Sandrose mit violett/roten Barytkristall?

    • Sandrose mit violett/roten Barytkristall?

      Hallo liebe Forenmitglieder,
      seit meiner Kindheit sammle (99,9 Prozent gekauft) ich Mineralien und Fossilien, mal mehr, mal weniger, einige wurden zu besonderen Anlässen und besondere Menschen weiterverschenkt. Nun habe ich mir seit langem wieder mal selbst etwas gegönnt, weiss aber leider nicht, was es genau ist. Der Verkäufer in Idar Oberstein konnte mir dies leider auch nicht sagen bzw. woher dies stammt... nur aus einer alten Sammlung - teuer genug war es jedenfalls. Dennoch musste ich es kaufen, da mich die Struktur so faszinierte.
      Nun zu meiner brennenden Frage, was ist das violette Mineral? Baryt? Unter UV Licht tut sich jedenfalls nichts, daher kann man doch Fluorit ausschliessen. Schwer ist das Mineral auch. Leider kann ich kein Bild hochladen (unter 256kb in Jpeg-Format):-(
      Herzlichen Dank für die Antworten
      Bergwerk_offen Bergwerk_offen Bergwerk_offen Glück auf Bergwerk_offen Bergwerk_offen Bergwerk_offen

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    • Grüß dich, MineralienHessen,
      herzlich willkommen im Naturforum. Ohne Bild wird das mit Antworten nichts werden. Wir haben einen umfangreichen Hilfebereich, der auch Tipps zur Bildbearbeitung enthält. Schau dich mal hier um:
      das-neue-naturforum.de/index.p…st/90-erste-orientierung/
      Und mit den Hilfen zur Bildbearbeitung
      das-neue-naturforum.de/index.p…-list/78-bildbearbeitung/
      wird es dir vermutlich auch gelingen, ein Foto auf die max. Dateigröße von 250 Kb zu verkleinern.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Hallo MineralienHessen,

      ja, da stimme ich Sabine zu 100% zu. Ohne mindestens einem aussagekräftigen Foto wird das in der Tat nichts mit der möglichen Identifizierung. Nicht mal zu einem Bestimmungsversuch reicht es da. Ich kann Dir bisher nur sagen, dass Baryt in der Tat sehr schwer ist bzw. sich auch so in der Hand anfühlt .. wie ja der andere Name "Schwerspat" auch schon besagt .. und schon auch in Paragenese (Vergesellschaftung) mit lila Fluorit vorkommen kann .. das ist auch nicht ungewöhnlich .. aber das auch nicht jeder Fluorit in gleicher Weise fluoreszieren muss. Es gibt ja eben auch Fluorite mit Fremdeinschlüssen, es gibt auch mögliche Kristallbaufehler in der Kristallstruktur des Fluorits seit Wachstum dieses Minerals oder es gibt z.B. auch tiefviolette bis schwarzviolette bestrahlte Fluorite (natürliche Strahlung --> Stinkspat) etc. etc.. Der Fundort ist auch ganz wichtig aber den könnte man evtl. auch über ein gutes Foto heraus bekommen .. aber alles ohne Gewähr.

      .. ansonsten auch von mir erst mal willkommen im Forum! :)

      Diese Fotos ("Muster") zeigen, dass es z.B. auch bläulichen Baryt gibt und auch z.B. violetten Fluorit in Begleitung von Quarz!
      Beschreibung wird sichtbar nach Klick auf die Fotos!


      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:

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    • Servus MineralienHessen,
      es freut mich zu sehen, dass es nun mit dem Bildupload klappt :alright: . Zu deiner Frage kann ich leider so gar nichts beitragen. Die Färbung des Minerals auf der Sandrose macht allerdings auf mich einen eher künstlichen Eindruck, als ob da etwas eingefärbt worden wäre. Ich bin mal gespannt, was unsere Mineralienkenner dazu sagen werden.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
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    • Hallo,

      das sind eindeutig Oktaeder. Vermutlich von Fluorit. Ich denke mal, dass die "Sandrose" nicht aus Gips besteht, sondern Baryt ist. Sonst wäre das eine sehr ungewöhnliche Sache, die wahrscheinlich wissenschaftlich noch gar nicht beschrieben ist. :)
      Viele Fluorite zeigen auch keine Reaktion bei UV-Licht. Zum Fundort kann ich kaum was sagen. Vielleicht findet man aber bei Mindat ober im MA Bilder, die einen Hinweis darauf geben.

      Gruß Norbert
      Kein der Geometrie Unkundiger trete ein.(Platon)
    • Hallo Mineralienhesse,

      Ich muß mich entschuldigen. Mein mailsystem hat gesponnen. Aber du hast den Upload inzwischen ja am Laufen.
      Bestimmungsmäßig muss ich mich Norbert anschliessen und teile auch den Verdacht von Sabine, dass die Fluorite nachbehandelt sind. Wie seriös war der Verkäufer ? Nun ja das ist naürlich immer ein Mix aus Vertrauen und Wunschdenken. Wenn die Verfärbung natürlicher Art ist, müßte meiner Meinung nach eine kleine Menge an Reststrahlung messbar sein. Aber das ist wiederum Theorie die nicht haltbar sein muß.
      Einen einfachen Nachweis auf die Verwendung von Farböl kannst du mit einem acetongetränkten Wattestäbchen selbst durchführen indem du mehrfach über vermutete Flächen wischst. Wenn dann das weiße Stäbchen etwas blau wird liegt eine Fälschung vor.
      Ich habe mal auf einem Flohmarkt eine seltene oder besser gesagt unübliche Bergkristall-Stufe erworben, da hat es sich herausgestellt, dass die Kanten der Klebestelle mit Abrieb vom Substrat bestreut waren um die Verklebung zu kaschieren. Hier hilft das kratzen unter dem Bino mit einer Nadel um den Kleber sichtbar zu machen.
      Meiner Frau habe ich einen Almadin in der Größe eines Tennisballs geschenkt, dessen Flächen ich sauber geschliffen und poliert habe.
      Neulich habe ich hübsche Bergkristall-Doppelender aus China erworben für 1 € das Stück. Die sind natürlich extra zum Verticken aus Bergkristall zurecht geschliffene Teile. Damit rechnet man; aber für das Geld lohnt es sich nicht selbs eine Maschine anzuwerfen.
      Ich hoffe aber dass du an dem Teil weiterhin deine Freude hast und betrachte das Teil als eine kleine Rarität zum Zeigen, falls du Unregelmäßigkeiten finden solltest.

      LG aus GR Lothar

      Nachtrag: Du kannst auch im Basisbereich nach Durchdringungen suchen. Eine solche würde das Suchen nach Klebestelle überflüssig machen.
      Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. >Konfuzius<
    • Mineralienfreund schrieb:

      .. das sind eindeutig Oktaeder. Vermutlich von Fluorit.

      Oktaeder ja und auch eindeutig; Fluorit aber sicher nicht - weder zwecks potentieller Verkaufsverbesserung "durch Öle o.ä. gezogen" - noch natürlichen Ursprungs.

      Die Matrix ist für mich eindeutig eine natürlich entstandene Barytrose aus einem aridem Fundgebiet (z.B. aus einer arabischen, mexikanischen oder spanischen Wüste) oder z.B. von Rockenberg, Hessen?). Darauf hat man dann zahlreich schöne Chromalaun-Oktaeder gezüchtet, .. auch alles machbar .. die noch dazu recht typisch dafür miteinander verwachsen sind. Es gibt auch einige Vergleichsbilder im Internet hierzu aber man darf hier keine Links dazu setzen, soweit ich weiß.

      Sabine hatte bereits den richtigen Riecher. :D

      Als Züchtungs-Kuriosität würde ich das Stück ggf. dennoch aufheben; als Mineralien-Sammlungsstück gehört es aber eher "in die Tonne"! Leider! ;(


      Gruß Peter

      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • Hallo,
      danke für die vielen Antworten. Ein Geschmackstest, traue ich mich (noch) nicht wirklich, den Test mit dem Aceton werde ich mit dem Wattestäbchen machen, muss nur noch was irgendwo dann kaufen. Radioaktivität konnte ich mit meinem Gerät (von Soeks das Prime Gerät) nicht messen, zumindest keine erhöhte-das finde ich schon mal beruhigend. Den Stein habe ich gewogen, fast 400 Gramm, wenn der gezüchtet wurde, dann ist er zumindest schön und groß. Wie oben geschrieben, habe ich den im Mineralienfachladen in Idar Oberstein gekauft, dort hiess es, dieser stamme aus einer Sammlung eines verstorbenen Mineraliensammlers, was das ist, konnte mir der Herr leider nicht sagen. Sollte ich mal auf eine grössere Mineralienbörse fahren, einen Grund habe ich ja jetzt :-), nehme ich den Stein einfach mal mit. Könnte zwar noch etwas länger dauern, aber wenn ich mehr herausfinde, schreib ich das hier natürlich. Wieder verkaufen werde ich den Stein jedenfalls so schnell nicht, schau ihn mir lieber aus sicherer Entfernung in der Vitrine an. Zu meinen anderen, lang gesuchten leider nicht so vielen und hoffentlich echten, meiner Vorstellung nach "Kuriositäten" (Chrysoberyll Drilling bzw. Sixling u.a.), passt er jedenfalls gut. P.S. ein Tugtupit, Bixbit o.ä. fehlt mir noch, den find ich ebenfalls sehr schön, ist mir aber leider zu teuer und ich möchte keiner Fälschung aufsitzen.
      Bergwerk_offen Bergwerk_offen Bergwerk_offen Glück auf Bergwerk_offen Bergwerk_offen Bergwerk_offen
    • Hallo MineralienHessen,

      einfach nur einen Härtetest durchführen. Fluorit hat immerhin Mohs-Härte 4; Ka-Alaun bzw. Chromalaun hat nur Härte 2-2,5. Wie man den Härtetest durchführt ist hier im Forum beschrieben. ;)
      Mineralbestimmung - Mohs-Härte

      Hier noch mal etwas anderes dazu ..
      seilnacht.com/Chemie/ch_chrom.html
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:

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    • .. und noch mal hallo MineralienHessen,

      hier auch noch ein paar Fotos zu einigen der von Dir noch gesuchten Mineralien. Leider habe ich die nur als Einzel-Exemplare vorliegen. Sollte ich später evtl. mal an Dubletten rankommen, schicke ich Dir gerne mal etwas davon gratis zu. :)

      Bixbyit aus Utah ..




      Tugtupit bei Tageslicht - rechts daneben unter UV-Licht
      Viele Grüße
      Peter

      Der frühe Vogel fängt den Wurm! :cool:
    • Danke für Eure Anregungen und Hinweise.
      Einen Test mit acetonhaltigen Nagellackentferner auf Wattestäbchen hat der Stein bestanden, den Härtetest mit einem kleinen Kupferdraht (Kupfermohshärte 3 wohl), leider nicht, da ich hier kleine Striche erkennen konnte, was auf meinem Amethyst nicht der Fall war. Ein kleiner Trost ist zumindest die Grösse des Kristalls, da, wenn es Chromalaun ist, die Kaltzucht wohl recht aufwendig ist, da mehrerer gesättigte Lösungen etc. notwendig sein sollen und anschliessend zur Verhinderung der Verwitterung an der Luft noch mal eine "normale", klare Kalialaunschicht notwendig ist - oder gibt es hier auch andere Konservationsmittel? Nun ist er ja angekratzt, sollte somit an dieser Stelle sich auch was tun. Ungewöhnlich ist jedoch das grünliche Mineral bzw. eine kleine grünliche "Mineralfläche" am Baryt, diese Ablagerung sollte doch dann auch stabil sein gegen Verwitterung/Zerfall, sofern der Chromalaun mit einer dünnen Schicht Kalialaun "überzogen" wurde... Wenn es dieses Jahr noch klappt, fahren wir auf eine Mineralienbörse, mal sehen, ob sich dann was genaueres Sagen lässt.
      Bis dahin hoffe ich noch ☺
      Bergwerk_offen Bergwerk_offen Bergwerk_offen Glück auf Bergwerk_offen Bergwerk_offen Bergwerk_offen
    • Hallo MineralienHessen u.a.

      zur Sinnhaftigkeit des Geschmackstests in diesem Fall schließe ich mich den Ausführungen Norberts auch völlig an.

      Aber noch mal zurück zur Härte.
      Wenn Du Deinen "vermeintlichen" Fluorit (Härte 4) und einen bereits nachgewiesenen Calcit (Härte 3 ) zu Hause haben solltest, müsstest Du diese nur aneinander ritzen (Kante auf Fläche). Erhält der Calcit einen Ritzer und der Ritzstaub wäre auch tatsächlich von dem Calcit (kann man dann vom Calcit wegpusten), dann hättest Du doch Fluorit, da Härte 4 höher ist als Härte 3. In diesem Fall könnte es also dann kein Alaun mit Härte 2-2,5 sein, da diese ja dann niedriger als die von Calcit ist.
      Anders herum würde der Calcit mit Härte 3 dem "vermeintlichen" Fluorit einen Ritzer verpassen und dann wäre es definitiv ein Mineral mit einer Härte niedriger als Härte 3, nämlich Alaun. Das wäre eine ganz simple Methode, die ich auch schon angewandt habe, allerdings voraussetzt, dass man eben einen echten Calcit bereits zu Hause hat. :)


      Nun noch mal zu einigen Deiner Ausführungen.
      Zapponlack wäre z.B. ein anderes Konservierungsmittel.
      Ich habe, wie auch bereits geschrieben, Fotos im Internet gesehen, wo eben genau diese Verwachsungen zahlreich und in dieser Farbe zu sehen sind. Es gibt die verschiedensten Züchtungsverfahren mit Impfkristallen. Ich habe auch schon solche ähnlichen "Stufen", wie Du sie jetzt erworben hast auf Mineralienbörsen gesehen. Aber es bleibt Dir selbstverständlich unbenommen, Deinen Kauf auf einer Börse Deiner Wahl Kennern dort zu zeigen. Das würde ich sogar auch empfehlen. Ich kann nämlich auch nicht ausschließen, dass ich mich einfach aufgrund Deiner Fotos jetzt habe in die Irre führen lassen. Man kann auch nicht NUR aufgrund von ein paar Fotos eine 100%ige Identifizierung von Mineralien vornehmen. Aber das hatte ich, glaube ich auch, schon ganz zu Beginn ausgeschlossen.


      Viele Grüße
      Peter

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