Prädatoren

    • Ganz so schlimm ist es nicht, Sabine (II), wenn man hin und wieder mal was findet und in Alkohol einlegt. Sagen wir mal, Du findest einen toten Hirschkäfer an der Straße und würdest ihn mit nach Hause nehmen und in Alkohol aufbewahren. Alles in allem denke ich, dass Dich ein schönes, gut und dicht schließendes Glas mehr kosten wird, als der Alkohol, um den Käfer zu konservieren. Ich gehe davon aus, dass Du den Alkohol drei- bis viermal austauschen musst und dann möglicherweise einen halben bis dreiviertel Liter verbraucht hast. Nach vielen Jahren musst Du dann vermutlich noch mal ein wenig Alkohol nachlegen, weil doch immer wieder was verdunstet. Aber dann wärest Du maximal bei einem Liter, also ca. 7 Euro, was dann doch nicht so schrecklich ist (abgesehen davon, dass ein Trockenpräparat einfach schöner aussieht ;) ).

      Ich sollte aber anmerken, dass man sich unter Umständen strafbar macht, auch wenn der Käfer, den man mitgenommen hat bereits tot war. Ich weiß nicht genau, wie das geahndet werden kann, ob da gleich die ganz dicken Geschütze ausgefahren werden, von wegen Wilderei. Ich denke ja eher nicht. Aber die besonders geschützten Arten dürfen unter normalen Umständen nicht der Natur entnommen werden. Ich denke, man würde dann über ein Bußgeld von ca. 25 Euro sprechen. Im Endeffekt schießen die Preußen aber nicht so schnell und auch Förster und andere Leute sind nicht verblödet und können das richtig einordnen und werden Dich gewähren lassen.

      Liebe Grüße
      Klaas

      Edit: Die Spinne ist die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica), im Größenverhältnis eindeutig ein Jungtier oder, wie die Spinnologen sagen, ein Spiderling (noch nicht ausgewachsen). Die Beute ist eine Ameisenkönigin der Gattung Formica. So nicht näher bestimmbar.
    • Und hier ist es nun, das Foto, dem ihr die vielen Zugaben seit dem Mäusebussard (aus meinen Videos) zu verdanken habt. Eine Geschichte gibt es auch dazu:

      Dieses mal war ich mit dem Fahrrad nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause. In dem Park, durch den ich immer fahr, näherte ich mich einer 90 Grad Kurve. In ihr kam mir plötzlich auf gleicher Höhe ein Mauswiesel mit Beute in der Schnauze entgegen. Während ich das Lenkrad rum riß bei gleichzeitiger Vollbremsung, ließ das Mauswiesel vor Schreck die Beute fallen und flüchtete ins Gestrüpp. Da saß ich nun auf dem Rad, schaute den toten Zaunkönig an und dachte mir: "Armer Kerl. Jetzt bist du völlig unnütz gestorben." Denn ich glaubte, daß das Mauswiesel auf und davon war. Doch es belehrte mich, so schnell wird eine Beute nicht aufgegeben. Denn ich sah auf einmal, wie er aus dem Gestrüpp rausschaute, ob ich weg bin und er seine Beute holen kann. Da hatte ich den Einfall. Ich stieg vom Fahrrad ab, holte die Kamera raus und wollte mich wenige Meter entfernt auf den Boden legen und dann in dem Moment, wenn er sich die Beute schnappt, ein Foto machen. Doch ich rechnete nicht damit, daß er weniger Menschenscheu ist, wenn es darum geht, seine Mahlzeit zu sichern. Plötzlich sprang er aus dem Gestrüpp, schnappte sich den Zaunkönig und flitzte davon. Ich machte nur blitzschnell eine Aufnahme, um ihn überhaupt noch auf dem Foto zu haben. Hier also präsentiere ich euch:
      Mauswiesel mit Zaunkönig.



      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Liebe Sabine II,
      die Geschichte mit dem Mauswiesel konnte nur dank deiner Geistesgegenwart hier präsentiert werden, große Klasse! Was für irre Beobachtungen im Vergleich zu "Spinne erbeutet...".
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Ich sitz hier vor meiner Tastatur und weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Eure Kommentare haben mich wieder einmal so erfreut, daß mir die passenden Worte fehlen. Wie wär es mit: Ihre seid die Besten im Komplimente machen? Vielen, vielen Dank.

      Ich denke auch, Werner, so etwas sieht man nur einmal. Ich habe zwar schon einige Mauswiesel gesehen, aber dieser Moment, der bleibt bestimmt einmalig.

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Der Moment mußte ja einmal kommen. Ich muß euch leider sagen, von meiner Seite war es das. Das Mauswiesel war das letzte Bild dieser Reihe. So eine Artenvielfalt werde ich wohl nie wieder zusammen bekommen, auch nicht unter den Insekten und Spinnen. Denn mein damaliges Insektengebiet, wo viele dieser Aufnahmen entstanden sind, wurde durch den Pflingststurm Ela 2014 fast völlig vernichtet.

      Aber ich möchte das Thema nicht beenden, ohne auch die Tiere (Opfer) zu erwähnen, die solche Angriffe überlebt haben. Denn die gibt es zum Glück auch, wie diese Waldeidechse, die nur ihren Schwanz verloren hat, weil sie die Gabe hat, ihn abwerfen zu können. Würde uns Menschen doch auch Arme und Beine wieder nachwachsen können.



      Zum Schluß möchte ich mich für eure vielen Antworten und den zahlreichen Likes bedanken. Mir hat das alles riesigen Spaß gemacht. Ihr dürft selbstverständlich gerne eure Prädatorenbilder weiter hier einstellen.

      Liebe Grüße
      Sabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)
    • Liebe Sabine II,
      dein Faden hat mir große Freude bereitet: Zum einen wegen der unglaublichen Vielfalt der Beobachtungen, zum anderen ist es auch eine persönliche Freude, dass du hier wieder mitmischst.
      Ich hoffe nun sehr, dass deine Aufforderung, weitere Prädatorenbilder hier in diesem Faden anzufügen, fleißig gefolgt wird.
      Liebe Grüße

      Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
      aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
      Immanuel Kant (1724 - 1804)
    • Sabine Flechtmann schrieb:

      Liebe Sabine II,
      dein Faden hat mir große Freude bereitet: Zum einen wegen der unglaublichen Vielfalt der Beobachtungen, zum anderen ist es auch eine persönliche Freude, dass du hier wieder mitmischst.
      Danke, liebe Sabine, das geht runter wie Öl.


      wannabee schrieb:

      da hast du uns wirklich einen tollen fred beschert, sabine II, danke dafür :)
      Auch bei dir bedanke ich mich recht herzlich dafür.


      Werner schrieb:

      ja ,liebe Sabine II das waren sehr interessante Szenen.

      Nur einen Beutegreifer hast Du vergessen ,der fängt mit W an . :D
      W wie Waldeidechse. Ich weiß, sie selber lebt auch räuberisch von anderen Tierchen. Aber dieses mal wäre sie beinahe das Beutetier geworden.


      phoenix66 schrieb:

      ganz tolle Leistung! Ich würde auch so eine "Schnappschuss-App" nehmen. Wo bekommt man die?
      Gruß Martin
      Beim lieben Gott, Martin. Er hat immer dafür gesorgt, daß ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.


      Liebe GrüßeSabine II
      Solange es Menschen gibt die denken, dass Tiere nicht fühlen,
      müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
      (Noah)