeichnet.

      Wenn Sabine nach Rücksprache bei einer Übernahme der Datei in dieses Forum Probleme sieht, lasse ich die Datei noch einige Zeit auf meinem Webserver stehen. Ihr könnt sie euch dann für den privaten Gebrauch herunterladen.

      Hier der (temporäre) Link: jgaul.de/entomologie/dokumente/Myrmeleontidae%20deutsch.pdf

      Liebe Grüße
      Jürgen
    • Hallo Jürgen,
      bei mir gab es da leider nichts zu verblassen: in meiner kurzen Französisch-Schulkarriere (französisch war dritte Fremdsprache) habe ich zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Kenntnisse dieser an sich sehr schönen Sprache erworben. Ich bin halt nur dreisprachig aufgewachsen: bayrisch, ein wenig hochdeutsch und Schulenglisch. Aus meiner damaligen bayrischen Sicht war das mehr als ausreichend; warum sollte ich Fremdsprachen lernen, wenn der liebe Gott bayrisch sprach. Da ist dann im Alter nicht mehr viel aufzuholen.
      Vielen Dank für Deine Übersetzungsarbeit. Ich finde es toll, dass Du Dir diese Mühe gemacht hast.
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Klaus
    • Hallo Jürgen,

      apropopöchen französisch

      weniger die Grenznähe (60 km), eher die teils französische Abstammung hat bei mir zu einem guten Französisch geführt als notorisch fauler Hund habe ich das Französisch gezwungenermassen lernen müssen und das war nie von Begeisterungswellen durchzogen. Auch hat es mich angewidert mit Großmutter nur französisch parlieren zu dürfen, obwohl diese genügend deutsch sprach. Noch schlimmer empfand ich die Versuche meiner Mutter, älteren Damen die wir auf dem Weg ins Städtle trafen "vorgeführt zu werden". Das gipfelte dann später in der Auftrennung der Zeugnisnote "mündlich 20 Punkte"und schriftlich 12. Im Rahmen der Luftwaffenelektronik habe ich dann das fachenglisch regelrecht aufgesaugt und es sogar zum ersatzweise für eine Fehlplanung seitens BW Sprachschule Ütersen eingesetzten Sprachmittler gebracht. (Übersetzung und Betreuung einer deutschen FlaRaktruppe in den Themen "Grundlagen Elektronik und Dopplerradartechnik") Das war meine schönste Zeit in dem 5 jährigen Aufenthalt in Texas.

      Vielleicht habe ich auch damit die Französischkenntnisse in die hinterste Schublade gedrängt. Aus heutiger Sicht würde ich mich ohnehin als A.D.D.-Patient einstufen ( attention deficit disorder ) heute wohl in deutsch ADS/ADHS.

      Ist ja auch nur der Versuch einer Herleitung, die sich mir aufdrängt, weil ich ohne meine früheren Labormechaniker kaum etwas "gebacken kriege" und sehr viele Symptome auf meine frühen Jahre zutreffen.

      Ich bin gebürtiger Furtwanger und Du, wenn man fragen darf ( Grenznähe )

      LG Lothar
      Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<
    • Hallo Lothar,

      Lothar Gutjahr schrieb:


      Ich bin gebürtiger Furtwanger und Du, wenn man fragen darf ( Grenznähe )
      na, da bist du doch einwenig näher dran gewesen, denn von meinem Wohnort in Wildberg, im Nordschwarzwald zwischen Calw und Nagold gelegen, sind es doch fast 80 km bis zum Grenzübergang bei Iffezheim. Geboren bin ich aber in Stuttgart und habe dort bis zum Ende meiner Schulzeit und des Studiums direkt in der Stadtmitte in der Nähe des Schlossplatzes gewohnt.

      Liebe Grüße
      Jürgen
    • Lieber Jürgen,
      ganz große Klasse, die Übersetzung und großen Dank dafür. Lass uns die Frage nach der Ablage im Naturforum bitte nächste Woche klären, ich habe gerade ganz viel für den Posaunenchor zu tun.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)