Hornissen hier und dort

  • Addi schreibt, dass sie gespannt ist was von meiner Seite von Hornissen berichtet wird. Es sei:

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    Gestern bemerkte ich erstmals den Besuch einer Asiatischen H. bei mir im Garten, und zwar genau dort, wo sich eine Europäische Hornissen-Königin in den vergangenen Tagen wiederholt aufhielt. Beide suchten Blüten von Berberitzen auf. ( Bilder der Asiatischen Ho. werden des öfteren in Zeitungen gebracht. Im Nachbarort, so steht geschrieben, wurden bereits etliche Nester der Insekten verzehrenden A.Hornissen beseitgt. Ob sich dieses Exemplar an die Europ. Königin heranwagt?) Die mißt nun mal stolze 35 mm Länge, das in Büchern angegebene Hornissen-Höchstmaß, von mir nachgemessen. (eingefangen, abgemessen, wieder freigelassen)

    << Die Blüten ihr Ziel

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    Nachgemessen auch, weil in diesen Tagen in unserer Tageszeitung "Neue Tierart entdeckt" zu lesen war: eine Fliege, Weltweit neu, der u.a. hier ein Name verpasst wurde. (unweit von hier, in den Borkenbergen entdeckt; von mir dort gesehene Insekten, Schlangen ect. schon mal im Forum gezeigt). Nur, eine genaue Längenangabe fehlt, warum wohl? Eine Maß-Strecke von 750 Mykrometern (Zeichen dafür finde ich nicht auf dem PC) wurde mitgeliefert, Tierfoto in der Zetung 55 mm, ein Winzling, aber das Messen und Umrechnen in Millimeter wird dem Leser überlassen.

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    Auf Efeufrüchten in der Begrenzungshecke eines Friedhofes, auf dem Hermann freiwillig das Grab einer früh verstorbenen, lieben, ledig gebliebenen Kollegin betreut.

    Auf überreifen Birnen-Fallobst im vorigen Jahr

    Zahlreich waren sie dort anzutreffen. Die ebenfalls anwesenden Wespen und Bienen dito: alle waren äußerst friedlich.

    Nest in der Baumspalte < < außerhalb


    <<

    Mit Besonderheit ! : die abweichende Färbung der Rückensegmente.

    < <

    <Vespa crabo soll es sein, rechts ein Männchen - Unwissenheit meinerseits.<

    <<

    Ein angemorschter Baumstumpf, neugierig geöffnet - die Hornisse in der Winterruhestellung kam zum Vorschein.

    Das gewußt, sie wäre nicht gestört worden.

    << im normalen Ausgang

    << <<

    Auch die ruhten in einem Winterversteck. (Ablagerungen auf dem Rücken)

    <<

    <<

    Und noch zwei "Paßfotos".

    Das dürfte reichen. (0.30 Uhr)

    Gruß Hermann

  • Vielen Dank Hermann für Deinen Hornissenbeitrag! :98. Ich habe hn gerade sehr interessiert gelesen. Bisher habe ich leider nur zwei Königinnen an mir vorbeirauschen sehen, zu schnell für ein Foto...

    Mit Besonderheit ! : die abweichende Färbung der Rückensegmente.

    Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) taucht in verschiedenen Farbvarianten auf. Hier ist eine kurze Erklärung auf Wikipedia.

    Diese hier sollte ein Männchen sein, das stimmt. Du kannst es an den langen gebogenen Fühlern erkennen. Dann ist das Foto aber nicht aktuell, sondern müsste um den August / September herum gemacht worden sein.

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    Auf diesem Foto sind Arbeiterin und Drohn gleichzeitig zu sehen, das macht die Unterscheidung etwas einfacher.
    Beim linken Hornissenpaar ist der Drohn rechts, beim rechten Hornissenpaar ist der Drohn ein Stückchen weiter oben und wird von der Arbeiterin attackiert.
    Die Hornissen-Herren der Schöpfung sind, vor allem in ihrer kurzen Lebenszeit nach der Paarung, nicht gerne am Nest gesehen. In der Regel tun sie nämlich nichts (Nestreparatur usw.), betteln aber um Futter.

    In der Absterbephase des Nests werden die Larven, die sich nicht mehr fertig entwickeln können, entweder von den Arbeiterinnen aus dem Nest gebracht oder sie sind willkommenes Futter. Da sind die Drohnen dann ganz vorne mit dabei...

    Dies hier ist übrigens ein Bienenwolf (Philanthus triangulum) aus der Familie der Grabwespen.

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    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Der Stein, mit Vornamen Brim, hat Recht. Es sind einige Fotos der Dolichovespula media dabei, zum Teil männliche Tiere. Von Vespa crabro ist meist die Vespa crabro germana dabei, aber ich bin nicht sicher, ob sich da nicht auch Vespa crabro crabro drunter gemischt hat. Die Fotos scheinen mir nicht eindeutig.

    LG

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Na ja. Zunächst, Addi: Vielen Dank für Deine ausführlichen Ergänzungen!! Macht Spaß.

    Brims und Klaas's lassen mich wissen, dass meine Kenntnisse bzgl. der Insektenwelt lückenhaft sind. Sie werden es bleiben in meinen wenigen letzten Daseinsjahren.

    Mir haben, und werden es fürderhin sein, die Sichtungen und Erlebnisse (z.B. Hornissenstich in die Wange) das Rentnerdasein belebt.

    Zur Asiatischen H: Habe ich mich unklar ausgedrückt, dass ich deren Bild nicht bringen will? Die gestrige A.H. tummelte sich direkt vor meinem Fenster. Solche, und die Buchsbaumzünsler-Raupen, die Such- und Zerdrücksaison läuft, jedoch wesentlich geringeres Vorkommen als in den Vorjahren, im Garten oder sonstwo, erfreuen nun mal nicht - muss ich nicht bringen; das überlasse ich den Zeitungsberichten.

    Hermann

  • Mir haben, und werden es fürderhin sein, die Sichtungen und Erlebnisse (z.B. Hornissenstich in die Wange) das Rentnerdasein belebt.

    Wie ist das denn passiert? Bist Du zu nahe an ihr Nest geraten? Normalerweise sind sie nicht angriffslustig. Aber z. B. Rasen mähen in unmittelbarer Nestumgebung finden sie nicht so toll.

    Viele Grüße

    Addi

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    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Hallo Hermann,

    zunächst wundervolle Bilder von schönen Tieren.

    Zu der Asiatischen Hornisse: Diese aktuell mal wieder aufgipfelnde Panikmache ist vollkommen gaga. Diese Art ist da, sie wird auch bleiben. Melde und entferne Nester, das entspricht in etwa dem Entnehmen eines Eimers Sand vom Strand von Fehmarn und man denkt der Strand wäre dann weg. Das ist bei der Hornisse nämlich nicht möglich.

    Weiterhin: sie ist NICHT aggressiv, das Primärnest wird gerne in Schuppen oder dergleichen gebaut, da sind aber kaum Tiere drin. Später ziehen sie um, hoch in Bäume und da soll mir mal wer erklären wie man denen in den Weg geraten soll. Die Hornisse ist auch nicht gefährlicher/ giftiger. Eine allergische Reaktion kann immer, bei jedem Stechinsekt auftreten. Das meiste Gift haben übrigens die umsorgten Honigbienen (die selbst einen großen negativen Einfluss auf Wildbienen und Co haben, nehmen Nahrung weg usw.). Ich finde toll, dass die Art da ist, sie wird sich einnischen und vmtl. KEINE negativen Schäden anrichten. Jede Honigbiene die sie vertilgt ist ein Gewinn :)

    Wir sollten uns mal klar sein, dass das weder ein Waschbär (nichtmals die sind bekämpfbar, dabei sieht man die einfacher als so ein Insekt) noch ein Japanischer Staudenknöterich ist. Die Art ist da und es wird Zeit mit ihr zu leben.

  • Die Art ist da und es wird Zeit mit ihr zu leben.

    Ich stimme mit Jonas vollkommen überein.
    Zum Thema habe ich zum einen ein interessantes Interview mit einem Professor vom GEOMAR gelesen: (es geht hier vorwiegend um die Ozeane, aber die Gedanken lassen sich übertragen)

    Klimawandel - Invasive Arten als Chance?

    und bei

    Planet Wissen: Fremde Arten - Invasionsbiologie

    Es ist sicher ein Thema, was ein gewisses Streitpotential hat. Dass Allerwichtigste finde ich, ist immer die Aufklärung und das Wissen (welches sich sicher z. T. noch erarbeitet werden muss - bei allen möglichen Themenbereichen). Aufklärung ohne Färbung und Tendenzen, einfach nur die Fakten (was ja in der heutigen Zeit immer schwieriger wird...).
    Beim Beispiel der Asiatischen Hornisse (aber auch bei anderem) erlebe ich immer wieder, dass oft Wortfetzen nachgeplappert werden, die man irgendwo aufgefangen hat (schlimmstenfalls aus der Zeitung mit den großen Buchstaben), aber es gibt auch noch genügend andere fragwürdige "Quellen".
    Die Wenigsten machen sich selber schlau, stellen unterschiedliche Meinungen gegeneinander usw.
    Um es sich noch "einfacher" zu machen, lässt man sich bei Chat-GPT & Co. eine Zusammenfassung nach Stichworten geben - und wieder hat man nicht selber recherchiert oder mit Fachpersonen gesprochen...

    Zum Schluss möchte ich gerne Charles Darwin zitieren:

    Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die am besten auf Veränderungen reagieren kann.”
    (Charles Darwin, Biologe)

    Viele Grüße

    Addi

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    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Lieber Hermann,
    deine Hornissenparade habe ich mit Vergügen gelesen und bestaunt. Und ich habe auch etwas dabei gelernt. Von anderen Forumern wurde angemerkt, dass 2.jpg keine Europäische Hornisse, sondern eine Mittlere Wespe zeigt. Ich habe eine ganze Zeit lang das zweite Foto im Text verglichen, auch mit meinen Hornissenfotos, und kann/konnte keinen Unterschied erkennen. Die drei unten angehängten Bilder, die nicht in den Text eingearbeitet sind, haben auch ein 2.jpg. Oh manno! Immerhin weiß ich jetzt, worauf bei einer Königin der Mittleren Wespe zu achten ist.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

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