Noch während der Ligusterschwärmer verpuppt war, drängte sich mir schon das nächste Raupenprojekt auf. Die Gemeinde hatte vor ca. 2 Jahren entlang eines Weges eine Allee an jungen Obstbäumchen gesetzt. Beim Spaziergang fiel mir eine kleine Kirsche auf, vielmehr was davon übrig blieb. Neben dem ca. 30cm-40cm großen Gespinstsack fanden sich jede Menge fast ausgewachsener Raupen des Frühlings-Wollafter, die auf Suche nach Nahrung den Stamm hoch und runter liefen, teilweise auch auf dem Weg. Der Baum war völlig entlaubt und kein Blatt mehr übrig.
Ich brachte es nicht übers Herz die Raupenkolonie ihrem Schicksal zu überlassen, besonders der "Behandlung" der Gemeindemitarbeiter wenn diese das Desaster entdecken. Also sammelte ich alle Raupen ein, nahm den Gespinstsack mit und nun leben ca. 30-40 Raupen in meinem Behälter, in dem ich damals Saturnia pavonia aufzog. Zunächst mit Salweide versorgt, verlagerte sich der Appetit schnell wieder auf Kirsche. Mein großer Kirschbaum wächst ohnehin zum Nachbarn rüber, also stutze ich ihn stückweise und die Raupen freuen sich darüber.
Ich lerne dabei wieder Neues. Noch nie habe ich so ein soziales Verhalten von Raupen so nah beobachtet. Gefressen wird immer gemeinsam. Nach einer "Fressattacke" sammeln sich alle Raupen wieder im Sack. Nach ein paar Stunden kommen alle zugleich wieder raus und dann geht das Geknurpse wieder los. Das läuft immer in Phasen ab. Der Gespinstsack wird dabei immer unansehlicher, weil voller Häutungsreste und Kotkrümel. Ich säubere das Ding zwar täglich, aber hübscher wird's nicht. ![]()
Jetzt muss ich mir was einfallen lassen um die Verpuppung am Boden zu ermöglichen, wenn es dann so weit ist. Angeblich ziehen dann Einzelgänger los und sondern sich ab. Mal sehen...
![]()
![]()
![]()