Hallo liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,
am Samstag, den 08.08.2026 habe ich bei schönstem Wetter mal wieder eine Botanische Exkursion durch die nördlichen Stadtteile von Hagen unternommen. Die gefundenen Pflanzen habe ich alphabetisch nach ihren lateinischen Namen angeordnet.
Wie immer weise ich darauf hin, dass die Zeichenerklärung meiner Häufigkeits- und Blüte-/Fruchtreifeangaben sowie die benutzte Literatur ganz am Anfang der Exkursionen auf Seite 1 ganz oben steht.
Doch nun zu meinen Beobachtungen:
Die Waldrebe (Clematis vitalba) (z, HA: h, D: z, B: 6-8(-9)) habe ich schon in meiner Juli-Exkursion gezeigt. Jetzt beginnen die ersten Samen zu reifen. Noch allerdings beherrschen die Blüten die Szenerie:

Der Schmalblättrige Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia) (z, HA: s, D: z, B: 5-9) wird unter dem Namen Rucola als Salat- oder Gewürzpflanze gehandelt. Die Pflanze enthält glykosidisch gebundene Senföle und die in größeren Mengen giftige Erucasäure. Der Gehalt an Erucasäure ist in Zuchtpflanzen gering. Unter dem Namen Rucola wird teilweise auch die Garten-Senfrauke (Eruca sativa) angeboten. In Deutschland allerdings ist Rucola meistens Diplotaxis tenuifolia.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Schmalblättriger_Doppelsame vom 28.01.2026

Das Zottige Weidenröschen (Epilobium hirsutum) (z, HA: z, D: h, B: (6-)7-8(-9)) wird gelegentlich als Zierpflanze verwendet:


Das Kanadische Berufkraut (Erigeron canadensis), auch als Kanadischer Katzenschweif (Conyza canadensis) bezeichnet, (h, HA: z, D: h, B: (6-)7-8(-10)) hatte ich schon in der Juli-Exkursion vorgestellt. Hier noch einmal ein besseres Foto:

Der Hopfen (Humulus lupulus) (z, HA: h, D: h, B: 7-8), im Bild männliche Blüten, ist als Bierwürze bekannt. Die jungen Sprosse (Hopfenspitzen) sowie die frisch ausgetriebenen Sprösslinge (Hopfenspargel) gelten als Delikatesse. Die Samen im Herbst sind ebenfalls essbar. In der Hopfenkultur werden männliche Pflanzen nicht geduldet, da sie den Ertrag mindern. Durch die bakteriziden Bitterstoffe des Hopfens ist Bier lange haltbar. Die Inhaltsstoffe des Hopfens wirken nicht nur konservierend, sondern auch beruhigend und schaumstabilisierend. In der Medizin wird Hopfen daher als Sedierungsmittel benutzt.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Echter_Hopfen vom 13.07.2026

Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) (h, HA: h, D: h, B: (6-)7-9(-10)) wurde im 19. Jahrhundert aus seiner Heimat im indischen Himalaya-Gebiet nach Europa eingeführt. Inzwischen ist es sehr häufig. In der Schweiz wurde es in die "Schwarze Liste der invasiven Neophyten" aufgenommen. Es kann an Rotwild oder Schafe verfüttert werden.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Drüsiges_Springkraut

Die Dürrwurz (Inula conyzae) (z, HA: z, D: z, B: 7-8(-9)) ist eine wichtige Nahrungspflanze für Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen.

Das Jakobs-Greiskraut (Jacobaea vulgaris, auch als Senecio jacobaea bekannt) (z, HA: z, D: h, B: 6-9(-10)) ist in allen Teilen giftig. Es enthält leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide und ist daher bei Landwirten und Pferdehaltern gefürchtet.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Jakobs-Greiskraut vom 01.07.2026

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) (z, HA: s, D: h, B: 5-9) ist eine der ältesten Nutzpflanzen und wurde früher als Gemüsepflanze und wird heute noch als Heilpflanze benutzt. Sie hat einen hohen Gehalt an Schleimstoffen (5-12%). Extrakte werden bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes sowie des Magen-Darm-Bereichs angewendet (Malventee). Die Blüten sind schon seit langem als gelber Farbstoff bekannt, sie werden auch zur Färbung in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Eine Tinktur kann als Säure-Base-Indikator genutzt werden. Schließlich ist die Wilde Malve auch eine dekorative Zierpflanze.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Wilde_Malve vom 23.03.2026

Die Jungfernrebe (Parthenocissus spec.) ist eine nicht heimische Zierpflanze. Daher hier nur die Blütezeit: B: 7-8. Sie steht auf der Beobachtungsliste potentiell invasiver Pflanzen.

Der Breit-Wegerich (Plantago major s. l.) (h, HA: g, D: g, B: 6-10) ist eine allbekannte und gemeine Pflanze. Er ist eine alte Heilpflanze und enthält unter anderem Schleimstoffe, Iridoid-Glykoside, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Polyphenole. Die Blätter wirken entzündungshemmend und fördern die Wundheilung. Sie werden bei Magenschleimhautentzündungen, Magen- und Darmgeschwüren, Durchfall, Reizdarm, Blutungen der Harnwege, Atemwegskatarrh und Insektenstichen angewendet. Junge und zarte Blätter sind als Salat essbar.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Breitwegerich vom 03.04.2026

Bei der Schlehe (Prunus spinosa) (h,HA: h, D: h, F: 9-12) sind jetzt die Früchte erschienen. Die sind aber erst nach dem ersten Frost genießbar. Sie werden für Fruchtsaft, Obstwein, Marmelade sowie für Schlehenlikör verwendet. Die Früchte enthalten viele bioaktive Substanzen wie Anthocyane, Procyanidine, Flavonoide, Gerbstoffe, Fruchtsäuren, Pektin, Rutin, Zucker und Vitamin C. Sie besitzen eine antioxidative, entzündungshemmende und krampflösende Wirkung.
Quellen: de.wikipedia.org/wiki/Schlehdorn vom 28.07.2026
krautgeschwister.de/2024/08/16/schlehdorn-heilpflanzenportrait/

Bei der Robinie (Robinia pseudoacacia) (h, HA: z, D: z, F: 9) werden jetzt allmählich die Hülsen reif. Die Samen sind durch den Gehalt an Lectinen stark giftig. Schon der Genuss von fünf Samen kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen.
Quelle: http://www.uibk.ac.at/de/botany/neop…briefe/robinie/

Bei der Hundsrose (Rosa subsect. Caninae) (h, HA: z, D: h, F: 9-10) reifen jetzt die Hagebutten. Das Fruchtfleisch ist süßsauer und enthält unter anderem Vitamin C, Beta-Carotin, Lycopin, B-Vitamine sowie organische Säuren, Flavonoide, Tannine, Monosaccharide, Oligosaccharide und Pektin. Die Nüsschen rufen bei Hautkontakt Juckreiz hervor (Juckpulver) und dürfen daher nicht mit verarbeitet werden. Die Hagebutten können zu Fruchtwein, Likör und Hagebuttentee verarbeitet werden. Da reiner Hagebuttentee nicht stark gefärbt ist, wird der Hagebuttentee-Mischung Hibiskus zugesetzt. Hagebutten enthalten je 100 g etwa 21,4 g Kohlenhydrate, 22,9 g Ballaststoffe und 3,6 g Eiweiß. Der Vitamin-C-Gehalt kann je nach Sorte, Standort, Zustand und Darreichungsform 1 g übersteigen. Aus der getrockneten Schale kann ein vitaminreicher Aufguss gewonnen werden, der leicht harntreibend und abführend wirkt. Er kann daher bei Blasen- und Nierenleiden und bei Erkältungskrankheiten benutzt werden. Das Mus hat eine austreibende Wirkung und hilft daher gegen Gicht und Rheuma. Aus den Kernen, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, kann Hagebutten-Kernöl gewonnen werden, das zur Hautpflege verwendet wird.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Hagebutte vom 11.05.2026


Auch beim Holunder (Sambucus nigra) (h, HA: h, D: g, F: (7-)8(-9)) sind jetzt die Früchte reif. Rohe Holunderbeeren sind durch den Gehalt von Sambunigrin-Säure schwach giftig. Da sich die Früchte nicht lange halten, sollten sie sofort zubereitet werden. Sie können zu Holunderbeersaft, Holunderessig, Holunder-Chutney und als Auszug bei Erkältungskrankheiten verarbeitet werden.
Quelle: http://www.mdr.de/mdr-garten/gen…beiten-100.html vom 18.09.2025

Von der Roten Lichtnelke (Silene dioica) (z, HA: z, D: h, B: 4-9(-10)) wollen mir einfach keine guten Bilder gelingen. Hier nun ein Foto, wo man die Pflanzengestalt wenigstens erahnen kann:

Die Wegrauke (Sisymbrium officinale) (h, HA: g, D: g, B: 5-9(-10)) hatte ich schon bei meiner Exkursion vom 25.05.2026 beschrieben. Jetzt blüht sie wieder.

Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) (z, HA: z, D: h, B: 6-8) ist durch seinen Gehalt von Solanin und mehreren Alkaloiden schwach giftig. Aus den Stängeln werden Fertigpräparate gewonnen, die zur Unterstützung bei chronischen Ekzemen oder Neurodermitis Verwendung finden. Wirksame Stoffe sind Steroidalkaloidglykoside und Steroidsaponine.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Bittersüßer_Nachtschatten

Beim Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) (h, HA: s, D: h, B: 6-10) sind vor allem die unreifen Beeren giftig. Die reifen Beeren und die reifen Blätter dagegen werden in einigen Teilen der Welt sogar als Gemüse genutzt.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Nachtschatten vom 05.03.2026


Die Späte Goldrute (Solidago gigantea) (z, HA: z, D: h, B: (7-)8-9(-10)) wird auch als Riesen-Goldrute bezeichnet und ist damit eigentlich falsch bezeichnet. Sie blüht eher früher als die häufigere Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und ist auch eher kleiner. Die getrockneten Pflanzenteile werden als Teedroge verwendet, wichtige Inhaltsstoffe sind Flavonoide und Triterpensaponine. Sie wirken harntreibend, krampflösend und entzündungshemmend. Die Droge wird zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, bei Harnsteinen und bei Nierengrieß angewendet.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Riesen-Goldrute


Zum Schluss meiner Exkursion kommen wir nun noch zur Geruchlosen Kamille (Tripleurospermum perforatum) (h, HA: h, D: g, B: 6-10). Sie enthält im Gegensatz zur Echten Kamille (Matricaria chamomilla) keine medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe:

Das war die Fotoausbeute von meiner Botanischen Exkursion vom 08.08.2026. Ich hoffe, meine Kollektion findet Gefallen und ich habe einige wissenswerte Details vermitteln können.
Viele Grüße
Martin aus Helfe