Vmtl. Andricus quercustozae auf Quercus cerris, war: "Gallen auf Mahonie(?) Eiche?"

  • Hallo zusammen,

    im Frühling stolperte ich über diese Gallen auf einer völlig vertrockneten (wie ich meine) Mahonie.
    Ich fand die Form der Gallen mit ihrem hölzernen Erscheinungsbild optisch sehr ansprechend. :cool:

    Also zumindest halte ich es für Gallen.
    Und ich halte es für eine Mahonie, denn Eichen gibt's hier de facto nicht, Mahonien schon und die Blattmumien haben spitze Enden wie Disteln.
    Ich denke deshalb wachsen den Gallen auch diese Teufelshörnchen raus ^^

    LG, Jürgen

  • Also, ich finde die Gallen sehen aus wie von Andricus quercustozae - siehe hier - dann sollte es sich bei der Pflanze aber um eine Eiche handeln. Aber da Spanien ja doch weiter weg ist, kann ich auch völlig daneben liegen.

    Liebe Grüße
    Susanne

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  • Hmm.

    das wäre die erste Eiche, die mir in 20 Jahren hier untergekommen wäre, was verwunderlich aber nicht unmöglich wäre.
    Von Andricus kollari finde ich keine Gallen mit Dornen. Nur Kugeln.
    Von Biorhiza pallida und Andricus quercustozae gibt es ähnliche Gallen, aber mit stumpfen Knubbeln, auch keine Dornen.

    Die Blätter waren zwar trocken, aber die Enden recht spitz. Eben wie bei Mahonien. Drum kam ich ja auf die Idee...

  • JuergenS May 27, 2026 at 9:21 PM

    Changed the title of the thread from “Gallen auf Mahonie” to “Gallen auf Mahonie(?) Eiche?”.
  • Hallo, Jürgen,
    Mahonien sind immergrün. Andricus quercustozae bevorzugt Flaum-Eiche, deren Blätter sehen auch so aus.

    Wenn das eine Bestimmungsanfrage ist, dann verschiebe bitte in die Rubrik "Insekten - Bestimmungsanfragen".

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • In Niederösterreich mitten in einem dichten Föhrenwald. Bis auf die Strauchschicht in weiten Teilen eine Monokultur.
    Sehr trockene, wärmebegünstigte Gegend. Boden ist ein uraltes Flussdelta mit meterdicker Schotterschicht über weite Flächen. Vgl. z.B. meinen Aushub im Garten hier: Neuzugang -> Sphinx ligustri, Status: geschlüpft und abgeflogen

    Der Wald wurde von Maria Theresia gesetzt um die Erosion einzudämmen (flache Gegend mit ständig Wind)

    Der vertrocknete Baum stand am Rand eines Forstweges durch den Wald.
    Die grauen Stämme der Föhren sind am zweiten Bild im Hintergrund zu erahnen.

    Andricus quercustozae kommt dem sehr nahe, was ich so im Web finde.
    Wenn die nur auf Eichen geht, dann bin ich beeindruckt dass das erstens eine Eiche war und zweitens sie diesen einen Baum gefunden hat.

    Vielen Dank für eure Antworten

  • Hallo, Jürgen,
    Mahonien sind immergrün. Andricus quercustozae bevorzugt Flaum-Eiche, deren Blätter sehen auch so aus.

    Wenn das eine Bestimmungsanfrage ist, dann verschiebe bitte in die Rubrik "Insekten - Bestimmungsanfragen".

    Hallo Sabine,

    der Baum war tot, da wird selbst ein immergrünes Gepflänz braun :)

    War eigentlich keine Bestimmungsanfrage, hat sich aber nun so entwickelt. Ich fand die Gallen einfach hübsch.

  • Hallo, Jürgen,
    dass der Baum tot war, hatte ich so nicht aus deiner Beschreibung herausgelesen. Guck mal hier im Bestimmungsschlüssel bei blumeninschwaben.de , ich finde, dass die Bilder zur Flaumeiche gut zu den vertrockneten Blättern deines Gallenträgers passen, insbesondere die etwas "unordentlichen" Blattbuchten.

    Quercus stumpf

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • dass der Baum tot war, hatte ich so nicht aus deiner Beschreibung herausgelesen.

    Der ist ja auch nicht tot, das Bild stammt aus dem Frühjahr:

    im Frühling stolperte ich über diese Gallen auf einer völlig vertrockneten [...]

    Eichen, insbesondere junge Exemplare, werfen ihre ausgedienten Blätter nicht automatisch gleich weg. Hier ein Beispiel für Marzeszenz :

    Viele Grüße

    Ziegelstein

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • Da mir auch nicht klar gewesen ist, dass der Baum tot gewesen ist (oder war er vielleicht auch gar nicht...?), könnte es sich bei ihm z. B. um die Zerr-Eiche (Quercus cerris) handeln. Du hast das Bild im Frühjahr gemacht und dieser Baum behält seine Blätter am Baum bis ins Frühjahr hinein.
    Eine erste Idee war dann die Zerreichengallwespe, vor allem wegen der "Frisur" auf dem ersten Foto, Callirhytis erythrocephala.

    Des weiteren fand ich die Entstehungsgeschichte der Knopperngallwespe (Andricus quercuscalicis). Laut dem Artikel muss für ihre Entwicklung die Stiel- und die Zerr-Eiche vorhanden sein. Dies ist aber am ehesten in Parkanlagen oder Arboreten der Fall.

    Als nächstes bin ich auf die Silber-Gallwespe (Andricus quercustozae) gestoßen, die genauso wie Deine Galle aussieht.

    Viele Grüße

    Addi

    _______________________________________________________________________________________________________________________

    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Hallo Addi,

    Andricus quercustozae ist es sicher und Quercus cerris ist jetzt meiner Meinung nach noch am wahrscheinlichsten. Ich übersah das erste Bild und diese „Fransen“ die man dort sieht, könnte gut zu dem Kranz der Eicheln von Quercus cerris passen, wenn ich das richtig deute. Andere Eichenarten sind mit Sicherheit in der Nähe, auch wenn es Einzelexemplare sind, die Jürgen vielleicht noch nicht entdeckt hat.

    Gruß, Volker

  • Ich hab's jetzt genau rausgesucht. Foto vom 5. April bei Sommerwetter. Da an dem Bäumchen nichts lebendig aussah, kein Trieb oder irgendetwas frisches oder gar grünes, war es für mich abgestorben.

    Coole Sache jedenfalls.
    Vielen Dank für Euren Input!
    Ich weiß ja noch wo das ungefähr war. Vielleicht denke ich beim nächsten Spaziergang noch daran und schau nochmal vorbei.

    Ich werde jedenfalls in Zukunft auf Eichen sensibilisiert sein und wer weiß, evtl. finde ich womöglich noch weitere.

    LG, Jürgen

  • JuergenS May 28, 2026 at 8:20 PM

    Set the label from unbestimmt to bestimmt mit Restunsicherheit
  • JuergenS May 28, 2026 at 8:20 PM

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  • Hallo, Jürgen,

    Ich weiß ja noch wo das ungefähr war. Vielleicht denke ich beim nächsten Spaziergang noch daran und schau nochmal vorbei.

    Dann könntest du beim nächsten Besuch noch ein paar Fotos vom Baum machen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Ich habe tatsächlich noch ein lebendes Exemplar einer Eiche gefunden. Ist zwar dieselbe Waldfläche, aber anderer Boden dort. Im Waldesinneren stehen die Föhren dicht an dicht, da gibt's keine Eichen. Das eingangs erwähnte Exemplar sowie das hier stehen am Waldrand / Forstweg.

    Wie auch immer ... die jungen Blätter ganz oben sind in der Tat relativ spitz an den Ausstülpungen. Wenn das eintrocknet, wirkt es sicher stachelig. Das passt gut zum obigen Bäumchen. Die alten Blätter aber sind schon eher "eichenartig" Ist also eine Zerreiche :)

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