Lixus, aber welche Art? => Lixus spec.

  • Hallo,

    heute habe ich auf meinem Spaziergang auf Besenginster diesen Rüssler der Gattung Lixus entdeckt. Welche Art könnte das sein? Der war so hell wie auf dem Bild und daher finde ich im Netz wenig. Funddaten: Deutschland, Saarland, Bexbach, Wiese an Besenginster, 283 m, 29.09.2026

    Gruß, Volker


    Edited once, last by VolkerF (September 30, 2026 at 6:02 AM).

  • Hallo, Volker,
    Rüsselkäfer sind nach Anmerkungen im Hamburger Verein an bestimmte Pflanzen gebunden (jeder Pflanze ihren Rüsselkäfer!) Bei der Recherche nach "Lixus + Besenginster" ich habe Lixus spartii OLIVIER, 1807 ermittelt, Synonym Lixoglyptus spartii. Bei Observation dt. Name Ginster-Stängelrüssler. Keine Meldungen bei observation.

    Bei iNat gibt es 78 Meldungen mit Abbildungen, die sehr gut zu deinem Fund zu passen scheinen: https://www.inaturalist.org/taxa/1046877-Lixoglyptus-spartii

    In der Bestimmungstabelle von Arved Lompe zur Gattung Lixoglyptus http://coleonet.de/coleo/texte/lixoglyptus.htm gibt es nur die eine Art Lixoglyptus spartii, deren Verbreitung dort aber mit Frankreich, Iberischer Halbinsel und Nordafrika angegeben wird. Die Fundpunkte bei iNat passen zur Verbreitungsangabe in der Bestimmungstabelle. Allerdings gibt es in der Bestimmungstabelle eine Abbildung, da sind die Flügeldecken an der Naht stark gewölbt.

    Tja, entweder ist es eine andere Art ODER du hast etwas für Deutschland ganz Besonderes gefunden, und dann fragt man sich, wie der Käfer an den Fundort gekommen ist. Mit Pflanzen eingeschleppt? Was den Fundort angeht, schreibst du ja nicht den Ort, deshalb gehe ich von Bexbach im Saarland aus. Hier zeigt sich mal wieder, wie wichtig auch eine Fundortangabe ist.

    Ein klarer Fall für Klaas Reißmann

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Moin Sabine,

    vielen Dank für deine Antwort. Fundort habe ich ergänzt, es ist Bexbach. Tja, die helle Färbung irritiert mich und da finde ich nichts, aber die sollen ja dann auch eh variabel sein. Mal sehen ob Klaas eine Idee hat? Frankreich würde ja auch passen, weil wir nur ein Katzensprung weg sind von der Grenze zu Frankreich und wärmebegünstigt leider auch, hier ist alles verdorrt und der Boden knochenhart.

    Gruß, Volker

  • Moin, Volker, der Link zu iNat geht offenbar auf die Registerkarte "Information". Links daneben gibt es die Registerkarte "Karte". Die Funde des Käfers sind mit 2 Ausnahmen alle in SÜD-Frankreich ab Lyon südwärts, also nicht etwa an deer Grenze zum Saarland.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Moin Sabine,

    ah ok, dann ist es der wohl eher nicht, aber weiß man ja nie heutzutage. Na ja warten wir mal die Expertenmeinung ab. Die Größe hatte ich vergessen kann ich gar nicht sagen, aber war ziemlich klein. Ich denke unter einem Zentimeter.

    Gruß, Volker

  • Also spartii nicht. Der sieht erstens anders aus und kommt zweitens bei uns nicht vor. Südfrankreich, Iberische Halbinsel, Nordafrika. Ich könnte aber nicht sagen, welcher Lixus bei uns auf Ginster lebt. Möglicherweise ist es ein verflogenes Tier. Last but not least ist Lixus nicht so einfach, wie es erstmal wirkt. Der Käfer im Bild hat einen deutlichen Seitenstreifen. Ist nichts besonderes, haben einige Lixus-Arten. Der Bereich zwischen den Außenrändern der Flügeldecken, also den Flügeldecken, scheint einheitlich gefärbt. Leider handelt es sich nicht um eine Färbung, sondern um Pollen der Blüten, in denen er eben Pollen frisst. Packt man die Käfer in ein Tötungsglas, reiben sie sich diesen Pollen schneller ab, als man ja und Amen sagen kann. Also insofern, ein Rüsslerspezi wird hier vermutlich auf die Art kommen, ich leider nicht am Foto.

    LG

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich † 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • VolkerF October 2, 2026 at 8:44 PM

    Set the label from unbestimmt to bestimmt bis zur Gattung
  • VolkerF October 2, 2026 at 8:44 PM

    Changed the title of the thread from “Lixus, aber welche Art?” to “Lixus, aber welche Art? => Lixus spec.”.
  • Hallo, Volker, deine Fotos scheinen so aussagekräftig, schade, dass es nicht bis zur Art geht. Aber ich bin immer wieder voll begeistert, wieviele Käfer Klaas kennt oder er-kennt, von denen gibt es viel viel mehr als Falter.

    Hast du die Bilder eventuell bei observation und/oder iNat eingestellt? Vielleicht gibt es ja irgendwo einen Rüsselkäferspezialisten, der eine Bestimmung hinbekäme?

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Hallo, Volker, deine Fotos scheinen so aussagekräftig, schade, dass es nicht bis zur Art geht. Aber ich bin immer wieder voll begeistert, wieviele Käfer Klaas kennt oder er-kennt, von denen gibt es viel viel mehr als Falter.

    Hast du die Bilder eventuell bei observation und/oder iNat eingestellt? Vielleicht gibt es ja irgendwo einen Rüsselkäferspezialisten, der eine Bestimmung hinbekäme?

    Ich sage nicht, dass es am Foto nicht bis zur Art geht. Nur ich kann es nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass unsere Rüsslerspezis, allen voran z.B. Peter Sprick, das vermutlich +/- aus dem Handgelenk schütteln. Ich habe wesentlich zu wenig Erfahrung mit Lixus, weil ich die in der norddeutschen Hälfte nicht gerade zu Hauf finde. ;)

    Aber den spartii kenne ich aus Frankreich. Den finde ich an Stechginster (keine Ahnung, wie der auf Schick heißt und "Stechginster" nenne ich den nur, weil er ordentlich Dornen hat - meine Hände sind immer ein gutes Stück blutig, wenn ich an dem Zeug rumhantiere). Und wenn man die Flächen in Frankreich anschaut, Steppe, furztrocken und im Sommer auf dem Gelände 40 °C im Schatten (ohne, dass es da Schatten im Steppenbereich gibt ;) ) und mehr, der kann sich denken, dass wir hier keine geeigneten Biotope haben dürften, oder ggfs. die üblichen Wärmeinseln wie z.B. Kaiserstuhl u.ä.

    LG

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich † 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

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