Mein Rodelberg
Nach längerer Zeit musste ich doch noch mal auf meinem Rodelberg (Monheim-Baumberg) nach dem Rechten sehen. Er schien mir ein bisschen verschnupft zu sein, dass ich mich so lange nicht mehr habe sehen lassen. Dabei hatte er sich ganz schön herausgeputzt. Er zeigte, wie gut ihm der Regen getan hatte, denn überall blühte es wieder, zwar sehr kleinwüchsig und vereinzelt, doch sehr schön anzusehen nach den kahlen Wochen. Sogar auf dem festgetretenen Trampelpfad wuchsen blühende Salbeipflanzen. Er jammerte, dass kaum noch Insekten kämen. Ich habe mein Bestes getan, um doch noch einige aufzuspüren, aber es war ein hartes Brot, sie zu finden, und die Ausbeute ist wirklich jämmerlich.
Doch einen vollendeten Abschiedsgruß präsentierte er mir in Form des kleinen Kurzschwänzigen Bläulings, den ich endlich mal wieder mit geöffneten Flügeln fotografieren konnte. Er sieht eigentlich noch sehr frisch aus, doch vermisse ich auf seinen Flügeln den blauen Schimmer und unten die Zeichnungen, was wohl auf das Ende seiner Lebenszeit hindeuten könnte. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Geschwindigkeit diese kleinen Tiere fliegen, und mit welcher Ausdauer sie das betreiben. Da sie allerdings keine Generalisten sind, bleibt ihnen wohl nichts Anderes übrig, als im ständigen Suchflug die wenigen Pflanzen aufspüren zu können, die sie mögen.
Gruß von Ingrid