Alm 2017: Es ist der Hammer

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    • Alm 2017: Es ist der Hammer

      Liebe Freunde,
      ich hatte ja mitgeteilt, dass ich bis voraussichtlich Ende August auf "unserer Alm" bin. Nachdem es hier im letzten Jahr einigermaßen enttäuschend war was die Insektenwelt anging, ist heuer der Hammer los. Nun ist es total warm, auch nachts, es wurde noch nicht viel gemäht - und was sich hier abends am Licht abspielt, das habe ich so noch nicht erlebt.
      Ich habe jetzt länger überlegt, ob ich später alles im Nachhinein einstelle. Im normalen Forumsbereich eingestellt wäre für alle (auch Gäste) sichtbar, dass mein Zuhause vewaist ist. Und meine Daten stehen im Impressum
      Deshalb eröffne ich hier einen Faden im Special Forum, damit ich halbwegs zeitnah berichten kann. Nach Rückkehr wird dann in den öffentlichen Bereich verschoben.

      Von Donnerstag nachmittag bis gestern nachmittag habe ich sage und schreibe 121 126 Arten Falter gefunden. Es kommt dermaßen viel an die Lichtfunzel, da müsste ich eigentlich anstelle von Handnotizen in ein Diktaphon sprechen können. So entgeht doch einiges der Datenaufnahme.

      Von den Fotos der letzten Tage habe ich einige herausgesucht.
      Träume in Grün

      Gleich der erste Abend bescherte mir die Imago einer Wunschart, die mir bisher immer nur als Raupe begegnet ist:
      Jägerhütchen, Buchen-Kahneule - Pseudoips prasinana
      Kopf - Flügelspitze 17 mm





      Erst ein einziges Mal begegnete mir die folgende Art, 2009 an meinem Wohnort und in mehreren Metern Höhe. Als Belegfoto für das Vorkommen reichte es, aber neben den Nachweisen liegen uns Naturfreunden ja auch schöne Fotos am Herzen. Nun, der erste Abend hatte auch diese Art im Angebot und gestern Abend ein weiteres Exemplar nachgeliefert:
      Liguster-Rindeneule - Craniophora ligustri
      Kopf - Flügelspitze 23 mm





      Eine riesige Eule, die farblich ziemlich variabel ausfällt, aber stets eine Schönheit auf dem Laufsteg der Falter ist die
      Große Heidelbeer-Eule - Anaplectoides prasina
      Kopf - Flügelspitze 30 mm


      Wer beim Fototermin abhaut, landet manchmal in der Vegetation und bietet dort die Zutaten für ein natürliche wirkendes Foto an:

      Die Hinterflügel sind nicht nur für die Bestimmung relevant, sie können auch richtig schön sein:


      Das Grüne Blatt - Geometra papilionaria
      gehört zu unseren größten heimischen Spannerarten. Ein Flügel hat die Länge von 3 cm, ausgebreitet wirklich stattlich! Ein paar Male begegnete mir die Art am Heimatort, hier im Bundesland Salzburg ist die Art sehr selten. Beim ersten Fototermin ist das Blatt gleich weggeflogen, hat sich aber im Spinnfaden verhangen:


      Zwei Tage später bekam ich eine zweite Chance:



      Die Raupen vom
      Pappel-Eulenspinner - Tethea or
      fressen an Pappel-Arten, vorzugsweise an Zitterpappel. Diese Raupe befand sich auf einem Bergahorn-Blatt, aber eine Zitterpappel stand direkt darüber. Als ich die 21 mm große Raupe wenige Minuten später mitnehmen wollte, war sie schon verschwunden. Vielleicht war sie schon verpuppungsreif?


      In der nächsten Folge geht es die Farbe Braun.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Lieber Jürgen und Werner,
      huuups, dass so schnell eine Antwort kommt begeistert mich, und ich danke euch ganz herzlich. Ich bin aber ein Depp, ich habe meine Präparierkiste zu Hause vergessen samt meiner Probengläser. Die Versandkosten von 18 Euro lassen mich aber davor zurückschrecken, mir einfach neue zu bestellen. Da kostet der Versand fast genauso viel wie der Warenwert.
      Ich muss mich übrigens korrigieren: nicht 121 sondern 126 Arten.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • ganz in Weiß...

      ...mit einem Blumenstrauß... zum Tag der "Ehe für alle" in Deutschland kommen Falter in Weiß,
      liebe Naturfreunde,
      und ich muss feststellen, so viele sind das nicht.

      Baumweißling - Aporia crataegi
      am liebsten fliegen sie lila Blüten zur Nahrungsaufnahme an.







      Wickler ohne dt. Namen - Eana argentana

      Ziemlich selten, ganz in schneeweiß, ca. 10 mm, die Raupen leben an Graswurzeln


      Faulholzmotte (Oecophoridae) ohne dt. Namen - Pleurota bicostella
      der mit der "Flaschenbürste"

      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • auch Braun ist schön anzuschaun

      Liebe Naturfreunde,
      braune Falter gibt es reichlich.

      Ziest-Silbereule - Autographa pulchrina
      namentlich die "schöne"


      Waldmoorspanner - Macaria brunneata #male
      passt auf einen Männerdaumennagel



      Mit einer "Kantenlänge" von 35 mm ein brauner Riese
      Kiefernspinner - Dendrolimus pini




      Auch eine kühle Schönheit, die bei nebeneinander gelegten Flügeln aussieht wie ein Gesicht mit Hut und Mantel.
      Achat-Eulenspinner - Habrosyne pyritoides



      Dieses kleine Eulchen würde man eher bei den Spannern suchen:
      Heidelbeer-Schnabeleule - Hypena crassalis


      Große Veränderliche Grasbüscheleule - Apamea crenata

      Kopf - Apex 23 mm, neu für mich, irrsinnig variabel, da habe ich sehr lange an der Bestimmung geprökelt. Mit freundlicher Bestätigung im Lepiforum. Stellt bloß nie so eine zur Bestimmung hier ein.



      Mit einer Größe von ca. 15 mm von Kopf - Apex die größere und viel seltenere Schwester der sehr häufigen Perizoma alchemillata (Hohlzahn-Kapselspanner)
      Hohlzahn-Kapselspanner - Perizoma alchemillata



      Wachtelweizen-Scheckenfalter - Melitaea athalia
      zwei Bilder von ein und demselben Exemplar






      Braunauge - Lasiommata maera


      Hier fällt gar nicht auf, dass der rechte Hinterflügel zur Hälfte weg ist...

      aber so schon:



      Rotklee-Bläuling - Cyaniris semiargus #male
      der bis vor kurzem noch in der Gattung Polyommatus steckte.



      Veränderlicher Haarbüschelspanner - Eulithis populata
      In der Zeichnung vollkommen konstant, aber in der Farbgebung sehr variabel. Es überwiegen allerdings die Gelb-in-Gelb-Exemplare.



      Wickler ohne dt. Namen - Paramesia gnomana
      Kopf - Flügelspitze 10 mm


      Hauhechel-Blättereule - Polia bombycina
      mit bis zu 30 mm "Kantenlänge" ein stattlicher Falter


      Man muss schon einige Exemplare gesehen haben, bis man die nächste Art einigermaßen zügig richtig ansprechen kann, denn sie sieht ihrer Schwesternart Mythimna albipuncta (Weißpunkt-Graseule) verflixt ähnlich. Sehr hilfreich ist es, wenn man den Falter von der Unterseite ansehen kann: Die Männchen haben eine schicken, schwarzen Bauchzopf (steht nirgendwo!). Und wenn man einen Falter mit Bauchzopf vor sich hat, dann hilft ein Blick auf die Fühler: Im unteren Drittel mit Biegung versehene Fühler hat von beiden Arten nur die
      Kapuzen-Graseule - Mythimna ferrago


      Das Art-Epitheton ferrago verweist wohl auf die rostfarbene Grundfarbe (lat. ferrum = Eisen).
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • alles was gelb ist

      Liebe Naturfreunde,
      in Gelb ist viel zu finden.

      Gelbspanner - Opisthograptis luteolata

      selbst an der Hauswand ein Highlight.


      Gelbe Tigermotte - Spilarctia lutea



      Wickler ohne dt. Namen - Phiaris metallicana
      im Süden eine Rarität, die an Heidelbeeren lebt.


      Sehr ähnlich aussehend,
      Wickler ohne dt. Namen - Phiaris micana



      Kleiner als 10 mm aber optisch ein ganz starker:
      Wickler ohne dt. Namen - Agapeta zoegana


      Rostfarbiger Dickkopffalter - Ochlodes sylvanus


      Noch unbestimmte Larve einer Baumwanze, 4 mm, edit am 09.11.2017
      Larve Dunkler Dickwanst - Eysarcoris venustissimus



      Gebänderter Pinselkäfer - Trichius fasciatus



      Zünsler ohne dt. Namen - Udea lutealis
      manchmal findet man auch den Namen Brombeerzünsler.


      Eine große Rarität bundesweit und in Deutschland nur in Bayern nachgewiesen:
      Gelber Alpen-Steinspanner - Elophos serotinaria #male


      Fichtenspargel - Monotrpa hypopitys

      Viele Jahre ist es her, dass ich zum letzten Mal einen Fichtenspargel gesehen habe. Und dieses Jahr stolpert man an etlichen Ecken über ihn. Zu einer Stelle mit 4 Stück auf einmal muss ich nochmal mit Kamera hin.



      Wickler ohne dt. Namen - Lathronympha strigana
      lebt an Johanniskräutern


      Was leuchtet da so gelb im Bunt?
      Eichenblatt-Radnetzspinne - Aculepeira ceropegia
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Liebe Sabine,

      schon eine Weile habe ich mich nicht mehr dabei erwischt, dass ich mit offenem Mund vor dem Bildschirm saß. Aber jetzt wieder bei deinen unglaublich guten Aufnahmen!
      Ich habe es zwar längst aufgegeben, mir Insekten merken zu wollen oder gar zu lernen, wie man sie bestimmen könnte. Aber ich genieße jede Flügelspitze und jedes Beinchen auf deinen Fotos!
      Und ich genieße jede deiner Ausführungen und begeisterten Berichte. Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich freue, dass ihr in diesem Jahr doch wieder viele Insekten und Falter beobachten könnt. So lag der Einbruch der Insekten in den letzten Jahren wohl doch in erster Linie an natürlichen Umständen. Wie tröstlich.

      Hier fallen mir momentan auch mehr Falter und Insekten auf als im letzten Jahr. Hoffentlich täusche ich mich nicht.

      Was mich an deinen Funden so sehr freut, ist, dass du einige Falter als Imago zum ersten Mal finden konntest, bzw. endlich mal wieder und dazu ein großartiges Foto machen konntest.
      Aber eine Frage habe ich doch. Du zeigst - zweimal, glaube ich - einen Nachtfalter, bei dem man einen Hinterflügel sieht. Die Hinterflügel konnte ich bisher nur an toten Tieren hervorziehen (manchmal sind sie sogar orange oder rot). Leben die von dir gezeigten Falter nicht mehr?

      Ich wünsche dir und euch noch eine glückliche Zeit mit vielen weiteren tollen Funden! :ups:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Lieber Sigurd und liebe Rosmarie,
      ja, das stimmt, Sigurd, der Achat-Eulenspinner ist eine herrliche Schönheit. Wenn er aber gleich mit Mehrfachpack an der Hausbeleuchtung erscheint, dann mischt er den ganzen Laden auf, sprich, er scheucht viele schon ruhende Falter wieder auf.
      Liebe Rosmarie,
      hach, da freue ich mich aber, dass ich dir einen offenen Mund beschert habe. Über deine herzerwärmenden Zeilen freue ich mich sehr. Du fragst nach toten Faltern. Nein, alle hier gezeigten Tiere haben den Fototermin selbstverständlich lebend verlassen. Manche Spanner-Arten zeigen ihre Hinterflügel freiwillig, weil es ihrer natürlichen Ruhehaltung entspricht (z.B. Gelber Alpensteinspanner). Spanner sind schon recht schwierig beim Fotografieren - sie haben die Unart, einfach ohne Vorwarnung abzuhauen. Wenn sie es aber gemütlich finden, dann kann man Glück haben, dass man einen Hinterflügel wegpusten kann, um eine Ansicht der Hinterflügel zu erhaschen. So geschehen beim Veränderlichen Haarbüschelspanner. Eulen sind da ganz anders: Sie müssen sich erst warm vibrieren, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Das merkt man rechtzeitig und kann ggfs. reagieren.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      Manche Spanner-Arten zeigen ihre Hinterflügel freiwillig, weil es ihrer natürlichen Ruhehaltung entspricht (z.B. Gelber Alpensteinspanner). Spanner sind schon recht schwierig beim Fotografieren - sie haben die Unart, einfach ohne Vorwarnung abzuhauen. Wenn sie es aber gemütlich finden, dann kann man Glück haben, dass man einen Hinterflügel wegpusten kann, um eine Ansicht der Hinterflügel zu erhaschen. So geschehen beim Veränderlichen Haarbüschelspanner. Eulen sind da ganz anders: Sie müssen sich erst warm vibrieren, um auf Betriebstemperatur zu kommen.
      Liebe Sabine,

      es ist immer wieder spannend, was du uns alles als Hintergrundwissen so nebenher preis gibst. Himmel, wenn ich mir davon nur 10% merken könnte!

      Aber dass alle Fotomodelle den Termin bei ihrer Fotografin lebend verlassen haben, freut mich doch immens! Ich dachte allerdings weniger, dass diese ihre Modelle ihrer Kamera, bzw. der Wissenschaft opfern würde, sondern daran, dass vielleicht der ein oder andere Falter seinen Geist schon vorher von allein aufgegeben hätte.

      Jetzt gucke ich noch einmal deine fantastischen Bilder durch, einmal weil es einfach ein enormer Genuss ist, all die Details dieser Falter-Wunderwelt zu betrachten. Zum anderen aber auch, um zu schauen, ob ich nicht eine Ahnung davon kriegen könnte, wie ich beim Betrachten eines Nachtfalters vermuten könnte, was Spanner oder Eulen sind. Auf ein Neues! Also, auf einen neuen Genuss! :ups:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Ah!!!! Liebe Sabine, gerade hatte ich ein echtes Aha-Erlebnis. Die Eulen und Spanner sehen in ihrem Grundaufbau eigentlich ein wenig anders aus. Du brauchst keine Angst zu haben, dass ich jetzt glaube, Eulen erkennen zu können. Aber die meisten, die du zeigst, haben vom Körperbau etwas Ähnliches, etwas Gedrungenes. Die Spanner sehen wieder anders aus. Ihren Kopf sieht man abgesetzter und sie sind nicht ganz so gedrungen...
      Aber die Spinner... Die sehen teilweise doch ein bisschen wie Eulen aus - oder?
      Ach ja, seufz, so einfach ist die Falterwelt halt doch nicht zu unterscheiden... Was für ein Glück, dass du profundere Kenntnisse hast!

      Was ich ab und zu mal tot gefunden habe und bei denen ich dann die Hinterflügel hervor gezogen und über die verblüffende Farbgebung gestaunt habe, waren am ehesten Eulen. :D
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • bunte Mischung

      Liebe Rosmarie,
      die meisten Eulen bieten in Ruhehaltung eine dachförmige Ansicht, und du hast richtig beobachtet, dass der Kopf wenig abgesetzt ist. Die Spanner liegen in Ruhehaltung flach auf der Unterlage - oder sie klappen ihre Flügel zusammen wie Tagfalter. Aber es gibt auch einige Eulenarten, die sich in diesem Sinn wie Spanner verhalten, weshalb sie von Einsteigern gern bei den Spannern (vergeblich) gesucht werden.

      Es ist mal wieder Gewitter im Anmarsch, dieses Mal von zwei Seiten, mal sehen wie weit ich komme.

      Schnellkäfer ohne dt. Namen - Anostirus purpureus, #male
      der rannte irrsinnig schnell herum, die Fotos sind entsprechend unscharf, aber ich zeige sie trotzdem. Der Käfer sah echt klasse aus.




      Eschenzwieselwickler - Archips podana
      ein außergewöhnlich buntes und schönes Exemplar.



      Neu für mich
      Großer Perlmuttfalter - Argynnis aglaja
      In der Größe wie ein Kaisermantel, nur viel leuchtender.




      Erstmal im Freiland und nicht an einer Lichtquelle gefunden:
      Braunstirn-Weißspanner - Cabera exanthemata



      Auch ein neuer für mich: die
      Kleine Heidekrauteule - Lycophotia porphyrea



      Hier ein ganz häufiger und richtig groeßer Spanner, dessen Raupen an Johanniskraut-Arten leben:
      Bergheiden-Johanniskrautspanner - Aplocera praeformata



      Larve der
      Purpur-Fruchtwanze - Carpocoris purpureipennis, L4, 6 mm

      Dieser 11 mm große Käfer hat sich erst einer Bestimmung entzogen. Er ist nicht auf der Seite von kerbtier.de abgebildet, auch seine Familie Moorweichkäfer (Dascillidae) nicht. Gefunden habe ich ihn in Sauers Naturführer Käfer.
      Behaarter Moorweichkäfer - Dascillus cervinus
      Ich würde vermuten, dass das Art-Epitheton "cervinus" von seiner hirschbraunen Farbe kommt. Offenbar mit eher montaner und alpiner Verbreitung, scheint nicht so häufig zu sein.


      Wickler ohne dt. Namen - Phiaris palustrana



      Ausgewachsene Raupe 40 mm vom
      Kräutermönch - Cucullia lucifuga



      Unser größter, heimischer Spanner mit einer Länge von 33 mm (Kopf bis Flügelspitze)
      Nachtschwalbenschwanz, Holunderspanner - Ourapteryx sambucaria


      Sie haben gut geschmeckt!
      Espen-Rotkappe - Leccinum albostipitatum


      Warum kann man sich über ein Häufchen Steine bzw. einen Trichter in Steinchen so richtig dolle freuen?
      Weil sie beweisen, dass es die Gemeine Ameisenjungfer - Myrmeleon formicarius hier vor Ort noch gibt! Vor 5 Jahren hatte ich eine Imago fotografiert, aber noch niemals habe ich die Trichterfallen gesehen. Hier sind sie, es sind zwei Stück:




      Nach 2 Wochen und 3 Tagen aktueller Stand Anzahl heuer nachgewiesener Falterarten vor der Haustür: 184.
      Es war noch keine einzige Köcherfliege da.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Erlebnis ohne Foto: der Steinadler

      Neulich stehe ich am Ende der kleinen Bergsiedlung auf einer kleinen Wiese (mit Erlaubnis des Grundstückeigentümers darf ich dahin) direkt am Waldrand. Plötzlich "erscheint" etwas im linken Augenwinkel. Aus den Bäumen hinter mir schwebt ein Riesenvogel an mir vorbei: ein Steinadler. Ich habe zwar noch die Kamera hochgerissen, aber die Zeit hat nicht gereicht zum Scharfstellen. Was für ein Erlebnis. Ein Steinadler wildlife sooo dicht! Am Hochkönig leben Steinadler, das ist Luftlinie ca. 10 km entfernt, ein Klacks für einen Steinadler.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Liebe Sabine

      Hut ab :78: vor deiner vielseitigen und hochbrillanten Sammlung .
      Bei dieser Menge lehrbuchreifer Photos ,frage ich mich ,ob es nicht ein Programm gibt ,welches die
      Insektensystematik komplett oder in Ästen abbildet .Da könntest du dann deine persönlichen Bilder
      jeweils dort wo sie hingehören ablegen .
      Mir würde so eine Totalansicht ,auf welcher man bis zur Art (mit Bild und Text )aufzoomen kann gefallen.

      Wie ich darauf komme ? Mein für die Ahnenforschung verwendetes (einfaches)Programm bildet mir in der Darstellung eines großen Verwandtschaftsbaums
      alle Verwandten ab (insgesamt bis jetzt 1250).

      Aber wem sag ich das - Du hast so ein Programm bestimmt schon zur Verfügung ?

      Was Deine Adlerbeobachtung anbelangt -so ging es mir mit dem Baumfalken .Er war unerwischbar.
      Aber egal ,so eine Begegnung macht Freude.
    • Liebe Sabine,

      vielen herzlichen Dank für deine zusätzliche Antwort an mich in Bezug auf die Unterscheidung von Spannern und Eulen!

      Heute habe ich winzige Falterchen gesehen und kam zu dem Schluss, dass es - mit deinen Bildern im Hinterkopf - Wickler sein könnten. :19:

      Auch dein neuer Beitrag bietet wieder ein Feuerwerk an Farben, Formen, Schönheit und interessanten Informationen.

      Zu deinen Ameisenlöwen-Trichtern gratuliere ich dir. Ich habe auch schon im Sand danach gesucht, aber keine gefunden.
      Deine Kräutermönchraupe finde ich besonders schön!
      Wenn ich dein Dickkopffalter-Foto betrachte und an meines im Handy denke, dann weiß ich, warum es soviel Spaß macht, deine Bilder anzuschauen...

      Ganz besonders möchte ich dir aber zu deinem Erlebnis mit dem Steinadler gratulieren. Das muss atemberaubend gewesen sein. Das wirst du nie vergessen! :18:
      Herzliche Grüße Rosmarie

      "Sollte man nicht überhaupt begeistert sein über die Welt, in der man lebt?" (Ausspruch von Kasimir hier im Naturforum)
    • Lieber Werner und liebe Rosmarie,
      nein, Werner, so ein Programm kenne ich nicht, nutzte ich nicht und ich fürchte, ein solches Programm würde ich auch gar nicht benutzen. Für die Darstellung von Familienstammbäumen mag das sicher sinnvoll sein. Mein Opa hatte Ahnenforschung betrieben und an die 30 Generationen nachgeforscht. Danach hat mein Vater die Verwandschaft in Excel weitergeführt. Ich finde das überhaupt nicht übersichtlich. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, wie ein Ahnenprogramm komplizierte Familienverhältnisse mit mehreren Ehen und etlichen Kindern aus diesen Ehen darstellen könnte. Solche komplizierten Familienverhältnisse hat es früher eher nicht gegeben - da hielt schon aus wirtschaftlichen Gründen eine Ehe lebenslang.
      Was die Darstellung der Systematik der Insekten angeht, ist die schon kompliziert genug, da gibt es Ebenen ohne Rang. Auch hierzu kann ich mir nicht vorstellen, dass man das überhaupt in ein Programm gießen könnte.
      Es freut mich aber sehr zu lesen, dass dir meine (lehrbuchreifen) Fotos offenbar gut gefallen.

      Rosmarie, das mit den Trichterfallen der Ameisenlöwen... die Salzburger Kollegen haben sich über den neuen Nachweis gefreut. Gestern ist auf dem Grundstück mit den Trichterfallen wieder die Horde "Grünpfleger" eingefallen und haben alles plattgemacht. Es sieht gruselig aus. Ich habe die Leute noch auf die Trichterfallen aufmerksam gemacht. Der eine hat ein paar Holzscheite davorgelegt, aber hinterher waren sie dann doch kaputt. Aber: die Tierwelt weiß sich zu helfen, und die Fallen sind ganz offenbar bewohnt. Es hat keinen Tag gedauert, da wurden sie von den Bewohnern wieder instand gesetzt. Auch eine Erkenntnis.

      Nun habe ich schon wieder viel geschrieben, aber ich muss leider sagen, dass ich derzeit dermaßen viel zu sehen bekomme, dass ich hier nicht viel posten kann. Ich komme mit Angucken ob neu und fotografieren kaum noch hinterher und arbeite bis spät in die Nacht.
      Aktueller in etwa-Stand nach drei Wochen über 203 Arten. Aber es ist quasi die einzige Möglichkeit, die Falterwelt kennenzulernen, wenn ich hier bin.
      Über meine anderen, nachhaltig im Gedächtnis bleibenden Erlebenisse muss ich leider später berichten.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)