Balkenschröter unterwegs

  • Hallo,

    gestern am späten Nachmittag: mitten auf dem Gehweg sitzt ein Balkenschröter, Dorcus parallelipipedus. "Mitten auf dem Weg" ist absolut wörtlich zu nehmen.

    Wie also kann man ihn vor der Gefahr des Plattgetretenwerdens schützen? Das Einfachste ist natürlich hochheben und z. B. an einer Hecke absetzen. Einfach? So ein Käfer kann unglaublich stur sein! An diesen Steinplatten lässt es sich wunderbar festkrallen. Anschieben und in die gewünschte Richtung dirigieren? Illusorisch. Der Käfer bewegt sich mit etwas Glück vielleicht ein paar Millimeter. Schließlich hatte ich am Rand einen Stängel Hirtentäschel abgepflückt, vorsichtig unter den Burschen geschoben und dann vorsichtig angehoben: Käfer klammerte sich daran fest, hurra, und konnte - vorerst - in Sicherheit gebracht werden. Ob er dort allerdings blieb...

    Viele Grüße
    Karola

  • Liebe Karola,

    das ist vermutlich gar nicht so selten, dass ein Balkenschröter plattgetreten wird. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war mein erster (von weniger als fünf) genau so ein Plattexemplar. Die Rettungsversuche hast du schön plastisch und lesenswert beschrieben. So werde ich bestimmt gut in Erinnerung behalten, dass die ziemlich "anhänglich" sein können.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Tolle Beschreibung Deiner Rettungsaktion Karola. Ich hoffe, er wird es Dir danken und bleibt den Gehwegen fern...

    Viele Grüße

    Addi

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    "In den kleinsten Dingen

    zeigt die Natur

    ihre größten Wunder."

    Carl von Linné (1707 - 1778)

  • Schöner Fund Karola

    Diesen Käfer sehe ich erst in letzter Zeit bei uns und zwar in der Nähe eines Bannwaldes.

    Ich freue mich jedes Mal riesig und rette ihn immer weg vom Weg.

    Jetzt wo der Bannwald genug Totholz bietet ,frage ich mich ,wann sich wohl der Hirschkäfer (Lucanus cervus) hier einstellt.

    Es ist halt etwas weit zu den Gebieten wo er vorkommt .Da müsste man wohl etwas nachhelfen .

    Jeder weiss was ,zusammen wissen wir viel und insgesamt wissen wir viel zu wenig !

  • Ist eher eine Geduldsfrage. Die Tiere haben nicht endlos Kraft. Man kann an ihnen sanft ziehen und somit die Anstrengung, sich am Untergrund festzukrallen, erhöhen, so dass sie irgendwann nachgeben. Denn Kraft ist endlich... ;)

    LG

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

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