Wozu braucht man das?

  • Hallo

    Gestern waren wir Wandern. Nebenbei schaue ich gerne nach Rostpilze. Dann sah ich so ein kleines Insekt mit gigantischen Fühlern. Ob man die Art bestimmen kann, ist mir eher nebensächlich. Nur, wozu braucht das Insekt so überdimensionale Fühler?

    Dann hängen wir auch noch einen schicken Rostpilz ran. Nur zum Anschauen.

    Rainkohl-Rost (Puccinia lapsanae)

    Grüße von der Insel Rügen

  • Lieber Uwe,
    die Fühler sind mit "Riechorganen" zur Wahrnehmung der Sexuallockstoffe der Weibchen ausgestattet.

    Der Rostpilz ist interessant.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Lieber Uwe, wenn die langen Fühler stören würden, wären sie nicht so lang. Ist übrigens eine Adela reamurella Grüner Langfühler. Aber das wolltest du ja gar nicht so genau wissen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Lieber Uwe, wenn die langen Fühler stören würden, wären sie nicht so lang. Ist übrigens eine Adela reamurella Grüner Langfühler. Aber das wolltest du ja gar nicht so genau wissen.

    Ich schenke Sabine hier ein "u". Die scheinen ihr grade ausgegangen zu sein. :79:

    Adela reaumurella

    LG

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

  • Aber ist das nicht hinderlich bei der Fortbewegung?

    Hallo Uwe,

    das habe ich auch schon öfter gedacht. Aber wenn man sie dann in der Vegetation herum fliegen sieht, erkennt man schnell, dass diese sehr langen Fühler dabei nicht hinderlich sind.

    Viele Grüße
    Uwe

    "Leben ist nicht genug" sagte der Schmetterling."Sonnenschein,Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu." (Hans Christian Andersen)






  • wenn die langen Fühler stören würden, wären sie nicht so lang.

    Das kann man so nicht sagen. Wenn die Weibchen Männchen mit langen Fühlern bevorzugen, werden sie immer länger werden, auch wenn das hinderlich ist. So kommen bei der Fortpflanzung Männchen zum Zug, die besonders lange Antennen haben und trotzdem überleben konnten, obwohl diese hinderlich waren; und Männchen, die einen "praktischeren" Körperbau ohne Handicap haben, sind nur zweite Wahl. Also sexuelle Selektion. Ob das hier der Fall ist, oder ob längere Fühler und damit mehr Fühleroberfläche und damit mehr Geruchsrezeptoren bedeuten, mehr Möglichkeiten zu haben, Sexualpheromone zu detektieren, oder ob durch den größeren Abstand der Fühlerspitzen (und damit der Rezeptoren auf ihnen) eine bessere Ortung gegeben ist, das weiß ich nicht.

    "Ah, connections, Son. That's the fateful key that Harriet missed, the key to understanding the natural world."

    Father Worm in "There's a Hair in My Dirt! - A Worm's Story" by Gary Larson.

  • Das kann man so nicht sagen. Wenn die Weibchen Männchen mit langen Fühlern bevorzugen, werden sie immer länger werden, auch wenn das hinderlich ist. So kommen bei der Fortpflanzung Männchen zum Zug, die besonders lange Antennen haben und trotzdem überleben konnten, obwohl diese hinderlich waren; und Männchen, die einen "praktischeren" Körperbau ohne Handicap haben, sind nur zweite Wahl. Also sexuelle Selektion. Ob das hier der Fall ist, oder ob längere Fühler und damit mehr Fühleroberfläche und damit mehr Geruchsrezeptoren bedeuten, mehr Möglichkeiten zu haben, Sexualpheromone zu detektieren, oder ob durch den größeren Abstand der Fühlerspitzen (und damit der Rezeptoren auf ihnen) eine bessere Ortung gegeben ist, das weiß ich nicht.

    Hallo, das sind sehr interessante Gedanken zum Thema! :alright:

    Grüße von der Insel Rügen

  • Aktuell ist mir außer den "u"s noch Konzentration ausgegangen.

    Liebe Grüße Sabine


    Ich verstehe nicht, dass wir unseren wunderbaren Planeten umbringen,
    aber zum unwirtlichen Mars fliegen wollen.
    Franz Viehböck (*1960, bisher einziger Weltraumfahrer Österreichs)

  • Das kann man so nicht sagen. Wenn die Weibchen Männchen mit langen Fühlern bevorzugen, werden sie immer länger werden, auch wenn das hinderlich ist. So kommen bei der Fortpflanzung Männchen zum Zug, die besonders lange Antennen haben und trotzdem überleben konnten, obwohl diese hinderlich waren; und Männchen, die einen "praktischeren" Körperbau ohne Handicap haben, sind nur zweite Wahl. Also sexuelle Selektion. Ob das hier der Fall ist, oder ob längere Fühler und damit mehr Fühleroberfläche und damit mehr Geruchsrezeptoren bedeuten, mehr Möglichkeiten zu haben, Sexualpheromone zu detektieren, oder ob durch den größeren Abstand der Fühlerspitzen (und damit der Rezeptoren auf ihnen) eine bessere Ortung gegeben ist, das weiß ich nicht.

    Da bei den Faltern in den Fühlern das Riechorgan steckt, bzw. diese unserem Riechorgan Nase entsprechen, sind sie mit Sicherheit für olphaktorische Aufgaben gedacht. Man kann aber nicht ganz ausschließen, dass die langen Fühler ein Selektionsaspekt über die Paarung sein könnten. Allerdings denke ich nicht, dass sie hinderlich sind. Adela reaumurella ist eh nur ein Falter, der flattert und nur kurze Distanzen zurück legt. Die Falter halten sich eigentlich immer in Gruppen und wenn man ihnen beim Flug zusieht, sieht man, dass die Fühler durch den Luftdruck etwa ab der Mitte nach hinten geknickt zu werden scheinen. Dabei habe ich bisher nie sehen können, dass sie hinderlich sind. Auffällig auch, dass die Männchen deutlich längere Fühler haben, als die Weibchen. Was aber neben einer Bestätigung der olphaktorischen Anwendung, leider keinerlei Widerleg dafür ist, dass es nicht auch ein Selektionsaspekt sein kann. Da müsste man wohl Versuche machen und vielleicht auch mal Beutegreifer beobachten, ob sich diese durch die langen Fühler ablenken lassen.

    Davon unabhängig haben die Weibchen zwar deutlich kürzere Fühler, als die Männchen. Aber im Vergleich zu anderen Schmetterlingsarten, sind diese auch bei den Weibchen für Lepidoptera ungewöhnlich lang.

    LG

    Klaas

    Der englische Biologe John Burton Sanderson Haldane (*05.11.1892 in Oxford, Vereinigtes Königreich 01.12.1964 in Odisha, Indien) fand sich einst in Gesellschaft einer Gruppe Theologen wieder. Auf die Frage, was man wohl über die Natur des Schöpfers aus der Untersuchung seiner Schöpfung schließen könne, soll er geantwortet haben: „Eine unangemessene Vorliebe für Käfer!“ - Und ich hätte gefragt: "Wieso unangemessen???" :79:

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